Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1891-10-08 · 41 (8.10.1891) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
41 (8.10.1891)
Date
1891-10-08
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6492344-5935076-5959683--0810-5374562
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

ym- Di« •eneinbe nab ihr Prrdiger müfttn sich geg«sei1ig stütz«, »»ab m auf )•ei Seite* beffelfcc höhere G«t nnaestrrvt •erbe, ba •eree tcrjraifi. »«her fei» Lebe» für «tat groir Me« einfetze. auch von Weser Idee getragen i» bem Venmßtsein. bah Gleichgesinnte hinter ihm Däsbe». Reener knüpfte seine SefÜctreditana an bas Wart bes Psalm» Dichters an: .Ei» Ban» Des geben• ist Me (KotMtebre für Me, Me Ja ihr halten; unb Me fk stützen, Me werben glücklich" An Den Jubilar sich wenbenb, hob brr Festredner baffen verdknste als Prediger unb Lehrer Der Gemeinde, als Bürger der Stabt and des Vaterlandes hervor und toies ans Me rae und fördernde Thüttakit deffelben hin, sie er aus den verschiedensten Leben »gebieten, welche gemeinnützige Zwecke verfolgen, so reichlich bekundet ha». — Nus diese meisterhafte Festrede folgte eine vom Synagogenchor vorgetragene Hymne und der Abfchluß der Liturgie. Am Samstag früh wurde dem Gefeierten vor dessen Wohnung ein Ständchen von der Essener Kapelle dargebracht. 8'/* Uhr begann in der Synagoge der Gottesdienst, bei welchem der Jubilar und Herr Rabbiner Dr. Frank ou< Adln predigten. Um 7,12 Uhr folgten die Beglückwünschungen in der Wohnung deS Jubilars. Nachdem da» Kollegium der städtischen Töchterschule, -sowie de» hiesigen Gymnasium- und Realgymnasiums durch deren Direktoren den Jutnlar beglückwünscht hatten, erschien der Borstand der Synagogengemcinde. dessen Sprecher, Herr I. S. Hrrschla ad, nach warmer Anerkennung der Rerd'enstr de» Gefeierten mittheilte, dag der Borstand auch in materieller -Hinsicht seine dankbare Gesinnung bekunden möchte und deshalb da- Gehalt de- Jubilarals Preoiger vom 1. April d. I. an verdoppelt habe. Hieraus verlas Herr Hirschlaitd eine reich und künstlerisch aus» «stattete Abreffe, welche die verschiedenen Seiten der verbienftvoüen Dyättgkeit des Jubilars würMgte. Herr Rabbiner Dr. Krank über» reichte demselben als DelegiNer des D. I. «. « im Aufträge des letztere» einen silbernen Pokal mit entsprechender Inschrift. Im Ranen des Festausschusses wurde Herr Blumenseld von Herrn ׳Eh. Hel len da hl begrübt und demselben ein prachtvoller silberner laselaufsatz überreicht, forme die Mittheilung gemacht, bah dem Jubilar 4» Ehren von hochherzigen Gebern ein bereits etwa 6000 Mt. be» tragender Fonds gebildet worben fei, der den Ramen ,vlumenseidstiftnng" tragen werbe und über deffen Verwendung der Jubilar in Gemeinschaft mit der Gemeindevertretung bestimmen solle. Namens des Gewerbe verein» überreichte Herr Buchhändler D. Bä bete r mit warmen Worten der Anerkennung dem verdienten Vorsitzenden des Vereins -has Prachtwerk Schere'« .Germania". Mit der Amtskette geschmütt» er» schien Herr Oberbürgermeister Zweigert und würdigte in herzlichen Worten der Anerkennung die vaterllötMsche Gesinnung des Jubilars, sowie dessen lebhafte DheUnähme an der Entwickelung unserer Stobt, zu deren strebsamsten und thütigsien Bürgern er nun schon so lange .gehöre. — Run sprach der Schulvorstand der isr. volkschule seinen Dank durch dem Mund bet