Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 46 (12.11.1891)
- Date
- 1891-11-12
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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ULePnr bet Menschntlirbk trab bet Himanitit (f unterweisen nnb b e Jugesb Hera»bilden sollen, sind die künftigen Beamten in der Bmoaltung. in der die den Rechttgebanken, bas »Nun, » niqa«. über alles ilten nnb verthetbigen sollen. O »awpor»! »te B«rli«er 9de|itto1*9etfraMlMR« Berathnnz bet HtlsS-Sttt», für Me russische» J»be». (Nach dem stenographischen Bericht.) als II. »,eicht lief Me OtiffaiMt be« Oefchsftsftttzeeade» M»>sch»sse« erstattet vou Herrn ffommerzstnraih Goldberger. M. H.! Der geschäftssühienbe Ausschuß hm mir da« Mandat «rage», Ihne» über seine bisherige Ihätiakril zu berichten Ich rbe «müht sei», «ich diese« ehrenvollen Aufträge« in knapper, tlich aber erschöpfender Form zu entledigen. Hierfür erachte ich « zweckmäßig, meine» Referate die Beschlüsse zu Grunde zu «eiche t» unserer ersten Versammlung gefaßt morden sind >u« der Art und dem Umfang der Ausführung werden Sie am besten ersehe», ob uud in wie »eit e« geiunge» ist, unseren gemein- ^men Anfimben gerecht zu werde» Ich pesst die Beschlüsse zu Punk« 8 uud 4 der Tageiordnung P«u 8 Juni zusammen In Gemäßheit derselbe» suchten mir die begauueue Organisation von Lande«-, Pruviuzial- und Loknlkomiste« so »iel al« m»glich uud dienlich, burchzusührea und zu vervollkommnen. '< Sie finden in dem Ihne» vorliegenden Druckberich« die verschiedene» .Amnlit«'« namentlich aufgesührt Da, wo sich besondere Bereinigungen Wicht gebildet haben, sind häufig die Syuagogengemeinde» in den!Dienst de« HUssweröe« eingetrestn. I» Uebrigen betrachte» wir diesen 7 Dheil derOrgauisation al«»och »ich« »bgerchlassen. Entspreche» auch die letzt vochandenen Sm»iste« vermdge der geographischen Lage der ^Rwssärde» Plätze, an denen sie errichtet find, de» Bedürfuiflen, welche Ach (Stecker »»« dem Vorkommen vou Emigranten oder «»« deren «esdrder»»g ergebe», so wird et doch andererselt» »öchig sei«, die Zahl unserer Somitee« besonder« dann zu erweitern, wenn mir. gestützt aus et» möglichst ums-ngieiche« Netz von Vertretungen die Oeffentlichkeit "> »euer Mittel »erde» aufsuche» müffen. Dem Beschlüsse folgend, »drohende Mafienautwanderung rus» Jude» in geordueie Biege zu ihrem Heile zu leiten", »er- |ten mir u»« seiner Zeit in erster Linie mit dem Verltn-ilharrgei Lokastomitee u»d vernnlaßten dafielbe, seine Aktion ein- MWtlltn. Di« Nachricht vou der umfangreichen HttflÄstung, «eiche dastelbe t» allerdlug« danken «wert her Wesst barbot, Hane sich, »st ihnen «»«> heknunt, «t, Blitzeöschuelle in bst entlegensten Orte «nßla»d« verbmitet 9t »uch« der Au»m«ndererstrom in einem so erheblichen Eoatze. daß »st Gefahr drohte, er {Mac sich in* Unbegrenzte an«- . d«h»en »»d hierdurch Folgen va» »»übersehbarer Lragweite zeitige». -f Mährend im Juni u»d g»li be« vergangenen Jahre« bst Zahl »er Mulmanderer, welche be» vahnhos Lharlotwndurg possirten, — da» Vetrstbsamt Charlotte ubnrg hat »atürlich eine genaue Statistik über >»• NeVgionÜbeketnttWtß der Auöwauberer »ich« geführt; seine »st«, dagdgüchrn Nugobe» beruhe» »«her »ur auf Schädlingen — ungefähr J/U) Persone» i» Monat betrug, stieg bst Zahl i« lausenden Jahre auf da» Doppelte. Wir kouftatire». daß bstst Vermehrung »ich« allein dtnchbst Anöweisnngönmßregeln, sonder» insbesondere durch bst karge A»Grstütz«»g. welche tu Lharlottenborg und auch tu : Memel stroer»d gewöhn «urbe. »ervargerustn mar. Wir mußten de» Schmers»,«! uustrer Thätigkett tu dst von Ihnen bew Erricht»», »o» (Uaiitee’* an de» GrenzübergauMpnukstn behus« Sicht»», uud Färber»», »ach geaau vereinbarte» Vor- Meine verehrte» Her! »» einem Ta^ aus. Nur »»«rmLdtiche» «i schlesie», winden und re»! Ei» so große» HUsswerk ba»l sich »ich» a»s. Nur allmählich, «nb in der Hauptsache Dank der e» Wirksamkeit u»strrr Freunde t» Ostpreußen und Oberist e« geiunge», bst obwaltenden Schwierigkeiten z» überdie Etnrichürngen zu volle»»«, bst au« de« Druckbericht betreffend bst .Organisation in Ostpreußen uud Oberschlesstn", erficht- Ach find Ich will Sst mit der Schildernag der verschiedene» Lntwlikelitngdstndst» ,ich» ermüde« u»d beschränk mich daraus, her»«»- wchebe», daß bst gesammle Lichtung und überseeische Wristrbesörberung m« vor 8Monate» säst »iwschlstßlich in de»Händen de»Ha«burger Aawitee'« gelegen hatten, da» seine« Amte« mit be wunder»« wert her Hingebung waltete und waltet. Al« aber bst Arbeitölast in Hamburg »Mt «ehr zu bewältige» war, verständigst« wir un« dahin, baß all« Nbwr»ßischeuPrnoe»stüzen durch da«»»atg»bergerHauptgre»zcomitee gkstchtet und va» »lese« mit Schiffskart«» versehe», Via Stettin, Ham» Erna aber Breme» diret «Man» mit Echisstlarstn versehe«. Dst Zahl der Emigranten, welche de» Bahnhof Eharlottenburg iw Lause der letzte» Monate pasfirt haben — vam 4. Juni bi» S. Oktober — beträgt 86<8׳& Personen. Ich bewerte, daß e» sich D Berliner I hwabat MD »»«schtiißstch «m stkche luMtait hmGeU. Mich» durch owsere MwiGkiiwidt'« gesichtet fi»d. fwcher» auch »m solche, welche für elgow Mich««», «sp». I» Geiste be« Lstbe»werch« u»d onrawiin 9cn wifiCR ן EhartatwmMr ' srä יח0 "י• ו ..... . d znwal alle, glaichostl welcher llstttn», fie «geh»««, »ach »ur über ge- Tta§c RUtt( tttffan. Dem statistische» Material, welche« Ihnen später unterdmitet werde« wtrd, werte» Sie entnehmen, daß e» fich im Ganzen u« angesähr lOtDO Hers««en HandelI. weiche wir «ähren» der Dauer unserer Thätigstit mit volle» Neisemittel« dt« zu den amerikanischen Endzielen versehe» habe«; die übrigen bestritten, wie schon erklärt. Reist «nd Neberfahr» an» Eigenem Da, wo e« unbedingt erforderlich war, Hobe» wir Znfchüsst geleistet: ober »ur in stlteuen Fällen wnr e« an« ««glich, bestimmenden Einfluß auf da« Endziel solcher Reisenden an«- zuüben. Schien e« auch :ine kurze Weile, nl« würde fich in Folge der Errichtung uustrer Grenzcomitee« »st Emigration verringern, so wuchs bststibe plötzlich mit erneuter Mach«, al« sich die Lund« von der Erschlstßuug Argentinien'« durch Herrn Baron von Hirsch in Rußland verbreitete und damit die weitgehendsten Hoffnungen ln unseren unglücklichen Glanden»geaoffen geweckt narben. An der oberschlesischen nab insbesondere «n der oftpreußischen Grenze stauten fich Tausende und lausende, dst ihre letzte» Habseligkeistu veräußrn hatte«, um «ußerrusksche» Gedstt zu erreichen u»d nunmehr dort der erlösenden Weiterbeförderung harrten. In Argeatinstn aber war nach de» Mit- »Heilungen de« Baron von Hirsch noch nicht Alst« so weil vorbereiter, um bst Emigrautep auszunehmen und ihnen eine auskömmliche Zukunst zu sichern. Ans der «»deren Seite gelangst» an uu« Nachilchren uustrer New-Aorkr Freunde, »eiche auf dst traurige» und möglicher- »eist sich verschalenden Folgen einer zügellosen Einwanderung nach Nordamerika hinwlestn; denn auch dort war e« noch nicht möglich gewesen, Vorkehrungen zu treffen, um