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Israelitische Wochenschrift · 1891-05-21 · 21 (21.5.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
21 (21.5.1891)
Date
1891-05-21
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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fyimgoae einen religiös« Bortrag. Die genannte damalige Privatsynagog« hat sich inzwischen quantitativ und qualitativ herrlichentwickelt, in gesanglicher und homiletischer Beziehung ist sie vortrefflich ausgestattet, an ihr wirkten bereits mehrere gelehrte, treffliche dazu noch wird die Andacht durch eine Orgel erhöht. Tempora matantar...' Wir aber schließen init dem Segensspruch: א3*י .כחך נממה לחים HltzAntt. (Oberschlesischer Synagogengemeinde- Verband.) Dieser Verband bezweckt die einheitliche Förderung und wirksame Wahrung der die Synagogen-Gemeinden im Regierungs-Bezirke Oppeln betreffenden gemeinsamen Angelegenheiten. Stimmberechtigte Berbandsmitglieder sind nur die einzelnen Synagogengemeinden, die in den Hauptvei^ammlungen durch Delegirte vertreten werde». Am 10. Mai fand in Gleiwitz eine zahlreich besuchte Bersammlung statt, zu der von dem Repräftntantrn-Eollegium der hiesigen Synagogengemeinde die Herren Rechtsanwalt Z ü l z e r und Fabrikbesitzer Jakob Berg delegirt waren. Von besonderem Interesse waren die Verhandlungen betreffs Gründung eines israelitischen Waisenhauses für Oberschlesien. ES wurde festgestellt, daß der vorhandene Fonds 26000 M. betrögt, und mit Dank nahm die Versammlung davon Ocnniniß, daß ein hiesiger edler Wohlthäter (Herr Haas«) sich bereit erklärt habe, für den Fall, daß das Waisenhaus in Rybnik errichtet würde, 20000 M. und einen geeigneten Bauplatz zu spenden. Tie Versammlung beschloß demgemäß, die hochherzige Spende zu acceptircn und das Waisen- Haus in Rybnik zu errichten, zumal in gesundheit» licher Beziehung Rybnik als ganz besonders geeigneter Platz erachtet wurde und in financieller Beziehung mit Sicherheit erwartet werden darf, daß die Sammlungen in denjenigen Gemeinden, in denen solche bisher nicht stattgesunden, den Bausonds noch erheblich verstärken werden. Da unsere Gemeinde auch eine consessionelle Säule besitzt, so dürsten Kräfte für die Leitung der Anstalt leicht zu beschaffen sein. — Di« Versammlung nahm ferner davon Kenntnis, daß die Aus arvritung eines Normal - Statuts für sämmtliche Oberschlesischen Synagogengemeinden rüstigen Fortgang nehme. Oeflerr-ick Ungar« F.P. Nie«, ]3. Mai. Nach dem Muster des bereits in Deutschland bestehenden Vereins hat sich nun auch hier ein ,Verein zur Abwehr des Antisemitismus' gebildet, zu welchem eine erhebliche Anzahl von Männern, die als Politiker, Künstler und Industrielle einen l-ervorragenden Rus genieße», ihren Beitritt erklärt haben. Dem Ülereinc, an dessen Zustandekommen seit Monaten eine Anzahl von Persönlichkeiten unter der Leitung dcS .Herrn Baron Gundaker Suttner thätig ist, sind als Mitglieder bis jetzt beigettcten die .Herren: lsras Hoyos, Graf Zichy, Baron Leitcnbcrger, Hoftath Profesior H. Nothnagel, Hcrrenhausmitglicd Professor Billroth. Professor Ehrobak, RcichsrathS-Abaeordneter S ueß. Ober-Baurath Baron Ha sen a uer, Professor Tilgner, ProfesiorM. Trenkwald, Professor Warhanek, Präsident des Gewerbevcrcins Matscheko, Landtags-Abzeordnete! Noske, Stadtrath Dr. Grübl, Gemcinderath Fra uen berger.Stadlrath Franz Krcindl, Dr.Theodor Reisch, Gemcinderath Adolf Bachofen v. Echt, k. k. Hauptmann Achill Ritter v. Gatti, Schriftsteller Ritter v. Vincenti. Gemcinderath Dr. Karl Zimmermann, ReichSraths-Abgeordnetcr Guido Baron Sommaruga, Magistratsrath Dr. Ferdinand Kronawrtter, Gemeinderath Seiler, Landesgerichtsrath Beranet, Baron Mundy, Gemcinderath Djörup, Heinrich v. Mattoni, Johann Strauß, Landtags-Abgeordneter Gerhard«», Schriftsteller Dr. Ludwig Ganghofer. Oberstlieutenant L Orosz, Landmarschall Graf« in sky, Baron Suttner. m,d .hofrat Profesior H. Nothnagel, im Saale der Gartenbau-Gesellschaft eine Versammlung einberufen. Nach Eröffnung der Versammlung ergriff Hoftath Profesior Nothnagel das Wort, um die Ziele und Tende uzen des zu gkünd^de» Verein» zu kennzeichnen. »Irr «Mttsemi—mn».