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Israelitische Wochenschrift · 1891-03-26 · 13 (26.3.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
13 (26.3.1891)
Date
1891-03-26
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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‘ PZerhstgungDgelder der Zsglinge aufgebracht werden. Im!. , Iah» 1883 wurde die Anstalt auch von Sr. Excellenz dem ^-«demalige» Kultusminister von Goßler besucht. Derselbe in ^-Begleitung de- Oberpräsidenten von Eulenburg, sowie de» »Herrn Promnzialschulrathes Kreische l folgte einige Zeit Lem Unterrichte mit sichtlicher Befriedigung und nahm von £ den wirthschastlichen Verhältnissen der Anstalt Kenntniß. Möge es dem um Lehrerwohl und Lehrerbildung so; . verdienten Jubilar vergönnt sein, noch recht lange zum ' Segen der israelitischen Schule seines Amtes zu walten! Ph. |at de» Kauusoersche«, 22. März. (Or.-Eor.) Fünszig Jahre einer gesegneten Thätigkeit in einem Berufe, der seinen Trägcrngar manche fchwereAusgabe stellt, ist immerein Sreigniß. welches auch weitere Kreise interessirt. Am 18. März feierte der Lehrer und Prediger Fleischhacker < in Harburg sein 50jähr. Lehrerjubiläum, worüber ich hier; kurz berichte. Früh Morgens wurde der Jubilar durch ein ' -Ständchen überrascht. Im Lause des Vormittags erschien - 'der Vorstand der Gemeinde und übergab ihm unter ehrenden Danksworten, für sein treues und segensreiches Wirken ein sehr ansehnliches Werthpapicr. Die Schüler verehrten istrem f liebten Lehrer einen schönen Eigorrenschrank. Herr Lehrer hilipp aus Lüneburg erschien als Deputirter des jüd.;hrervereins der Provinz Hannover und überreichte unter f herzlicher Ansprache als eine Ehrengabe: 'die Doro'sche r 'Prachtbibel.mit Philippson'scher Uebersetzung, nebst einer!hübschen Adresse, in welcher namentlich dä Jubilars treues Wirken für die Gründung und Entwickelung des Lehrervcreins, dessen langjähriger verdienstvoller Vorsitzender er gewesen und seine Bestrebungen für die -Hebung des jüd. Lchrerstandes betont wird. Ter Jubilar dankte tiefbewegt. Ein Deputirter "der evangelischen Schulen übcrbrachtc deren Glückwünsche, der Präsident des ״Lehrervereins au der Elbe" die Grüße -seinrr christlichen Collegen. Auch der katholische Geistliche hatte seinen Glückwunsch gesandt. Vom Landrath Herrn I ton Göschen, war ebenfalls ein sehr herzliches Schreiben Jäi-T: -einaelaufrn. Die vielen Besuche und theilweise sehr kostbaren ^Geschenke und Blumenspenden, die ungezählten Briese und Telegramme, die während des Tages von Glaubens׳ und Michtglaubensgenossen einliefcn, zeugten so recht von der , Liebe und Verehrung die der Jubilar sich während seiner - 'HlmtSthätigkcit innerhalb und außerhalb seiner Olemeindc er« worben hat. De» Glanzpunk« te« ,Erstes bildete da« Bankett, welche« die Gemeinde-Abrnd» im Raihrkellee veranstaltet hatte und an dem ca. 130 Perfönen theUnahmen. Rach einem Begrüßungslied au« Juda» Maccabäus, «am Synaaogrnchor gesunde»״ brachte der ebensaU« erschienene Land- Rabbiner Dr. Gronemann da« erste Hoch auf den deustche» tkaiscr M-.au«, »«raus der Borsteher Herr M Jacobsohn dem Jubilar in -«tue» geist- und schwungvollen Trinkspruch feierte. Nachdem Herr Ake ufeld dt« au«wärtige» Gäste begrüßt, gedacht« auch der Hr Land- Rabbiner de« Jubilar« und der Bedeutung de« Tage« in einem recht - finnigen Toast«. Herr Cultu«vorsteher Talomon toastete sodann aus de» Landrabbiner. Philipp-Lüneburg drückte im Namen der aus- .«äriigeu Gäste für di« freundliche Begrüßung seinen Dank au« und verband damit den Triulfpruch auf den Jubilar, ihn al« Collegen und ,Freund feiernd. Lin früherer Schüler de« Jubilar«, »tun. oa»ä. Bargebuhr, brachte t» ergreifender Weise den Dank der ehemaligen '׳ Schüler dar. Nachdem sodann noch dem Vorstände, den Damen re. der' schuldige Tribnt gezollt worden war, sprach der Jubllar unter ^Augrnndelmuna von Pf. I lk, Hl, in längerer Red« seinen Dank gegen G»«t und die Anwesenden au«, auf di« Schüler .der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sein Gla» leerend. Lin« Sammlung für die ״Arme» und dl« jüd. Lehrerwittwenkaffe ergab ei» hübsche« Resultat. Rach de« Tischgebete fanden in jeder Beziehung gelungene cheatralische Aussührnnaeu statt, vondenen besonder» ei« Dialog, von Fräulein Geckel und Irl. Jacobsohn meisterhaft vorgetragen und «in Singspiel: Ein« llebuna-stund« im Harburger Synagogenchor, verfaß» von Frau Jen«, Reufeld, sich de« ungetheiltesten«eisall» *HfWUttB. Mit einem Balle schloß die würdige und erhebend« Feier, die tebensosehr d»» «Sjährt^n in kSrperlicher und geistiger Frische noch rüstig " thältgen Jubilar al« der Gemeind« Harburg zur Ehre gereichte. MÜltsch (Schles.), 14. Mirz. (Or.