Herrn Z. A. Hirschland aus. Es folgte» die Glückwünsche der Vertreter des »Vereins israelitischer Eletneutarlehrer für Rheinland und Westfalen", Me zugleich eine kunft- V<E ansgef khne eingerahmte Adressen überreichten. Ferner dankte Frau S. Gottschalk dem Jubilar für seine treuen Dienste, welche er de« "isr. Krau« verein" als Schriftführer geleistet Hab» °, der Seren brachte - all Jubilsumsgabe einen ebenso beauemen wie solide», mit frischem - Grün gtfchmückten Polsterstuhl dar. Eine Adresse übergab ftrster Herr! Semtnardirekor Dr. Steinberg aus Münster im Aufträge des vor- ' staube» der Marks-Haindorffchen Stiftung. Herr Lehrer Gras sprach 4 Die Glückwünsche bet Lehrer bet hiesigen Gemeinde aus, und endlich erschien eine Abordnung von Religionslchülern der höheren Lehranfktltemu« deren Glückwünsche zu überbringen. Mehr als 1'/, Stunk hatten all« diese Beglückwünfchllngen in Anspruch genommen; der Gefeierte nahm sie ° mit körperlicher und anstwei: Frische entgegen und deant» wartete sie mit treffenden Worte«. Zahlreiche Freund« und Schüler hatten chre Wünsch; durch Brief und Telegramm --au^edrülK. Bo» vielen Seiten waren sichtbare Zeichen der Liebe und Dankbarkeit in lPestall sinniger und kostbarer Geschenke eingetroffen. lim - Uhr versammelten sich gegen >00 Herren in de» festlich geschmückt« gr osten Saale des St-rdtgtreens zu« Festmahle. Der Herr oberbüraer«eister Zweigert rvgriff zunächst das Wort zu« Triatspruch auf Se. Majestill den Kaiser Herr J.S Hirschland feterte fodann de» Jubilar als Lehrer unb Seelsorger, bst zwei« Generation«» Me Religion ins Herz gepflanzt habe. Bei feinem Amtsantritte habe Essen 10000 Einwohner gastsbt, und Me jüdische Gemeinde habe ans 17 Fa- MUien bestanden: aber für den;ptoilar gelte das Wort: »Es wachst der Mensch mit sein« gröstern Zweck»." So habe er sich im UMm» wie im Grasten voll ntib ganz bewahrt, und darum fühlten Gemeinde, e WS WedürblL ihn zu chre», wie noch Keiner MGn worbtt Mi. Cm .dr, jML Goiischslt Oberbürgermeister, Herrn Rabbiner De. Frank und Me Herr« 'Direktor« der höheren Lehranstalten. Im Ramen de» Gewerbeverein» toastete Herr Oberlehrer Dr Kremer auf Me Familie des Jubilar«. Herr Lehrer A. Heinecke überbrachte Me »rüste nnd «Lkwünsche der evang. voiksschuuehrer in Eff» und -ob hervor, dost der Jubilar denselb« stets ein treuer und liebevoller Kollege aetaefen sei Herr Rabbiner Dr. Frank sprach daran auknüpftnb schöne und erhebende Worte über b« konfessionellen Fried« und forderte ans, der Stabt Effet, ein Glas zu weihen. Herr Blumenseld ergriff nunmehr das Wort zur Erwiderung. Die isruelittsche Gemeinde «he auf ben Söul« der Menschenliebe, des geistig« Streb«• und rühriaer Lhätig» Kit. Dem Gewerbeverein sei er, Redner, stets ein treues Mttalkd ge» wes«, well derselbe echt gemeinnützig« Inte reffen Mene. Mit d» evang. Lehre« sei Rehme in bem Punkte einig, hast Me Lehret zulammeuhaiteu mühten; sie arbeiten an einem humanen Werk gleich dem höhere! Lehrstande; das Ziel sei dasselbe. Auch mit einer groben Zahl kath. Lehrer wisse er sich eins. Mt bem Wunsche, dast alle Gemeinben und Vereinigung«, mögen sie religiöser »der sittlicher Natur fein, im recht« Grift» geleitet «erden möchten, schloß der JnbUar feine Dankeswork. Nachdem Herr Lehrer Lev y-Renh aus Me Einigkeil der Konfession« gesproch« hatte, brachte der Herr