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Israelitische Wochenschrift · 1891-07-23 · 30 (23.7.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
30 (23.7.1891)
Date
1891-07-23
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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in km Plitz», km Du, trurtr Emschkasimei f» puu, s» 00K twk «ürblg «nkgeftnt, nnb von welche» auk De Deine« eklen kunftskmigm «elfter gleich km jungen Lalmtm «elfell spendetest mb Mc mH» ansstrebenkm Kräfte zn ruhmvollm Siegesanklanft «rmmtertest.! -Doch i« km Jahren seiner besten Mamekkrnst, mitten in bei rüstigsten unb rührigsten Bethätigung seiner Schaffenslust erlahmten plötzlich seine Oristekschwingen: sein Antlitz, in welche» bte ernstest« Pflicht-!«fülluna unb bat eifrigste Birken unb Balten Furchen gegraben, war klag unb fahl geworben, bie Kraft geschwächt, nur ftiue Berufssimbigkeit war nicht erlahmt, nicht geschwächt seine Fähigkeit, immer -noch 1«ber Richtung unb Regung seiner Kunst zu lauschen, unb bi« ^^Kräfte für seine erlesen« Schar auszuspüren. um bie genial« Meininger .׳ Schöpfung, bereu aistngliche Tadler ihr« Lobrebner unb Jünger ge- -Warben, kies« Schöpfung einer burch seltene Erfolg« weltweit bekannten Mnsterbühne. mehr zu einer Lehralk zu einer Vergnügungsstätte lzugestalten. Nicht unerwartet unk. hoch allzuschnrll ist er all' seinen Lieben, 'hm reueren Geschwistern unb Verwandten, ken hohen Gönnern unb hm treuen Mimrbeitem entriffen worben Nun soll Ihnen, ben Ge- Achsen unb Freunden, nicht «ehr lächeln sein Geficht, Sie nicht «ehr ARterweisen sein wichtig Bort, bei Leitstern, ber Sie aus Ihren stolzm Ruhmekwegen bmlettet hat. ist erloschen. Erloschen. hoch nicht unter- .gegangen. Tot ist Ihr Führer, hoch ber Lob ist nur ein Menschenwort, f Wenn Lob ist weber hier noch bort. Es ist ein Ueberaang. bartn-ftimml ^."kie Religion mit ber Btffeuschaft überein, ein Eingehen in ein anberek ".Schn, ein Berwanbeln bek menschlichen Schenk. Im Reiche ber Webmben unb splnnenben Tierwelt giebt ek, wie bekannt, Bchen, bie, :.sobald sie ihre völlige Größe erlangt haben, in einm ankeren Zustand ^-«ergehen, sich in andere Bchen verwanbeln, so hat auch Lhronegk, ^Wachbem er von hoher Gunst getragen unb durch eigene ernst« Lebenkf-eridt ein« ansehnlich« Höhe erreicht, sein Bchen gewandelt; er ha« bak oorgezeichnetr herrlich« Kunstgeweb« mit arohem verstänkniß auö- «nnen und verschieb, verschieb aber, um sortzuleben, denn indem nach bek großen Dichter» Bort, den Vesten seiner Zeit genug ,methan, wirb er sortleben für alle Zeiten. Ihm flicht wohl bi« -Nachwelt Kränz«, hier stirbt nicht der Zauber mit de« Künstler ab, , ka die Schöpfung, an ber er s» ruhmreich «ltgearbeitet, kein« Schöpfung ■feck Augenblick» gewesen. 9. Unb Du wirft vermißt «erben an Deine« Vlatz« i« ver- .-Wanktenunk Freunkekkreis«, wo Du alk liebevoller, treuer . Bruder, Verwandter und Freund verehrt wurdest. So streng auch im Werufkleben, nicht auk Härte, Leidenschaft oder Egoikmuk.