Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 32 (6.8.1891)
- Date
- 1891-08-06
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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UH,«. H וי Ml. 'istb^achokqche 1380«; stzrAchisch. «78; Jude» 79 334; anbm R*• t Durchschnittözunahme von 20 p-t Mt jäbl SS, Mt katholische (Ute(. griochisch-takhaitsche׳ u« uab e» tntfUIen auf 1000 Einwohner Überbaust I Mt Borzählung 'hat demnach ״ - ״ -^tfcht Be- ««36 pLt. Einwohner Überhaupt SO Juden ,lischt 87»; Andere Lhristen 10 uak nnbesitmm» 867. «egen »er . um tu, und ,-»6 Knchoiiten. bmtSBta. Vor btt (ttnwaubtruug iu England erläßt btt i-M»ßbritannische wtnttaltraful rfnt Waramuj, indem tt im Auftrag« Wat Rtgtetung daraus hin meist, dost Fremde, Welche nach »roßbri- Mnniea auöwandern, in bet Annahme. dort Beschäftigung )u fhtbci, ml tt Wahrscheinlichkeit nach In ihrer Ermattung, dort ihren Leben«׳ «Nterhalt zu erwerben, getäuscht «erben. SsmbArG. Ein grober Lrupp russischer Inden ist au« den «Deeprovinwn hier eingeirnffen. Lämmtltche La-mrhäuser stab über- Hl», die Zuzügler Wurden theUmeise in Schuppen uutetgebrachl. Blachdem sie dort beköstigt waren, wurde die Mehrmhl sofort au Bord her Schiffe «führt. Nach einet Versicherung der Auöwanderer findet «ine Handhabung der Maßregeln gegen die Juden nicht statt »Mttotmttz. 30. Juli, »estetu Rachmmag nassirte ein Extrmug nntt 417 au« Rußland andgewiesenen Juden, geleitet von einem Mitmliede de« Myslowitzer Komitee'«, den hiesigen Bahnhof. «« über Wreölan nach Stettin bezw. Hamburg Weiter befötbert zu «erden. E« «nur ein herzzerreißender Anblick, diese verkümmerten Gestalten ,u sehen, »eiche von Hau« und Hof, von ihrer Seburtöstän« vertrieben, einer un- Hvoiffen Zmnnst jechleit« de» großen Wasser» entgegengehen. Ist»»». 29. Juli. Der Zuzug von jüdischen Au«Wanderern OB« RuÜnud dauert ungeschwächt fort. Gegenwärtig lagern hier im Mmbeä-Polizeigefängniß siebzehn atme Auswanderer, Me pro Kopf Möglich achtzig Psrnnmr Unterstützung erhalten und so lange h er bleiben '»uifen, bi« Me Riiavesörderung nach Rußland erfolgt, um» aber erst ma» Wochen geschehen kann. Die Wittel der Hilsökomitee« find Günglich erschöpft Soigmiaud. Ein« Gedenktafel für Heinrich Heine Ivird in ürn nächste» Lagen auf dem Oberland der Insel in dem Restaurant “nt schönen Aussicht' angebracht werden (Heine hat während seine» « Aufrnlhall» im Jahr« 1641 In dem genannten Etablissement »> ) Die au« ilüarmor gefertigte Gedenktafel wird dem Dichter von jetzigen Besitzer dt» Restaurant«, Herrn Heinrich Gehlkr, gewidmet. Düse» Hier ist Hr. Dr. Po»nan«kt (Reichenberg i. Böhmen) Hnm Rabbiner «wählt Der zurrst Gewählte, Dr. Fischer in Raab, Hat Me Wahl nicht angenommen. VeifM. In Me engere Wahl um da» hiesige Oberrabtnat kommen Bloch (Loul), Herrmann (Reim») und Le»h sBerdun). BSO Mitglieder der belgischen Gemeinden verlangten in einer Bittschrift -au da« Consiftorium die Berufung Aftruc'«. Da» Lousiftortum will mder nur die sich Meldenden berücksichtigen, Astrue aber mt» sich mit Recht nicht üor Tandidatur und ihren etamigom Erfolge au«setztu. Im Interesse de« belgischen Judenthum« ist dieser Umstand sehr zu bedauern. Htzart« Im Alter von 47 Jahren starb hier Herr Leon 'Bk eiset«, Schüler und Enkel de« berühmten Krakauer Overradbiner» Sabathai Kahn Die Betheiligung bei dem Leichenbegängnisse diese« Wohlthäiigen Mannt« war ein« sehr große, die Rabbiner Raphaöl Sevn. Wrißkotzs und Lubetzki hielten Leichenreden. (M. hatte