Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 26 (26.6.1891)
- Date
- 1891-06-26
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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22. Juni. <Or-E»rr.) Was da» großartige wohlgtlungene WohlthätigleiSftft i» Mt PhilhgrmoMs .fftc Me ,«ssifchen Jade« ««laugt, s» haßen die L^er d. Bl. sicher» lich ia de« TagkSblitttern «e anSführlichen Einzelschllbernngen gelesen, sodaß wir hier nur za resmairea branchen. ES vcrernte sich alle«, a« da» Fest zu eine» wahrhaft glanzvollen 1» gestalte«. Der peramäre Ertrag zum Besten der au» Nahland Bertriebe«ea dürfte sich auf 18 - 20600 Mk. delaufen, dem noch 1400 SRI hinzukommen, die Herr Direktor Ludwig B a r n a y au» einer zu gleichem Zweck veranstalteten Ustffühning von ,llrirl Ucostaan Herrn Herrmaun Abraham überwiese» hat. Den eigentlichen Schluß dieser Wohlthütigkeit-veranstaltungen bildet ein .Bazar . der in dieser Woche in de« Räumen der Herren Hossuweliere Gebr. Friedländer Unter den Linden 28, stattfindet. Da» ganze Arrangement de» Feste» hatten die Herren Herrmann Abraham, Dr. Großmann und Rechtsanwalt Wurm übernommen, die Leitung de» Loncerte» war in den bewährten Händen de» erstgenannttn Herrn Abraham, dem sonach für da» überaus günstige Resultat ganz besonderer Dank gebührt, de« er in dem Bewußtsein der guten und schönen That yttKOfK RtTftf. MerNn, 22. Juli. Nachdem e» dem geschäftsführenden Ausschuß de» deutschen Eentralcomitee» für dre russischen Juden gelungen ist, von ihm ressortirende SichtungScomitce'S an den Grenzstationen zu organistren, hat das ,Berlin- Kttenburger Lokalcomitee" *) auf Beranlaflung de»!führenden AnSschuffeS de» deutsche« EentralcomiteeS en, seine Thätigkeit am Dienstag, den 23. d. Mt«. Abend», einzustellen. Dre Üfteazeomitee» übernehmen nunmehr die gesammte Weiterbeförderung nach geschehener Prüfung der persönlichen Berhältnisse eine» jeden Auswanderer» gemäß der mit dem .Eentralcomitee gemeinsam festgestellten Normen. Um der einheitlich gewordenen Leitung die Mittel für die bevorstehenden großen Aufgaben zuzuführen, und um jede Zersplitterung zu vermeiden, welche ans da» «sammle Hüls»- werk nur schädlich wirken könnte, wird höflichst gebeten, alle für diesen wohlchätigen Zweck gütigst bestimmten Spenden L ausschließlich an den Schatzmeister Herr« Generalkonsul ' Eugen Landau (Wilhelmstr. 70b) zu richten. (Selbstver- - stündlich auch an die verschiedenen Zweig- und Provinzial- Eomitee'S.) Merkt», 18. Juni. Da» General-Eomit» der Großloge de» Bnoi-B' r i»-C rden» hat soeben eine« warme» Aufruf an alle ihr unterstellttn Limen in Deutschland ergehe« lassen dehus» Sammlung von Geldern für die au» Rußland aus- , wandernden mittellose« GlaubenSbrüder, «ad da» Ergebniß ^er Sammlung an den Präsidenten der Großloge, Herrn Dr. Maretztr in Berlin, einzusenden. Den hie und da mustancheuden Bedenken gegen derartige Sandersammlungen wird mtt folgenden Gründe» begegnet: .Eine größere Anz;«Iae»eU« Sammlungen IfMpen Mxboi 1i^t _׳ _ ... ... _T . ei» schlechte» Aasehe» Une»' mW in de» Aus, sie bezmeeie» die Billmng non Ge«ei»de» t» Gemeinden. Diese AusMrnngr» habe» gemiß eine Berechtig»»-, de»» e« ist für de» ell^eine» Bruder schmierig u»d et hm sei» Bedeut», sich von Gemeinteftmmluuoe» »it der . Srklöruug a^umenten, er habe zu de»selbe» Zwecke jetaen Beitrag; bereit» der Loge ,»geführt, oder wird ihm dieser «führe» müsse». De» jedoch steh« gegenüber, daß dat Ansehen and die Macht de» vrd-us ia Deutschland »»bedingt leide« »iißte, wenn die Spende, die alt eine solche bet Ordeat an die vesfeutlichteit gelaugt, eine gar zu geringe müre. Bruder: Dr: Maretzkt Hst au MiMed det »Deutsche« Leutra!