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Israelitische Wochenschrift · 1891-07-23 · 30 (23.7.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
30 (23.7.1891)
Date
1891-07-23
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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..aorttfe auf bkfe Ihm uutttfttriltlf Krage, daß «Be Jude» aus den -.ädten Turkestan», welche vor der Eroberung durch Rußland I« ^׳hre 1867 zu Bokhara, Taschkent und Kholand gehörten und auch dere Juden Turkestan«, «eiche die Sprache TurkestanS spreche» und / nach tt ckeftanischer Mode Neiden, zu jeder Zeit nach vokhora »׳irückkehren können. Nus Rücksicht auf Rußland kann der Emir jedoch ׳■n polnischen und russischen Juden keine Gastfreundschaft gewähren, auch au» dem Grunde nicht, weil sei» kleine« Land keinen Raum für ׳ie ha,.- DnRnrest. 1V. Juli. Der Minister tos Innern, Loscar Eatargiu, empfing gestern eine Deputation der hiesigen i»raelitischcn Kolonie, welche den Minister da», ihr die Beschlüsse jtr Regierung über die in der Kammer gemachten Borschlüge bezüglich der Juden bekannt zu geben. Herr Catargiu er» *lättc derselben, daß sümmtlicke bisher getroffene» und später zu treffenden Borkehrungen bloS gegen eine eventuelle Invasion der aus Rußland ausgewiesenen Juden gerichtet seien, da eine derartige Invasion dem Lande sowohl als auch dem inländischen Judenthume selbst den grüßten Schaden verursachen würde. Was dieses letztere jedoch anbelange, so habe dasselbe gar nichts zu befürchten, da dessen Situation sich in Nichts ändern werde. Die Delegation sprach hierauf dem Minister für dessen beschwichtigende Ausführungen ihren ""ank auS. Ein hiesiges Blatt tadelt mit Recht diese Kriccberei, es schreibt ׳darüber: ,Wir haben vom ersten Augenblick an nicht daran gezweisrlt, daß die samose Motion des Abg. Ceaur- ASlan's ein klägliches Ende nehmen wird, so daß wir nicht ju begreifen vermögen, wie Männer, die doch vorgeben. Land und Leute zu kennen, sich soweit allarmiren konnten, um von er Regierung beruhigende Zusicherungen zu erbitten, Zu> sicherungen, die sie sich selbst geben konnten, wenn sie die Dinge mit kühlem Blute betrachtet hätten. Es wird nirgends so heiß gegessen als gekocht und vollends nicht in Rumänien. Das mögen sich unjerr hasenfüßigen Mitbürger mosaischer Konfession neuerdings gesagt sein lassen. ENC. Htnüneest, 19 Juni. (Or -Corr.) Nach den verschieden«» Arten de« Antisemitismus, b:e man uns tHeils selbstständig, theils in blinder Nachahmung des Auslandes -is jetzt von Regierungs wegen zu kosten gegeben, hat auch xr der Thierschutzvereine Teutschlands und der Schweiz, aber in Ermangelung solcher Vereine auf dem Wege der Stadtverwaltung seinen Einzug bei uns gehalten. Es ist schon einige Zeit, daß die Bürgermeisterei in Jassy den Schächtern das Betreten des städtischen Schlachthofes erst unter dem Vorwände der Tierquälerei, dann au« .ökvnomischen- (bei uns identisch mit antisemitischen) Erwägungen verbot. Die Sache ist nun in Ordnung durch Vermittelung : beim Präsekten Ventura, der in dieser Angelegenheit durch! Müssen haste Berichte an's Ministerium und Verwendung j toi den siadträthlichen Potentaten (bei diese» allerdings vergebens) den statt» quo aute herbeifjihrte. Interessant bleibt aber immer noch der Vergleich zwischen den civilisirten Rechtsstaaten mit — Rumänien. Während in den eisteren privatim agitirt, aber amtlich gründlich untersucht wird und d»e Sachen so lange be,m Alten bleiben, bis die Entscheidung von Oben — Regierung oder Abgeordnetenhaus - erfolgt ist, wurde bei uns der Bürgcrmeisterbeschluß eigenmächtlg sofort ou-geführt, so daß die Jaffyer Israeliten wochenlang ohne Fleisch waren. Die Stadtgrenzen wurden scharf bewacht, damit nicht von Außen koschere« Fleisch eingesühitt werde, kam dennoch etwas in die Markthalle oder brachten einzelne Israeliten für ihre kranke oder in den Wochen liegende Frau ein einzige- Kilo von außerhalb, so wurde es mit Schweinefett beschmiert oder mst Schweineblut bespritzt. Solche eiuzelueLeute wurden blutig geschlagen. DasWenige.waS Seu Schächtern erlaubt wurde zu schächten, damit sie winde» sreus ihren geringen Lebensbedarf bestreiten können, mußwu sie unter Schlägen und Drohungen für vollständig ,koscher" erklirr«, auch wenn es trefe war. Die Geflügelschächter aber, die auf ihren eigenen Höfen schächten, wurden von eine oder zwei Stadtsergeauten überwacht, wa« aber nicht rtw» auS Thiersteundlichkeit, sondern au« Menschen», d. h. Juden» ( seindlichkeit