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Israelitische Wochenschrift · 1891-07-23 · 30 (23.7.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
30 (23.7.1891)
Date
1891-07-23
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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i Mrilfftiiff »kt ri« Neuba>< Vt «vn«go#t geplant. ■** H pc׳ Di« ___ bWkt der jüdische» Gemeind« «inen Platz in der Arustadt i« der Nähe des Raiserpalafte« an gegen Eintausch de« »«,«gen durch di« Synagoge «lagenommenen Platzes. Da dt« jüdische Bevülkrruug aber de« Pia» etwa» von de» Ocntrum der Israeliten ««tftrnt glaubt, so wünscht der größte Theil den Abriß de» alte» Seväude«, um daraus den Neubau »udführe» zu könaen E»ratzd»r«. Die hiesig« i«rael. Bevölkerung zählt einschließlich Le» Tonsiftorialbezirk« 18M1 gegen früher >»,220 Seelen. Dieselb« Hat «ithin abgenommen — Der neulich hier promooirt« Rabbiner Dr. Netter wurde in «uxweiler gewählt. — Die Noiarialstammer von Zabern $u Herrn Notar Levy zu ihrem verichlerftatter ernannt. Slsaß-Lottzrt»,«». In einer großen Gemeind« der Reichs- Ia,de ließ Jemand ein« Thora rolle fallen. Der Rabbiner ordnet« ein Halbtägig«« Fasten aller ln der Synagoge Anwesenden an. Dagegen «,hebt d«e Hyperorthodoxi« ein gewaltlge« Geschrei. Warum nicht einen ganzen oder gar 40 Tag« Wir lieben gleichfalls halb« Maßregeln »ich«, man hätte nur den Schuldigen einen ganzen Tag ausrrlegen sollen. (Uebrigens weiß der Talmud von diesem Faste» noch nichts.» IS. Juli Die russische Grenzwache zuMtchalowice azpedirte gestern 40 jüdische Familien, welch« »ach Galizien aus- »andern wollten, »ach Russisch-Polen zurück. UzerxnAdttz. Zum Rector der hies. »niversilllt ist der Professor der Shemte, Dr. Richard Prztbram gewählt, der erste Jude in Oesterreich, der ein solche« Amt bekleidet. Briüffel. Durch ein Schreiben de« Tonsistortums vom 24. Juni »n die Mitglieder der jüdischen Gemeind« «heilt daffelbe mit, daß dieselben nächsten« zur Wahl de« Oberradbiner« de rufen werden Rein Kandidat hätte bi» je,« di« Unterstützung desselben erhalten und der i« Umlauf sich befindenden Propagandaliste stehe da» Tonsiftorium ferne. Mmftrr»««. Proseffor Dr. «. I. Stock vis ist zum Rector der hies Univerfität gewählt worden; da» Dekanat bekleiden mehrere Israeliten. Sari«. Eine schwedische Gemeind« einer der grüßten Städte daselbst »erlangte von dem Oberradbiner di« Adsendung eine« Rabbinatscandidaten 4»t Uebernahme des Rabdinates. Derselbe willfährt dem verlangen nnd wird nächstens ein Zögling des Seminars dorthin abgehen. — Eine Ministerialverfüaung bestätigt die Ernennung Israel Levy's zum Rabbinaisadjnnkt für den zum Seminardireetor berufenen Herrn Leon« Lehmann. Wirt«. An der diesjährigen Konfirmation nahmen Süll Rinder <178 Mädchen und 147 Rnaben) theil, darunter Rinder au« den ersten Familien uäe Fräulein Naque«, deren Pater Oberst ist, Fräulein Hereyra u. A. G«e1< Joseph Derenbourg ha« in Andetracht seine« Hohn» Alters sein« Tatlaffung als Professor der alten Sprachen gegeben. HRuthmaßlicher Nachfolger dürfte Isidor jLSb »der Mayer Lam dert, Hrofrfiorrn des Rabbinerseminar«, sein. Durch Decret des Präsidenten der französischen Republik »o« 4. d. M. wird die Wahl Dreifuß zum Oberradbiner von Paris bestätigt. Doris Dir französische Akademie hat den halben Preis Vlondin <1800 Kr.) dem Werte Theodor Reinach's (.Mithridates, Rönig von Won tu«") znerkannt. — In der Gemäldeausstellung im Jndustriepalast ist ein aus- .