Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 33 (13.8.1891)
- Date
- 1891-08-13
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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sich einen B'kar ßur ©tttbeitreömg ridfcrang auf rt§etK ft •{kn, obnt Belast«, der tabc stellen zu dürfen, war vam Vorstand znrückgewiestn m. Unter solchen Umflintat erklärte der Rabbiner bei Antrag auf berechtigte Erleichterung beharren zu müssen. 'Der Borstand trug dagegen nunmehr beim.Großh. ftreisamt, ׳Der znnüchst voroesttzten Regierungsbehörde, auf Amt», «eeatsttzung de« Rabbiner« an, weil derselbe seinen amtlichen Derpflit^ungeu nicht «ehr vollauf Nachkomme und zog «anßerdem die vom früheren Borstand bewilligten Behalt«, »lagen zurück. Da« Krei«amt wie« die Antrüge de« Bor- »and«« zurück, worauf der Borstand erklärte, davon Abstand nehmen za wollen, fall« der Rabbiner im Laust de« Jahre« ״freiwillig seinen Abschied nehmen würde. Dieser entschloß נ) nunmehr auch sofort, rm'Interesse de« Dienste« und ner Person von seinem Amt zurücktrrten zu wollen und «tragt« bei Großh. Regierung, seine Entlassung durch den Grvßherzog für den I. Juli veranlassen zu wollen. Di« 'Regierung veranlaßte indeß da« ftreisamt nochmal«, mit dem ׳Vorstand in Verhandlung wegen Festhaltung de« Rabbiner« and Bewilligung seiner Antrüge zu treten. Umsonst; der ^Rabbiner wiederholte mehrere Male sein Gesuch um Ent- Hssung, welche ihm endlich am letzten Tage seine« Weilen« 4n Alzey, am 30. Juni, bebündigt wurde. Da« betreffende -Schreiben spricht au«, daß der Grvßherzog endlich dem Ge- ״such um Entlassung nachgebe und diese unter Anerkennung der langjährigen treuen Dienste bewillige. Der Staat«, minister drücke Dr. R. gegenüber in einer besonderen Zu» fchrist sein Bedauern über da« Scheiden de« Herrn Rabbiner« ,-«»» und bekundete ihm die freundlichsten Wünsche über feine!fernere Zukunft. Der Vorstand verhielt sich kalt und tbeilnahmlo«, ja stindsttia bi« zum lebten Augenblick, wie er die« ״stet« auch vorder aechan. Auch bei dem 2ö jährigen Dienst- S' nläum de« Rabbiner«, deffen Feier von den Kollegen de« nde« angeregt, und zu welcher der Vorstand der Gemeinde «ingeladen worden war, erklürte letzterer sich nicht betheiligen au wollen. Erst in letzter Stunde entschloß er sich, einen Lorbeerkrauz auf den Gynagogenplotz legen zu lassen, desien Schleifen mit Worten der Anerkennung und guten Wünschen bedruckt waren. Zur Gratulation aber kam der Borstand ״nicht, nur der Vorsitzende gratulirte persönlich in der Synaoge nach Beendigung de« Gottesdienstes. Der Rabbiner stte anfänglich nicht die Absicht, der Bedeutung de- Tage«! an der Predigt Erwähnung zu thun, denn die Gemeind« war Mit derselben bisher unbekannt geblieben; jetzt von dem hmuck ans Betpult und Kanzel überrascht, konnte er (» Vorgang nicht unerwähnt hatüm. Rach dem Gotte«. Dienste drängte sich alle« zur Gratulation mit improvisirttn *Geschenken in dk Wohnung de« Rabbiner«, nur der Borstand '-Alkb, wie erwähnt, fern. Dieser Vorgang spielte vor Jahren, tzie GeintHeligkeit in Gesinnung und Verhalten blieb. Auch > Gemeinde schenke die Berührung mit dem Vorstände, nigsten« der grüßte und beste Thal derselben, in der Gemeinbe hatte der Rabbiner keinen Feind. Dennoch ließ man geschehen, daß er fortgedrängt wurde, um ihn nicht alt und invalide in der Gemeinde werden zu lassen.- Erging, im Jnterrsie der Gemeinde und im eigenen, um gemeinsamen Mernerniffen au« dem Wege zu gehen, und seine eigene, wie!hie Würde der Gemeinde zu wabrim. Di« Staat-stellung bot zwar dem Rabbiner Schutz, aber nicht genügenden. Denn ist nicht Friede zu halten, wo es dem büsen Nachbar gefüllt: gegen büstn Wille ist der stürkstr Rechtschutz st machtto«. Der Rabbiner schied ohne AbschiedSrede und allgemein« Verabschiedung, er schiech de« Kampfe« müde, ״in Sch GÜ ist ja auch von selbst verständlich,H daß die Gleichgültig, feit gligen bk Religion schließlich sich ans deren Träger übertrügt und zur Gleichgültigkeit «gen Rabbiner und Lehrer, ja gegen Gott erwritert. Dem besten Rabbiner muß da am Ende!trotz aller Au«dauer und Geduld dk Freud^keit am Wirken abgehen. Dee Entschluß zum Rücktritt reifte endlich im Rabbiner, al« ttotz allsriti«r Bernrtheilung de« Bor» stände« dennoch Niemand Interesse und Energie genug zeigte, Wandel zu schassen. Die Zustüude in anderen Gemeinden sind vielleicht gleiche oder ähnliche; darum erschien e« eben erforderlich, daß davon geredet werde. 