-sonbern au» Mechtlichtett»- unk Pflichtgefühl, »eil sein Blick stet» ans da» schöne Ziel, L-kmf kok Ganz«, dem ber Einzelne sich unterzuordnen hat, gerichtet ge- Wesen, so streng und ernst «lnerseitk, so milde, gemüthlich, launig und!zig soll er im iuniaen Gesellschaft»- und Familienkreis« verkehrt voll rührmber Eltern» und Geschwifterliebe, inkbesoubere voll It und Lieb« gegen bi« «reue Mntter, bi« Einzig«, die ihre»!ingk Neigung zu« Schauspiel verstanden und nicht wlberftanben .-bat, al» er auk seiner Stellung in «ine« wohlbekannten Berliner -Wnushauft anktrat, um ftinem unbezwingltchen Drange zur Kunft zu fotzen. der Kunst, dt« ihm in Fülle Auszeichnung unk Ehrung, Glanz um» Kranz verliehen, weil er sich ihr alk Kunft ernstlich gewidmet ha». Und zu de« irdischen Glanze, ber seinen Namen bestrahlt, zu den Würben unk Orken, Ehren und Lorbeeren, di« ihm von Fürsten, Sroßen und Kunstinstituten geworben, wirk sich, kok hoffen unk erfliehen wir, der höchste Glanz gesellen, der Himmelkglaaz, die Goltek» ^nakc, die km diensteifrigen, pfltchtgetreuen, Hingebung»»»!«» unk mrkettkfreudigen Mmschen, wie Ludwig Lhronegk einer war, hell umstrahle» unk krönet. — Dazu wollen wir km Blick nach oben richten ymuk beten u. s. w. Nachdem Herr Dr. Apolant aas Berlin, «in Schwager ^1«s Verewigten, demselben noch einen warmempfundenen Rach» ׳!ruf gewidmet, wurde der Sarg nach abermaligem Besang .Singvereins" der Mutter Erde übergeben. Hiermit - -»ar die Trauerfeier beendet — das Andenken an den Ber» ^wrbenrn wird aber in allen Kunstkreisen ein unvergängliches — Das Grabmal Thronegks dürfte sich zu einer!hervorragenden Zierde de« diesigen israelitischen Friedhof« gestalten. Zu dem dem Verstorbenen als Gemeindemitglied ' jurftebtnbtn Platze sind, wie uns mitgetheilt wurde, auf Lluyrdnung der Gemahlin Seiner Hohett d«S Herzogs noch 6 weitere hinzugekauft worden» aus denen die Errichtung eines würdigen Denkmals geplant wird. Einer Verordnung seiner ׳ Hoheit de» Herzogs zufolge soll auch ein Zimmer des Theater» de« Andenken Chronegk'« «widmet werden. In -chemselben werden Thronegks Bildnisse, seine TodtenmaSke, feine silbernen und goldenen Lorbeertränz«, seine Ehren- Liplome, interessante Schriftstücke von ihm und über chn, sowie alle sonstigen Andenken aufbewahrt werden. wird nächstens ein großartiges Iliov Fransen, gekostet und das von einem Angehörigen derFamilie Pescatore anfangs diese» Jahrhundertgestiftet wurde, eröffnet. Der 8 18 der Statuten besagt: ,Die Aufnahme in die Anstalt ist von dem religiösen Bekenntnisse unabhängig. Jedem Bewohner steht eS frei, den Zuspruch «ine» Geistlichen seiner Consession entgegenzunehmen oder auch sich der Ausübung de» Tultus zu enthalten. Jede« Zureden und jede für Andersgläubige verletzende Aeußerung ist untersagt." Die Insassen speisen gemeinschaftlich, doch ist auch die Vorkehrung getroffen, daß einzelne Familien oder Personen eine eigene Küche oder ihre Gelder erhalten, wodurch auch solchen JSraelrtrn, die auf rituelle Verpflegung halten, die Aufnahme ermöglicht ist. In dem Kuratorium der Anstalt sitzen der jeweilige Staat-minister, der Bürgermeister der Hauptstadt und das Oberhaupt der Familie de» Stifter», da» gegenwärtig durch den eben so gerechten als edlen Freiherrn von