-Eor.) Am heutigen, sin diesem Winter letzten Abend unseres ״Mendelssohn-Berhielt Herr Lehrer 'und Eautor Pulvermann einen ^mterrffante» Borttag über ״die Zukunft der Religion- «in Thema, dag ja in der letzten Zeit auch in diese» Blatte vielfach besprochen wurde. Der Bortrag gipfrltt in dem Gedanken, daß gerade die jüdische Religion ttotz ihrer Adneigung, Proselyten zu machen, am ehesten dazu geeignet sei, die Völker alle unter dem Banner des einzigen Gottes zu vereinen; die Juden, die ttotz der Anfeindungen und Verfolgungen seit frühester Zeit bis in die Gegenwart hinein, nicht nachließen in ihrem idealen streben nach Sittlichkeit und Wahrheit, das ihnen ihre Religion vorschreibe, seien am ehesten dazu berufen, mit der reinen Liebe, die ein speciell jüdisches Gebot sei, alle Völker zu umfassen. Der reiche Beifall, der dem Redner zu Theil wurde, ließ erkennen, wie sehr die Worte eincni Jedem aus der Seele gesprochen waren. — Rach anregender Deklamation ttat der Tanz in seine Rechte, der die Versammlung bis nach Mitternacht in der animirtestcn Stimmung zusammen hielt. — Nach den Erfahrungen der eisten Saison geht unser junger Verein guten MutheS der kommenden entgegen. v Ilk», 17. März. (Or.-Cor.) Am Donnerstag, den 12. d. M. starb hier nach längerem Leiden der Vorsänger a. D. Herr Simon Einstein. Er war am 1. November 18L2 in Laupheim geboren, von 1842—1845 Lehrer in Möhringen, von da bis 1873 alleiniger Cultnsbeamter hiesiger Gemeinde, welche in diesem Jahr einen zweiten Lehrer und später einen Rabbiner austellte. Im November 1890 sah er sich durchdie veränderten Verhältnisse und durch Gesundheitsrücksichten veranlaßt, iu den wohlverdienten. Ruhestand zu rrekn. Einstein war ein pflichttreuer, gewissenhafter und streng rechtlicher Beamter.. Seine Beerdigung fand vorgeskrn (Sonntags statt. Der von einer großen Zahl Leidtragender gebildete Trauerzug ward von dem Turnerbund mit umflorier Fahne eröffnet.- Am Grabe sang der Lehrerchor, wonach aus ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen dessen langjähriger Freund, der frühere hiesige Bezirksrabbiner Dr. Kahn ausLaupheim, das Wort ergriff. Er sagte u. A.: Daß er, da es im Wunsche des Verstorbenen «legen, ihm am Grabe keine Lobrede zu halten, in Achtung dieses Wunsches nur «in kurzes Gebe: sprechen werde. Er könne aber nicht umhin zu betonen, daß der Verblichene während seiner 46jährigen Wirksamkeit in der hief. iSemeinde in wahrhaft mustergiltiger Weise gewaltet Hobe. Ten Seinen sei der Daisingeschiedenc ein treuer Vater gewesen, dem für da» Wohl seiner Angehörigen kein Opfer zu groß war Hieralls sprach Herr Lehrer Haymann ausLaupheim, es.sei ihm der ehrenvolle, aber traurige Auftrag zu Theil geworden, im Name« seiner Collegen dem Verewigten für die vielen Ikämpfe und di« unrr» müdlichen Bestrebungen bezüglich der Besterbezw. Gleichstellung der jüdischen Lehrer mit denen anderer Zkoiiscssionen den Dank nachzuruke». Im Sinne des Verstorbenen fasse er sich kurz und bestätige nur, daß das Andenken des Verblichenen ein unvergeßliche« sein und man in jüdischen Lehrcrkreisen seiner stet« mit Liebe und Verehrung sich ertnnern werde. Der beste Beweis de« hohen ihm gezollten Vertrauen« liege in feiner stets einstimmig erfolgten Wiederwahl. Im Auftrag des hiesigen Lehrerverems gedachte der Vorstand desselben, Herr Ramsler, in warmen, herzlichen Worten des ersprießlichen Wirkens des Dahingeschiedeaen in dem Lehrerverein und legte wie die andern Redner eine« Lorbeerkranz auf da« Grab Bon Seiten des israelitische» Frauenvereins, dessen Mitbegründer der Verstorbene gewesen, wurde zum Zeichen der Dankbarkeit und Verehrung ein prächtiger Palmenzweig auf den sarg gelegt. Mit dem Segen des Bezirksrabbincr» Dr. Kahn endete die Trauer» feier, der auch Herr Dekan 3)t(ftncfer anwohnte. Oesterreich Ungar«. Ni«» Der soeben ausgegebene Jahresbericht des Bet Ha-Midrasch, dessen Rechnungs-Ausweis mit 3963 Gulden in Einnahme und Ausgabe balancirt, und mit einem G«-. sammtvermögen von ca. 42,000 Gulden abschließt, hebt im Vorworte es besonders hervor, daß durch die Munifizenz der Gebr. Wilhelm und David Ritter von Guttma nn die Errichtung einer Lehranstalt in Wien zur Heranbildung von Rabbinern und Religionslehrern gesichert sei; dir genannten zwei Herren hätten demselben auch eine jährliche Sudventio» von 10,000 Gulden zugesichert.

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