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Israelitische Wochenschrift · 1891-08-13 · 33 (13.8.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
33 (13.8.1891)
Date
1891-08-13
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Wir »olle» a» Schluß ger» |»gcfcn, daß der »ie ei scheint, idealen IM** hat (wenn dieser Idealismus picht am Ende gar eine MaSke ist)^ daß er es vielleicht chrllch «eiut. Aber an der Wirkung des Giftes wird nichts «ändert, auch »e»n es »ns als Arznei «reicht wird. Der Vers, der Schrift .die Zukunft des deutschen Judenthums' hat an seinem Lheil dafür gearbeitet, daß das Jndenthu« leine Zukunft hat; seine Arbeit wird vergebens sein. - B. B. Gericht» Kit* 60rrerp«Kfc»K;tK. Mustzesurg DaS Londoner ״Jew. Lhrmcicle' schreibt: ,Die lern higenden Nachrichten, welche wir auSAmerita erhalten, »erden sich hoffentlich als begründet erweisen. Kein britischer Diplomat konnte erwarten, einen solchen Einfluß am Hofe des Ezaren zu haben, wie ihn die Bereinigten Staaten Nordamerika's oder die französische Republik zu üben vermochten. Wir erhalten nämlich aus Washington die Kal elnachricht, haß es dem amerikanischen Gesandten, Herrn Emory Smith und dem amerikanischen Generalkonsul, Herrn Lrawford Gelungen sei, den Baiser selbst dahin zu vermügen, eine zeitweilige Milderung in den Austreibung-Maßregeln «gen die russischen Juden eintreten zu lasten. Der Präsident der amerikanischen Republik hat auf Veranlassung einer jüdischen Deputation, an deren Spitze die Herren Josse Seligmann und Oscar Strauß standen, Unter- Handlungen angeknüpft, welche einen kurzen Stillstand in den Seiden der vielen Tausende unserer Brüder zur Folge haben Werden. England und Amerika werden für diese Thal dem General Harrissondev wohlverdienten Dank nicht schuldig bleiben. Es ist schon viel, wenn bei solchen Dingen Zeit gewonnen wird. (Siehe weiter unter »Amerika'.) Wahrscheinlich wird es für jeden russischen Juden, welcher in der Lage ist, ftin Geburtsland verlassen zu können, immerhin nun am klügsten sein, sich auf die Abreise zeitig vorzubereiten. Es ist aber ein großer Unterschied zwischen der wohlüberlegten und geordneten Geschäftsabwickelung, Welch« im Hinblick aüi die Auswanderung sich jetzt ermögliehen läßt und dem plötzlichen mit der Austreibung in Berbindung stehenden Ruin, welchem so viele zu Bettlern ge» W«d«ne und gepeinigte Wesen, wie sie in jüngster Zeit gefchlosten durch die Straßen MoSkau's geführt wurden, anheimfielen.' (Auch wir erhalten Nachrichten, daß in der Ausführung der ruff. Judenverfolgung eine kleine Milderung ein« treten fei. Man soll sich in Petersburg den Baron Hirfch'schen Auswanderung-Plänen entgegenkommend zeigen, und gestattet haben, daß seitens des Berliner Eenttal»Tomitee's eia Deputirter Rußland durchreis« und AuswanderunaS-Eomite's «gflnisire. Die russischen Behörden — so theilte uns «in hervorragendes Mitglied des Tentral^Lomitee's au« Berlin mit — sind angewiesen, dem betreffenden Dqmtirten di« usthigen Auskünfte zn ertheUen und auch sonst mit Rath zur Hand zu gehen. Damit wäre allerdings schon viel erreicht.) JumUu, 3. August. Wie wir vernehmen, also schreibt der hiesige ״Bote für Stadt und Land', ist der aus Ersuchen det diesseitigen Staatsanwaltschaft zu Leeuwarden festgenommene Metzger Ealomon Bellmann bei nicht weiter bestätigtem Verdacht wieder entlassen worden. Wir sind aus bester Quell« in der Lage, dieser Mittheilung noch anfügen zu können, daß der gegen p. Bellmann gehegte Verdacht mit eiuem angebliche» durch Juden verübten Ritualmord absolut nichts zu schaffen hat, vielmehr eine gau» andere Richtung verfolgte. Selbstverständlich stt es ja ausgeschloffeu, daß etwa schon jetzt das Nähere über di« bisherigen Ermittelungen veröffentlicht werden.dürfte; indessen können wir zur Berukßgung Aller «ittheileu» daß die Untersuchung sowohl hier, UM auch answskts, eifrig fortgesetzt wird, und daß dieselbe nur dann »u einem sichern Ergebuiß führen kann, wenn