- *) Sehr verdient habe» sich u» dasselbe außer de» Herr» Red. saac die russische» Studtrende» Lemin, Mozkin uttd Iacobfoh» wie «a« mW schreibt. Md.) Wrüft» »aede». «al »u» bat in der A«ße»»elt gemährt »erde», so atrd et -- fei». »Be Arüfte in^nsp-nraeu, damit unser direkter Antheil an de« edle» Serie uicht zu gering erscheine. Da, Mo die BetbeUiau», a» de» Gmneindesammluage» geböte» ist, mdge» die Lage» »ad Brüder chre Gadeu theileu, da wo dies,« nicht augtügi, ist. «Sgeu die Brüder iauerbnib der Loge» »och einmal opftrn. «der leine Loge soütr et nnterlaffea, mw i» »nftmm Baehabe» P, unterstütze«: »ächft der Fördern»■ der Aufgabe» für uufere »»glückliche» Glaubenöbrüker auch bat Ansehen detOrde»t i» Deutschlanb zu hebe». lleberdie» dienen ja alle Sammlungen, ob die der Vemetake oder die »nsrigen, demselben Zwecke; wir wünschen aber auch den Einfluß unseres Vertreter« im Lentral-LomttS zu starke» u»d dieser Einfluß wird doch naturgemäß stärker, je grSßer die von unserer Bereintguug gespendeten Beiträge find.- Damit bas Sammelwerk auch während der Ferien n!ck»t ruhe, sollen allenchalbe« Spezial-Tomit»'» für diese» Hilstwerk eingesetzt »»erden. Da» diesige Haupt-Spezial- Lomitä besteht au« den Brüdern Dr. Maretzti, S. Simmel und D. Wolfs. Wohlan denn, so komme denn jeder Ben Bri« mit einer Doppel gäbe den ,Opfern der Verfolgungzu Hilft! «Lripztß (Entscheidung de« Reichsgerichts. — Schluß.) ES wurde in der RechtftrtigungSschrist zunächst daraus hiugewiesen, daß bei Abfassung und Druck der Flugblätter in Leipzig und Görlitz und die dort wohnenden jüdischen Geschäftsleute nicht im Geringsttn gedacht worden sei; vielmehr ft««a die betreffenden Wahrnehmungen in der ganzen Welt gemacht. Möglich sei, daß durch die in den Flugblättern enthaltenen Barwürft sich Jemand beleidigt fühlen könne, aber den Antragstellern seien solche Vorwürfe gar nicht ge- «acht, denn der Ausdruck, ,jüdische Geschäftsleute" sei zu unbestimmt, al» daß Jemand sich dadurch getroffen fühlen könnte. Ferner wurde gerügt, daß das Gericht garnicht geprüft habe, ob die Angeklagten berechtigte Jnttreffe» wahrgenommen haben, obgleich sie sich auf den 8 103 ausdrücklich bernftn hätten. DerBertheidiaer, Rechtsanwalt Hlllebrand ansLeipzig, griff »och insbesondere me 9״torietat bezüglich bet jüdische» Geschicktstentr von Görlitz und Umgegeud an und behauptete, dieselbe sei zu Unmch» angeuomme», da »au nur Thatsache» au» der Geschichte, Lehrsätze aut der Marhematll u. dergl. al» .allaemel» bekannt- »»sehe» »nur, nicht aber, daß dieser «der jener »tuwohaer et» jüdischer Geschäsömau» De« Weiteren erblickte der Redner einen Widerspruch des Urthells Sachsen stattgefuadea habe. Ucberdtes läge da» Unheil, daß die Agt» tatio» sich vorzugsweise gegen die jüdische» Geschäftsleute richte; das Unheil nehme als« selbst au, daß sie sich noch gegen «eitere Kreise richte, und ia Wirklichkeit richte sie sich auch gegen die aam»e Indenschuft. Dadurch »ber werbe der durch de» Inhalt der Flugblätter getroffen« Personeatreiö etu derartig großer, daß uicht jeder Jude sich beleidigt fühle» könne.*) von de» jüdische« «eschästSieuten ha »die nur das eine Flugblatt; man känne daher nicht ohne Weitere« a«m nehme», daß alle Flugblätter, die hier in Frage kommen, gerade ■ege« die jüdischen Geschäfts!«ut« gerichtet seien Der Rechtsanwalt, Herr Treplin, führte ungefähr Folgendes au«: De« Autrage de» Bertheidiaer» auf Aushebung de» Unheil» schließe ich mich an, wenngleich ich ihm »ich« in alle»-Punkte» beipflichte» kann. Die Feststelluua bezüglich de» Angeklagte» v. «ttzlaff ist fthlerlo». so wett sie sich auf eiue Mitthäterfchaft bezieh,; auch darin kann ich keinen Rechtsirrthu« erblicken, »aß die jüdischen Geschäftsleute von Görlitz und Umgegend beleidigt seieu; ich hat«, die kümahme einer begrenzte» Lollectiv Mehrheit von Personen für ««»reichend be- «findet. Bedenklich aber erscheint e«, daß die Angeklagten auf Grund »es -196 angeklogt Mare» und »ach {196 verurtheilt «erde», ohne desonder« ans de» mründerte» rechtttche» «esichüpnnv hingemiesen z» sein. Die beilänfige Erwähnung de» - 186 t» Lrsffnungsbeschlusie nicht; es mnß in der Hauptverhandlnng gesagt werden, welchen der j ha», «ms de» sich die Anklage gründet, damtt die Lugeihre Bertheidiaung danach einrichte» rönne». Da» ,«eite Bebetrifft den tz 1». Der Ann-kagte v. «ttzlafi hatte behauptet, daß er beruft» war, auf Grund des Berriusbeschiuffe« die Interessen »er christliche» Kanpeute im Loacurrenzkampse gegen die jüdische» 9t• *i Würde eine durch den Druck verbreiiete Aenßerung: .alle Lhriste» »der christliche» Geschäftslentt sind Betrügerstraflos sein? sAet.)