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Israelitische Wochenschrift · 1891-06-18 · 25 (18.6.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
25 (18.6.1891)
Date
1891-06-18
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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ין der 1 gj—wlna tcjaHwy, ja auch solche »ittsmns befchulmgt war». S» bestätigt sich Bibelwort: 0fo תדה מעשה מדקה .Di« Wirkung Wohltbätigkeit ist Fnede».")!fcm«, 15. 3unt Da« ״(Komitee für die russischen ist jetzt in voller Thätigkeit; au« allen östliche» lfm, zumeist au« Memel, treffen hier fast täglich Trupp« von Susgewiesenen und Flüchtlingen ein; werde» beköstigt, verpflegt, wenn nöthig. mit «stücken versehen und am nächsten Tage weiter dezum größte« Theile über Hamburg nach Amerika, jüufick auch nach England, Holland, Skandinavien u. s. w. iluf diese Weise siud iu kurzer Zeit etwa sechshundert —!Hestern (Sonntag) allein an hundert — Personen befördert worden. Natürlich werden di« Geldmittel de« Komitees ׳ außerordyitlich stark in Anspruch genommen und obgleich sich der Wohltbätigkeitssin» unserer Mitbürger (sowie der Provinz) auch hierbei «««der glänzend bewLhrt hat, werden dir vorhandenen Mittel noch nicht entfernt dem Bedürfaiff« genüge», zumal für die nächst« Zeit ein noch größerer Zu- > wach« «» Flüchtige» erwartet «t». — Diese selbst machen!übrige»«, trotz ihrer bedrängten Lage nicht durchweg den Andruck der Niedergeschlagenheit; die ungewisse Zukunft erscheint ihnen uoch nicht so trübe wie da» Loos, da» ihnen r» der bisherigen sogenannte« ,Heimath" bereitet worden ist. — Die Männer gehören in der große» Mehrheit dem ,Handwerkerstande an (es waren unter ihnen bisher Tischler, :Schlosser, Schmiede, Klempner, Dachdecker, Schneider, Glaser) .״und Alle hoff« jenseits de« Oman« lohnend« Beschäftigung zu finden. Mit diesen ^flüchtigen kommen übrigen» fast regelmäßig auch einige nichtjüoische ärmere Auswanderer an; e« braucht wohl nicht erst gesagt zu werden, daß diese , vom Eomilee ebenso verpflegt und unterstützt werden, wie ' dir jüdischen Neiseaden. Hieße», 15. Juui. (Or.-Torr.) Die wüst« Radaufreu«, welch« sich vor einigen Monaten in einem hiesigen Kaffee abgespielt hatte, fand Freitag vor dem Landgerichte dahier ihren gerichtlichen Abschluß. Angeklagt waren vier, dem Eorp» »Starkenburgia" angehvrende Studenten, unter der Beschuldigung, den jüdischen Referendar St. von hier und dessen Freond au» Frankfurt beleidigt und gemißhandelt zu haben. Beide Herren — der letztere ist zwar ein Lhrist, •ar aber von den Studenten wegen seine» jüdischen Au»- sthens für einen Juden gehalten worden — haben mehr oder weniger Berletzungen davongetragrn. Eine Intervention /seiten« bei Wirth» war uumvglich, well die so überaus «uchigeu Herr» vorher die Ausgänge verbarrikadirt hatten; derselbe hat aber am folgenden Tage sämmtlichen Mitgliedern betr. Korps den Besuch seine« Lokal» untersagt. — Bon biner Gefängnißstrase wurde deshalb Abstand genommen, d^e Angeklagten alle sehr stark angetrunkeu waren und »zufolg« nur auf Geldstrafe von 130, 10<), 40 u. 20 M. kann». Au» der Verhandlung ist folgender Punkt hervorliheden: Der Bertheidiger der Angeklagten sagte in seinem " »her, di« beide» Herren hätten doch Weggehen können.- »dar St erwiderte ihm, daß er die« fchou deshalb konnte, weil er selbst ehemal« Burscheusthafter gewesen -fei und ferner, weil er durch sein Fortgehen dem Borwurf,; daß die Juden feige seien, uoch mehr Nahrung gegeben hätte. In MKnster tagte »me wir dem von den Schriftführern Gossel-Eamen und Baum-Rheine verfaßten Bericht auszugsweise entnehmen — am 17. und 18. Mai di« 86. Jahresversammlung der israelitischen Lehrer von Rheinland und Westfalen.