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Israelitische Wochenschrift · 1891-07-02 · 27 (2.7.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
27 (2.7.1891)
Date
1891-07-02
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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mb HRtfMec( mm baa mb׳ Mr Religio»S-Grzum Delegirte» erwählten Herrn Kaufmann Leon Br üg, veranstaltet wurde. Derselbe entwarf in seiner Anspräche in kurzen markanten Umrissen ein Bild der Ent» . Wickeluna dieser Synagoge, welche vor fast hundert Jahren, gr also noch ehe Leipztz eine Gemeinde war, von hervorragenden '*JBftnncrn au» Brody, Ehef« groß« Handelshäuser, welche "der Messen wegen «inen Theil Bc* Jahre« hier zu weilen aenättzigt waren, gegründet und erhalten ward«. Von diesen -׳ wurden namhastgemacht: JubelRathanson, Osia«Nathan» Marguliu«, Nierenstein, die Halberstamm« und " Kallir«^ Rosane«, Byk u. a. m. Dce BrodyerSynagoge in Leipzig wurde der Sammelpunkt der Glaubensbruder aller Welttheile, die herkamen, um den Handel von hier aus überall hin zu vermitteln. Lo verschieden sie auch in Bezug auf Nationalität waren, in dem eine Bedanken fanden sie sich zusammen: Adonaj eohod! Rach dem unter entsprechenden Gesängen erfolgten Umzug mit den Thora'«, hielt Lerr Rabbiner Dr PorgeS die eigentliche Weihrede, in welcher er von der Bedeutung «nier würdigen Ausstattung de« Hriligthnms sprach. Innere Weihe und äußerer Schmuck müssen sich harmonisch der» מ um Würde und Anstand beim Gottesdienste walten en. Mit einem tiefempfundenen Gebete schloß der ׳weihevolle Akt. 8. Damtg. Lv. Juni. (Or.׳E»rr.) Am 1v. d. M. fand hier die Generalversammlung der vor 8 Jahren gegründeten Lilfs-Kaffe für Beamte i«r. Synagogen-Gemeinden und deren Wittwen und Waisen in den Provinzen Ost- und Westpreußen und Pommern statt. Nach dem Kassenberichte ist da« Ber» wägen der Kasse, welche au» dem früheren .Verein zur Unterstützung jüdischer Lehrer»Wittwen und -Waisen Pommern«" hervorgegangen ist, bi« auf ca. 8370 M. ge» ««gen. Die ersten 6 Jahre durfte die Kasse statutenmäßig rein« Bechilfe gewähren. Während der nunmehr dreijährigen ""׳'tigkeit hat dieselbe an eine Wittw« SOS M. an eine!t< 700 M. und an eine dritte Wittw« für '/,Jahr >1v M. Beihilfe gezahlt. Der Vorsitzende ist Herr Recht«- anwalt Dr. Meyer, Rendant Herr Leop. Perl« und .Schriftführer Herr Lehrer Benj. Schreiber (Hundegafse 103) sämmtlich in Danzig. Die Statut» de« Verein« haben die Genehmigung der Herren Minister de« Innern und de- Cultu« erhalten. Im Interesse der Tultusbeamtrn der genannten Provinzen liegt ««, wenn sie dieser Kaffe, die bered« so segensreich ge» wirkt, beitreten würden. Zur Zeit der Noch sind diese Be» amten wenigsten« nicht ganz verlaffen. E« ist auch der jährliche Bettrag — je «ach dem Alter 10—30 Mark — tm Verhältnisse zu den Leistungen der Kaffe sehr gering, sodaß t» jedem Beamten mäglich ist, derselben beizutreten. Harmß«»t, 21. Juni. (Or.»C0rt.) Heute fand dahier di« erste ordenüich« Generalversammlung de« ,i«r. Lehrerverein« de« Sroßherzogthum« Hessen" statt. ES waren «ehr als ÜO Lehrer und mehrere Rabbiner anwesend. Der prov. Vorsitzende, Herr Lehrer Wertheimer-Heldenberaeu, bearüßte die Versammlung, gedachte der verstorbenen Tollegen, srlinaenstein-Ober-Ingelheim und Hirsch-Bieberau in ehrenden Worten, die Versammlung erhob sich zur Ehrung derselben von den Sitzen. Die Vorstände der isr. Gemeind« und der i«r. Religionsgesellschaft in Darmstadt begrüßten Mc Versammlung und betonten, welche« Interesse sie den .Bestrebungen de« Verein» rntgegenbringen. Herr Dr. Salfrld-Mainz begrüßte die Versammlung als Delegirtrr de« D. I. G.