geschah, zur Chikane und Schädigung. In der i Thar handelte es sich auch nur darum, dem isr. Hospital, " Kultus (Rabbinat) und Schächter (nicht auch Synagogen, di« sich selbst erhalten), der Armenpflege, Schulsubvention und sonstigen Woklthätigkeitseinrichtungen die Mittel abzuschneideu/: die sie in Ermangelung von Fond« oder direkten Beiträge»^ aus den in die iSrael. Gemeinoekasse fließende .Taxen" Schächten und Verkaufe» der verschiedenen Fleischartrn halten Und dieserhalb mußte eine ganze große Bevölkerung^ faste» und einzelne durch Handel und Gewerbe Betheiligte" besonders geschädigt werden I WaS den Gipfel der Recht»^ losigkeit und fanatischen Verfolgung ausmacht, ist, daß der Stadtrath sich an wiederholte telegraphische Gegenbefehle des Ministeriums gar nicht kehrte und im Ehikaniren ruhig fortsuhr, mit Demission droh.nd. Und da erlebten wir denn, daß die Regierung den Stadtrath auflöste, allerdings nicht .der- Juden wegen , sondern wegen Unbotmäßigkeit, die;«» * fällig von einer i»rael. Sache ausging. Damit erft kamen wir in's alle Geleise zurück. Kermijchte rmd «e«efte P«chrichte». KRngdednrg. (Zur Warnung.) Die Zivilkammer i» •' St. Dis (Frankreich) hat die Klage eine« ,Schadchen«- ans ' Zahlung einer Provision wegen Heiraty«ver«iNlung mit der Begrün» . düng abgewiesen, daß da» vtewerbe eine« Schadchen» lediglich als ־ Kuppelei anzusehen und ein Bertrag hierüber unsittlich wäre. Leipzig. Wie ein hiesiges Anlisemitenbiatt meldet, ist »ege* S. de« Paasch'schen Buche« »Line jüdisch-deutsche Gesandtschaft und ihre Heisernicht nur gegen den Bersaffer, sondern auch gegen den bekannte» Agitator, de« Buchhändler Theodor Fritsch in Leippg, sowie gegen,die Inhaber der beiden Druckereien, die 0» der Herstellung. - de« Werte« beiheiligt waren, die Anklage erhoben worden. □ Dresden« 13 Juli (Or-Lor) Im jüdisch-wissenschaftliche». Vereine, den hiesige Studenten der technische» Hochschule begründet baden, herrscht trotz seiner Jugend ein sehr rege« jüdische« Lebe» י In den 6 Wochen seine« Bestehen» find folgende Vorträge geholte» worden: Stud. mech. Meschurowtki: lieber da« jüd. SetemmtM» 2׳ setz. Herr Stud. Phil Sirkin (Berlin): Zion und jede andere - 8*1 56 den Boden Palästina'». Herr Stud. hist. H. Loewe tau» Berlin): , Beiträge zu dem Berhältntß von Ration und Religion der Jude» — Hier ist in den letzten Tagen eine Vrochüre erschienen: ,Welt» kongreß und Judensrage von einem Sem-min-Thoraner-. Wir behalte» uns vor, dieselbe au«führlicher i« Lin -Bl zu bespreche». -türnder*. Der hier sehr belieb« Rabbiner Dr. Ziemlich hat unserem Vorstände die Zusicherung gegeben, daß er der Einladung,^ zu einer Probepredigt nach BreSlau uicht Folge geben «erde. > Au* Küstriu wird der »Verl. Ztgmitgetheilt, ,baß ein 0 Offizier seine dienstliche Stevnng dazu mißbraucht habe, einend jüdischen Soldaten gröblich zu deschtmpsen-. — Da- Blatt thellt: genaue Einzelheiten darüber mit, und e« ist anzunehmen, daß der j Fall zur Kennmiß de« Herrn SriegSminifter« kommen werbe. .0 Au« Hesse». Freiherr v. Scharssenberg aus Kalkofe»: (Kreis Eschwege׳ spendete zum Synagogenbau in Wonnsrted de» Betrag von Stil-Mart, weiche er dem Vorsteher der Synagogen» gemeinde übersandte. Da die jüdische Gemeinde klein und nicht besonder« leistnngSsähig ist, so ist da« Geschenk mit ganz besonderer Freude ausgenommen worden. 10. Juli Heute nachmittag ist aus dem hiesigen^ Bahnhof ein kleiner Trupp russischer Juden hier durchgel.mmen» welchen ihre bisherige Heimath durch die bekannten Verfolgungen »er»-, leidet wurde. Die »iemlich abgehärmte» Leute erhielten hier eine Unterstützung und reise» zunächst nach Pari« weiter, um später in Argentinien eine neue Heimath zu suchen. velfpr». Die hiesige.Croizschreibt: .vir haben hier jüdischen General-Schatzzahlmeister, einen jüdischen Steuerrinne! einen jüdische» Ober- und einen jüdischen Unterarzt i« Militär' eine» jüdische» Artillerie-Oberst, einen jüdische» Obmann de« l pedtsten-Klnb», einen jüdische» rmrrittrten Schatzmeister, einen jüdüchen Lehrer. Nebenbei bemerkt, gehört Herr Ardisso», unser früherer Präsekt, gleichsall» der Juden schajt an. Zn« Nachfolger de» Gonver» nenrt von Belson ist der Jude Levy bereit« erilonm, nicht zu ver» geffe», daß »er neue Poligeilommissar GerschaK auch Jute ist. — J empfinde» so etwa« wie Beruhigung, baß Belson nicht et« sondern ei» französische» Städtchen H- — bemust Stöckrrblatt. eine» "KL

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