Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 26 (26.6.1891)
- Date
- 1891-06-26
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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:.־■on ihrer HLcke Artest tM» Samt nt deA^g - äne kintiiaxqß der Handel! n Noch eine kleine Bemerkung sei gestaltet: in bcrpb. Sprache soll Maffematteu" sowohl Handelsgeschäs(. als a»ch ,ebstahl bedeuten, wodurch der Katechismus gaoiß a»de«te« iß, daß Diebstahl bei ben Israelin» gang und gebe sei. Dem gegenüber steht Folgende» fest: Unter 80 Deutschen be- ^ndet sich ein Jade. da«gen ein Jude unter 118 christlichen Verbrechern gegen da» Vermögen. (15 l 223 Christen «genüber 1281 Israeliten.) Uebrigen« müssen wir gestehen, daß wir ein jüdische» Wort .Massematte«'' nicht kennen. Wohl aber existier! ein hebräischer Begriff waae» anutttLn in der Bedeutung von .Handel und Wandel", und die Antisemitlein mögen sich nur bei allen hebräischen Autoritäten erkundigen, e» hat nicht einmal einen leisen Beigeschmack on ,Diebstahl". Letzteres heißt A'nsdtlst, was wir zur Belehrung de» Verfassers vom A.-K. hier bemerken wollen. (Fortsetzungen fol^n.) Gerichte ««> T»rrefPe»de«xe». D»»tschl«»d. IKogtzrüurß. Unsere an den Ausspruch de» Präsidenten Carnot in Bayonne geknüpfte Bemerkung, daß angesichts der russischen Verfolgung schöne Worte jetzt nichts helftn, daß man vielmehr dem russischen Machthaber etn qao« ago zurufen müff« und eine politische Thal wohl am Platze wäre, veranlaßt Herrn Red. Prague zu einem AuSsalle gegen die Redaction der ,Wochenschrift". Derselbe spricht im Tone der Pariser Boulevardprefs« von den verhaßten Prnssiens und ihren Siegen über das edle Frankreich, wirft uns den Patriotismus der deutschen Juden vor. ,Wäre Frankreich und nicht Deutschland die erste Macht der Welt, den Juden würde in Rußland kein Haar gekrümmt. Heute aber sind wir eine Macht zweiten Ranges und zudem verlangt es die diplomatische Kunst, daß wir es mit unserem kosackischen Bundesgenossen nicht verderben." Auch über den deutschen Kaiser und dessen Beredsamkit spricht Herr Prague; doch wir geben dessen Worte in dieser Hinsicht aus naheliegenden Gründen nicht wieder. Aber wir fragen den sonst so gewandten Rundscheuer der ,Arch. isr.", war Frankreich unter Loui» Philipp und seinem Minister Thiers nicht mächtig genug, um zur )eit der Blutanklage zn DamaScu» dem französischen Consul Ratti-Menton sein niederträchtige» Handwerk zu legen? Damals war da» heutige Preußen klein und Frankreich groß, und dennoch trat Frankreich — gerade wie heute aus Staatsräson — nicht für die Jude», so daß Ersmieux zu seinen StammeSgenofsen sagen mußte: ,1* Franoe est contra non«* (Bernard von Owen, Rede im Londoner Comitee, Grätz Bd. Ll, S. 529). Unser Pariser (SoOegc wirst un» den Patriotismus bt» deutschen Juden vor. Run darauf sind wir stolz. Wir halten zu Kaiser und Reich, gehören dem Vaterland« mit jeder Faser unseres Herzens an, und sind bereit, Gut . und Blut für daffrlbe einzusetzen, ob man uns liebt oder haßt. Und wie ginge es erst, wenn man uns unpatriotischer Gesinnung in Deutschland beschuldigen könnte? Kennt Herr Prague nicht die Parabel Rabbi Akiba's von den Fischen? Chauvinismus ist widerwärtig, aber jüdischer Chauvinismus ganz besonders. □ Waßsta»«eG, 12. Juni. (Or^Corr.) In der heutigen Nr. 414 de» Reich-Herold. Organ de» Sittlichkettsd ü ck e l, steht im Briefkasten der Redaktton Fügende» zu lesen: .Rach Annerod und Burkhardsfelden." Dir Minner, deren Frauen «och immer bei de» Judeuweiber» der Umgegend Tücher und ELenwaaren laufen, möchte» wir darauf aufmerksam mache». Eine Judenfra« prallt damit, daß sie