Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 39 (24.9.1891)
- Date
- 1891-09-24
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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rtas zu machen, txbk Mhw «*־־-fc■ Röb^ durch deren gancinfanie (Eünwifmyn jene mrift Sirtc )0» angestammt« Glauben immer neue Nahrnng und Kräftigung empfing jene Liebe, die «immer erkaltete, die weder grausamste Folterquale». noch die Ansfichtm auf hohe Ehren »ud reiche« Gewinn au« dem Herze« zu dauueo vermochte, die in Stunden der Versuchung warnte, in Stunden der Roch tröstete, in Stunden de« «Mücke« ermahnte und immer da unbewußt mit geheimnißvoller, aber allgewaltiger Kraft zur Geltung gelanAe, wo sie durch Drohung oder durch Äst und Schmeicheleien au« dem Herzen gerissen zu ״״erbat Gefahr lief. Blicken wir vor Alle« auf jene Tage der Bergangen» hat hin. Abgeschlossen von der Außenwelt wußte» unsere Väter im eigenen, engbegrrnzten Kreise sich eine eigene Ideenwelt zu schaffen. Rach außen hin geächtet und geluechtct. beuchten sie sich in ihmc häuslichen Sphäre frei und unabhängig. Für die Unbilden, welch« Engherzigkeit und Brutalität. Habsucht und Mordlust. Aberglaube und Hinterlist ihnen zugefügt, suchten und sauden sie hier Trost und Beruhigung in dem hehren Bewußtsein, einem Stamme anzugehöreu, dem die Gottheit ftlbst einen mehrtauseadjährigeu Adel verliehen, der trotz aller Erniedrigung, auf einer hohat Warte stehend, berufen, einem erhabenen Ideale nachzustreben. besten Verwirklichung nur durch treue, unbegrenzw Hingebung zu erreichen sei. Diese« Bewußtsein war da« Licht, da« da« enge Heim in Hellem Glanze erstrahlen ließ und da« noch eben ob erlittener Begeiferung und Verhöhnung vor Ingrimm und Schmerz verzerrte Antlitz wieder verklärt drciuschauen ließ. Da man geflissentlich di« weiteren Kreise mied, und in keinen Verkehr mit denselben trat, konnte man so mancherlei Genüsse entrathen. die andernfalls zum unabweisbaren Be» llllrsnisse geworden wären. Man entbehrte sie nicht, theilS well man sie gar nicht kannte, theilS well man nicht dafür inclinirte und der geistigeBlick fand um so weniger Ablenkung von jenem Ideale, für dessen Verwirklichung allein man lebte. Die Außenwelt machte Wohlstand, Ehren u. s. w. nur in geringem Maaße von der größeren oder geringeren Anhänglichkeit on der entstammten Volksgemeinschaft und den Glauben-uormen abhängig. Man konnte im eigenen, engeren Lebenskreise sinne heiße Ltebe zu den Letzteren zum Ausdruck und zur Geltnna bringen und mit rührender Pietät, mll peinlichster Gewifsenhastmkeit und mit innigster Herzensfreudigkeit bethätigte «an die Glaubenssatzungen. Das Glaubenswort erfüllte He» und Sinn, aus chm schöpfte man Kraft und Muth^ ob auch heiß und schwer der Kampf gegen Druck und Schmähung war, ihm gemäß zu leben scheute man die schwersten Opfer,- die größten Entbehrungen nicht. Wa« konnte eine größere Seelenstärkung und HerzenSerquickung gewähren, alt da« Lesen und Forschen in dem göttlichen Worte. Kein irdischer, die S«me reizender Genuß war im Staude, da« dem uach geistiger Geouickung lechzenden Herzen zu bieten, wa« da« Vertiefen in die Grundlehrru unserer altehrwürdigen SlaubenSschristea zu gewähren im Stand« war. Ganz von diesem Geiste getragen war da« Leben im häuslichen Kreise. In allen Gemütbern lodert« ein heilige« MaubenSfeuer, das stündlich genährt und angefacht ward, jedes Herz erfüllte ein religtvs» Eifer, der nimmer erkaltete, wft die Verhältnisse sich auch gestalten mochten. Jn jeellichen Nm> prägte sich der wahre jüdische Geist au«. Der Eltern «iftigste« Bestreben war es, die Keime der Frömmigkeit, Gottesfurcht und Tugend in da» junge empfängliche Ganüth ft legen. Da«Lau« war dieGotte«stätte, wo da« Kind schon frühzeitig feinen allaütigen himmlischen Vater