Oberbürare- «elfter ein Hoch aus die hiesige isruelittsche Gemeinde, welche stets wer bürgerliche Pflichten pünktlich und sachlich erfüllt habe; wenn ihre Schule, was nicht ausb'.eib« könne, auf den städtisch« Haushalt über» nommen sein werde, so werde sie der Stadt ein eben!» liebes Kind fein, toie Me Schulen der andern Konfessionen. Nicht minder glanzend und genußreich war da« zahlreich, auch von vielen Güsten, deluchte Festbankett, weiche« Abend« 87, Uhr in demselben Raume begann. Nachdem Me Jubeiouvertüre von Weber vorgetrageit worb«, sprach Herr £I>. Heilendahl ein« von ihm selbst verfaßten Prolog Daraus folg« eine die Fefttheilnehmer in hohe« Maße fesselnde Ovation: ein Bildhauer zertrümmerte ein« auf der Bühne stehenden Block, dem zum Staun« der Versammlung Me wohlgelüngene, von eine« jung«' Künstler angefertigte Büste btS Ge» feierten entstieg, welche von zwei «eingelleidekn Mädchen mit Lorbeer» krünzen geschmückt wurde Es folgten sodann noch mehrere Besangaufführungen, Lieder und Drinksprüche, ernst und Heike. So schloß in würdigster Weise da» schöne Jubelfest ab, welchebekundete, wie dankbar dir israelitische Gemeinde di« Verdienste ihres würdigen Prediger» zu ehren weiß und wie herzlich alle Kreise, mit denen der Jubilar in Beziehung gestanden, an diesem seiner: Ehrenfeste Antheil nahmen. Am Sonntag Nachmittag wurde d« Schüle« der tsraeltttsch« Volksschule eine von Here, Lehrer Gras geleitete Jubllönms-Schulsekr bereitet, welche sich aus Klaviervorträa«, Gefangen und Deklamation« einiger Sz«« aus Lessing« .Nathan der Welfe" zusammenfetzte. Daran schloß sich ein gemeinschaftlicher Kaffee-Schmaus der Kinder. Eitern nnd Angehörige der Kinder, Gönner und Freunde der Schule war« auch zu dieser schlicht« aber würdig« Feier zahlreich erschien«. Herr Rabbiner Dr. Franck hielt auch hier eine begeisternde Ansprache an die Schuijug«d. 1. Oktober. (Antisemitismus schützt den Mörder nicht.) Zum zweiten und nunmehr letzten Mal« kam vorgestern vor dem 4. Strafsenate de» Reichsgerichts, ei« Mordprozrß zur Verhandlung, der in Breslau und Um- ‘ gegrnd großes Aufsehen erregt hatte Ein Getreidemakler »n Breslau, August Echeffler, der sich eine» gewissen WohlstandeS erfreute, und auch in der Politik insofern eine Roll« gespielt hatte, als er sich rühmte, der »erst« Antisemit BreSlau'S" gewesen zu sein, hatte seine Geliebte ermordet. Die betreffende Frauensperson hatte, wie er sagt, 'hm Treue gelobt, ohne daß er jedoch wohl die Absicht gehabt hat, sie zu heirathen. Echeffler konnte sich deshalb wohl sagen, was «S bei einer solchen Person mit der Treue auf sich hatte. Denuoch gerieth er in fürchterliche Aufregung, als ihm da- Gerücht zugrtragen wurde, feine Geliebte habe sich mit de« jüdischen Bankier H. eingelassen. Die» war gegen Ende Oktober׳ vorigen Jahre». Um dieselbe Zeit faßte er den Entschluß, die Sperling zu ermorden. Er ließ sich deshalb sei» Taschen- 81. Oktober die Gelegenheit fand,' die Blutthat anSznführen. Di« Sperling wurde dann, von mehreren Messerstichen durchbohrt, i» ihre« Wohanag aufgefunden. Am IS. Januar d. IS. fand die BerhaaÜung vor de« Schwurgerichte in BreSlau gegen Schesfler statt und endete mit dessen Berurtheilmm zu» Tode. Am 10. März wurde auf seine Revision Js» Uetzeil dem Reichsgerichte, einer nicht beob»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.