die Thätiokit der damit betrauten Behörden nicht durch aufreizende und vom Richtigen ableitende Ausstreuungen oder gar gesetzwidrige Gewaltthätiakeiten gestört wird. Wir könneu also nur auf das dringendste zur Ruhe und Besonnenheit ermahnen. — Wie wir weiter hören, ist der Erste Staatsanwalt aus Eleve heute wieder zur Bornahme von Untersuchung»- Handlungen in Gemeinschaft mit dem immer noch hier weilenden Triminol-Eommiffar Berhülsdonk in unserer Stadt anweftnd. Auch heißt eS, daß die Ausschreibung einer erheblichen Belohnung für die Entdeckung dewahre» Thätrrs unmittelbar vevorsteht. Goktzepz DaS vom Vorstände des jüdischen Burhospitals zum Besten dieser Anstalt jüngst arrangierte Conrert nahm mit glänzendem Erfolge seinen programmmäßigen Verlauf. An diesem außerordentlichen Erfolge hatten sicherlich die klangvollen Namen der Künstler, die ihr« Kunst in den Dienst der Wohlthätigkeit gestellt, wie das vielversprechende, mn feinem Kunstsinn zusammengestellte, reichhaltige Programm gleichen Antheil. DaS Eonrert wurde eingeleitet durch einen Satz aus dem Mendelsohn'schen 6l-moll»Eonrert, der von Fräulein Goldberg aus Schneidemühl, einer jungen, mnstlerisch viel verheißenden, talentvollen Schülerin des Professor Scharwenka, mit virtuoser Fertigkeit vorgetragen wurde. Ihr folgte der Biolin-JnstitutSvorsteher Herr Reu» mann aus Posen mit der ״Gondoliera' von Rieß für Violine und Pianoforte und der Mazurka von WieniawSki» aus daS sinnigste begleitet und unterstützt von unserem allbeliebten, für WohlchätigkeitSzwecke allezeit bereiten Meister, dem Domorganisten Herrn Springer. Baum war der rauschende Beifall, der den ersten beidcm Künstlern zu Theil wurde, verhallt, als Herr Max Behrend vom Stadttheater zu Köln a. Rh., bekanntlich ein Colverger Kind, das Podium betrat und unter be«isttrttm Applaus des dankbaren Auditorium mit voller Meisterschaft Ernst von Wildenbruchs Ballade ״Jung Tlaß' zum Bortrage brachte. Mit stürmisch»« Jubel wurde darauf Herr Juliu» Lieban vom Kal. Opern- Hause in Berlin begrüßt. Derselbe sang mit seiner alle Herzen siegreich gefangen nehmenden Sttmme Liederarien von Laßen und Gounod. Die Polonaise von Lißt, mit kunstsinnigem Geschmack und vollendeter Technik vorgetragen von Fräulein Hedwig Reisner aus Berlin, beschloß unter dem Beifall der Zuhörer den ersten Theil. Nach kurzer Pause sang die als Künstlerin ihrem Gatten ebenbürtig zur Geile stehend« Frau Lieban-Globig mit hinreißender Anmuth und glockenheller Stimme einige Lieder von Hellmuch und Bohm. Darauf trug der Liebling unserer städtischen Bühne, Fräulein Lotte Witt vom Thalia-Theater in Hamburg, mit reizender Naivität und eben so feinem als Hinreißendem launigen Humor ״Nachtigall und Ibis׳ von E. v Wildenbruch und »Die zerbrochenen Poppen' von Rosa Neuert vor. Ihr folgte wiederum Herr Neumann mit dem Borttage des Loaverie de Hayde von Leonhard. Endlich bildete ein Duett aus ״Glöckchen de- Eremiten' von Maillart, gesungen von Herrn Julius Lieban und seiner Ehegattin, den würdigen Abschluß. Lange noch wird der hohe Kunstgenuß dieses Abends im Ardächtniß der Zuhörerschaft unvergessen bleiben, und wir erfüllen nur unftre Pflicht, wenn wir den ausübenden Künstlern, sowie auch Herrn Schönberger aus Potsdam, der mit Fräulein Recsner die ebenso undankbare als schwierige Begleittmg übernommen und mit kunstsinnigem, den Sängern fern folgendem Geschick durchzuführen wußte, — endlich auch dem Borstande des jüdischen Kurhospitals, der dieses Loncert in die Wege leitete, für den selbst im hiesigen Bade selten gebotenen künstlerischen Hochgenuß an Vieser Gttll« unseren Dank abstatten. Der Kaffe des jüdischen Kurhospitals ist zu Gunsten der zahreichen Patienten und kranken Kinder, ine hier unentgeltlich eine Gool- und See» badekur «brauchen, ein reicher Reingttvinn zugefallen. Oentzrsu», ö. August. (Or..Eorr.) Die diesjährige BerfammluUu der isr. Lehrer Württembergs fand heute im

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