verehren und sein wunderbare« Walten hieuiedeu anstaunen lernte. Hier war die religiöft Theorie in die Praxi« umgesetzt, Per erhob sich eine HtmmetSleitrr, die da» Kind zu« rnugen All. ipattr führte und unausgesetzt war allseitig da« heiligste Bestreben dahin gerichtet, dasselbe von Gfege zu Etufr sich bring«, dir chm die beseelchr«e GmlrXGH, gewährt Die verschiedenartigsten religiösen Eindrücke prägten de« jugendlichen Gemüthe ei» und nicht» war i« St» sie ft wieder za verwischen und i» spätesten Alter noch sich ihre Einwirkung kund. Den vielen Bildern au« der 8* Tagen braucht man sich nur ein eimige-z« vergegenwärtigen :1 Freitagabend. WelcheeindrumtvollePoesie,welche relig Innigkeit, welche geweihte Häuslichkeit lag in chm, w« Weihe goß er über da« jüdische Han« und Familienleben «Ol: Hier war da» Leben — Lehre, die Handlung — UnterweisunA > Hier wurden die Herzen ergriffe«, nimmer mochte man solche < Weihestunden entbehren und selbst in ferner fremde aedatpo׳ man jener traute» Momente, ließ im Geiste chre Zauberkraft' auf sich einwirte»; man war selbst in der Fern« — daheim I — Die« alle« war e« nun. da« die Herzen mit jeder Fas» > an da» traut« Vaterhaus fesselte und in der Folge eine Liebe zur Volksgemeinschaft reift» ließ, in deren großer Kette auch dieses Vaterhaus ein Glied bildete. Man ward und blieb sich sein» Stammes» und Gla» benSzngehvrigkeit unt» allen Umständen bewußt und war e« gar oft das Leben selbst nicht, so war eS doch die Erimterung an vergangene Tage, die jenes jüdische Bewußtsein reg« j werden ließ und von segen-reichem Einfluß auf Gesinnung und Handlung ward. (Schluß folgt): VLdck«-«ische ©riefe.*) Boa v. KSatgSberzrr-»attowttz Do» B»tzältntß oon Han« zur Schule. (Schlup.) Darum, verehrte Herren Kollege«, steigen Sie herab zu Ihren Gemeinde-Mitgliedern, so weit eS Muße und Ver» hält niste irgendwie gestatten, e»ählet-ihnen von d» Berant- Wörtlichkeit und dem hohen Pflichtbewußtsein, besten Eltern ihren Kindern gegenüb» allezell eingedenk sein müssen, und davon, daß sie gewissenhaft darüb» wachen, daß der leid« zu wenig beachtete Religionsunterricht z» sein» alten Weihe und Würde wird» gelange und die Kind« mll derselbe^ ja, wenn möglich, mit noch erhöht» Gewisteahoftigkell die religiöse, jüdische Seite ihre- Herzens pflege«. DaS wird, möchte ich mir zu behaupten erlauben, nicht bloß im Schnl» wesen auf die Ausbildung der Kind», sondern auch ans d» großen Bahn des weltlichen Lebenfür die religiöse, geistige Richtung der Erwachsenen, d» Elt»» und Bormünd» selbst von heilsamer» Wirkung sein, als ein obligatorisch» - ״ Unterricht sein kann, zumal dies» bei sein» behördlichen j!Überwachung den Gedanken weckt, der religiösen Ausbildung ־ der Kinder sei schon durch dir Schnl« Genüge geleistet während die Begeisterung der Eltern ganz ungevtnut bleibt Wie schwer wird eS dem Pädagogen — wenn nicht j gar bisweilen unmöglich —. der folgenschweren Satzung zn ge- > horchen, welche in den Worten 0» Schrift angedeutet ist! ,Ein Jeder soll Mutt» und Bat» ehrfürchlat, zugleich und! trotz Allem ab« Gotte« Gebote halten(" Ad» n« gtrtttj leicht» wird die hi« auSgedrückte Obliegenhell de« Lehrest^ wenn « sich einen michhnltigrn Einfluß auf dft Familie; sein« Zöglinge zu verschaffen weiß. ■ Ich verzichte ans an« detatüirrnde Lnseinandttfttznng;. nur in den allarmeinft« Umrissen will ich versuche«, scheide» «einen bisherigen ErziehungSvlan klar zu s glaub« ich dB d» tkizzeu haften Reguurnng de» B von Han« zu Schul« noch eine» bedentnngspollen Erwähnung thnn zu «ütsen. Hatte nicht jäte Mutter^ ich oben zu schildern versnchtt, «etne War« »ißvt " und scheinbar in »raffinirt»' Seift» Hatte sie scheinbar richtch« Befvtgnng «et»B SuAchr» denalle« leheat lassen, wa« da« jüdische i Zögling hatte «fit», bk* kenne»-.