den "Rehier begangen, daß er sich al» Gegracandidat Bloch'« für den östrrr. Weichötag im Wahlkreis« Burzaez-Koltmea aufstrlltn ließ. Die Wahl-!ton kostete ihm vlel Geld und — wie man sieht — auch fein Daris. Die Zahl der jüMschen Auöftrller im Salon de«Jndu- ,Rrittzalaste« betrug 64, darunter ll Damen. iiomdoN. Al« ein Beispiel russischer Grausamkeit «heilt ״Dariest ^sia" Folgende« mit: ״Rabbiner Jakob Feldbau an« einer Stadt der Nähe van Kamrmtz-Podolök, Bersaffer mehrerer theologischen h Schriften, erhielt den Befehl, binnen 4» Stunden Rußland ,u verlassen. .. -Aber noch in derselbe« Nach«, also vor Ablauf »er bewill^ten Frist forderte ihn di« Behörde aus, seine Hei mach »n »erlaflen. Seine zwei "Schwiegersöhne,. sehr angesehene Kaufte««, erhielten zu gleicher Zeit den Auöweisungöbefehl für sich und chre Familie. Eine Abcheiluug .Roiacken erschien nun und trieb mit Gewalt dir 16 unglücklichen Mitglieder der FamUie Feldbau au« chrem Heim, schlug und stieß sie -mit Stöcken um chre Schritte zu beschleunigen gerade so, wie man ' Bieh antreibt. At« die Berstoßenen di« rumänische Grenze erreicht > -Hatten, entfernten sich Me Soldaten und überließen die Unalückllchen :ihrem Schicksal. Diese befanden sich nun ohne Obdach und Nahrung. *,3־m Dunkel der Rächt irrten fia nun in einem Walde umher, wählend '.cher Regen sich in Strömen vom Himmel ergoß Al« der Dag andrach, -«kannten sie erst recht ihre verzweifiungavolle Lage, schritten jedoch ׳ vorwärt« in der Hoffnung, «in« menschttqe Wohnung zu finden. So .rt»n sie sich 8 Lage und 3 Röchtt durch den enMo» scheinenden ohne Nahrung und Obdach, Mö sie endlich, halbtoM vor An» ~ ktrrngung und Hunger ein Dorf erreichten, wo sich mitleidige Bauern ‘ ihrer erbarmten und ihnen die uöthtge Equickung reichten. Rabbi Feldbau war in vessarnbieu geboren, ehe dies« Provinz ' zu Rußland gehörte, «ist als» im eigentlichen Sinne Rumäne. Rest« Berdrechen«, wozu nvch^as kam, daß er Jude war, 2 1 « Mi» wm-ynmiß «m mm ymmoth und letztere noch dutzu auü iHtMU ' ״*־־ ' "* Bei ktt fiinashen Prelöverthrilung an der hiefiaen ie wurden folarade Glanbenögen^fea auöaezelchnet: ssrl Earlotta Lynn« erhielt Me goldene Mrbutle für Gesang; Fräulein Fanny Darling Jvrob« Me silberne Medavle kür Btoltm» und die stfierne MMuullt für Klavltsipiel: Frk.'KNanche Beyfuß die branzene Medaille für Kiavierspiel und eine andere für Harmonie. Balg r«d Herr H. S. Davitch», seitheriger serbischer Generaleonsul in Budapest, hat seinen wichtigen Posten al« StaaGseeretnir im Miuisttrtum der auöwärtigen Angeieienheitea in velgrad äugetreten. Durch Berufung eine» Juden auf einen so verantwortunälvollen Posten haben die Beherrscher Serbien« sowohl die rumänische al» Mt ruffische Regierung gründlich beschämt. Bnkaeeft Dir Rachricht von einer angeblichen Conrentrirnng rumänischer Truppen an der russischen Grenze behuf« Berhiaderung der Einwanderung von russischen Juden ist nach einem Wolff'schen Telegramm au« Bukarest unrichtig. An der Grenze sei nur ein gewöhnllcher Mllitärkordon.zur Ueberwachung der Grenze sowie zur Hintanhaltung de« Eindriuzeu« von russischen Juden gezogen. Nntzüau». Zu einer allgemeinen Aulländerhetze scheint sich die ruffische Judenhetze allmählich auözuwachsen. Die ״Daily Rewö" läßt sich au» Odessa berichtrn, di« Gesuche um Raturalisotion von Au»- ländern würden systematisch abgelehnt. Infolge deffeu würden auf Grund «ine» neuerlichen Befehl« de: Gouverneure von Kiew, PodoNeu und Wolhynien zahlreiche, in den südwestlichen Provinzen ansässige Oestrrreicher, österreichische Polen und Deutsche gezwungen sein, Rußland zu verlassen. — Der ״Rowoje Vremja" zufolge ist die Bestimmung getroffen worden, daß Kinder ausländischer Hebräer, welche nicht zum Aufenthalte tu Rußland berechilgt sind, vom nächsten Schuljahre ab nicht in russische höhere und mittlere Lehranstalten ausgenommen werden fallen. Odessa. 