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Israelitische Wochenschrift · 1891-05-07 · 19 (7.5.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
19 (7.5.1891)
Date
1891-05-07
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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der mit dem von ftnttt Hä«de Arbeit «tworbeüen Selbe fein Grundstück erworben hat, weniger Anrecht darauf be» sitzen soll al» derjenige, welcher e» mit überlegener kriegerischer Kraft gewaltsam »oben hat. .Di« Gleichberechtigung, «eich« dt« Inden heute besitzen, ist «in GnetzchtgesGenk, da« «an ihnen im Jahre 1848 gemacht ha».- Der Jude hat sein« Steuer an Geld und Blut dem Vaterlande ebenso zu entrichten und ebenso entrichtet, wie jeder andere; der Antisemit will ihm gern an Pflichten noch etwa» dazu ousbürden, andererseits ihm die gleichen Rechte rauben. Ist dagerecht? — Auch ist die Emancipation dein Geschenk, da» ihnen zuteil wurde, sondern ihr gute« Recht. »Btther aber habe« sie sich desselben nicht würdig bewiese», de»» sie bilden noch heule psllttsitz, gesellschaftlich und ge» sch östlich eine GsNtzerßeMeinhe. die ihren Borteil auf Soften der aaderrn StoaXbürger sucht.- Daß sie der Gleichberechtigung nicht würdig sind, zeige» die Inden besonders dadurch, daß sie alljährlich mit vielen Millionen Flugblättern im Berlage von Theodor Fritsch da» deutsche Land überschwemmen, in denen sie gegen ihre Mitbürger Hetzen und ausreizen'? Daß die Juden eine politisch« Sondergemeinde bilden, glaubt doch Herr Fritsch, d» doch so mancherlei glaubt, wohl selber nicht; daß sie es in geschäftlicher Beziehung sind, glaubt ihm kein anderer Mensch und daß sie es noch in mancher Beziehung, in ge׳ wissen Gegenden in der gesellschaftlichen Stellung sein müssen, ist ja nicht ihre eigene Schuld, sondern die ihrer lieben«» Würdigen antisemitischen Mitbürg». Soll doch »ach Seite LS de-A.-K. .Abschließung und Absonderung im vollsten Maatze den Juden zuteil werden!* «.Gin» di« Intze» »icht etzeuf» gut Deutsch» »t« wir? Sic stellen sich gern so, alob sie ewären, aber — sie glaube» etz selber nicht! — — las duldet schon ihr Hochmut nicht, da sie sich ja den Namen de- .auserwählten Polte«- beigelegt haben. Wo» gebraucht man eigentlich, um in Deutschland al» »Ausländer" naturalisiert zu werden? Jeder Franzoj« oder Türke wird, wenn er eine Anzahl von Jahren im deutschen Reichsgebiete ansässig ist, aus sein diesbezügliche« Gesuch deutscher Staatsangehöriger, d. h. Deutscher. Dem Juden dagegen, dessen Boreltrrn schon seit fast zwei Jahr» tausenden in Deutschland wohnen, wollen die Herren Antisrmiten rinrrdrn, er sei ein Fremdling. Den Polen in Posen und Westpreutzcii, den Franzosen in Lothringen, den Dänen in Schleswig oder den Sorben im wendischen Kreise denkt niemand die Gleichberechtigung als deutsche' Staatsbürger abzusprechen, obwohl sich jene nicht wie die Juden an der deutschen Cultur beteiligt haben, obwohl jeue nicht einmal dir deutsche Sprache reden. Sin ״auSer» wählte» Volk" sind die Juden sicherlich in der Beziehung, daß sie von den europäischen Völkern zu allen Zeiten zum Prügelknaben auSrrwählt worden sind. Uebrigea» War es der von Herrn Fritsch zum Arier und Antisemiten «machte Jesus Christus der die Worte gesprochen hat: ״Das Heil kommt von den Juden her.- . »tcht«»ch «HtU Zud«« <a tze» letzte» Art ege» ttz« Mit fit M Vaterland »erg»Gr»? ,Cl wird nicht so arg sein!" — ״Der Jude ist von Natur zu« Heeresdienste wenig tauglich. Mm heldenhafter Gtiederbau gehör« nicht zu den Vorzügen »er jüdischen StSßr- Schrn deshalb ist der Prozentsatz der in der Armer stehenden Jaden et» auhcrordentlich geringer. I« Feld« haben sich noch zudem lehr viele dieser jüdischen Ssidaten krank gemeldet uu» «ährend de« SriegSzuge» i» de» Lazarekhen gchWNi. «»Ute wtrMM »er Amt «der mt andere mit ta’f Feuer MMMU» sei». I» ist das grwih »ich« au» »,«pftsdurkt geschehen, saadern nur unter de« »»vermeidlichen Zwange der Utnstllnde. Der Jude, der sich sreiwilti, U, eine» Immp» stürz», wo cs da« Lebe» knsten tann, der soll erst nich aefn.idr» werben. — Di« Begeisterung süt d«S Vaterland war es -ewig nicht, di« einzelne Inden an unseren Schlachten teilnehwen ließ." ,Der bekannte SchriststAler Dr. Ludwig Philippsohn »ährend de» Kriege» 1870/71 statistische» Material j»r Muug der Teilnahme der Juden an dem selbe« gesammelt Ja einem Gedenkbnche zusammragrfirilt; da e« nicht ans amtlichem, fonbtrn nur aus privatem Wege geschehen konnte, so können seine Angaben auf Vollständigkeit keinen Anspruch muchen. In diesen Brrzeichnisse« finde« sich unter 2831 jüdischen Soldaten 86 Aerzte, 28 Officierr. 