Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 46 (12.11.1891)
- Date
- 1891-11-12
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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ta» fi»jtg2T1gnKn S,l»«ist>ck»«Ib»ssM>N9 Ichchllsttgi (at nab Ihne» de» ml der Vorlage erfichtticheu Antrag unteihleiten wirb. Ich möchte hierzu nur kurz erwähue», daß dt« Nachrichten, »eiche »»4 m» ptverlässiflster Onel« inU«fo»km hlasichtttch der Sttinu der vrafilianinbe» Negierung Vorgelege» habe», derarttg befriedigend »nrr», daß »ir, von de« begreifliche» Wunsch geleite», so r»fch 11« »«glich eine gesichert« Hetmstttle zu schnffen, u»« eutfchlofse« haben, einen vertrauen»»««» »ach Ni» de Janeiro z» entsende», n» die Verhältnisse und dt« Krage der Ansieblnn« an Ort und Stele zu stuLiren Unser« Sahl siel ans HerrnOswald Bozer, «ine« durchaus «eignete» Man», vo» makellosem Nus«, praktische» Wissen, administrativer Befähigung, zäher Energie und »tr eine» warme» Herze» für da« Loos!rner Flüchtlinge. Da» hiesig« auöwärtig« U»t hatte Herrn Boxer »it de« »Sr»firn Empfehlungen versehen: und «» gereich« »ir Sr besondere« Genuathung. bet Ermahnung dies.-» Umstande« dankend rvorzuheben, in »eich liebenswürdiger Weis« unsere Ministerien und Hörden de» Zentraleomite« vollfte« Lntgegenkommen bet jede« Anlaß bewies«» habe». Sehr geehrte Herren! Ist e» an und für sich durch di« centrale Lag« Berlin« und die Bedeutung unserer Gemeint« erklärlich, daß di« Faden de« HilfBaerke« hier zu'ammenlause«, so kan» e» doch nur «lSgitch sein, Ersprießliche« zu leisten, wenn da« deutsche Centralcomitee, vertrete» durch seinen geschäftsführrnde« Ausschuß, allseitig nn» andauernd al« Mineldunkt der Thätigkei« anerkannt wtrd. Wenn hierüber, entgegen Ihre« Beschluß in der erste» Delegirtenversammlung, noch irgendwelche Mißverständnisse obwalten, so zweifle ich nicht, daß sich dieselben im Lause der die«»aligen Eonferenz klaren werden. Immerhin sind wir zufrieden, daß all« wichtigeren Fragen i» einheitlicher Behandlung erledig» werden konnte». LI« Beziehungen, welche «ir mit de» internationalen Vereinigungen . sowie init den inlaudifchen Eomitee« uaierholten, find, wie ihnen der Herr Vorredner bereit» gesagt Hai, srrundschastltch Ich registrire »ir »enugthnung. daß di« Pariser Alliance t»r. universelle «0 OOO Are«., da« NnffwIewish Lom»i»ee in London bOOU Pfund der ikaffe de« deutscheu Centralcomiiee« zugeführt und weitere Beitrage in Aussicht geftellt haben Leider muffe» «ir di« englischen Deleairtr«, dt«Herren Landau und Franklin au» London, in unstrer Mitte vermiffen: sie hab:u, nachdem sie zugesagt halte«, im letzte» Augenblicke abtelegraphtrt Mil der Wiener Allianz welche aus unsere veranlaffuag an der SsterreiLischrussischen Grenz« »ichtunadcomitee« nach diesiseinge» Grundsätzen eingerichtet hatten, »rasen wir «in Abkommen, wonach wir kür dt« öfterreichischen Prvenienze« 9d' , von de« Betrage der Schnstk-nrn auf nn« nehmen. Diese» Abkomme» wnrd« in letzter Zeit dahin erweitert, daß wir auch «0*, der Eisenbahnbillrtkoste« Mn der ästrrreichischen Grcnze di« zu« Hasenplatz tragen Di« Somit»« im Land« haben ««» di« bei ihnen eingegangrne» Mittel zum größere» »der größten rhetl« zur verfüg»», gestellt. So hat un«Frankfurt «. M von den durch sein« Vermittelung «sammelten Geldern vorerst 930 000 M überwiesen. Kai •»In und Raadebnrg find überhaupt i« Nackstande. Aber auch hier hoffen «tr auf Verständigung. Während ich unserem Herrn Schatzmeister den ,»«führliche» Berich« über unser« Finanzlage, die ja bet Punkt 5 und 6 der lagesordnung zu Besprechungen und Maßnahmen veranlaffung bieten, wird, überlafi«. möchte ich nur Kolgende« herMrheben: Nachdem die Comitee» in Ostpreußen und Oberschlesien 1 »wie diejenigrn in Stettin und Ha«burg die daselbst gesammelten Felder säst inögesammt ausgebraucht hatten — in Hamburg-ülto», allein waren e« cm 900000 M.