-' fafk er. »ist eine Schnmch, er q* den unlauterst« und häßlichst« Ltg« schäfte, der »«schlich« NanukM^ Sei» innere« Ses« ist der volllom»«« Legenstch und de« gllnzltche Ausgebm der Serechtiglrit und Humanität: seine Luster« Bethiltignvg ist da« Zerrbild alle» Edlen und «ul«, u»d sein« letz «e» Folg« find die tiefste moralische Berwilderung und Verrohung. U»stre jüdisch« Mitbürger, unsere treu« Mitarbeiter in de« Ring« nach d« höchst« Ziel«, welche die M«schheit erstrebt, werden in der rüiksichtsloseftaH und brutalst« Weise beschimpft und mit «ewaltthstigkeit« bedroh». Weswegen? Daraus giebt es keine Antwort, aber wir müffrn es mit. Zo« und Scham jeden Dag seh«. Es handelt sich nicht um ei»« AN der Politik, es handelt sich nicht darum, aus di« gefährlich« 40a■׳ sequenzen hinzuweis«, welche die weiter« Entwicklung di eser Bewegung für Staat und «Gesellschaft ergeben muh; ausschließlich und allein Humanität, Menschlichteit ist es, welche in Betracht kommt und welch», jeden anständigen Menschen zwingen muß, gegen de» Anti■ iemitismus Stellung zu nehmen.' (Beifall.) Baron Leitenberger spricht sein« vollkommene Ueber^ einstimmung mit den Ausführungen des Hosrathe» Rothnagel au» und gibt der Hosinung Ausdruck, daß es gelinget werde, die verpestende Krankheit de» Antisemitismus auszurotten zum Heile der Gesellschaft und zum Nutzen unseres lieben Wien. (Beifall.) - Sodann mahnte Edmund Graf Zichy zu energischer^ Arbeit. ,Ich habe in meinem Leben schon viel gegründet '4, und auch durchgesührt," meinte der Redner, ״und ich habe; immer gesehen, daß man nur dann etwa» auSrichtct, wenn m man frisch darauf loSgeht. Darum gehen auch wir loS auf H unser hohes Ziel!' (Stürmischer Beifall.) Mit der provisorischen Leitung deS Vereins wurden? beaufttagt die Herren: Rudolf Graf Hoyos, Baron Leiten-- 4 berger, Baron Gundaker Stuttner, Hoftath Nothnagels ד Gemeinderath Dr. Uhl. Nachdem die Herren Baron Suttner und Hoftath Nothnagel Entwürfe für einen zuerlasirnden Auftuf zur Verlesung gebracht hatten, wurde die Versammlung vo« Vorsitzenden mit dem Wunsche gkschlossen, daß die humanen Bestrebungen des Veieins baldigst Früchte tragen mögeiujtflfUab. Maska». Das hiesige Polizeiblatt vom 28. April! (10. Mai) enthält ein Rundschreiben des Lber-PolizrimeisterS, General» Jurkowskij, an die Polizei-BczirkSleiter. welche», unterHinweis auf die kaiserliche Verordnungvom 28.Märza.St^. vorschreibt, daß alle in Moskau ankommenden Juden noch, am selben Tage ausgewiesen werden müßten, indem man ihnen den Auftnlhalt .unter keiner Bedingung" gestatten: dürft. — Dem .Deutsche» Reichsblatt" zufolge mürber in JekaterinoSlaw am Vorabend dejüdischen Osterfest»- 02 jüdische Familien aus der Stadt getrieben; mau habe« ihnen nichts als das Wenige, was sie aus dem Leibe hatten, gelasftn und etwas ungesäuertes Brod und Wein, die Lebens«׳ mittel der flüchtenden Israeliten bei ihrem AnSznge aus- Aegypten Alle Sachen hatten sofort verkässt werden müsse»' und da» Geld habe der Polizeioffizier zur Deckung der Unkosten eingesteckt. Kosaken hätten die Unglücklichen vo». -1' Friedhsft verjagt, wohin sie sich geflüchtet hätten. In Sicklleckk in Polen sei die Polizei während de» Gottesdienstes in die Synagoge eingrdrungen und die Thora, die Gr^ctzeSrolle zn sehen verlangt, unter dem bisher noch nie und nirgend» gehörten Verlangen, ob die Gesetzesrolle den Stempel der amtlichen Genehmigung habe. Selbstverständlich konnte eine solche Genehmigung nicht nochgewiesen werden : und der» Polizrioffizier habe, da die Gemeinde nicht sofort 100 Rubel Buße zahlen konnte, dft GefttzeSrolle in Fetzen gerissen und den Unglücklichen vor dft Füße arworftn. Aars«. Gegenüber den Judenverfolgungen bemüht sich die griechische Regierung auf da» Ernstlichste, die Ruhe wieder herzustellen, und nach den neuesten Meldungen schemt das׳^ Borachen des neuen Präfekten na cd dieser mich tu! chatßqlich weuigs»» ו n i

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