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Israelitische Wochenschrift · 1891-08-06 · 32 (6.8.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
32 (6.8.1891)
Date
1891-08-06
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Beim Weggehen drückte aus, daß wir am unser Anliegen vargebracht und ua» ausdrücklich ans. ih« in Znkmrst etwaige veschwekdeu zur Keimtniß zu bringen, worauf wir ihm für die Freund» lichkit dankten, mit der er un« empfangen und unftre Befürchtunaen aogekürt hatte. Daß uns die Antwort des Ministerbefriedigt hat. haben wir Niemand gesagt, wohl aber erhielt ich Nachrichten von mehreren Seiten, daß das unmittelbar nach stattgrfundener Audienz in den offiziösen Blättern erschienene Eommüniquö da- Gute hatte, dw erschreckten Gemüther zu beruhigen und den judenfeindlich gesinnten Beamten zu bedeuttn, daß eS die Absicht der Regiernna sei, di« im Lande wohnenden Juden nach wie trc unbehelligt zu lassen. Aus dem Vorstehenden wird Ihnen ersichtlich, daß wir die Gefahr keineswegs vergrößert haben, sonder« daß wir zum Minister erst dann gingen, nachdem Glaubensgenossen allerlei Unbill erlitten hatten und in einem Zeitpunkte, da alle Welt glaubte, di« von Leaur ASlan verlangte Tom- Mission, die über Sein und Nichtsein der rumänischen Juden entschieden hättt, werde gewählt werden. Daß sie nicht ge« wählt wurde, seben wir al» eine Fügung Gottean und wir wünschen lebhaft, daß alle diejenigen Recht behalten mögen, die. da meinen, daß die von dem mehrfach genannten Jasiyer Deputirten plötzlich heraufbeschworene antisemitische Agitation im Sande verlaufen werde ES giebt unter unseren GlaubenSbrüderu sehr ernste Männer, die keineaswegS für .hasenfüßig' gehalttn zu werden verdienen, die auch jetzt noch zu großer Vorsicht mahnen und die Ansicht vertrete», die Gefahr sei noch nicht völlm abgewendet. Ich will nicht weiter untersuchen, welche Ansicht di« richtige fct, soviel aber steht fest, daß die Gefahr vor- Händen und daß es unsere Pflicht war. Alleaufzubieten, sie, wenn auch nur momentan, abzuwenden. Rabbiner Dr. Beck. (Wir glauben nach dieser authentischen Darlegung, daß die Audienz allerdings geboten und ihr Erfolg nicht zu untrrschätzen war. Red.) XbIIaii(. ydmfny.*) (Schluß.) Welche Stellung sollte die civilisirte Welt angesichts degrausamen Vernichtungskriege-, welcher gegen diese Millionen wehr- und hülfloser menschlicher Wesen geführt wird, nun eigentlich nehmen? Sie sollte ihren Ekel und ihren Abscheu zu erkennen geben. Die öffentliche Meinung aller aufgettärten Nationen solltt da- .heilige Rußland' als den Feind der Humanität, das Gift des Fortschritte-, den Berliner aller wahren Religion bettachtrn. Rußland hat sich die Sttllung eine- Vorläuferder 6ivilisation im Orient gegeben, während es selbst noch nicht einmal die allerdürftigsten Elemente der Eivilisation in seinen eigenen Hauptstädten besitzt. Au« diesen verjagt cs zur Stunde Tausende seiner besten und intelligentesten Handwerker blos, weil sie Juden sind. Jahr auf Achr hat es die Fabel von der Spinne und der Fliege repetirt und m die Maschen seineimmer sich erweiternden Länder«des frische Horden orientalischer Stämme aufgefangen mit der verlockenden Verheißung der Toleranz und Wohlfahrt«, förderuug. Wie es aber seine difsentirenden Unterchanen «olerirt und deren Wohl fördert, kann man jetzt in St. Petersbürg und Moskau sehen. Langsamen und verstohlenen Schrittes schleicht es gegen unsere indische Grenze und bedroht das schöne Erbtheil, welche« unserer allergnädigsten Königin eine Herrscherkrone verliehen hat. Mit unverhohlenem Trotz stteckt es die Hände nach dem Bosporus auS und wäre eS nicht, daß England cs verhinderte, «S würde schon längst die Beste de« Islam in Besitz genommen haben. Auch Westcgre»« würde e« mit Freuden überrumpeln, wenn nicht der starke Arm des geeiniMn Deutschland chm ein hierher und nicht werdet^ «riefe. nDadcvt Welcher Art die DvÜlsation «Lre, die feinet folgen würde, wenn man es sich »ach eigenem L nach Ostech Westen und Süden ausmriten ließe, wir innerhalb seiner eigene» Grenzen; denn der rü, Krieg gegen die wehrlosen Juden ist ja nicht der «1 Akt seiner Barbarei. Es