0*fterffei<b.Ua««Mra. N. *11 Angara» 2«. Juli. (Oc.^Sot.) Meine jüngste homiletische Revue hatte in Dentschland grüßtentheil« nur dk Hauptstadt in Betracht «zogen; weil un jüngsten vierteljahrhundert Berlin Rabbiner und Prediger au« unserem Lande gewonnen und in der ,Lehranstalt für Wissenschaft de« JudenchumS" für unser Land gebildet hatte. — Doch sei auch dankbar die Nachbargemeinde der deutschen Reich«. Hauptstadt, die Gemeinde Magdeburg, erwähnt, welch« für Litterarur und Predigt de« Judenthum« unter Dr. Phtlipp» sohn'S geistlicher und geistiger Leitung ein bedeutsamer Eultursitz gewesen und unter Führung de« Herausgeber» dieser gesch. Blätter und de« ,Predigt-Magazin«- geblieben ist. Auch se> bemerkt, daß die Magdeburger Gemeinde der österreichischen Metropole einen ersten Rabbiner (Dr. Güdemann) und der Hauptstadt Ungarn'« den deutschen Prediger (Dr. Kayserling) gegeben hatte, welcher wohl al« (Philipp, sohn'« Schwiegersohn) die Stadt Magdeburg al« stin geistige« nur von aller Still«. — Er verab Vorgesetzten Regierung«, und Schulbehörden, von Bemnnttn in öffentlichen Blättern,; er that so, um j ^Gegnern nicht auffällig 1a machen, oder gar sie zu ־“־'״ berichte nur über da«, wa« kWh an «e i 'י" und allgaat» belmritt rst; Einzelheiten und und «besprochen.. Heim betrachtet. E« ist wohl selbstverständlich, daß Berufsgenossen, die am Webstuhle der Zeit und der geistigen Arbeit stchen, sich au« leichtbegreiflichen Gründen der Kritik entziehen. --׳ Au«nahm«wrise aber sei hervorgehoben, daß zur alten homiletischen Garde Oesterreich'« der Prediger und Religion»- Philosoph Rabb. Dr. Schmiedel in Fünfhau« (Wien) gehört, welcher seiner Zeit auSersthen war, m der Pester Religion«. Gemeind« die Stell« einzunehmen, welche Dr. Meisel s. A. durch poesiereiche lebendige Rede lange Jahre hindurch siegreich behauptet hattt. Gaglaad. Herr I saac Samuel theilt dem .Jew. Thron.' Folgendes mit: Rev. Henry Lohen au« Galveston m Texas erklärte in einem Borttage, gehalten bei der jüngste« Sitzung der ״Anglo Jcwish Association1',, daß dk mexikanische Regierung SvllO jüdische Familien aufzunchmen berat fern würde, daß er aber einer Auswanderung nach Mexico, deffen Regierung den Juden nicht ganz freundlich gesinnt sei, nicht empfehlen könne. Ferner schreibt derselbe: ,Meine Sühne, welche fest Jahren in Mezsico etab<׳rt sind und zu der Regierung in dknstlicher Beziehung stehen, haben schon vor längerer Heit von derselbe« eine Zusage erhalten, in welcher dieselbe emer größeren Anzahl jüdisch-russischer Einwanderer Grundstücke und andere Einrichtungen garantirt. In einem Schreiben an Baron von Hirsch, von welchem eine Abschrift im Besitze der Anglo Jewish Association sich befindet, behauptet mein Sohn Sydney I. Samuel, daß die mexikanische Regierung einer Kolonie ausgettiebener russischer Juden jedwede Erleichterung behufs Umsiedelung gewähren will, daß von Seittn der'dortigen Bevölkerung mcht im mindesten irgendwelche religiöse Intoleranz zu befürchten sei und daß er selbst, so wie auch meine anderen Sühne bereitwillchst ihre Dienste zur Verfügung stellen wollen, wo e« gilt, jüdischen Eolomsten, die nach dem Plane de« Baron von Hirsch sich in Mexico ansiedeln wollen, zur Förderung chre« Unternehmen« behülflich zu sein. (Bei den Schwierigkeiten, welche da« RettungSwerk unserer vertriebenen Brüder im Gefolge hat, sollte doch wohl kein Mittel «rrückgewks« werden, welche« irgend «inen Erfolg in Aus» i n