Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 20 (14.5.1891)
- Date
- 1891-05-14
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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tt— \itu• (F-rtsetzun») Gstzetm Nt >■>— »ich« tta mHNMIM FemM«- .Ta« ist In aewtffer Hinstchl wahr, aber der Nutzen dieser Muster- 10«mt nfot uns, sondern nur den Juden jeldsi zu gute - »Das tMätmmtt «»ßrrtztfte jHartKnlckl der Juden er- 1 sich aus sollenden UmstSaden :* 1. aus der setndsellgen Haltung gegen die Menschheit, 2. au» der großen Selbsldehrrrschung de« jüdischen Naturell», >. die jsrischk -rau ist sich bewußt, daß sie nach talmudischem de» Manne sich blindlings unterordnen muß, gleich einer Min ober noch Kchlimwerem, und das, sie »ou der jüdischen Ute-!Meinte de» Mann« gegenüber nie Rech» erhält. Sie wagt deshalb fei den, de« Manne eiaeumschlig gegenüber zu treten, und da» ist ein iMsenritches Mowent für den häuslichen Frieden. 4. Der Jude betrachtet di« (!he wesentlich vom Nützlichke»»- sichdsyunlte u s. w. Wir konftatirrn zuerst, daß selbst Frstsch zuzugebrn sich genötigt sieht, daß dt» Faonllenleb« der Jude«, ein musterhaftes ist; da er aber durchaus alle Listenjchaften Aerstlben als vetwerflich darstcllen will, so blieb ihm eben «ichts Anderes übrig, als ihnen vkrwrrflichc Motive unter« i«lc8tn. Zu dem 8. Punkte verweist Fritsch aus Seite 177, wo er. den Beweis erbringen will, daß die Frau der Sodomiterei des Mannes nach d»m jüdischen Gesetze preis» «geben sei. Würde der Flitsch sich der Mühe unterziehen, sich mit de« Inhalt« diese- Gesetze« ein wenig vertraut zu «ach«, so würde er finden, daß auf dieses Verbrechen bei den Juden Todesstrafe sieht. Da Herr Fritsch gewiß auch ihm zugänglich«Beweis» stellen für diese meine Behauptung angeführt zu lvissen wünscht, so verweisen wir ihn aus di« Bibelübersetzung von Dr. Marthiu Luther und zwar 8 Mos. 20, l 3. Ferner ibid 18,22. Wenn Fritsch den häuslichen Frieden bei den Juden daraus erklär« will, daß die Frau nach talmudischem Recht dem Manne gleich-einer Sklavin unterworfen wäre, und daß sie der jüdischen Gemeinde gegenüber nie stecht «chwlte, so sehen wir uns geodtigt die Fragen zu stell«: ,Wird den» in Deutschland nach talmudischem Recht gerichtet und Hab« irgendwo die Mischen (Semeinoen über» £upt die Gerichtsbarkeit?" Im Urbrigen aber möchten «vir doch , Bersasser de» AK. dringend bitten, sich mn dem .tal» «udischea Gesetze' erst vertraut zu mach«, ehe er daraus Sach« «»nimmt, die nie darin gestand« Hab«. D«n die Stellung der Frau ist nach der talmudischm Gesetzgebung «ine so erhabene und den madern-stltlichen «nschauuntzea so «tsprechrnde, daß es wie ein Hohn auf die Wiss«schaft Hingt, was der ״A.-K." oben unter Punkt 3 anführt. Da ßiebt es ein« Mann, der auch den Talmud kennt, Her ehemals Rabbiner war, und von dem es bekannt ist, Haß es hauptsächlich seine Gegnerschastgcg« dm Talmud war, die ihn bewogen, dem Judenthum den Rück« zu kehr«, näm- Wn Dr. I Stern in Stuttgart. Dieser hat diesem Gegen stand ein besonderes Werkch« gewidmet, welches wir in dieser Oqiehnng für unparteiisch anseh« dürfen.*) Lr sagt dafttdst aus Seite 7 und 8: .An den Offenbaren Lichrparthirn des Inlmuds dürfen nun .ohne Bedenken die Stellen gerechnet werden, welch« di« Krau .betreffen. Und wenn es wahr ist, daß di« tknltnr gewisser .Aeiten und Preis« in der Stellung fich wiedersptegelt welche »dieselben der Blume der Tchätzfieng, »er Kran gegenüber ein- .nehmen, so kann nicht b-siritte» werden, daß di« Würdigung, »welche in Anbetracht des Zeitalter«, ans dem sie stammen, ,den Leser überraschen; so zartfinnig find dieselben, so sehr ' »kantastriren sie mit der Grringschttznng, welche der Orient bis .aas den heutigen Lag gegen die Fenu an den Lag legt, so ,Hitern. - - aK gWM tA knien .Grnz und gar bunhbrnngen sind deren *ntorrn non brrWiUHr .»er Fronen, von de« edlen und veredelnden Wesen echter »»» .reiner «ribtichteil.