—, hat der geschästtkühreud« Auöschuß all« erforderlicheu Mittel den Hilstcomiiees zur Verfügung ^stellt und nach Ha»- bürg, Königsberg, Memel. Stettin, Myilowitz ca. »90000 M. überwiesen. Dem Nrferat unsere« Herrn Schatzmeister« «erden Sie entnehme», »aß wir «ach Nußland seither «ei» nicht gesandt habe». St« hatte» zu de« letzte» Punkt« der Tagesordnung vom 9 Juni v. I .Sa» kau» in Nußland selbst für die Inden geschehen?" beschissen, die Initiativ« hierfür de« «sthästNührende« Auöschuß de« Deutschen Lenlralcomitrr« z» überlassen Dasselbe hat di« einschlägige» Fragen einer ei »gehe» de» Prüf«», unlrrzoaen. Wir anerkenne» di» von derufe«» Seite» geltend gemachte Behauptung, »aß durch SelbstbUst etue verßefferung der Lag« der Jude» in Rußland herheizusühren wäre, «akower bezeichner in einem lüngft von ihm mröffrntiichtrn Aufsatz diese Selbsthilfe ungefähr mit folge,»«» «orten: di« russische» Jüdin fällten da» freiwillig« Absperruuoßsystem ausgeb«», di« Bande sprenge», welch« sie ihrer Entwickln»- st löst -userleg, habe», iudem sie di« schlechten Gewohnheit«» beseitigen, welch« sie verhindert haben, sich in Tracht, Benehmen und Sitte» den Völker» zu »«Hern, unter welcheu sie leben. So zutreffend die« auch im Allgemeine» ist und so deherztgr»«werch im Einzelnen die Vorschläge stad, dt« Hiera» geknüpft werde» — aus di« unfruchtbare Art de« sogenannt«» Lernen» müßte verzichiei «erde»; sür Handwerker und Ackerdauer ließe sich Keffer sorg«,; di« Naddiuer chätten gegen die üblich«, und so verderbltchm allzufrühe» Ehen etnzuschreiten — so scheint e« doch, -l« wenn «in solcher Läulerun^prozeß, der zur Durchführung Jahrzehnte erforder», den Wechsel von Generationen Uberdamru würde, im Auaenbiüke nicht begonnen werde» kann, am allerwenigsten aber da« Eiend beseitigt, da« einmal vorhanden ist und da« wir berufen sind zu lindern, sw »eit unsere Kräfte c« gestatte». Da« Geld, weiche« mau zu dnartigen instruktiv«« Zwecken, wenn ich mich so autdrücke» darf, unter den «enavruorr in m»»a»» oerufen gewezen waren, me!« am en Bewegung apathisch und, wenn «an nicht z» ihrer Ehr >rn müßte, daß sie sich ohnmächtig wähnen, energieko» gegen n, ganz abaesehrn hiervon, wäre der Erfolg auch solcher Au« gtgeuwllttige« vrrhälwiffe» nach , lorv« zu betrachte». Auch habe» wir un» »ich« entschließe» der russische» Press« »der sonstige, ähnlich«» Zwecke» Geld z» Ganz abgesehen davon, baß hier»» l» erster Änie unser, Glaubeuäbrüder ln Nußstmd berufen gewesen wären, dwst ganzen nehmen stehen, g vollständig zioeistlhast. Wir habe« nicht geglaubt, da« Nacht zu I mit un« «»vertraute« Gut derartige versuche anznstelletü Al« hauptsächliche« Motiv für unser« Unthätiakeii in N« müffen wir adec die un« von Herrn Var»» Mi Hirsch gen MiUhetlunge» bezeichnen, nach denen ein« Umstimmung ln den sinnungen der leitenden Persönlichkeiten in Rußland a»«ges,hkchsch^ erscheint. Ein neuer NI-«, der die seitherigen Bestimmungen verschärf liegt de« Czaren zur Unterschrift vor. Gehen doch dle ganzrwA «ühungen unsere« großen Philanthropen dahin, di« nun einmal ßcktzfs schloffen« Au»weisung von Millionen unserer G>aube»»brüdee i, organifirte« Gefüge zu bringen, Fristen zu erwirken unb Menschist an den Stufen de« Throne« für sie zu erflehen. Sir sind hi« Stunde ohne neue Nachricht«» de» Herrn Shit«, der Mr un_ ־ 10 Tagen Berlin berührt hat, um sich l« Auftrag de« Herr»' Hirsch wiederum nach Petersburg zu begeben. E« soll der gemacht «erden, dt« Regierung zur Genehmigung eine» aus 96! 