Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 38 (17.9.1891)
- Date
- 1891-09-17
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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und Berrhrnng chrrr Mitbürger i» solch« Seist sich 'er- «erben, wirr» bei dem Aaufmaa» Herr» Bruno Jacoby hier der Fall vor, über den da« hiesige .Jvtelligenzblatt* Folgende» berichtet: .Di« würtirmberaische Nefidenz Giutigart richtet ein« Bernssfeuerwehr et«. Für dieselbe ist von 23 Bewerbern, Herr Kaufmann Brnno Jacoby hier zum .Brandmeister' gewählt worden. Herr Jacoby war als Brandmeister der IV. KomvcPnie der hiesigen .srei» willigen StaMsenerwehr stell «in eifrige« Mitglied derselben »nd hm sich anch n» die Einrichtung der Sanitäwavtheilung vom Nöthen Kren» sehr verdien» gewacht; allein innerhalb eine« Jahre« hat er 40 Verunglückten durch Anlegen von Verbänden Hilfe geleistet. Man wird daher Herrn Jacoby, obwohl man ihm die neu« vorlheilhaste Stellung gern gSnnt, dach allgemein, besonder« aber in den K reisen seiner Kameraden, ungern scheiden sehen." Lies« Wohl ehrt den Gewühlten, »nd auch die hiesige Etadtsenerwehr fühlt sich von dieser Ehre angeweht, und gab ihrem kameradschaftlichen Gefühl mannigfachen AuSdruck. So schreibt da» gen. Blatt: .Au« Anlaß seine« Scheiden« yon hier nach Stuttgart sind dem Herr» Jheoby, von verschiedenen Vereine» ehrenvolle Andenken überreicht worden Nie 4 Kompanie der freiwilligen S:od»sru«r«ehr Hot von der Stadt den Degen angetaust. den Herr Jacoby hier al« Brandmeister trug, und ihm denselben mit der Inschrift: .Zum An» denken, VI. Kompanie Stadtfeuerwehrf Stendal 1881» versehen, frierttchst übergeben. Der Xadsohrerverein .Stendal" widmete seine« Bor» standtmiiglied zum Abschied eine Niesenbowle mit in Messing ge» Wieden«», reich ornamenliertem Kühlgrfäh, einem Dutzend hochsrtoer rhlissrner «täser und alle« sonstigen Zubehör Aus dem Deik«!kränze di« Inschrift: .Ehrengeschenk de« Radfahrer-Verein» Stendal seinem scheidenden Schriftführer Bruno Jacoby Stendal, September 18JI" et»graviert — Sine besondere Aufzeichnung wurde Herr» Jacoby auch ßosrr» zu!heil, al« ihm von der Leitung der Internationale» Au«» lang vom bloten Kreuz" zu Leipzig der schmeichelhast« Antrag wurde, da» Amt eine« Prriärichter» zu übernehmen" (Herr Bruno Jaeobi, der auch Borsitzrnder de» Bern«» ehemaliger IS. Ulanen war, ist der Sohn de» sehr ge« achtete» Herr» Adolf Jacoby'in Magdeburg, langjährigen Vorstandsmitglied«» diw i»r. Krankenpflege- und Beerdigung»« ^sellschaft und de» Repräsrntanten-Lollegium», hat auch ein «reit» in »weiter Auflage erschienene» Buch: ״Au» der Praxi» der freiwilligen Feuerwehr- (Magdeburg bei Albert Mathtt) verfaßt, daß von Sachverständigen sehr gelobt Wird. — Wir empfehlen die ganze obige Lorreüpondenz den Lutisemilenblätter» zum unentgrltlichen Abdruck.) Pari». Der Tod de» Professors Graetz, der Hierselbst [bei Alfon» von Rothschild, Zadoc Kahn. Derenburg re. sich »her