- ,Das sagt ein Mann, der zu hundert« Malm in Wort und'Schrift sich als entschiedenster Gegner de» Talmud» bekannt hat, der seiner Feindschaft gegen denselb« Amt und Lebensstellung geopfert hat. Aber es ist am best«, den Talmud selbst um seine Anschauunq zu beftag«. Da« her mögen einige talmudische Aussprüche noch näher erläutern, wie die Talmudrabbi'S über Monn und Weib und LH« gedacht Hab«: .Der Fried« ist die Grundlage des ehelichen Glücke».' »Stet« sei der Mann daraus bedacht, daß er seine Lemahlirr .ehrenvoll behandele, denn Ihr verdankt da« Hau» seinen Seg».' »Wenn Deine Frau klein ist, so bücke Dich und stüster« ibr .in'» Ohr.' (d. h. bei allem, was Du th»n willst, derate Dich »vorher mit Deiner Gattin.) . .Wenn ikheleuie tugendhaft sind, so wodnt der Livige in »ihrer Mitte und segnet sie." Ja nach dem Talmud ist e» die Frau, die den Mann erst zum Menschen. da« Leben zum wahren Leben macht. .Wer fich nicht verehelicht, verdient den Namen .Mensch" .nicht, denn e« ist gesagt worden: ״Mann und Weib schus er ,sie. und nannte ihre» Namen Mensch.' Wir könnten noch eine große Menge ähnlicher rabbinischer und talmudislber Aussprüche hier ansühre», ivelcha die Stellung de- Weibes im jüdischen Volke und (Äesetze kennzeichnen — ihre Zahl ist Legion — aber wir begnüge» uns mit obiger kleinen Probe, die genugsam beweist, in welcher schamlosen Weise, und mit wie aroßer Unwissenheit man Vorgehen muß, wenn man die jüdische Ehe beschimpsnt will, gilt doch im talmudischen Ehrrechtr als erster Grundsatz: .Die Frau hebt sich mit dem Manne, steigt aber nicht mit ihm herab.' (Kethubot, 48, desgl. 61 und an viel« anderen Orten.) Wer daher wisicn will, wie die jüdische Ehe nicht ist, der lese de» AnlisemitenkatechiSmuS! Gerichte trat GOrerspO»de»?e«. DewtfchK»». Sp. Magdeburg. (Or.-Eor.) Wir hatten in unserem Artikel über Hoffman» von Fallersleben und die Antisemit« in Nr. 17/I8dies.Bl. auf einGedichtHoffmannS hinaewiesen, worin er sich mit Walther von der Bogelweide vergleicht. In der neuesten Nummer der .Deutsch-socuilen Blätter' behauptet nun der Herausgeber, daß auch Walther von der Vogelweide .höchst wahrscheinlich" Antisemit gewesen sei. Dieses »höchst wahrsdjeinlich' ist gar sehr Possirlich und insoftrn bemerken«- wertb, weil die Herren Antisemiten sonst derartigeganz apodiktisch behaupten. 'Wahr ist, wa» Fritsch anführt, daß Walther von der Bogelweide in einem Lrede Klage über den zunehmenden Hang nach Gelderwerb führt; es beginnt mit mst den Worten: lob hän gamerket rc. und die prägnantrste Stelle darin lautet: «vra meist« wänege »vrüoobet. Mi« ei erwirbst guor", das beißt: der großen Menge ist es gleichgültig, wie sie Geld erwirbt. Die Fassung de- Gedichtist ganz allgemein und zielt auf keine besondere Consessiou hin. Aber bei seinem ausgezeichneten Spürsinn hat Fritsch auch ein Gedicht Walthers entdeckt, worin der Juden gedacht wird. In dem betreffenden Poem, deffm Anfang lautet: Vt6 Werft, ir mit dam wirte ragen, kommt folgender Paffuü vor: »wer ime ibt 801, der meo wol sorge»: & ich im lange aohaldio wäre, ich wollte S »’ •inmn jaden borgen. »Das heißt, sagt Fritsch wer ihm, nämlich dem Teufte etwas schuldig ist. dem kann wohl bange sein; bevor ich ihm etwa» schuldrg wäre, eher wollte ich sogar von eine« Juden Geld entleihen*. Wirtlich übersetzt heißt die Stell« aber: Eh'ich ihm lange schuLig bkeb, eher wollt' ich bei de« Jud« borgen. Man darf nämlich antisemitische Laute *k auf Treu und Glaub« hiimrhmen, den» vielfachstich.