Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 27 (2.7.1891)
- Date
- 1891-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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gutrlanbcn umgeben uitb ft.. ~ ‘,ninatcn des Namen» des Jubilars A. J. in Beilchen ausg:sithrt, von einer Rosenkron« überragt. Lm 8 Uhr begann <x Goitcsdicnst. Nachdem der Wochenabschnitt verlesen worden war, trat Jellinek auf die Kauzrl uud hielt seine Juoiläumspredigt. Er hatte sich das Thema ״Religion ist Licht — Leben ist Licht* gewählt. Er schloß seine form׳ vollendete Red« mit begeisterten Segen-Worten aus den Kaiser, bat Kaiserhaus, die Räche der Krone, di« Stadt Wien und den Kultusoontand worauf Oberkantor Singer einen eigens tomponirien Psalm vvrrrug. Um 11 Uhr beaab sich der Jubilar in den im zweiten Stockwerke des Tempel» gel äudes befindlichen Sitzungssaal, um dort dir Glückwünsche 5er erschienenen Deputationen entgcgenzunehmen. Der Saal, lowic der zu demselben führende Corridor waren reich mir Blumen und Guirlanden geschmückt und aus zwei langen Tischen im Saale waren die zahlreichen Ehrengeschenke und -lkrrssen in kostbaren Enveloppcs ausgestellt Den Reigen der Gratulanten eröffnet« der Obrrrrgiffcur Ritter von Sonnenthal mit einer ebenso innigen, als gemüthvollen Anspräche. Hierauf gratulirten unter gleichzeitiger Uebergabe von Adressen die Vorstände der Wiener KultuSgemeinde, der BethauSverwaltung und die Vorstände sämmtlicher Bet- Häuser von Groß-Wien; ferner der Präsident der Allinao« ioruolite, dann die Obmänner der israelitischen WohlthätigkeitSvereine, Vertreter zahlreicher Gemeinden des In- und Auslandes und viele Freund« des gefeierten Jubilars, der liefergriffcn die Beweise seiner Weithschätzung entgegennahm.*) — David Ritter von Gutmann spendete einen Betrag von 1000 fl. zur Errichtung einer Jcllinek-Stiftung. Aus 7m§ geht uns vom Herrn Oberrabbiner Dr. R. Ehrenfeld mit Bezug auf die in Nr. 24 der ״Israel. Wochenschrift unter der Aufschrift: .Böhmische Dörfer IL" entbaltene Erzählung von der Verhandlung eines christlichen Metzgers mit dem Oberrabbiner folgende berichtigend« Mit» Heilung zu: .Daß die Angabe, ein christlicher Metzger habe ihm (dem Oberrabbiner) erklärt: er schlachte garuicht uud habe gleichwobl an die G«m.-Koscherfleischbank Fleisch geliefert nicht Kahr sei, und mithin auch unwahr, daß er von dem Oberrabbiner oder durch Vermittlung desielben von irgend Jemandem seine Forderung für vermeintlich geliefertes Fleisch bezahlt erhalten iiabe." (Uns ist der betessende Artikel, von einem mit den Prager Verhältnissen wohlvert auten Rabbiner zugegangen — es stehen also 2 rabbinische Behauptungen einander gegen« übtr, wir könne» sonach nicht entscheiden, aus welcher Äite die Wahrheit ist. Red.) ZtOßsrds», 12. I«ui. Hier ziehen fest täglich viele ans Rnßlan» kämmende In»«« durch, «ckche mit de« ersten adfahrenden Dampfer nach Amerika reise» »allr». Sie kämme» »ns verschiedene» Lhrilr» Rnßlands. Dre «eisten von ihnen hatte» v»u Bermaudten a«s Aneertka Geld erhalte», um «ach der »eueu Welt zu kenemeo. AI« »mnet» mar ihre Klage, daß de» Jude, in Rnßlnnd das Akde» einfach unmöglich gemacht werde. So z. Vsprach ich eioeu Sckmider, Namen« Hirsch, aus Wilna, »esse» «oha. «ha« di« gesetzliche «rlanduitz bekam«»» zu habe», »ach Nordamerika ansgewauderl war. Die Pelizet fordert« deswegen ven de« Vater «ine Geldbuße «ou 900 Nnbel» und well er kein Geld hatte, wurde lei» Hausrath »er. kaast. Der Mau« hatte jetzt nicht» wehr zu «sie» und mnürr fort. Dabei weiden die Juden in allerlei Weise de» 1 varon AlbeN Rothschild sandte ein« Glück wunschdepesche aus seine beide» Söhne giatuHma persönlich. Unter den Ara tu- Iart:ti1 befand sich auch der Pfarrer der evangelische» Gemeinde Dr. Avrn:rsi und eine Deputation der Varon Hirsch'sche» Stiftung, bestehend ans :ei, ReichSraths-Abgeordnete» v. Gulrwas» und Dr. Kapoport, sowie R. v. Fürth. Der deutsch« Rabbi nerve rdand sandte ein« Glück» w»>! :׳adreffe. f t» nähen. St» kduneu fast' g« nichts verdienen, ucksie» trotzdem alertei Ldgaben bezahle». Lin anderes Beispiel Sin Tapezierer an« Kamins», «in Man», der SO Jahre i»-., Rsllaal geledt hatte, mnßte jetzt answandern. Mil nn» Enkeln zählt« di« FmnUte zehn Perfmee». Der hatte eine» guten Verdienst, allein da kam plötzlich der Befehl % der Regier»» g, daß di« Inden an de» Platz ihrer Gedurt znrückkehreu müßte». »Und ich,* sagte d« arm« Teufe», ״dt» gebereu tu eine« Därfieu», ,« ich als Tapezierer krtur» ■3 Heller verdienen könnte. Man muß doch «sie», und deshalb blieb mir nichts anderes übrig, als ba* Land zu «erlassen.* Unter den übrige» Jude» befanden sich auch ander« Ha«d» werkslente, wie Buchbinder, Schuhmacher «. s. ». All« klagte», daß sie auf jede Weise oerhiuderr würde«, ihr Brod z» »erbiene», »nd daß ihnen überdies all« Bor«heile vorenthalte» würden. So z. B. bekam«« jeder Ruffe, der seine Dirnstjahrr absatvirt hat, verschieden« Begünstigungen, allein der Jnde mag seine Dienstpflicht noch so gnt erfüllt Hab«» die daran geknüpften vartheile erhätt er nicht. Di« «eist«» der vertriebenen sahen sehr dürftig aus und hatte» nur saviel Geld bei sich, als für die Reise erforderlich ist. iretzdem waren fi« gnten Muthes und gingen entschlosien de» neuen Leben in der neuen Heimath entgegen. Es hat sich hier «in Hauptcomitee zum Gammeln »an Gelber» nicht onr für die hier durchziehenden Rusioanderrr, sauber» zur Unterstütz»»» der in de» ihnen angewiesene» Wahnorte« sich »iederlasiende« rusi. Inden. Antarefl» >7 Juni. In der gestrigen Sitzung der Deputirten-Kammrr entwickelte der Abg. Lraur-Aslan seine Interpellation bezüglich der Einwanderung der Jude». Redner mrim, daß die Juden eine große Gefahr für Rumänien seien, worüber sich leider nur zu wenige Rechen» schaft abgeben. Er sei von keiner (?) Eingenommenheit gegen die Juden erfüllt, er erkenne an, daß viele unter ihnen ein gesundes und ehrliche« Element bilden; aber die große Mehrzahl der .schwarzen (?) Bevölkerung Europas* sei eine ׳ beständige Gefahr für die Nationalitäten. Zum Beweise derufe er sich auf den Hosprediger Stöcker(!?). Sodann macht Redner eine ebenso unglückliche Exkursion nach Rußland, indem er betont, daß felbit rin Volk von 1 '0 Milllonen sich erhebt, um eiu fremdes Element zu entfernen, das seinen nationalen Charakter schädigen (?) will. In Oesterreich sek der Antisemitismus ebenfalls dem nationalen Bewußtsein entsprungen. Bei uns litgc der Fall ebenso, und so dürfr« wir nicht glcichgiltig bleiben gegenüber der Au »drei tu na dieses schädlichen Elements. Was solle aus Rumänien und insbesondere aus der Moldau werden, wenn ein ähnliche« Element sich in so erschrecklicher Weise vermehrt. Redner webt eine kurze Stattstik über die und hebt hervor, das in Jassy von 70000 Einwohnern SO000 Juden sind, in Falticeni 8800 Juden und nur 2800 Christen leben. Hon 84 kleinen Städten Rumäniens siud 22, wo dir jüd. Bevölkerung 100 pEt. betrage — in anderen betrage sie SO pCt. In Botoschani zählt man 12 Kirchen und 70 (?) Synagogen. Bor allem müßte man den Juden den Handel verbieten u. s. w. Der Minister de» Inner« L. Catargiu «rwtdert, daß streng« Maßnahmen getr^fe» wurden, »m die Massenetnwanderung der Jude» au« Rußland zu verhindern, -ei« rumänischer »onsnl in Rußland vifirt den Paß eines Juden, welcher »ach Rumänien gehen will. Redner stellt schließlich den Antrag: »Die Kammer fordert die Regierung aus, di« strengsten Beftbl« 1« erlassen, daß di« Grenseu überwacht und die fremde» Jude» Zurücksollen auch au all« diejenigen ergehen," denen dt« Pflicht obliegt, dt« Anwendung de» Art. 4 de« Aommunaigefetze» und der Dispaßtimw». de« Gesetzes »der di« Ausübung de« ambulanten twW