Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 26 (26.6.1891)
- Date
- 1891-06-26
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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k« KabMutr 0)Mm«|u»». Westpm%m* ua» 9MMK1H4 <m MtnMatn RaHtimr• MrfawmltuM zu Berit n 1884 angntomamien ■rbdtiplan (Srfin vertcht ®rite 7 Kr. S), fotoit «ntn vmugnahmr auf im in letuftlfem Berichae erwähKlm S^ultafprftiöntyla■ Mt vtldung um SerMnbm der 8Mnigagmymriwbm kt Provlnzm Seftprenßen uub Pannnern für bringmb gtbatm. Da- Amendement lautet: Die Versammlung beschließt N) innerhalb «tuer itbtn dtr beiden Pravlnzen, iu dtnm Gemeinde- »erblnbe nach nicht existlre«, foflen brti Rabbiner bet Vravlnz!ufammmtrtttn, um Hut« Vtrbanb bet dkmrinbm mit bem« felbm Zielt tu’* titbtn zu ruft«, mit blt* in Lstpreußm btrtit* ftatnsrtich verfolgt würbe, d) bm Vorsitzenbt« dtr Synagogtnatmtindtn fall van vtrbanb»- wtatn van dtr Resaluttan vamoerger und dem Amendement Rasenstein-Galbschmibt Kennmiß gegeben werbm mit der Bitte, Mtft Bestrebungen nach besten Kräften zu silrbrrn. Im weilercn Berlauf der Sitzung lenkt Herr Rabbiner Dr. Nordheimer die Aufmerksamlcit der Verbands- »itglieder aus den Mangel religiöser Bildung hin, der unter den Kindern der auf dem Lande zerstreut wohnenden I»׳ raeliten obwalte, er halte es unter allgemeiner Zustimmung für erforderlich daß besondere Wanderlebrer angestellt würden, ' «m diesem Uebelstande kräftig abzuwehren oder wenigsten«, daß die Rabbiner der Nachbargemetnden'ab und zu in ihrem Bezirk Religionsunterricht «rtheilten. — Herr Rabbiner Dr. Werner rescririe über die Frage: ,Wie kann und soll der Rabbiner den antisemitischen Bestrebungen entgegentreten'!׳ und regt insbesondere an durch da« Halten von Vorträgen nichtjüdischen «reisen näher zu treten und so in ihrer Mitte zur Zerstreuung von Boruttheilen beizutragen. Mit dem Berichte des Herrn Rabbiner Dr. Vogelstein über die-Thätigkrit deS BezirkSvcrbande» und einem fthr eingehenden Bericht des Hrrtn Rabbiner Dr. Bamtz erg er über den gegenwärtigen Stand d«S Unterstützung«, werke», da» an den Juden Rußlands geübt werde, schließt die zweite Sitzung. Au« dem letzteren Bericht heben wir »och hervor, daß die Errichtung von SichtungSkomitee'S au der Grenze nahe bevorsteht. . Die dritte Sitzung (IS, Nachmittags) ist in ihrem «chßten Theil geschäftlichen Auseinandersetzungen gewidmet. DiezumTyeil schon angenommenen Resolutionen und Anträge werden noch einmal verlesen und näher präzisirt. In »it der Resolution Bamberger und de« Amendement» n-Goldschmidt werden die Kommissionen zur Begtckndung der Gemeindeverbände gewählt, für Westpreußen me Herren DDr. Guttata nn, Rosen st ein und Werner, Pr Pommern die Herren DDr. Hahn, Goldschmidt und Boaeistein. Die Bersammlung ermächtigt ftrner Herrn Rabbiner Dr. Bamberger zu einer Mittheilung an den EeutralauSschuß de« Rabbinerverbandes, daß sie die für dieses Jabr gevlante allgemeine Rabbinerversamnilung*) in Rücksicht daraus, daß da» Hauptinteresse jetzt allseitig der ^Hmurigen Lage der russischen Juden zngcwendet sei. nicht für wünschenSwerth halte und beschließt die Abhaltung der nächsten Bersammlung des Bezirksverbandes für da« Jahr 1893 in Stettin. . Zu Ausschußmitgliedern werden die Herren DDr. Bam- Herger, Bogelstein und Werner, zum Delegirten für den UMntralauSschuß wird Dr. Werner wiedergewählt. Außerdem »Herden nach Anttaa de« letzteren noch zwei stellvertretende Mitglieder in den Ausschuß gewählt, dir Herren DDr. Hahn und Losenstein. I» liebenswürdiger Zuvorkommenheit hatten die Bertreter der Danziger Gemeind« die Mitglieder der Bersammluug am trften BerbandStagr zu einem Souper ein- «laden Da»srlbe verlies unter großer Betheiligung von ,Seiten hervorragender Mitglieder der Gemeinde, durch eruste und launig« TnnksprÜche gewürzt, in augemeflener Weise nab legte Zengniß ab von dem innigen Berhältniß, da« hier Gemeindevertretung und Rabbiner vrrbindet. L. «“*9 V, b»r, tu Mg") tu »«»ficht genoMmme erlag t.