-gezeichnetes Bild von Frau Arsen« Darmsteter, gemalt von Fra« Hl. Darmsteter, ausgestellt. Lille. Die hiesig« Israel. Bevölkerung ist von 280V auf 8228 Seelen gewachse». M»m, 1b. Juli. Auf eine Einladung Bonghi« versammeltrn - Ach gestern in den Sälen des Preßvereins mehrere hervorragende Per- Glltchkeiten, um eine» Ausschuß zur Unterstützung der ver»; »laten Juden zu dUden. Der Ausschuß konstituirle sich unter dem 1 Bcrfi^e Bonghi«, des Herzog« von Sermoneta und des Senators fH****)- Der Abb« Edgard Mortara, der bekannte 1807 ge» daufte Judenknabe, mußt« vor Gericht erscheinen, um sich wegen des Per- - Hetze»«, seiner Militärpflicht nicht genug« zu habe», zu »ertheidigen. Derselbe berief sich aus dt« Amnestie und auf seine im Ausland« aussühnen «eisen. Das .Jewish Thron icleveröffentlicht Auszüge au» de« Bericht Arnold White» über die Lage der russisch«» Juden. Ss heißt darin «. A.: .Dt« Ackerbau treibende» Juden sind «hätig, ^verbrannt und muskulös. Sie find mäßig, trinken selten geistig« ke. rauchen selten, si»d gute Väter, Gatten und Sühne, geduldig ln Trübsal und höchst fleißig, gehler haben sie ohne Zweifel, aber ibri der Frage der Lolouisatio» komme» sie nicht in Betracht Be- .finden sich die russische» Jude» unter weiser Leitung, so werden sie .Mute Lolonisten abgeben, einerlei, ob Argentinien, Sibirien oder Südafrika ihr Feld sein soll." Lnndo«. Herr Rabbiner Dr. Gafter erhielt aus stin dem .König Rarl von Rumänien übersandte» Graiulati»»«schreib«» folgende« schmeichelhafte Dankschreiben als Antwort: .Tw. Hochwohlgeboren habe ich di« Ehr« mitzulheUen, daß Sein« -Majestät der Röntg, «ein «lleranLdtgster Herr, di« von Ihne» darae- Glückwünsche zum 2vjthrtgen Rrgierungsjudiläu« huldvollst cnommen uad mich zu beauftraaen geruht haben. Ihnen für herzliche». Warte» «bgesaßteä Schreiben beste»« zu dank«,. Mit großer Befriedigung Hab«« Sein« Majestät Ihre .Thrrstomatie mmm*, ein neuer Beitrag Ihres talentvollen Wirkens, in Empfang genommen und laffes Ihnen für dies« ausgezeichnet« litterarische Arbeit, welche sowohl Rumänien als den Verfasser zur Ehre gereicht, aus» richtigst gratulieren Daß Ihr Werk sich allerhüchstrr Gunst erfreut, habt!» Tw. Hochwohlgeboren schon daraus erkennen mögen, daß Sein« _ Gesinnungen Seiner Majestät verfichere, unterzeichne ich mit Vorzug» iichcr Hochachtuug, (Gez. Basse». Hr. Dr. Gafter erhielt auch vom Rönig« den Orden pour 1* marit• in Gold für seine Verdienste um di« rumänisch« Litteratur. tk»»ba». In der letzten Juninummer der .Jewish Throniclesprach Jemand seinen Tadel darüber au«, daß bei der Jnstallirung des Thies-Rabbi «in Orchester thärtg war. Hierauf ging nun der Redaction folgende« Schreiben zu: .Schreiber des quest. Artikels befindet sich in einem gewaltige» Jrrthum. Ich besitz« die GoNesdlenftordnung für die Einweihung der »Neuen Synagoge- Orant! 6t. llallaaa. welche durch den sei. Rev. Hirschell vollzogen wurd«, und erfahre au» derselben, daß die Feier durch rin סמפיני על כלי ש*ר (Instrumental-Symphonie) ei »geleitet wurde. Bei einer Jubiläumsfeier derselben Synagoge vor 8V Jahre» begleitete di« Rapell« der Röniglichen Leibwache zu Pf«, und Lieder mit! Iferd« die Psalmen it Instrumentalmusik, was sicherlich nicht ohne Zustimmung unsere» sel. .Rawgeschehen ist. Auch erinnere ich mich, in Ihrem geschätzte» Blatte gelesen zu haben, daß im Jahr« 1887 bei der gölte«, dienstlichen Judiläums-Feier zu Shren Ihrer Majestät der Rüntgtn ein Orchester mltgewirk« hat, sowie ferner, daß beim Amtsjubiläu« de« sel. Dr. Stern in Hamburg, der doch gewiß zu den orthodoxesten Rabdinen de« Tontineni« gehörte, ein Orchester beim Gottesdienst in der Synagoge sein« Tön« erschallen ließ. Dies« Vorgänge «erden hoffentlich da« Gewissen