*) Herr Steinweg-Rheda eröffnete di« »- *) Nach der Präsenzliste «are» anwefend: Stet»»«g-Nh«da, Vlu««»au-Ha»ela, Drru-Mü»st«r, Levt-Neutz, Solfel-La««», >a»m-Nb^»e, I ob le»z-Bielefeld, Ltepmannsoy»-Miude», Tramer-wenmikirche», Ost«rm»»»-Boch»m, Vftwald-Witte», Marfch-Snonertch, »»ufwann-VelfenItrch«,, Kauf ««»»-Affe», Osuald-MUcher, H»ff»»»».Haltern, Dublo»-Dül»r», erste Sitzung «st hrrzlichrn BegrüßmmSworten. Herr Semmmchirektor Dr. Steinberg.Münster bewillkommt die Versammlung im Namen des Ortskomitees. Herr Seminarlehrer Treu-Münster entschuldigt die durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Kollegen Kronenberg - Bünde und Soldstein-Grevenbroich. (Letzwrer hat gelegentlich seiner Wirdrrgenesung der Unterstützunglkaffe 300 Mk überwiesen.) Nunmehr wird über den Stand der Unterstützungskaffe berichtet. Da» Gesammtvermügen der Kaste beträgt vS 307 M. Die Zahl der Mitglieder beläuft sich auf 70. In seinem Schreiben, da» der infolge Unwohlseins nicht erschienene Borsitzeud«, Herr Blumenfeld-Essen, übersandt hatte, giebt derselbe der Ueberzeugung Ausdruck, daß jeder Lehrer, deres versteht, sich in seiner Gemeinde die richtige Stellung zu verschaffen, auch im Stande sei, für die Kasse eine Unterstützung, sei e» durch eine Sammlung oder, wa« er für viel zweckmäßiger erachte, durch einen festen, jährlichen Beitrag zu erwirken. Möchten diese Worte nicht wirkungslos ver» Hallen! Im Anschluß hieran macht Herr Spier-Bocholt Vorschläge. auf welche Weise der Kasse neue Mfttrl zuzu» führen seien und richtet ebrnfall» einen warmen Apell an die jüngeren Lehrer, der Kasse beizutreten. Der Ehrenpräse», Herr Blumenau, begrüßte sodann die Bersammluag und gedachte mit Wehmuth der inzwischen Heimgegangenen BeremSmitglieder. Herr Treu theilt mit, daß eine in Essen wohnend«, eben von schwerer Krankheit genestne Dame der Kasse den Betrag von 50 Mark zugewandt Hab«. Die auSscheidendrn Borstandsmitglieder Treu, Goldstein und Lrwi wurden einstimmig wiedergewählt. Gleiche« Zuruf gewählt. Herr Eoblenz-Bielefeld erhielt sodann da» Wort zu dem Bortrage der Grundzüge de» von ihm abgefaßten Lehr, plan» über den jüdischen Religionsunterricht in der BolkSschule. Seine Ausführungen waren folgende: Der Unterricht umfaßt folgende Ledrgegenstäiid«: Hebr. Lesen, Uebersrtzen der Gebete, dibl. Geschichte, nachbibl. Geschichte und systematische Religionslehre. Al» NormalunterrichtSzeit ist die in den ״Allgrm. Bestimmungen" für einkl. Volksschulen ststgrsetzte Zeit angenommen. Da» hebr. Lesen beginnt mit dem 2. Schuljahre und muß bi» zum S. Schuljahre (excl.) soweit gefördert sein, daß von da ab da» hebräische Lesen als selbstständiger Unterrichtsgegenständ in Wegfall kommt. Da» Uebersrtzen der Gebete beginnt mit dem 3. Schuljahre, und zwar mit einigen leichten Segensprüchen, die nachher memorirt werden. Im 4. und 5. Schuljahre wird Ra hmer Thefilla kezara Eursuj L durchübersetzt, im 6, 7. und 8. Schuljahre Rahmer Kursus II mit Aus» schluß der schwierigsten Stücke.) Die bibl Geschichte beginnt mit dem 1. Schulicchre und muß mit dem 6. Schuljahre (inet.) soweit durchgearveitet fein, daß von da ab bibl. Geschuht« alt selbstständiger Unterrichtsgegenstand in Wegfall kommt. Nur in der syftematischrn Religionstehrr wird auch fenerhin noch aus di« bibl. Erzählungen Bezug genommen, insoweit in ihnen sittlich-religiöse Wahrheiten enthalten sind. 0 ppenbetmer-Wertber, Dubio».Düren, Strautz-Snger, Erma»»-Kerpe», Davids-Wolbeck, Nutzbaum-Dorstfeld, Dahl- Westerkappel», Spler-Ltchtenau, Kann »Hohenlimburg, Salomo»- Iserlohn. Set»stet»-Wünster.Dr. Wansbach.Münster,Dr. Stet». berg-Mstuster, S. Lsb-Ksl», Nosenseld-Lippstad«, Opp«»« . Helmer »Mülheim a. N, Fröhlich-M -»ladbach, Lazarus Mefchede, «rünemalb-Oeseke, Weinberg-Wickrath, Frank-Neutz, Katzeastei».Nichei«, Braun-N.-Marsberg. Braun-vurgftrtnfnrt, Katzenftrt»- Warenbors, Stern . Auröcht«, Nagel.Ernsttte, Spler » Bocholt, Soloberg - Steel«, Kauf««»» - Ahle», Lömenberg-Wahrburg, Spier-Wesel, Hartma» »-Salzkotte». Autzerdrm «oare» luuoefe»» der Vorstand »er Synagoge»-»«- meind« Münster und Mitglieder de» Kuratorium» der Marts-Hai»- »orfsche» Stift»»-.

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