Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 26 (26.6.1891)
- Date
- 1891-06-26
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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dUc biblischen anö talmubischen CttaU find nicht aufaefiL sondern bnng verwedt-mit dem ־Stoff«, den er behandelt. Lin nicht zu unterschätzender Porpty iß sein Humor, der auf der Rcmzel so willkommen und gern gesehen ist, wie an jeder andern Stätte» denn er vertreibt den gefährlichsten Feind, der oft wie ein unumschränkter Herrscher in Rirchen und Synagogen regirl, nämlich die Langeweile. Die gespreizte Würde, da» auf Stelzen gehend« Pathos, di« triefend« Salbung treibt di« Leute aus dem Tempel hinaus, während der Humor sie lockt und festhäll und bei Menschen von gutem Takt mit der Würde de» Heilgthume» sich wohl pereinbaren läßt. Iellinck hat auch Muth, er.weicht den Tagesfragen nicht aus, er ist gern aktuell, er vergeht auch nicht in Devotion vor denen, die im Staat oder in der Gemeind« > gerade am Ruder sind, er rügt di« Schäden und mildert di« Rüg«, indem er sie mit Humor vorbringt. In der Grazie, mit der er heikle schwierige Fragen auf der Ranzel erörtert, offenbart er «ine groß« Meisterschaft; es ist ein Mißbrauch der Synagoge, wenn der Geistliche an einer Stelle, wo ihm nicht widersprochen werden kann, auf die Fehler gewisser Mitglieder seiner Gemeind«, sei es offen schimpft, seien es Anspielungen sich herausnimmt, bei denen es leicht erkennbar ist, gegen wen sie gemünzt sind, das ist nicht muthig, sondern unverschämt. Ich Hab« schon Geistlich«, di« im gewöhnlicken Verkehr sich ganz anständig benehmen, auf der Ranzel so roh und widerlich schelten hören, daß ein ganze» Bündel Injurienklagen in einer predigt lag. Andere wieder traktiren ganz allgemeine Themata und di« Zuhörer fragen sich erstaunt, was denn das Alles gerade sie angehe Liebenswürdige Leute nennen da» dann philosophffch; in diesem Sinn ist Iellinek nicht philosophisch; dennoch find viele religions-phllosophffch« Bücher der Gegenwart bei weitem nicht so ergiebig für die tiefere Ergründung des Iudenthum», als Iellinek» allgemein verhändliche, oft von Humor durchweht«, nicht nur erbauliche, sondern auch unterhaltend« Reden. Maybaum hat seine Homiletik mit einem Anhang besch wert, in welchem eine scbier unzählige Menge von Musterredew verzeichnet find. Bei vielen dort verzeichneten kann man sich Maybaum's Verfahren nur so erklären, daß er Muster aufstelUn wollte, wie die R^den nicht sein sollen; aber Iellinek als ganzer Mann, nicht gerade in jeder einzelnen seiner Reden, kann uns im Wesrnllichen als Muster dienen; es ist selbstverständlich, daß auch dies« Sonn« der jüdischen Homiletik einige Flecken hat. Aber von diesen kleinen, gegenüber den großen vonügen fast verschwindenden Fehlern können wir ja, da der Äel^igjährige mit Gottes Hilfe noch viele Jahre wirken und — was wir von Herzen wünschen — seinem Rollegen Dolff in Ropenhagen in Jahren und Tbatkrast nicht nachstehen wird, noch später einmal reden. Was Iellinek für di« jüdische Diffenschast geleistet hat, die» darzulegen erfordert einen besondern Artikel. Bericht S»er die Berf«««l»«g de- 9t*t*i1wr»ccfcu1»«# für Me ProM»ze» vststrentze», Westtzreutze« «. Pommer». Am 14. und 15. d.M. tagte in Danzig der Rabbiner» verband der Provinzen Ostpreußen, Westpreuhen und Pommern unter Borsitz der Herren Rabbiner DDr. Bamberger» »Sniosberg und Werner- Danzig. Die Präsenzliste ergab die Anwesenheit von 14 Mitgliedern; außer den berät« Genannten waren noch erschienen die Hären DDr. Braun- Pr. Stargard, Goldschmidt»Colbtrg, GrabowSki» Souitz, Guttmann-Culm, Hahn-Stolp, Janowitz» Dirjchau, Litt man n-Abing, Mann hei mer-Lauendur^ ordheimer-Schwer Lick-Marien>>Ag Rosrnstei n- Vogel stein-Ttrttw^^MALMchMumjl Verbandsmitglieder die umfangreiche Tagesordnung in Sitzungen u, erledigen. Besonder« hervorzuhebeu ist rege Interesse, da« von Seiten der Dauziger Gemeinde ihren Verwaltungsorgane« den Verhandlungen entgegelS׳ gebracht wurde. In der ersten Sitzung (am 14., Nachmittags), bei der« Eröffnung der erste Borsteher der Danziger Gemeinde, Herr Davidsohn, die Erschienenen mit herzlichen Worten be» K' ~ "* '*־* ' '־' " "" . und Durchführung der LonfirmationSfrier. Wieersterer in überzeugender und erschöpfender Ausführung die Not» Wendigkeit der noch so jungen Einrichtung dG Jußendgotles« diensteS und ihre 'heilsame Wirkung in unserer Zeit nach, in der es gerade so überaus schwer sei, bei der Jugend eine allgemeine Beteiligung an dem religiösen Leben zu erziele« und sie für die Bedeutung unsere« Glaubens empfänglich zu machen, so gelang es den warmen, von wahrhaft ibeafe* Hauch durchzogenen Ausführungen des letzterm der Eoq» firmation neben der Barmizwahftier ihren Wert z» wahren und sie namenttich in Hinsicht aus den ihr vorher» gehenden Religionsunterricht als ein unabweisbare«, Bedürsniß der Gegenwart hinzustellen. Die von de« Referenten eingebrachten Resolutionen wurden dann auch « der zweiten Slyung des Berbande« ohne größere Debatte« einstimmig angenommen. Die r rst e stellt die Einfühnntg de« Jugendgottesdienstes in ־ Verbindung mit einem der sabbathlichen Gottesdienste als nothwendlg und wünschen«- werch hin, im Uebrigen Zeit und Form de« Bedürfnis«« jeder einzelnen Gemeinde überlassend und wie natürlich de« Hauptnachdruck daraus legend, daß durch Ansprache «ad Gebet auf das Gemüth und den Geist der Kinder gewirkt werde; «S sei schon von früher Jugend an darauf Hinz» wirken, daß bei den Kindern das Berständniß für den eigen« ihretwegen hergerichteteten Gottesdienst erweckt werde und ihre Unterweisung in der Liturgie desselben mit in den Lehr»' plan der ReligionSschulen aufzunehmeii. Die z w e i t e Resolution betont namentlich die Wichtig-; keit des Eonfirmations unterricbts und verlangt auch hier die Aufnahme desselben in den Lehrplan der Schule, so zwar, י daß dieser den Abschluß des ganzen Unterricht« in der Schule ' bildet. Ja der zweiten Sitzung (15, Vormittag») galt das Hauptinteresse der )rage: ,WaS ist zur Helmug tat religichen Zustände in denjenigen Gemeinden unserer Provinze» - anzustrrben, die eines Rabbiners oder Prediger« entbehren^ . worüber Herr Rabbiner Dr. Bamberger ein befand durch die eigenen Erfahrungen und die langjährige bezügliche Wirksamkeit de« Referenten sehr belehrendes Re abgiebt. Der Referent hat selbst in der Provinz Ostprei um den kleinen Gemeindm namentlich bttüglich de« Religio Unterrichts zur Seite zu stehen, eine« .Gemeindeverband ii Leben gerufen, dessen nunmehr zehnjährige Thätigkeit fa reiche )olgen für Schule und Lehrer getragen hat, und nunmehr eine gleiche Einrichtung für Westpreußen Pommern an. Eine dahingehende Resolutum wird eit stimmig angenommen, begleichen ein von den H Rabbinern DDr. Rosenstern und Goldschmidt eingebrachte« Amendement. Wir geben beide«, Resolu und Amendement, um ihrer Wichtigknt willen, wörtlich > Die Resolution lautet: I« Erwilgung, dab in erster Reitze der «eligt-vs», unter dem Mangel der für ei«, gedieh! ich«, Erfolg d« uuerUiftichen Einrichtung, Ueberwachung und Anleitung in sernerer Erwilgung, das! dieselbe« nur durch aemewst- Zusammentnirten aller hierzu geeignete» und berufenen OiWHt,'־־ wie GemeindeveNretungen und Aadbiuer, zu erziele» sind, endlich i« Erwägung, dab der seit zehn Jahre» in Ostpn bestehende verbäud der TyuaaigenKSwiad» durch Ews ttner Jearduete» und regeuuSDiGS^tzchuDP^cktt«» Ggf