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Israelitische Wochenschrift · 1891-08-13 · 33 (13.8.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
33 (13.8.1891)
Date
1891-08-13
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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©Jhwuunsf. I %0ftm|«f«a, S. August. (Dr.*60r") Herr Oberrabbiner ff. Dr. A. A. Wolfs hat heute zu seinem 70jährioen )octorjubiläum von der philosophischen Facultät in Gießen folgende den Jubilar hochehrende Zuschrift erhalten: gct^rtet Herr! Es ist mir eine besondere Ehre und Frrnd«, i« Kanten und Austrage unserer Facultäl Ihm» »« Ihre« Ehrentage, zu tan so außer» ordentlich seltene» Feste, da» sie in den nächsten Lagen begehen, di« «oürniftrn Glückwünsche darzubringe» Möge di« Kraft und di« Frisch« de» •rifte» und Körper», di« Sie iw Dienst« Ihrer Mitmenschen «ad zur Ehr« der Wissenschaft so lauge und so ersprießlich hat wirken laffen, Ihnen,noch so manche» Fahr von einer gnädigen Fügung erhalten bleiben Gießen, de» ». August 1881. Mit »,»»gezeichneter Hochachtung Ihr ganz ergebener (81g«.) Professor Dr O Vehagh, Dekan.- ENG. M»t«reß, 30. Juli. (Or.-Lor.) Das große und schwerwiegende Ereigniß, welches diesem und den bis zum Herbst folgenden Monaten die Signatur giebt, ist die ,Re» solution Aßlan-, welche von Deputirten - Kammer und Minister Tatargi angenommen, in der Ausführung aber bis zur Wiedereröffnung der Sitzungen vertagt wurde. Sie haben s. Z. iu Kürze den Wortlaut der Forderungen mitgetheilt, welche der Deputirte Aßlan angeblich gegen die Gefahr einer russisch-jüdischen ,Invasionsstllie, die aber in Wahrheit sammt und sonders sich gegen die rumänischen Landrs - Israeliten richteten. Unter diesen 01()מ1מ0<1י war eine hauptsächliche, zu Besorgnissen mmster Art Anlaß gebende, nämlich die Einsetzung einer pecialcommissionmit ausgedehnten und zeitlich unbegrenMi Vollmachten, welche sich so ««hörte, wie wenn in Rumänien völlige Anarchie hereingebrochen. die Regierung ganz machtlos wäre in Bezug auf Israeliten — denn diest allem betraf sie — und zur Herstellung der Ordnung neben den bestehenden öffentlichen Arvalten noch eine speciell für Israeliten geschaffen« Diktatorialgewalt nöthig wäre, die unabhängig von Regierung und König das Rocht zu Haussuchungen, Vernehmungen, Beschlagnahmen, israelitischer Bevölkermmszählung u. s. w. habe. ES fehlte nur noch die Besugniß, standrechtliche Erschießungen vorzunehmen — weil »an russischer, richtiger rumänisch«: Israelit ist! —dann hätten wir eiue vollständige außerordentliche Nebenregierung gehabt. Dies Alleaber sollte nicht «in« Folge wirtlich gestörter Ordnung sein, sondern es war bloS von dem an Tlstutenschwund, Monetenmangel und Schulden leidenden Advokaten armenischer Herkunft Nicu Eeaur Aßlan ausgeflügelt, um seine — Tasche« tu füllen. Die Einsetzung einer ,Lommission-, deren .einflußreichstes- Mitglied zu sei» Aßlau als selbstverständlich aunahm, bedingt nämluh «nächst die Zahlung von Diäten, di« Geltendmachung stüees .Einflussesaber, um von der imaginären ,Schuld-, »ssischer Jude zu sein, sreigesprochen zu werden, iu welchen Verdacht doch jeder — reiche rumänische Jude gesetzt »erde« kau», muß mit Gold ausgewogen werden; um» das sollte au eine bestimmte Zeit nnht gebunden sein! So dachte Aßlau, aber unsere loyale und Quat Regierung lenkte anders. Scho» bei Berathung seiner Resolution m den Sektioue« wurdeu die einzelne» Forderungen derselben, »je Spirituose»-Monopol, staatliche Berkaussbazarr, mit «eiche» der jüdische Haudel gänzlich gebrochen werden sollte, «. gestrichen. Es verblieb nur bei der ,Eouunission-, »rren Milgliederzahl von 7 auf lv erhöht wurde. Allein bei der kahl derselbe» zeigte sich, daß noch mehr als 15 Deputirte Aulheil a» der — Beute haben wollten: all« Wollten gewählt »erde», und da dies »i> sie lieber gar keine .Loauuissio»-, als rumänische» Jswietite» (1' - i" projmnrfc nWßhtn, auch nur als arme Teufel herüberkomme«) blos 15 $ zu überlaffen. Da griff nun die Regierung an der ri^ Stelle, der Habsucht und der gegenseitigen Befehdung halb, ein, und ließ ihm! Dq>. Jarca einen. Antrag 1 Vertagung der Tommissionswahl bis zu» Herbst stell Die Vertagung wurde mft 71 gegen 2« Stimmen genommen und damit ist nicht nur für die langen Mo bis zur Wiedereröffnung der Kammer unsägliches Elend schreiende Verfolgung verhindert worden, sondern es I auch durch langsam« Beruhigung der raubsüchtigen Gemü und bei Rückkehr der Besinnung, wie Jarca in feiner gründung sagte, die Tommissions-Einsttzung ganz ab werden. (Schluß soigt.>-74 äßetecHeuleued. siorf«. Das Organ des Exministers Georges Theo^ toky ,die Wahrheitbrachte jüngst eine» Artikel, in welck es die religiösen Leidenschaften dadurch aufzureizen daß eS die angebliche Betheiligung deenglischen Gesand Herrn Grenadin« an der Jnstallirungsstuer des Thieirab in London in heftigen Ausdrücken tadelte. ES ist zu dauern, daß ein so aufgeklärter und moialisch so hochstehend^ Staatsmann wie Herr Tricoupis zu seinen Touegen Mz Parlament einen Mann zählt wie Herrn Theotoky, politischer Einfluß den Fanatismus und di« Jntolera Grundlage hat. Es ist Zeit, solche Vorgänge zu sie schaden nicht nur den Juden, sondern der ganze» ' völkerung. Die Leidenschaften, welche zuerst gegen di«!־^ aufgeregt werden, äußern ihn traurigen Folgen au Allm, welche die herrschende Religion nicht bekennen, wurde thatsächlich jüngst um Mitternacht die Sacrisie» römisch-katholischen Kirche in Brand gesteckt uud wenn nicht die Feuerwehr so rasch zur Hülst herbeigeeil^ wäre, die werthvollen Archive der Kathedrme ein Raub dmU Flammen geworden sein. Möge un- Gott vor den trau Folgen de« Religionssanatismus bewahre»! -orf». Die Befürchtungen, daß eS bei den Munio ^_ wähle« auf Torfu zu antisemitischen Ausschreitungen kommMZ würde, haben sich zum Glück als unbegründet erwiesen. Mz scheint, daß alle Juden am Sonntage ohne Belästigung Stimme abgegeben haben. — Ein Wiener Korrespondent au-gestreut, daß es in Torfu wahrscheinlich zu neuen störungen kommen würde; er ließ sich hierbei 1 lich durch jene, welche die Rücksthr der vertrstbenen zu verhindern suchten, irre führen. Ein großer Theil letzteren ist bei der griechischen Regierung am Mittel zu Rückreist vorstellig geworden. In einigen Tagen werden am ca. 150 von Alexandrien, wo der griöchißhe'Aaent ihnen die^ geforderten Reistmittel bewilligte, in die Helmath zurücktehvemf ümetffa. W«shi»gl«». Dst vereinigten jüdischen Unterst! , gcsellslhaften Nordamerika'« hatten an den Staatssekretär Bereinigten Staaten TharleS Foster ein Schreiben gerichM,^ 111 welchem sie baten, dst einwandernde« russischen nicht mit den armen und unterstützten Einwanderern*, deaW d»1s nordamerikanische Gesetz den Eintritt untersagt, auf dn und dieselbe Stufe zu setzen, da sich ihnen in Amerika HÜlf bereit« Hände entgegenstreckten. Iu seiner Antwort Foster, «ne plötzliche Masseneinwanderuna von Fremden sti für jedes Land ein Unglück, und fährt fort: .Während dt« bestehende» Ginwandernnasgesetze durchaesU «erbe» «üssen, stt««e Uh jedach o»Ma «ft Ihne« überein, daß nie«»» dt« Absicht de» Gesetzgebers war, dt« «ftgachEen Rücksicht»/ Menschlichkeft «nßer Acht zu fttzen. Ketn würdiger Einwa ' »»icher de» Aestimmunge» der amerttanlsche» Gesetze Genüg« soll »nsgeschlasien »erden, weil er tafolge der Handlnngswetft An einstniet kn tri» Hei« und trftre Hab« besitz». Ich »erlchse «ich Ae« Versicherung, daß Kft Ihnen Gtauta»pt»essen tu Stand unserer Gesetze über .unterstützte- Eureeanderun Auch «uß ich Sie dam» erinnern, daß jeder Versuch, de» 1 ch kM »AtuimäStmNe» » le> anpnene», enWedr» de» GeWt Ihre« i ■ mIl tu mMmm Ut MaN ־

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