90 Jahre htnau« verthellten Emtarutton«plane« zu bewegen. Baron von Hirsch ha« un» die von ihm hierzu entworfenen Negle und Instruktionen detr. di« Errichtung der russischen Comitee« nnß-Z die in Au«sich» genommenen Modalitäien der BesSrderuna zur Begnt» achtuua vorgrteg! Vir haben, soweit e« nöthtg schien, Ergänzungen und Abänderungen Mrgeschlagen. Ohne mich über die Zweckmäßigkeit de« groß angelegten Plana« de« Näheren auözulaffen und da« Für und Wider zu beleuchte», dw ׳" tou« ich, daß die Errichtung eine« Centralcomiiee« i» Petrräbnrg, sowie die Bildung der Lolalromitee« im rusfichen Reich, der tatserldchm^. Tanction unleriicgen Nur wenn dieselbe erthetlt «ir» — und hierin ' liegt der Schwerpunkt — wäre Ersprießliche« sür die zukünftige Ge» slaituna in Rußland selbst zu erwarten. Mit innigster Theilnahme verfolgen «ir die Entscheidung —׳ ( aber wie solche auch -»«fallen mag, Dank sei dem Mauu« gezollt, dckfe» ■' Leben ein Leben der Nächstenliebe ist, unterer Glaubenigemetnschef». v zu siolzer Ehre, ihre« Anhängern zur Nacheisernng. Der Herr Vorsitzende hat sich bereit« über nnstr« Beziehnnge» zu Herrn Baron von Hirsch ausgelassen. E« erübrigt sür mich nur, Ihnen über eine hiermit in Verbindung ftehende Thalsache zu dw richten, die ich am Vesten zu ihrer Keuntniß dringe, wen» ich Ihne» da« hieraus bezügliche Schreiben de« Herrn Baron m» Hirsch an de» geich«st«sührrnden Ausschuß verlese, da« in de« betreffenden Paff»« also lautet: *• .Ich selbst hatte Ihnen schon geschrieben, daß Sie mich ׳ gewissermaßen als Neservekass«, als Sparbüchse betrachten tön»»., Wenn Ihnen sür Ihr« Zweck« oder für Ihre lausenden Bedürfnisse Geld fehlt, so eröffne ich Ihnen hiermit einen Credit von bOO VOO Krr«., der Ihnen aus Ihr erste« Verlangen ganz »der «heilweise bet eine» Berliner Bankhaus« zur Disposition stehe» wtrd. Plletn Sie sind,' mein« Herren, zu Mrfichtige Männer, um diese« Ihre» LparpsenniG anzugreisen. Wenn ich Ihnen heut« schon bi« Zahl nenne, so ist «ehr au« moralischen Gründen, damit Sie nicht die Besürchvmg haben, Mr leeren •affen zu stehen und sich »««wegen entmnthige»." Sehr geehrt« Herren! Im Allgemeinen ist man außerhalb ka direkt an tan Hilf«werk taheiligten •reist i« Unklare« über da«, wa» v»rg«hr, nn» über da», «0• geschehe« ist. Seitdem da» Berlin» . Charlottendnrger Comitee al» solche« stin« ThltigteU ringrsteßst ß«6 denn nicht«? Und: Wohin mit dtestn Unglücklichen? De« gegenüber^ möchte ich Folgende« -»»sprechen: Während bst Eröffnung neuer Heimstätten sür bst Vertriebene» Gegenstand unsere« una»«gesetz«en Linnen» und Trachten« gewest« ist — ««» Sie werden ja in der morgige» Sitzung zu hoffentlich glück» licheu Veschlüffe» nach dieser Nichtung g«laugen — fanden «tr ei» erhebende» Bewußtsein gerade darin, daß «» un«, ohne de» Weg der >, Oesstutlichtet» z« bestürmten ober die Oeffenütchket« zu tnteresfiren, gwlnnge» ist. in stiller und geränschlvser Weis« nnstr« ArvetÄ»^ weiter zu führe«. Mr Hoden Li« «ingekade«, «eine Herren, um grundpltzltcha^ Frage», dir bei der Fortdauer de« HUsswerke« in Betracht ko«, mit Ihne» zu beratbe». Ist auch «ensthtich« •rast allein nicht genug, di« großen Ansgaben zu bewältigen, so wollen wir un« der Erfüll»»- derselben durch gemeinsame» und «inn hu uühevn. Endlich etnlge Mttheilnuge» rein geschäftlicher Natur. Die Barsitzend«» und der Schriftftlhrer de« An»schnffe« hat«lÄ sich täglich ans dem Bureau zusammengesunde», um die Eingänge jßj erledige» und deren Veantwonung sestjustellea. Da« Plenum taj geschäftsführentai Tmkschusst« »urv«, so »st als ersorderii«^ f