verfolitt die Protestanten^ obschon au« Furcht vor dem gerechte» Zorn des protestantisch« Z Deutschland in etwas gelinderer Weise. Es beschimpft sogavü dieMohammedaner seinesReiches, indem es den ihnen helligech » Koran verstümmelt und die Worte des Propheten unters russische" Eensur stellt. Es verhöhnt alle Grundsätze der. Barncherzigkeit und Gerechtigkeit durch seine in Sibirien oe*׳ übten Abscheulichkeiten, indem eS mit kaltem Blute wehrlosr Gefangen« hinmorden und hochherzig« zart« Frauen zu Tode peitschen läßt. Rußland müßte daher als dabeständige Schreckbill» der Eivilisation und des Fortschritteangesehen werden und die Welt müßte einen Kreuzzug gegen dastelve unternehmen. Seine Sühne, wo man chnen auch begegnen würde, müßte», damn erinnert werden, daß sie trotz ihres matten Ueberzuge» von Pariser Eultur Mitglieder einer barbarischen Gemer»- 1 schast sind, daß ihr Reich die Verkörperung der Jnbumanitäh. Intoleranz und Jrreligion ist und daß dessen Institutionen׳ und Gesetze in civilisirten Geistern Ekel und Abscheu erregen.. Da« wäre die Stellung, welche die Welt Rußland und Mir-‘ Rüsten gegenüber einnehmen müßte. Nationen haben wie Individuen einen Tag des Gericht» zu erwarten. Vielleicht ist das Sündenmaß der MoSkovite» noch nicht voll. Aber es wird ei» Tag kommen, an welche» die Staatsmänner fragen werden: ,WkBtfalb sollte Rußland denn noch fortbestehen?' Auf dem nächsten Berliner Ton» greß — nach dem großen bevorstthenden Kämpft, wenn da» ungefüge Reich des Nordens in den Staub gestreckt, darniederliegen wftd, bankerott an Geldmitteln, das Trugbild seiner Gaukelei gebrochen zu seinen Füßen, — da wird man diesr Frage hören. ■ Kndffi. St. <£mU. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde versendet an die Mitglieder folgende» Rundsch«iben: ״Dt» Angelegenheit der rnMschea Inden bedarf keiner «etter» »uietnanberfetznng. Dtt guuc «ivUisttrie Welt hat sich zu eine» Ansschrei der Entrüstung erhaben über dtt Behandlung, «eich» de» Jude» in de» Land« widerfahr«, in welche» fie gewohnt, für »eiche» sie gewirkt und dessen Wohlsahn fie fiel« gefördert habe». Es scheint. »aß all« denkenden Minner darin Sbereinfttimae«, daß edw Maßreaet zur Selbsthilfe unser» Brüder« «ehr nütze« wird als alle Proteste, seien diese bsfentliche »der privat« Di« jüdisch-amerllanische Allianz «tt ihre« Hauptquartier in. Philadelphia ist zu diese» einzigen, heiligen Zwecke -«gründet worden.) und rin Zwttg desselben besteht seit einige, Monate» auch in imserrr.' Stadt. Der Mangel »n Jute reffe von Seite« unserer hiesige» GlantinG» ae»offen hat di« Anlführnng do» Werkes, welche diese« Zweige obliegt, bi« dahin verzögert; «nd obschon die Einwanderer, von denen di« «eisten zu dessen Mitgliedern gehören, «it einer bewundernöwerthem Selbstverleugnung ihren Mitglieoerbeitrag geleistet haben, so scheint diese« doch znr Anüführnng seiner Misst»« »ich« «uözurrlchen. Daher wirb am SoniUag. den ö. d. Mtö., Nachmittag» ü»/, Uhr׳ i« Irmpel der ^Berrtnlgten bebrätschen Gemeinden" ein« reaelmäßjGN^ Bersammlung der Allianzmltglleder znr Wahl der Beamten stattfitch»»- und wie e» scheint, wird «ine beffere Gelegenheit dtt Aufmerksamkeit .' unserer »lanbenögenoffen «ns dtt naerläßliche Nothwendigkelt zu leutt», dies« Organisation zu unterstützen, sich nicht so leicht »ttder biete». Wen» wir nnser» Brüder» »ich« znr Hüls« komme», mrr soll ei dann thun? Wenn »t r nnserr Pflicht «gen nnser eigene» Fleisch und Blnt nicht erfülle», von wem sollen mr dann erwarten, daß «» geschehe?^ Mitte daher ieder Jöraelit nuferer Stadt t* al» eine heilig« erachten, in dieser Berfammlnng zu erscheinen. Möge er dort tt aus dtt Auiführungen braver und aufgeklärter Männer über de») nnd dtt Mel, der Allianz uud mit de« spltchwärtltche» Ei unsere» Bolle» nnserr« Nethen sich anfchließrn, an» welchen durch l Barmherzigkeit dtt Hülfe komme« wird.' Kermifchl« «nl »r»eß» D«chrichte». Kkffknqen, s. August. Wie wir erfahre«, hat dtt greis« ronin v. Nochlchild ihre: .Gebanten einer Mntttr an ihr« Kind in‘» Nnsfifch» übertragen ttffe» »nd so» der gestattet _hsb Alpha»» ». Nothschtld ein "

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