-B. und im eigene« Siamen, theiltr mit, daß der Bund 100 Mk. zur theilweise» Vergütung der Reisekoste» der versammlunasbesücher bewilligt hat«, hob die ehrende Auvtestnheit de« Herren Obman Backe«, Dttrktor Friedler und Redakteur Schmitt vom Hess. LandeSlehrrrverein hervor, .widmete warme Worte Sr. Käudsi. Hoheit, dem Großherzoge der Großh^Regierung uni» ermahnte die Anwesenden sodann die von ihm in «rmein'chast mtt den Herren Dr. Salfeld.Mainz und Marx»AlShmn s. Z. der Großh Regierung überreichte Petttion, welche in folgenden Sätzen gipfelt: Großh. Re» gierung wolle dahin wirren, daß künftig nur geprüfte Lehrer al« isr. Religionslehrer angestellt werden, daß dieselben definttive Anstellung finden und rin Minimalgehalt festge» stellt werde, daß kleinere Gemeinden zu ReligiouSsprenarln vereinigt und eia« Subvrntion«kasse gegründet werde. Al« direkte Hirkung der Petttion bezeichnet der Vorsitzende den Erlaß de« Ministerpräsidenten Finger an die Kreisämter, dahin wirken zu wollen, daß keine i«r. Gemeine ohne ReligionSlehrer sei und daß kleinere Gemeinden zu Schulprengeln verewigt würden. — Lu« der nun folgende« Be» prechung ist hervorzuheben, daß von vei^chiedenen Seiten «merkt wurde: die Vorstände der israelitischen Gemeinden müßten bei Regelung der i«r. Angelegenheiten mehr mitwirken und der Sache mehr Wohlwollen entgegenbringen. Nachdem auf Anregung de« Herrn Rabbiner« Dr. Grünfeld- Bingen an den Hrn. Tollegen Levy-Büde-Heim zu seinem heute stattsindrnden SO jährigen Lehrrrjubiläum eia Begrüßung«« trlrgramm gesandt war und der Vorsitzende zum Beitritt in den Verein ausarfordert hatte, erstattete Herr Ehrmann- Friedberg sei» Referat über: .Normallehrplan für die jüd. Religionsschule.' Nach einer geschichtlichen Eialeituug sprach er über die Aufgabe de« Religionsunterricht«, Lehrfächn:, Eintheilung in Klaffen und Abtheilungen, Zahl der wvchentlichen Unterrichtsstunden, Bertheilung derselbe« auf di« einzelnen Fächer und Lertheilung de« Lehrstoff« auf die Schuljahre, über Stundenplan und Lehrbücher. Der Vorsitzende dantt dem Referenten für seine gediegene Arbeit und auf Antrag de« Herrn Marx- AlShec« wird nach einer längere« Debatte beschlossen, den Vortrag jedem Vereins- Mitglied« gedruckt in die Hand zu geben und im Laus« de« Jahre« in den Provinzialvereiaen denselben zu bemthen. Herr Obmann Backe« vom Lande«l«hrervereine dankte für me Einladung und Herr Redakteur Schmitt erklärte sich bereit, Berein-berichte in dem .Schulboteu' aufzunehmen. Der Vorsitzende dankte den 8 Herren vom Landeslehrerverein für ihre ehrend« Anwesenheit und forderte alle.Anwesenden aus, Mitglieder de« Hess. LandvSlehrerverrin« zu werden. E« folgte sodann die Statutenberatung. Herr Marx-Al«h«im referierte sodann über die von der Wittwe de« fd. Herrn Kliagenstein dem Verein überwiesene Bibliothek; sie wird wahrscheinlich in Darmstadt aufgestellt werde«. Durch Erheben von den Sitzen drückt die Versammlung der Wittwe de« sel. Herrn Klingenstein ihre Verehrung au«. Sodann referiert derselbe Herr über ein Klingenstein-Deukmal und einen Klingeusteiu-Fond. Nachdem die Borstandswahl erledigt, Frankfurt zum nächstjährigen Versammlungsort und di« »Diskussion der Normallehrpians' zum VrrhandlungSthema bestimmt war, wurde die Versammlung dl üblicher Weise geschlossen.. Weinberg, Schriftführer. iveftermlch-UU-«*. Wie«, 27. Juni. Den heutigen Festtag inaugurirte ein feierlicher Gottesdienst, der zu Ehre», de« Prediger« Dr. Adolf Jellinek im israelitischen Tempel in der Settru« stettengaffe abgehalten wurde. Das GsttvShau« war schon lange vor B«iun de« Festgottesdienstes in allen seine« Räumen gefüllt. Unter den Anwesende» bemerkte man: Die Mitglittxr de« Vorstände« der Kultusgemeind«, den Präses der türkisch-israelittschen Gemeind« in Wien Herrn Russo, den Präses der israelittschea Allianz, Herrn David Ritter v. Gutmauu, die Gememderälhe Baurach Stiaßntz, Ritter v. Soldschmidt und Lang, LaudeSschulrath Baumgarten, Hofschauspieler Ritter v. Sonnenthal, Baron Stephan Scheh. Direktor Heller vom Bliudeninstitute, Direktor Dr. Brunner vom Taubstummeniustitute, Reich». raths-Abgeordneter Dr. Bloch, Regierung«rath Ritter v«n Dr. Jellinek sonst eiuznnehmm pflegt, war mtt Äosea-

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