in den lchte» drei Woche» gegen dreißig Mark an Woaren in den Orte» um Annerod verborgt Hab«. Sollt« da» nicht bald besser «erdr», so werden wir im Reichbherold «ine List« von denjeniae» vrrssfentlichrn die immer «och bet Jude» kanfe«, ohne daß p« es auch nur im geringste» brauchen." feind« nen^e l bluten, »—ist I» Sttnifuud fand Ak-ltch «ine ftatt, AM HTTM ttlffMMM m4 b(| r* öStticher sich «tnfa—7 Er pekt eine Ansprache, der wir | öiCBC {!UIIctyMKM uVAIMpv UPfM MtlMll OM VHMMu^O 1 müssen, aber diese Opfer werde» t— Maaß dr» Richtert» überschreiten." — Welch' «in schlechter Trost, welch' eine tuhalt Red« i« Munde eine« Ttaatmanne»! Verkehrt, wir unsere «a jetzige Reaieruuadpolttik, ist auch diesesWort d«»v« » » » V dt ticher." (Ist solch« Ministerbeleidigung in Preuße» ן Merkt», 22. Juni. (Or.^Lorr.) Wie viel« Vergnüg»» zum ,Besten der vertriebenen ruffischea Juden" und unserer Torrespondentenpflicht zu genügen, haben wir vor. Woche au-strhen müssen! Da ist zuerst da» Sommerstst in der Philharmonie; wo wir im Gchwe unsere» Angesicht» glücklich unseren bescheidene» Antheil den 18 vvo Mark Ueberschuß im Test inmitten and Selten losgeworden sind. Sonntag Nr. 2 zur Matinee im Concert-Hause. uns würdig auf diesen Genuß vorzubereiten, gingen wir! erst zur Einführung de» neuengagirte« Rabbiner» Klempner, zur Reform. ,Rabbiner dn Reform" ist übri eine oontrackiotio in adjaoto, oder ob Herr Dr. K. Titel einstweilen ab Hauptgemeinde müf RabbinatS-Diplom ihnen nach einigen Jahren de» Wohlverhalten» gestattet, sich wieder Rabbiner zu nennen. Mancher, wie z B. Dr. Sach» s.H ist darüber hiugestorben. Also Rabbiner Klempner — to«i a gesprochen und wie « gesprochen — ich vermag wirvich nicht zu sagen und die Herren praktischen Theo' an die ich mich in meinn Roth wandte — sie hatte»! auch nicht» verstanden. Daß e» ״am Morgen Licht werd da» habe ich begriffe», ob n da» Licht jetzt von Brom««") mißgebracht und diese Gemeinde nun im Finstym zurückgelaf — ich weiß e» nicht. Im Ernst gesprochen, e» war unendlich traurige Erscheinung, de» Mann, der noch einigen Wochen in einer conservative« Gemeinde amtirt^ barhäuptig die Thorarolle ausheben zu sehen und au» semr Munde zu hören, daß sinnlos«, «eil unverstandene Gebete nicht Gottesfurcht zu erwecken im Stande seien, daß ab die Gebete, die hier in dem Reformtrmprl zu Gott emporsteigen, wahrhaft au» dem Herze» kämen. Wenn Rabb Klemperer die Interjektionen, die deutlich genug au» Mitte dr» Publikumlaut wurden, hätte höre« können, wäre ihm dort oben, ttotz de» unbedeckten Hauptes 1 schwüle geworden. Doch genug. Der Mann existirt «n» nicht mehr. Ein wohlthätigrr Regen» der uns auf dem Wege Tempel zum Concerthaus« — von den Reformern zu Verbände ehemaliger Schüler der Adaß Jisroel, überrasä hat die Sünde jene» Besuche» hoffentlich von un» abgrwas und wir konnten nun geläutert dem wirklichen ftunftg* bei der Matinee un» hingeben. Hier hatten wir Gefühl, daß die Darsteller auf der Bühne nicht» an« sein und scheinen wollte», als Schauspieler und Sä» in der That, um ein Wort au» der obenerwähnten zu gebrauchen: ganz de« ideale« Auge ihre» Heq«» . und die Kunst in den Dienst der Wohlchätigkest stellten. Da» ganze Programm hier wiederzugeben, halte ich zwecklos; wir hörten gute Musik von Direktor MendAsso von Max Alexander, Herrlichen Gesang von Frl. Olrs und Tonradu-s. w . volle» Geklimper von vollwerthige»Goldstücke» snrEint karte» re. Da» Hau» war vollbesetzt und d« MfeMp wiß ebenfalls so lohnend wie die Stunde», die wir 3'/, Uhr Nachmittag» dort zugebracht. a ף So et kurz vor feinet Abreife LaM» nutz LePItn, TrlWerfo« für et» Wlligeü vertzmGt 7 "