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Israelitische Wochenschrift · 1891-10-17 · 42/43 (17.10.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
42/43 (17.10.1891)
Date
1891-10-17
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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na* Jerusalem «sandte Lehrer, Herr Berthold Stein, wührend die Führung de- Han-Haltvon einer ältere» Dame, Frau Ackermann, früher in Straßburg i. E., in uneigennützigster Weise übernommen wurde- Die Oberaufsicht hat Herr Dr. Fruchtwanger übernommen. WaS die Schule betrifft, so ist deren Lehrplan nach der Rückkunst de- Herrn Direktor Lohn, welche Anfang- September erfolgte, in der in unserem jüngsten Berichte an- «deuteten Weise zur Reorganisation gelangt. Am 12. Oktober begann da- Wintersemester mir 82 Zäglingrn, 62 Aschkenasim und 30 Srphardim, welche sich folgendermaßen auf die virr Eiaffen vertheilten: I. 14. II. 17, III. 24, IV. 27. Der Schlich de- Semestererfolgte am- 13 April. Trotz deaußergewSbnlich strengen Winterwir der Besuch ein rrgelmüßiger, der Gesundheitszustand befriedigend. Bon den epidemischen Krankheiten, welche während de» Winterin Jerusalem herrschten, speciell Diphtherie, ist die Anstalt gä:.»lich verschont geblichen. Bon einem dffentlichen Examen murve abgesehen, weil gerade gegen Schluß de- Semester» bei Gelegenheit de« Besuchvon Fremden wiederholt engen vorgenommen wurden. Bon de» mit der .Augusta 10“ nach dem Orient gekommen Deutschen besuchten am 13. Februar Herr Dr. Rosenthal au» Magdeburg in Begleitung «ine- (nichtjüdischenl Ingenieurs, Herrn Meller, und Fräulein Elara Lachmann au- Berlin die Schule. Diestlben schrieben Folgendes in'« Fremdenbuch: Ich habe bet «tue« flüchtigen Besuche Jerusalem» Gelegenheit gehabt, einer kleinen Prüsnng der Lämelschule beizuwohne», und war erstaunt und erfreut über die Leistungen der in drei Sprachen unterrichtete» Kinder, über die augenscheinliche Ordnung und Disciplt», und die tm allgemeinen reinliche und gut« Haltung der Sebüler Jerusalem, den 13. Februar 1891. Dr. mad. Rosenthal, Oberstabsarzt a. D. au» Magdeburg Bet «einem Aufenthalte in Jerusalem hatte ich durch Herrn Dr. Fruchtwanger Gelegenheit, die Läwelschust zu besuche», und Mit gr oster Freud«, welch« ganz vorzügliche Schulbildung di« Zögling« der Anstalt erhalte» Ich wünsch« der Schul« ferne»«« Gedeihen und reiche« Kegen aus dem etageschlagrne» Weg« Jerusalem, de» 13. Februar 1891 Clara Lachmann Mit Ende de- Schuljahre» verlieh ein« arüßere Anzahl der älteren Schüler die Anstalt, die meisten sind bei Hand- Werkern in die Lehre und einige als Lehrlinge in Geschäfte «treten. Ein Schüler, Salomon Jellin, ist zusammen mit dem ehemaligen Schüler, Abraham Frumkin, jetzigem Lehrer de- Arabischen an der Schule zu Jaffa, zur weiteren Au«- bildung in der türkischen Sprache und zur Erlangung von RotanatSkenntniffrn nach Lonstantinopel gereist. Ein Z6gling au» Hebron wurde von der dortigen Gemeinde noch Euriwa «schickt, um sich zum Apotheker auSzudilden, und der Schüler Jesaia» Preß gedenkt demnächst behuf» Eintrittin eia Lehren'eminar nach Deutschland zu reisen Jedem der beiden Erstgenannten wurde von dem Zijon-Berein in Jaffa «ine jährliche Subvention von 300 Franc» gewährt, »ährend für Preß seitender Jerusalemer Loge, de- Herrn Pros. Dr. Lyru» Adler au» Baltimore und de« Agronomen Herrn Eh. Lohn, auch Beiträge bewilligt worden sind. Gaffet. Dahiesig« SchulverordnungSblatt enthält in der jüngsten Nummer folgende Regierung-Verfügung an sümmtliche Arei-schul-Jnspektoren und Stadtschul-Jnspicienten: .