31 Feld» webet und 184 Uarerosfizierr von verschiedenem Range; 83 Leute erhielten das Eiserne Krenz." — Sine im Jahre 1847 dem vereinigte» preußischen Landtage vom Krieg»« Ministerium vorgrlegte amtliche Denkschrift sagt: ״Faßt man den Inhalt dieser Ermittelungen zusammen, so darf man als erfahrung-mäßiges Resultat annehmen, daß di« Juden de» preußischen .Heere» von den Solvaien der christlichen Bevölkerung im Allgemeinen nicht erkennbar unterschieden sind, daß ste im Kriege gleich de» ädrige» Preuße« sich bewährt, i« Frieden den übrige» Truppe» nicht »achgestauden Huden, insbesondere die jüdischen Re» ligionüverhältnisse nirgend als rin Hindernis bciin Krieg»- dienste hervorgctretcn sind." O. «der di» Jude« find doch auch Mensche«, sie wolle» auch lebeu l . Iugrgrdea. die Inden sin» «rusche», so ist «s doch ein eigenlüu,liä»eS Verfahren, diese Thalsawe gewisscrmahrn al» eine <£1U» schuldigung für ihr Treiben anzusühre«. Mer »IS «rusch lebe» «I». «uh auch menschlich kühle» »»» handeln und seine Pflichten gegen die «irledtnden tu «ruschlicher Weile erfüllen. Das »Hut der Jude sehr osl nicht. Er stützt sein Fortkomnirn meist aus den Ruin Anderer, sein ganze» Deuten, und Handeln ist ein fortwährender feindseliger »krieg gegen die Menschheit. Und er bedien« sich dabei meist der niedrigsten wittd: der Lüge, de- Betrüge« und de« Verrate». Ist es nun aber nicht geradezu albern, die Mtssethaten Jemande» damil entschuldigen zu wollen, dag man aus sei»- Meuschtmum hinweist׳? Dürste »a« de»» »ich« auch zur «er1hei»i«u״ eine» R«sft- Mörder« sage«: .Er ist doch >»ch ri» Mensch, er »ill auch UM»!" lüerade dieser Satz beweist die ungeheure Wedaukenlosigktt vieler Leute, — er beweist auch, wie schlecht es um da» «sewlfle» der Juden bestell« sein muh, Last sie keine andere Daseinsberechtigung auzujühren wisien, al- Ihre Zweibeinigkeit, und dah sie mit de» Hiuwei» aus diese» zoologische Merkmal ihre wolle». — linlnutmn Handlungen entschuldigen Also Mensch sein heißt nicht« weiter, al» 2 Bein« haben, heißt nicht»- weiter, als gewisse zoologische Merkmale besitzen. Da für Fritsch also der Inbegriff des Menschentum» die Zweibeinigkeit ist, so müßte logisch weiter folgend derLäuterungsprocrß, den er dem deutschen Bolle aufoctroyieren möchte, auf eine veredelte Zweibeinigkeit hinanslaustn. Daß die» nicht etwa ein bloß zufälliger Ausdruck ist, sondern tief au» seinem innersten Seelenleben geschöpft sei« .muß, läßt sich leicht an »er Hand von analogen Stelle» beweisen. Niemand hat bisher begangene Missethaten damit zu entschuldigen versucht, daß der Verbrecher ein Mensch wä». niemand hat bisher skr einen Raubmörder da» Menschentum als Milderungsgrund in Anspruch genommen. Aber sind denn die Juden Verbrecher, sind die Jude« Raubmörder? Warum klagt sie Herr Fritsch nicht vor Gericht an? Uebrigen» bitten wir ihn, doch auch einmal eine Stattstik der Raubmörder in Deutschland nach Religionen zu gebe«, um den Antril der Juden am Verbrechen zu konstatieren. Da»- jenige Berbrechen aber, welche» de« Raubmorde und Morde am nächsten kommt, nämlich ״Gefährliche Körperverletzung-, verteilt sich nach dem Böckelschen ״ReuhSherolde" Nr. 30S in folgender Weis«: SS kamen auf lOOOOOchri stlicheSinwohner de» Deutschen Reiche» 1882 1883 1884 1888 188« 88 -־*». IIS 80,3 106,7 .... - ... Dägegettkamen in denselbenHahreü aus lIOOOO jüdisch« Liuwohner: ״"' . 20 34, t 32,3 SS 87 Wir werden nicht verfehle» im Laufe dieser Folge von Aussätzen eine eingehende Statistik über die Brlemguag der deutschen Inden am Verbrechen nach amtliche» Quellen zu gebe» (»Ater L). (Forts, folgt. »

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