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Israelitische Wochenschrift · 1891-10-08 · 41 (8.10.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
41 (8.10.1891)
Date
1891-10-08
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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V (gutta*, Rituß, Reform beweguog), VI netgu XV (Schulprogramme); dagegen dürften biblische, talmudische, und homiletische Schriften wohl «her de« Mb» von Rabbiner- und Lehrerseminar«« zuzuwenden sein. Da» Lesezimmer (im Büreau de» D-J. G-B.) ist täglich (mit Ausnahmen von Sabbath» und Feiertagen) von 10—2 Uhr geöffnet. Größere einmalige ÄeldzuWendungen wurden dem Bunde: von Herrn Alexander Werthauer in Leipzig 200 M. gelegentlich seine» 70. Geburtstag«»; von N. L. in Eöln S00 Ml.; von der Roßber g'schen Buchhandlung 100 Ml. Herr Rabbiner Dr. Rothschild- Alzey hat mit seinem Eintritt in den Ruhestand am 1. Juli sein Amt als Delcgirier niedergelegt. Bei der Unterstützung von Handwerkslehrlingen werden vom Ausschüsse nachstehend« Grundsätze innegehalten. .Sein Lehrling soll ei« Unterstützung erhalten, der nicht et« mindesten» dreijährige Lehrzeit durdftumachen hat, ausgenommen bet vorgeschrittenem Aster oder besserem Bildungsgrad de» Lehrling». Lin Lehrgeld soll im Allgemeine« nicht gezahlt werde«, vielmehr darauf «• ׳ehe« «erden, dag di« Knabe« durch" Verlängerung der Lehrzeit sich vSllig frei lernen. Im Fall« der Meister dem Lhrling keine verpslegunä und Wohnung giebt, soll an Stell« dieser Vergünstigungen rt» wöcheaNiche» Kostgeld trete». Auf den Besuch der Fortbildung», schul« ist streng zu halte». Lehrling« an Orten, in welche« bereit» organisirte Be reine zur Unterstützung jüdischer HandwerkSlehrltng« wirken, werden zunächst diesen Vereinen zugewiesen und nur a»»nahm«wrts« unterstütz«; dann aber stet« unter Innehaltung obiger Bestimmungen." Die vom D -I. G.-B. verbreiteten ,Grundsätze der jüd. Sittenlehie" hat der Ausschuß nunmehr auch in's Hebräische übersetzen lassen (von Hrn. Professor Lazarus unter Mitwirkung der HH. Lektor Weiß-Wien und Mandelkern-Leipzig). ES ist zu bedauern, daß nicht die Belegstellen aus den biblischen und talmudische» Schriften gleich mitübersetzt wurden: diese bilden doch das Wesentlichste.*) Seffift, 25. September. Eine interessante Beleidigung»- klage d«S Kaufmanns Mendel Schwarz zu Sternberg gegen den dortigen Pastor Weichmann gelangte heute in der RevistonSinstanz vor dem Strafsenat de» KammergericbtS zur Verhandlung. DaS Schöffengericht hatte nämluh für festgestellt erachtet, daß Pastor W. seinem Dienstmädchen Emma Merten, welche chm im Juli vorigen Jahre« zum 1. Januar diese» Jahre» den Dienst gekündigt und zu diesem Zeitpunkte einen solchen bei Schwarz angenommen hatte, mehrfach Vorstellungen darüber gemacht, daß sie au» einem anständigen evangelischen Pfarrhaus« wegen eine« um 5 Mark höheren Lohnes rn ein Judenhaus ziehe, und namentlich bemerkt: ,ES wäre traurig, wenn Sie in ein solche« JudenhauS ziehen, wo die Unsauberkeit zu Hause ist." Da» Schöffengericht erachtete diese Seußerung als eine beleidigend« Mißachtung der Person de» jüd. Kläger«, welche aber mit S Mark Straft genügend gesübnt erscheine, da die Beweggründe de» Angeklagten bei der Beleidigung weniger in der Richtung Eine Person de» Kläger» lagen, als vielmehr da« Bern der M. im Dienst bezwäktea, die Beftidigung sich also nur als unerlaubtes Mittel zu einem erlaubten Zweck darstelle. Dt« Straflmamer zu Kmnksurt billigt« zwar de« Angeklagte» den Schutz de» s IS» z«, da er al» .Seelsorger' da, «echt habe, ' teder seiner «eweinde vor de« Lintrttt in Me Familie Ander«. «i S׳> ift aufrecht-« bat stre> dach di« Absicht der Beleidig»«« für erwiesen und wie» Berufung de» Aastori W. zurück. Derselbe legte hieraus, indem er Verletzung materieller «armen rügte und ansführ««, daß sich sein« übrt^n» st« Bemerk«»- nicht gegen ein« Person, sondern gegoi gerichtet habe, der al» salchrr gar nicht zu beleidigen sei. ferner, auch der Nachweis einer dokose» Absicht fehle, Nevtsto» bei Kammergrricht rin, wo NechtSanwalt Laznrn», der Mant "" ' die Zurückweisung unter de« Hinweise au he Feststellung de« Vorderrichter« beantragte. DaS kammeraericht erkannte demgemäß dahin, daß Entscheidung de» BorderrichterS nicht rechtsirrthümlich, Thatbestand in der Revisionsinstanz auch nicht angr ' und deshalb