« ist in der letzte» geil mehrsach vorgekommen, dast israelitisch« Urwachsen« n»b Kinder öffentlich in ihrer Eigenschaft al» Juden >«- schmlh» »nd verhöhnt worben find, «ach de» sta «gehabten Ermittelungen habe» «S einzeln« Lehrer »ich« blo» an der gebührende» Bestrafung der Schulkinder sehle» taffe«, sondern sogar hier und da durch ihre eigen« »nuorfichtige Haltnng einer in solchen Auftritte» sich rundgebenden «christliche Lieblofigkeit Vorschub geleistet, wa« wir al« Schulansficht«. behörde »am p«d,,a,Ische» Standtpnuktr an» e»«schieden mistttlligen »Sffen. Ew. Hochwürden wollen »«»halb Beranlaffnng nehme», in der nöchste» amttiche» Lehrertonstrenz di« Anftnerksamkrit der Ihne» nuterstelltru Lehrer ans diesen Punkt hinzulenken und denselben zur Wich« zu mache», »ah sie satchem für di« Schnlzuch« schädRch,, Treibe» ilternll mit Entschiedenheit entgegen»»»»«» »nd zugleich, stet »astvotler Zurückhaltung im SffenÜichen Leb«»,' «st dem «igewen licher Dnldsamkeit gegen Andersglonbend« der ihnen Echnljugend vorangehen." Hämisch und kindisch zugleich beinerst ei« SemitenI hierzu: .Di« armen verfolgte« Juden in Heffrn find nun wohl genuggeschützt Wann kommen endlich bi« Christ«» an di« Reist, »» gegen dir Güterschlüchter «nd Wucherer geschützt zu werden?" MW«. Die jüngste Nr. der Iellinek'schen .Neuzeit» enthält folgendes ״Eingesendet»: .Offene» Schreibcn an die ehrw. Herren: Dr. Ehrenfeld, Prag; Dr. Güdemann und Dr. Jellinek, Wien und Dr. Placzek, Brünn. Euere Ehrwürden! Schon oft erging von Einzelnen an Sie die Bitstz gemeiiisam den so überaus nothweadigen .Oesterreichischq, Rabbinerverbaod“ zu gründen. Liider bi» heute erfolglos - Ohne nach dem Grund« diese- Schweigenzu fr, scheu, treten die Unterzeichneten, durchdrungen von der Wichtigkit dieser Bereinigung, abermalau Sie heran, um Euere Ehrwürden gemeinsam zur Berufung eine- Rabbinertagenach Wie» zu bewegen. In dem Bewußtsein, daß Ihre Initiativ« die erste Lcbrnrbrdingung unsere- Berbande» ist, bitten wie Sie darum, wir fordern e» aber auch von Ihnen, weis wir da- Recht besitze», von unser»« btruscncu Führer» i» den Reich-Hauptstädten die Gründung eine» in alle« 8t» ziehuugea wohlthätigen Berbande» zu velangeu. נ Indem wir uu» der sichern Hoffnung hingebc», durch '- Sie und mit Ihne» das langersehnt« Zick zu erreichen - zeichnen wir hochachknd! Böhmen: Bader, Blitz. Dr. Deutsch. Dr. Eianer, Dr. Friediönder, D. Goldhammer, Grün, Grünwald, Kisch,Klotz, Kvh», Sronberg. Knrrria.Löwp, Posnanskl, Rabbinowitz. Start, Stern. Thteberger, Wolf, Wunder. Ziegler. Mähren: Krankl, Frankl-Grün, Grost. Hahn, Handl, loglicht, Tändele», Ungar, «einer, «otsson Oestereich: Friedman», Gordon " Fr»«rr«teb. G. Hflgrs». (Da- Lentenarium der Emancipatioa der Juden Frankreichs.) Am Sonntag, den 27. September waren e- 100 Jahre, daß den Inden Frankreichdurch. Dekret der constituirenden Nationalversammlung di« Emack? cipation erlhellt wurde. Gelegentlich, diese» wichtigen Er» eignifle-, welcheda- Signal zur späteren Emancipatii» - der Juden auch in anderen Ländern gab. verdffentlichen die ,Archive» J-raelitr-' in einer besondere» ״Jubiläum-nummer" interessante Brieft an de» Redakteur, welche folaende ' ragende Ehriskn zu Berfafferu haben: Herrn Barthrlemtz^ St. Hilaire, Exminister desAwstwürlipen; Herrn Jule» Simon, Ex-Premierminister undMiWicd der ftanzäfische» Akademie; d«, ftüheru Minister <L de Marcüre; die Herr» Alfred Meziere» und Jule- Elaretie, Mitglieder der ftanzüsischeu Akademie und Herrn Hyacinth« Logso». Der letztgenannte berühmte Prediger und Expriester die Jahresfeier auch zum Thema seiner am 28. in seiuep Airche gebalknen Red«. Wir laffen au« derselben einen Passus hier folgen: »Wir stier» dstsen Lug, »eil wir Franzose« find. Diese Jahresfeier ist für Finnkreich rühmlicher al» für dl« Inden: wtr ihn aber auch, weil wir Christen find. Der heil. Vincent hat «ns lehrt, daß da» Christenthnm seinen Ursprung tm Jndenthnm ha» «nd unser Reister gründet« seine Lchmnwf den Dekalog. Di« Juden find Bürger Frankreich«, wie wir; sie haben Anspruch «ns diestlben Rechst, »st wir. ,Sst vergaffen ihr Blnt für Frankreich und fst sind Franzestn. Sie find auch in ihre» eigentlichen West» Republikaner und 1,1 sranzöslscher Jude verlang», nach Palästina znr znkehre«. «an erzähst von ttaa» berühmten Israeliten Stadt, das, er auf dt« Frag» nach sttner Ansicht über dst Vereinigung st» jüdische» Smmme« in gernstlem antwortest: stst nicht» Unnaffenbe» in dststm Plan», nur wünschst ich, dast Gesandt», in Wart« ermlnnt würde." AgAL^ dst

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