Beliebtheit erfreut und dessen Werke wie ״Sinai und «ttotha-, Li»toir» des jufis begeisterte Leser hatte, wird Frankreich ganz besonders tief bedauert. In Frankreich —!e(t man nicht wie in Deutschland an der religiösen oder tische« Richtung der Schriftsteller, sondern man ist stolz «nd freut sich eine» solchen Talente«, da» durch seine Werke «ne großartige Verherrlichung de» jüdischen Stamme« gefcbaffcn. Nicht unerwühnt mag e» hier sein, daß Graetz 'ZfttrSin Sachen de» hiesigen jüdischen Seminarum sein srstzrttachte» befragt, daß er Sfter» zur EntlaffungSprüfung der MabbinatSkandldaten eingeladen, und daß ihm die Professur k-er Geschichte und Exegese vom Seminar eingetragen wurde, .»«e er aber abgelehnt har. obwohl ibm von Pari» die «zendsten AuSsichtru und Anerbietungen gemacht wurden, l, Name und Andenken werden auch in Frankreich allzeit «sterblich und zum-Segen sein. Exegit monamentam 1im perenaius! ,■ ז׳"' ' H«La«d. ZMßer»««. Der Jahresbericht der .Neederlandsch» /!ASraelitisch-Armdestuurder aschkeuasischen Juden zeigt, daß e» in dieser Gemeinde eine große Anzahl Armer giebt. Die derselben in abgelaufenen Rechnungsjahre, ausschließlich uigen, welche in den verschiedenen andern Instituten AamttrMtzt werden, betrug 12,274, von welchen 8399 ein« »gelmäßige Unterstützung er hielten. In Betreff der Kranken- Unterstützung zerfällt die jüdische Gemeindr in 3-Disi und haben rn denselben rrsp. 4401. SSI» und 4438 Krank ärztliche Behandlung gefunden Der Verein bezahlt anßer<^ dem einen veittag zur Unterhaltung und Ausbildung der Taubstummen in den Taubstummenanstalten zu Groningen' und Rotterdam und wendet der ärztlichen Behandlung de»׳ an Augenentzünduag leidenden Kinder eine besondere Sorgfalt ׳ zu. Da» jüdische Hospital beherbergte VSS Personen und in der mit demselben verbundenen AnstaltSapotheke wurden ״־ 43,4»4 Rerepte angefertigt und zwar 21,819 für extern« und- IS.47S für interne Kranke und 2150 für Insassen (im. Ganzen 149) der Irrenanstalt. An der Apotheke wirk« eine jüdisch« und eine christliche Gehülfin Zwei Ehepaare im Altenasyl, welches 42 Männer und 52 F a.ien beherbergt,, hatten ihre golden« Hochzeit gefeiert. Dic Einnahmen betrugen einschließlich eines Zuschusses von SS,9-9 Gulden an» der Stadtkaff« im Ganzen 183,779 Gulden. ttoläflina. Zu» Jerusalem. Der Pfarrer der englischen Eristu»- ׳Ä kirche in Jerusalem, A. HastinkS-Krlk, berichtet m der »Time«- "ןן einige irrthümlich: Angaben über die Veihältniffe der Stadt, welche in der letzten Zeit ihren Weg durch di« Presse ge» 1 macht haben. ' Jr» Sa» Mt Juden beiriss», so war r« ihnen bi« Anfang August ge- ׳ statte«, nach Palästina zu tommen. Da wurden dt« EffenM'» und Mr צ türtische» stäudter eiftrsüchlig. St« schickten ein« Pettüon an de» *fl Sultan, bue Einwanderung der Juden zu verhindern Der Onlia» ' י willfahrte de« Gesuche. »Ich", fährt der Pfarrer fori, .Hali« dafür, . daß sich sehr Wahl mir der türkischen Negierung ein Adtawnw« «resse» .