de» .Orthodoxenberuhigen-. Wie verlaute«, soll die Inftrumcntal-Musik auch der Grund gewese» sein, aus welchem sich Herr Dr. Lerner bei der Jnstalltrungs» frier de» Thies-Rabbi nicht bethriligte. London- Am Dienstag, den 7.d.M. wurde HerrMarcusSamuel »um Aldermon für den Bezirk Portsoken gewählt. Bei seiner Tin» sührung durch den Deputirlcn Hora entwarf dieser eine Skizze der kommerziellen Tarriere de« Herr» Samuel und bemerkte hierbei, daß durch deffen Vermittelung der Hrndrl zwischen England und Japan «inen so hohen Aufschwung erfahren hatte. Hierauf leistete Alderman Samuel den vorgejchriebenen Eid und empfing di« Glückwünsche des Lordmayor» und des Tollegium«. Loudou. Der Thief Rabbi ist bei der Rathsversammlung de« Herrenhauses über di« volkswohnuugen in die Reih« der vice- Präsidenten gewählt worden; di« übrigen Licepräsidenten sind: der Erzbischof von Tanterbury, Tardtnal Manning und Lord Salisbury. NsMyostz» 2V. Juli. 28 russische Juden, welch« jüngst hier riatrasen, wurden aus Anordnung der Regierung zurückgehaltrn, dis festgesteUi ist, auf welche Weise sie da» Passagegeld erhalten haben, «der ob ihnen durch hervorragend« jüdische Philanthropen gerathen wurde, sich in Amerika ein Heim zu suchen Man glaub«, daß man sie nach Hause zurückschickea wird, da di« vereinigte» Staaten sich weigern, ihr« Häsen venriedeaen russischen Juden zu öffne«. ,?> VlcKrafrtt•■* 8. Juni. Heut« fand im hiesigen Ztzinia-Thearer «ine Galavorstellung zu« Besten des jüdischen Hospital« statt. Fast alle Honorationen der Stadt hatte» di« Vorstellung mit ihrem Besuch« beehrt und war die Nachfrage nach Eiutrittskarten so stark, daß außer den vorhandenen noch eine besondere Anzahl reservtrter Plätze herge». richtet werden mußte. Das finanzielle Ergebniß war ein Nettoüberschuß von ca. 3SVV Dollar«, welcher Betrag dem Hospitalsonds zu gut« kam. Snlontchl, 18. Juli Di« Räuberbande, welche jüngst den reichen Seidenhäudler Jakob Jatowal entführte, ftteß mit den sie ver» folgenden Truppen zusammen. Der vaadenchef und «in Brigant wurden getödtet, die übrigen entflohen. Die Truppen haben zwei Tod«« und drei verwundet«. Der entiührte Raufmann wurde jedoch nicht gefunden. 3ec«f«l<Wf >2. Juli. Di« Arbeiten an i«r Jaffa-Jerusalem- Eisenbahn schreite» xüstig vorwärts. Die Tbei'.strecke zwischen Jaffa und Ramleh ist schon fertig und verkehrt zwischen den zwei Städten bereit» dt« Loeomsttve. OiHciMMti. Die diesjährige Centrai-Honserenz der amerikanikchen Rabbiner findet in Baltimore statt uad beginnt am Sonntag Abend, den 28. Juli. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgend« Gegenständ«: Di« Beschneidung der Proselyte.u, die Leichenverbreunung vom Standpunkte der jüdischen Religion, die Vegräbniß-Agend«; da» Judentum und dir Republik. DufdraUe». Au» den letzten aullralischen Postnachricht«» tft zu ersehen, daß Herr M. A Rapken. der Schatzmeister der Ost-Melbourner hebräischen Gemeind«, mit Baron Hirsch wegea der Ansiedelung von 2UU0 russisch-jüdischen Familien in dem sogenannten Mallce-Lande im Norewesten viclortb's in Unterhandlungen stehr. Herr» Rapten sind in jenem Distrikt und in nächster Nähe einer Eisenbahn 188 Quadratmeilnr fruchtbaren und wohlbewäfferten Landes angrdoteu worden. Um seinen Vorschlag auszuführen, möchte Herr Rapken rin Syndikat gründe», welche« den 20» russisch-jüdischen Familien das Aakaussgelo vorstreckr» soll. Soll« der Plan mit Erfolg durchgeführt werden, jo würde jede der betreffenden Familien »ach zwanzig Jahren Sigenthümeriu einer freien Farm von 300 Morgen Landes sein. .

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