Scherfs» LandtagSabgeordarten der Stadt Luxemburg, vertreten ist. -tattgart, 11. Juli. Heute (Sonuabend) Vormittag beging die israelitisch: Gemeinde in der Synagoge die Feier des 80. GeburtSsestcS ihres OberrabbinerS, Kirchenrath Dr. MoseSvon Wassermann, durch einen Festgottesdienst. Als Vertreter der Oberkirchenbehdrde waren erschienen: Kanzleidirektor v. Finckü Geh. Kommerzienrath A. v. Pflaum, Regierungsrath Dr. Schmahl, Oberkirchenvorsteher M. B. Reumann; ferner waren anwesend die Kircheovorsteher der israelitischen Gemeind«. Die letztere selbst war selbstverständlich ungemein zahlreich vertreten. Nach Einleitung der Feier mit der unter Musikdirektor Frnk'S Leitung von dem Synagozenchor gesungenen herrlichen Adenheim'schen Komposition ,Ol»»ksck W«soa«»-, deren Tenorsolo Kantor Tennen bäum mit prächtiger Stimme vortrug, hielt Kirchenrath Dr. v. Wasser» mann die Festpredigt, die er mit einem warmempfundenen Dankgebet, worin er die chm zu Theil gewordene Huld und Gnade der göttlichen Vorsehung pries, schloß. Nach der Festp redigt gelangte die neue Fest-Seduschah von Sulzer in Wien zur Aufführung, womit die erhebende ktrchllche Feier ihren Abschluß fand. Da» Kirchenvorsteheramt zu Oberdorf, dem Geburt»- orte W.'S, übersandt« die nachfolgende Gratulations-Adresse: »Di« Unterzeichneten ikr. Kirchenvorsteher, alk Vertreter Ihrer lunch der hiersrtigrn Geburtkurküub« unb bnn Fämilienregtster ist ber eigentlich« Geburtktag ber 7. Juli, man feien also bok Fest, wie di« Var Mtzwa 8 Lag« später ׳, ben bte gütige Vorsehung In ungebeugter unk uugeichwlchier Vollkraft kek Geiste» unb Körpers im ftoheu Kreis« Ihrer lieben Angehörigen zu begehen, Ihnen beschiekm, um Ew. Ehrwürden gelegentlich dieses schönen Festek zu begrüßen unb zu beglückwünschen und zugleich ber erhebenben Hoffnung von Herzen Ausdruck zu in ben, baß «k Ihnen noch recht lauge gegönnt sein möge, in physischer unk psychischer Beziehung so thatträftig wie bisher zu« Bohle unk Heil« Ihrer Gemetnb«, zum Ruhme unk zur Ehr« kek Jukmthumk, zu« Vesten unk Frommen ker Menschheit alk Nestor unk Meister ber R»keiner Württemberg« gleich unserem großen Lehrer unk Führer Mole« wirken zu können unk unter göttlichem Beistand« auch keffen hohes Alter zu erreichen MV tT1V7l .IRQ NS' 1m vberkorf, ben 19. Juli 1891. Da» ikr Kirchmvorsteher-Amt: Rabbiner Grün, Vorsänger Marz, Löw Marz, E. Gutmann, I. Heul«, I. Heimann." den 13. Juli. Seine Königliche Majestät haben dem Kirchenrath Dr. v. Wassermann hier, in huldvollen Worten Allerhöchst Ihre aufrichtigsten Glückwünsche aussprechen zu lasten geruht. Die Stadtgemeind« Stuttgart hat demselben ein« Adresse mit warmer Anerkennung der Verdienste de» Jubilars gesendet. GroAhrtt«n»ie». <£*»»*«. ,Daily News" bringt folgende telegraphische Mittheilung: »Von einem Lorresponbenten in Bokhara erhalt« ich bie direkt« Mittheilung, baß bi« Misch« Gemrtnb« daselbst sich an ben Großvrzter mit ber Anfrage gewendet hat, wie bte Regierung bek Emir zu handeln beabsichtige, Wenn die russische Regierung 1feie Juden auk Lurkestan nach Bokhara bagphm Würben? Der Emir

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