י liebe, sie in Palästina anzustrdet» Da» Laad kan» fl« sehr wähl er» nähren. Natürlich gehärt Kapital zu« Anbau, zu« Pflanze» und zur Safferansammlnag, wie zu« Unterhalt für drei Jahr«. Dir Koste» würde» aber sehr grrtnq sein im BrrhSIIntffc zu de« südamrrtkanttche» y Projeft. Da» Land srnseft« de« Jordan» ist höchst srnchtbar und kan» - 5 eine Menge Ansiedler aasnehme» Trotz der jüdische« Einwanderung find die Preis« nicht «ertlich höher, al» sonst um diese Zeit. Nicht mtnder falsch find auch dir Bericht« über den mißlichen Gesundheit»- zustand Jerusalem» Typhn». Scharlach und all« «dglichen Seuche« Wien hier herrsche». E« ist gar keine Epidemie vorhanden Leiste» Sinter gab e« Typhu«sällr. welche aber hier nicht» Ungewöhnliche» find. Auch einig« Scharlachfäll« sind vorgekommen, aber von einer Epedemi« kan» man nicht sprechen " KeruHchte mrd nr«»str W«chr»chte». Magbednrg. Die lllngst augetünMgi« .Untversal-Agend» für jüdische Kultu»b«a«»e" von Preotger Lion Solss ist i» sehr schäner Anästaliung (aus gutem Papier, deutlichem Druck de» Hebräische» und Deutsch««) nunmehr i« Beriage von E. Boa» Nachs. htersrlbft in st Bände» erschienen E« ist ein unrnibehrltcher Naihaeder für den jüMschen Kultu»bram««n. «in an Vollständigkeit unerreichte» Handbuch für seine Funktionen in Synagoge, Schule und Hau». Sir dehal««« un« vor, aus di« Neichhaltlgkei« seine» Inhalt» noch zurücktommen, wir wollte» für heut« nur de» jüd. Eultu»bea«len dt« Anschaffung de« Serke», dessen erster <Haupt)»Band allein »74 L. ^hoch» octav) entülr, vor den hohen Feiertagen aageiegentiichtz empfthlrn L. Berit». Al»Eurtosu« sei hier daraus htngewirse», daß in der .Illlg. Zeitung de« Judrnihum«" («r. 87 In Hatwan,ab«) der Lob de» Prosefior» «raetz durch da« .Kreuz-Symbol" »«gezeigt wtrdk »targarbt in Pomwrrn, 14. September. Am oerfloKene» Sabbath wurde von unserem Naddtner «ine erhebend« «edächtnißscier sür den verewigten Prosefior Dr. H. «raetz in drr hiesige» Synagoge abgehalie«. (De« geschah, »I« nu« bericht»« wird, sauch in Mehrere» andere» Synagogen; viel« College» ichrribrn un», daß fl« diese» Act der Pietät» an dr» hohe» Feiertagen zu thun l Ltssa. (Verein jüdischer Lehrer der Vftprovtnzeu.) Ans drr letzte« Hanpiversammlnng zu Pose» wurde beschlyffe», daß dir ordeutliche Hauptversammlung de» Verein» sür da» Jahr l8S1 im Anschiuff« an dt« Berathungen Le» Posener Provinzial-Lehrerverrtn» am ». und Oktober cr. in Liffa ftattfinden soll«. Leider stellen sich drr Au»sühr»»g dieftr Absicht unüberwiudltche Hindernisse entgegen. Dem Vorsitzende» wurde von verschiedenen Seilen die Besürchtuag aullgrsproche», daß dt« «eisten Mitglieder, da sie zu dieser Zeit kein« Ferien habe» »nd a» ein« Urtaubllgewähruag nach de» bekannte» Vorgänge» nicht z« denke» ist, nicht i» der Lage sei» würden, de» Berachunge» betzuwoh««». Der Vorstand wurde somit vor di« nicht» weniger al» —•q—fr—» Alternativ« gestellt, entweder Me Versammlung aus deu^SK^WtzMM