- (»eb) Gründlich« Wwerl»-»«« de» ״«wtise«ite»- Acktechi»««»". (Fartsetzung.) .Die femiilschen Raataden ber Wüste (Bebulnen) betreibm Raub und Plünderung in der offensten und urwüchsichsten Weise. Der Juba aber ist, gleichsam der .fiultur-Bebuine-; er betreibt dasselbe Gaschüft in gewtfi!rmaßen rivilisierter Farm. Zeine Domäne ist bar .Hanbei”, ber bei ihm freilich einen sehr weiten Begriff deckt, bmu ln bar jüdischen Sprache bedeutet da» Wart .Maffrmatten" ebenfvmohl ein Hanbel»-Geschilft al» «inen Diebstahl. So wenig, wie man zwischen den indogermanischen Zigeunern und den zivilisierten Deutschen ctnr Parallele ziehen, und diese etwa ,Kulturzigeuner" nennen dürfte, ebensowenig ist e« gestattet, die seit mindesten» 4 Jahrtausende» zu den Kulturvölkern zählenden Juden mit den ebensall» semitischen Beduine« der arabischen Wüste in ein« Reihe zu stellen. Die Domäne der Juden ist ja auch keineSwegtz der Handel, wie man ihnen gern einreden möchte. Einige kleine Bemrrkiingrn mögen da« beweisen: Die ausgedeuteten Arbeiter dir Kleiderwaaren- und Schuhbranchr in London sind zum grüßten Theile Juden, wie au» den Verhandlungen deS englischen Oberhauses zu ersehen ist; und daß ebenso in New-Uork über 12000(׳ darbende, jüdische Arbeiter leben, dafür brauchen wir un« nur auf da« Zeugnis dcSantisemitischen ,Deutschen Volksblatte«' zu berufen, das doch gewiß diese Zahl eher zu gering al» zu groß angiebt. Auf Seite 10S de» Antisemiten-Kat. findet sich wörtlich folgend Stelle: .Der Pale versieht nicht zu rechnen, der Jude kann e» vor. trefflich: ber Pale lebt in ben lag hinein unb weiß sich im Unglück keinen Rat, ber Jube überlegt, fargi bei kbem Schritte unb meist in allen Füllen Mittel und Wege: ber Pale ist stolz unb hachsahrenb, ber Jrche dehmütig; bei Pale scheut fitst vor jedem «efchüftr, ber Jube vor keiner Mühe unb Arbeit." Auf Seite 118 de« AntisemitenkarechiSmu» befindet sich Folgende». .In Braila. Galatz, Jassy. Biurgewo ist der Jude Gastwirt, Schankwirt, Lohnkutschrr und Hausknecht, Kellner und Kuppler, Flickschneider und Flickschuster, Schreiner und Tapezierer." — Wenn wir dir antisemitische Färbung dieser Stellen außer Acht lassen, so ergiedt sich, daß die Juden in Rumänien den arbeitenden Handwerkerstand bilden. In der Sitzung de» österreichischen ReichSratc« vom 7. Februar 1890 verlas der Abgeordnete Pros. Zucker einen Artikel der ,Kölnischen Zeitung" in welchem e» heißt: »Der Jude ist hier (in Saloniki, wo über 90000 Juden unter etwa 100090 Einwohnern wohnen) Briesträger, Bootsmann, Handwerker, Dien st bot e. Der Türke (welcher der mongolischen Rasse angrhvrt) arbeitet hier wie anderswärt« nur in einem beschränkten Ginne, soweit eben seine« Leben« geringe Notdurft «S erfordert: der Grieche (also der Arier) ergiedt sich dem verhältnismäßig leichten oder mühelosen Geschäfte, er ist Inhaber der zahllosen Kafsreschenken, Koch, Zuckerbäcker, Droschkenkutscher, Barbier, Friseur, er bildet den Bermittler auf jebem Gebiete, kurz, er betreibt in der Hauptsache Alle«, wa« ohne übermäßige körperliche Beschwerden sich thuu läßt." In allein IS Gouvernements. Rußland« unter 2404256 jüd. Einwohnern befanden sich 11713 Hutmacher, 73018 Schneid», 45 838 Schuster. 20131 Tischler. 14172 Schlosser und Schmiede, 11487 Dachdecker und Zimmerleute, 82 Drucker, 5502 Gärtner. 1401 Seiler. 4242 Müller. 18778 Fischer und Fleischer. 18359 Kutscher, 17595 Schornsteins««!, Holzhauer, Pflasterer, Erdarbeiter. Obwohl die Flößer, Fabrikarbeiter,Handlanger,WOldarbeiter,Steinsetzer n-s.w. hier aar nicht mtt ausaezählt find, so ergiedt sich dennoch eine Zahl von 888868 Menschen, d. h. etwa 10 */,, welche