81. Juli. Der Rabbiner von Jerusalem hat sich telearapdifch an den Rabbiner von Odessa mit der Bitte gewandt, die jüdischen Emigranten »or der llebersiedeluua nach Palästina zu warnen, wenn dieselben nicht in Me kläglichste Lage gerathen wollstn. Odessa. 81. Juli. Demnächst werden 2S 000 Deutsche, Oesterreicher und österreichisch: Polen zufolge «ine» Befehl» de» Gouverneur» von Kiew, Podolieu und Wolhynirn an» den südwestlichen Provinzen Rußland» wegzlrhrn müssen, »eil ihnen die Naturallsatlon systematisch verweigen wird, trotz drr jünasten Verordnuug, daß die au»ländischen Kolontstrn entweder russische Untertanen «erden oder da» Land »erlassen müssen. MäaUNNditia». Der Vorstand der jüdischen Gemeinde stattete Namen» derselbe« dem Herrn Cd sar Aghton und den übrigen Erben de» verstorbenen Behar M. Aghi»n für da» der jüdische« Mädchen» schule vermachte Legat von SV OVO Avant» den wohlverdiente« Danl ab. An diele Schenkung wurde Me BeMngnng geknüpft, daß bei einer etwaigen Schließung der Schule da» Kapital nebst Zinse» bi» zur Wiedereröffnung derselben dem Schulfond« verbleiben solle Ferner «mb« beschlossen, dem Geschenkgeber tn dem Vchulraume eine Gedenk- Mfel zu errichten und am Jahrzeitstnge für drnfrlbrn in drr Laimud- Thora Schule da» Knddischgebe« zu vrrrichtru. Bemvatz. Am Sonntag, den 14. Juni hielt Herr Elijah Rrubr n im Lulturverrin der Bene Israel unter Vorsitz de» Herrn Elizah Schr lome, Präsiden! de» E. D. Sassoon'ichen WohlthätiAeits- Jnftitu«, einen Vortrag über ,da» Gebet unsere« Volke» und weßhald wir in hebräischer Spräche beten sollen?" Redner verbreittte sich tu demselben über da» Wesen der hebräischen Sprache und führte die >u»spröche der Gelehrten, sowie Beese und sonstige Beispiele an» der Bibel an, um durch diese die Bortheile zu beleuchten, welche da» Gebet in der heilttzen Sprache hat. E» wurde der allgrmeine Wunsch au»grsprochen, bitten interrffantrn religiösen Bortrag zum Vesten der- Bene Jkrael durch de« Druck zu veröffentlichen. StztewHV. Bekanntlich ist da» Durchschni«t»gehalt der Rabbiner in den größeren jüMschen Gemeinden Amerika'» rm sehr bedeutrndrö. Da» höchste Salair bezieht wohl unser Rabbiner, Rev Dr. Emil G. Hirsch; e» beträgt lsi.000 Dollar» jährlich. Aus einer Gemeinde- Versammlung de» Tempel» ,Ada» Israel" in Louisville wurde jüngst beschlossen, das Gehalt de« dortigen Geistlichen, Dr. Moses, von 4000 auf 4000 Doll, zu erhöhen. Dieser lehnte jedoch M« Gehaltserhöhung mit dem Bemerken ab, daß er von seiner jetzigen Einnahm« mit feiner Familie standesaemäß leben könne. In Auerkeanung dieser edlen Handlungsweise übersandt« ihm die Gemeinde einen Check über SCO Dollars, um damit die Kosten eines Anöfiuae» zum Zweck der Wiederherstellung seiner Gesundheit zu bestreiten. Aber auch Moses Geschenk schlug er an» dem vorerwähnten Grunde an». BSashtngkon. Der Sekretair de« Schatze«, Foster, beant- «artete ein« Eingabe der amerikanischen JüMschen Gesellschaften, beeinigten Staate« hervvrzurnftn, offenkundig mit dem Geist de« Gefetze» in Widerspruch stünden, welche» die Regierung zu beobachte» entfchloffe« sei.