den Ansturm zu bewältigen und denselben in die richtige» Wege zu leiten. Zu alledem dst Befürchtung, daß unsere finaazstlle« Mittel versiegen könnten! So mußte» wir un« denn, nachdem dst Anregung hstrsür im Jnstreffe de« Hilkswerke« von Herrn Baron von Hirsch gegeben war, und »ach gleichzeitiger Verständigung mit unseren Freunden in Pari», Wien, Hamburg und Königsberg dazu entschließen, der gebieterischen Nothwendigkeit folgend, unsere Grenzcomitee« mit verschärften Maß» regeln bezüglich der Sichtung zu versehen «nd dst Parole .Repatriirnag der Emigranten" überall da auszngebe», wo nicht unbedingt zwingende uud nachweisbare Gründe für da« Berlaffe» der Heimach Vorlage». Mir haben zu jener Zeit durch Anschretben an die Rabbiner in Ruß» laad, durch Publikationen in den russisch-jüdischen Zeitungen und tu jeder sonst möglichen Weist — später unterstützt durch einen Anfruf de« Herrn Büro» von Hirsch — vor der überhasteten >u»wandernng gewann; wir haben mit schwerem Herzen, aber mit starkrr Hand, namentlich in Memel und an der österreichischen Grenze alle nicht vollkommen geeigneten Elemeust repatriirt Wir haben aber die Leute getröstet und ihnen gesagt, daß, wenn wir erst in der Lage wäre», ihnen jenstitö de« Ocean« eine wirkliche neue Heimoth zu schasstu, wir ihnen heifteheu würden, daß e« aber einstweilen für fie bester wäre, in Rußland zu Hunger«, als stastlt« de« Ocean» zu verhungern. I» dem bereit« erwähnte» Druck berichte finden Sst da« Lichtung«- ftatut, welche« wir mit u»stren »renztomitee« in Ostpreußen und Obecschleflen vereinbart haben, und dst Nachtragsbestimmunge», dst wir angesichts der Nepatriirungsparole erlaffen mußten Giückltcherweist konnte sich inzwischen eine Wandlung zum Befferen nach verschiedenen Richtungen hin vollziehen: Herr Baron von Hirsch hat Argentinien für nu» geösftter. Dank stiner Ermächtigung find wir in der erfreuliche« Lage, wöchentlich 300 Auswanderer dorthin zu be» fördern. Dst AtewaH derselben ersolgi tbeil« in Hamburg für die Ssterretchlfch-oberschlefischea, thell« in ESatgsoerg für bst oftpreußischen Provenienzen uastr uustrer vorherige» Genehmianng. Die Auswanderer erhalten für u»sere Rechnung Schiffstarten bi« nach Bneno« Ähre« und «erbe» daselbst von dem Vertreter de« Herrn Baron von Hirsch in Eucpsang ge»««me« und unlergebracht. Sodann hat sich in Ne».York, mit welche« wir in andauernder Eorresponbenz uud Fühlung »»reu. ein National-Eamtste, behus» Emplaflgnahm« der Au«w»nberer und Bertheiluug derstlben lm׳La »de, coastitmrt. Wenn wir «uch nur solche Emigraustn »ach Nordamerika dtrigirt halst», vo» denen aazuuehme» war, baß sst b»n «etter »istiren konnten, gestützt ars un« Anhelt oder vermöge ihrer Besähiguag nachgewststnen verwandtschasUlchen »g al« Ackerbauer nab Handwerker, so dnrste» wir Un«" doch seither »Ich» verhehle», baß bamlt allein noch nicht» erreicht und irgend welche Beruhigung über da» Schicksal und Fortkommen jener Unglückliche» noch nicht gewährleiste! war. Sonach sthea wir mit begreifliche« Jnterrffe über die in Nordamerika tn'ö Lebe» gerufene Amon »»d Orgauisation dem Bericht der dortigen Herren Delegirst» eutgegen, welche der heilige» Sache zu Liebe dst Mühe der Meerfahri nicht geschent haben. Wir stlbst wolle» Jhaen morgen bestimmst Landstriche vorschlagen, in welche» sich dst Anfiedelnng bewerkstellige» ließe Im Bersoig Ihre« Beschtuffe« act Punkt 8 der Tagesordnung vom 9. Juni habe» wir au« unserer Mitte eine Deputation gewählt, welche fich mit