die Revision zurückzuweisen, di« Straf zu halten sei. JtatUUt 28. September. Herr Bürgermeister Schlei sich veranlaßt gefunden, bekannt zu mache», daß er söä 'trenge Handhabung der durch die Königliche Regierung auf- 11 Uhr Abend» festgesetzten Polizeistunde Hallen würde. —1 Ein ,Eingesandt" des kreiSblatteS sagt: E» ist w, sehr zu beoauern, daß die Ausschreitungen in unserer nicht aushören. Diese Ruhestörungen sind eineStheil» ja׳ ganz zwecklos, anderntheilS gefahrdrohend für die Exeedente«:׳ sie schädigen nur das Ganze und ermüden dft Polizei. Das/^ Schlimmste jedoch an der Sache ist, da» bei solchen Beispielen die Jugend verrohen und verwildern muß. Mögen doch dft schwere Verantwortlichkeit, welche ein Jeder durch; Ungesetzlichkeiten übernimmt, ihn und auch Andere dam»-! fernhalten. Wir lassen hftr auch die Darstellung in dem Antisemiten-: blatte ,Volk" fotzen: Kante», 9. Oktober Aus Anordnung de» Ministerium» Innern und in Uebereinftimmung mit de» Justizministerium ift zu» Ermittelung de» »och immer gesuchte» Mörder» de»Heg«an»'scheu’jj Ktudi» einer der bewährtesten hauptstädtische» Krimtnalkommiffare nach " hier entsandt worden, vorher war t» derselbe» Angelegenheit bereit» der Kreftlder Kriminalkommtffar verhö«dung thätig gewesen, aber ohne jede» Erfolg. Die anfänglich« Ansregung der Vevölkerung hat sich in de» letzte» tage» etwa» gelegt; aber «» ereignen sich noch immer ver»' etnzeite Autschreitunge». Unier anderem muhte von der Straße, w» A der Schächter Buschhoff wohnt, «in große« Plakat mit der Aufschrift ,Mördergrube" poltzeiltchentsernt werde«. Dagegen wurde der Viehhändler Juuftrman», welcher gegen de» Bürgermeister Schieß ungehörige Wort«; ausgesprochen hatte.'von der Anklage der Beleidigung koste»!«« srrtne» zu warne», erachtete aber an» der Form und de» Umständen ") Die un» freundlich übersandt« hebr. Uebersrtzung ift — offen gestanden — «tvm» schwerfällig und ungenau, sie trifft garnicht den bivlisch-mischnischen Do», ktelleuwei« aiebt sie den Gin» garnicht richtig wieder. Sir heben hier nur et» Beispiel heran«: I» Grundsatz 7 (2.») heißt " דפנבוד toto ״sVS חיב משות חלקו jrm כל »a» heißt wörtlich: .Jeder Mensch ift verppichtet seinen Theil ju thn» inmitten de« Werre» »er Gemein»,', und giebt doch »ft nud»immer de»Sin» de» deutsche»Texte»wftder: ^eder an sein« r Stell« soll an derDhärigftit derGesammtheit . . . AHetl nehmen." Kit würden — uumaßaebiich — dafür etwa gesetzt haben: *yä איש סקו*ודע מסוק כפייכלתוכצרכיי הכדל־• A»f c<*igt sprach, lichr Härten, vs» Ü7TO2 komme» »ft vielleicht nach an anderer Stelle prrllck. -■־ (Ach.) gesprochen nnd dafür von der Vevilkruna triump^trend «ingehöft. Der Genaunft verficht dft Behauptung, di« Juden seien dft Mörder. Irgend eine nene Festnahme ist. der .S^Ztg. zufolge, seit Salomon ' VSllmann zum andern mal an» der Unters«ftingshaft enrlaffe» worden ift, nicht bewirkt worden, und Matft Degen, deffru i»raelitische Aß». maßen in Kante«, und zwar im Hause de» Fleischer« Buschhaff, von - dem er auch «1» Almosen erhalten hat. Seitdem ist er verschwunden. - Wahrscheinlich treibt er fich in Mitftldeulschland unter »erinderft« Namen umher. Hffe» «. U., 28. September. Wohl selten hat eine" Gemeinde da» Jubiläum ihres ersten Eultusbeamftn i» ko anerkennender, würdiger, von ihrer Liebe und Verehrung eia so glänzendes Zeugniß ablegenden Weise gefeiert, wft dft hiesige. Gemeinde in oen letzten Tagen daS Fest der 50jä Thätigkrst ihre« Lehrer» und Prediger» M. Blumense'ld. Der unter Vorsitz de» Herrn Js. Simon Hirschland stehend«;1 Festausschuß hatte schon seit Monaten oft umfassendsten׳^ Vorbereitungen getroffen, um die Feier würdig zu gestalte«. •J Sft begann am Freitag Nachmittag 5 Uhr mtt eine« Fest»: gotteStneusft in der festlich geschmückten Synagoge. Nachdem der Jubilar durch dft Mitglieder des Gemeiadevorstaades abgeholt und auf seinen Ehrensitz geleitet war, intomrtt der Synagogenchor da» ,öl» wwa“, fobann fotzte dft Orgelvegleituna vom Herrn Lehrer Graf abgehaltene Ltturgtz worauf Herr Rabbiner Dr. Frank aus küi« dft Festpredigt^ hielt. . 3 öftdner Hab einleitend dft Bedeutung »er Aeftr! auf den Mann, de« sft gelte und de» sft ehren soll«; anch diejenigen, welche diese Feier veranstaltet hätte», dft. l der Synagoge,gemeinde «fftn; kam wer and«» ehrt, dm: A«

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