Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1891-03-05 · 10 (5.3.1891) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
10 (5.3.1891)
Date
1891-03-05
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/6492344-5935076-5959649--0550-5374331
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

xnb Gatznflen. Aicheid«« wäre» ftr drei Linder Frei- HvoMerr ermittelt (btt den Herren S. Jona« in Hagen» dnrg, S. Frankenberg in Gr.-B«rktt und Brandt in Lamspringe.)" — Ein ehrendes Andenken widmete der Bericht dem verstorbenen Rentier Eoppel, der durch sttne hochkernigen Stiftungen sich in unserer Stadt für immer ttn dlttbaides Denkmal errichtet und auch diesem wohlthätigen Vereine sttne hivgebend« Thätigkttt gewidmtt hat. Die ehrenden Worte, mit denen das Andenken des Verstorbenen gefeiert werden, lauten: »Indem wir die finanzielle Seite naserrs Unternehmen« berühren, erwächst uns die Pflicht, da« Andenken ein!« Mannes zu ehren, der von vornherein dem untcrzttchncten Komitee als Mitglied angehörte und in demsttbeu das mühevolle Amt ttnes Schatzmeisters mit seltenem Eifer verwaltete. Unser allverehrtet Mitglied. Herr Simon Koppel, wurde am 26. September 1890 durch den Tod aus unserer Mitte abbcrufen. Sttn warmes Herz für die Lttden Anderer, sttne Bereitwilligkeit zur Unterstützung würdiger Dürftiger, sein besonderes Interesse für unsere armeschulpflichtige Jugend werden bei uns unvergessen blttben!" TfitUjtn(tu, 27. Februar. (Or.-Cor.) Am 15. d. M. feierte die hiesige Ehewra Gemillu« Chaßodim ihr 30jähr. Stiftungsfest im Saale zur Hoffnung. Stachdem man das Abendgebet verrichtet und der wohlgeschultc Synagogenchor da« Lied ״Geist der Wahrhttt. Gttst der Liebe", beendigt harte, betrat unser Rabbiner Herr Dr. Schönberger zu ttaer zündenden Rede die Kanztt, indem er. anknüpfend au deu Text des Gesanges, in begeisternder Wttse auf die Tendenz des Vereins, den Geist der Liebe und der Wahrheit, überzeugend darlegte. Bei dem darauf folgenden Mahl brachte den ersten Toast der Vorsitzende de« Geinrindr- Vorstandes, Herr Julius Herrmann, auf den Vorstand der Ehewra aus, dessen Verdienste um den Verein in gebührrnder Wttse würdigend. Sodann toastete der Herr Radbmer in wohlgrlungener humoristischer Rede auf den Gemttndevorstand —. ferner Herr Emil Hirsch. Borsttzrnder des Vorstandes der Ehewra, auf den Rabbiner. Herr LOppenhrimer. Vorsitzender des Repräsentantencollegiums, auf den Verein und Herr Herrmann Eolliu aus die aktiven Mitglieder insbesondere. Der ganze Verlauf des Festes, die animirte Stimmung, die große Betheiligung, die sich stetvermehrend« Mitgliederjpbl deS Verein-, beweisen, wie auch unsere Gemeinde an Herz und Sinn für das Judenthum und seine Humanitären Institutionen nicht zurücksteht. Ins de« Gksah, 15. Februar. (Or.-Cor.). Unter der Ueberschttst: ,Die Eheschließungen in Elsaß-Lothringen," wird in der heutigen Nr. des ,Straßburger Tageblattes" ttne Statistik der sttt 1881/89 jährlich geschloffenen Ehen bei den drtt Consessionen ausgestellt, nach welcher btt Katholiken und Protestanten die durchschnittlichen jährlichen HttrathSzahlen im Verhältniß zur Mittlern Zahl der Glaubensgenossen ziemlich gleich waren: aufs Tausend der letzten! mmen btt den protestantischen und katholischen Männern je 13.5; btt den protestantischen Frauen je 13,6 und btt den Katholikinnen 13,0 Heirathrn. Bei den Israeliten dagegen waren die Eheschließungen etwas seltener: btt den Männern 11,6 und btt den Frauen 10,6 pro Tausend. Bon allen 1881^89 geschlossen eo Ehen waren 91.83 Proz. solche, in denen die Gatten gleichen und 8,17 Proz. solche, m denen sie verschiedenen Bekenntnisses waren. Me Mnchehen verthttleu sich aber nur auf die Katholiken und Protestanten. Bon den heirathenden kacholischen Männern sind 4,11 und Frauen 6,36 Proz.; von den protestanttschen Müsuirn 28,42 und Frauen 16,10 Proz. Mischehen eingegangen. Btt den Israeliten dagegen hat keine einzige Mischehe stattgefunden. tv«--rre1ch A«-«rv. Wie«. Folgende .Einladung zur Gründung de« Vereine« zur Bekämpfung des AnttsemitiSmus" wird von den hiesige» Blättern veröffentlicht: Jk >J» Deutschland hat.sich vor «uqe» ei» Berel» zur de« AnnsenittiSutu» gebildet; es sind demselben tausende von 4 aller politischen Richtungen «ad Stände betattreten, upd ziere« ersten Ans» ns die Renten der bedeutendsten Staatsmänner, Gelehrte». Aerzte, Professoren, Richter, Rechkdanwälte un^ Abgeordnete«. Die Staat und Gesellschaft gleichmäßig «drohende antisemitische' Bewegung, welche zur gefährlichen Verrohung des Volkes führen muß, hat aber auch in Oesterreich berttts höchst schädlich, insbesonder« auf' die Gesittung der akademischen Jugend, ttngewirtt, und ist e« darum , auch hier geboten, daß sich die Gegner dieser dem Jahrhundert der ׳A Aufklärung und der Humanität zur Schmach und Schande gereichenden ׳ sittlichen und geistigen Verirrung zusammensinden. Im Vereine mit .inigen Gesinnungsgenossen richte ich an all«. Männer, welche vor wahrer christlicher Duldsamkeit*) untz Nächstenliebe und da«! vom Abscheu gegen den rohen Anttsemtrismn» - erfüllt sind, die Bitte, mir ihren Namen mit der Ermächtigung mit-- zutheilen, ihn in der Einladung zur Lonstituirung de« Verein», mit dem Sitz« in Wie.i, verSffentlichm zn dürfen. Ein Beitrag wird nicht verlangt, es werden aber freiwillige Beiträge zur Drucklegung und unentgeltlichen Verbreitung de« mir seinerzeit von Dölltuger zur Benützung gestellte« vortreffliche» aka- «mischen Bortrage« ,Dir Inden in Europa" sowie der Ausstzrüche " berühmter Männer btr Jetztzeit über den Antisemitismus verwendet werden. Linz, am 22. Februar t?9t. Dr. Earl v. Kißling." Frankreich. ft?«ris. Am 24. Januar fand die Jahresversammlung.^ der Gesellschaft des ätade« jaive* statt, welcher Hr. Profi Oppert präsidirte. Der Schatzmeister Erlanger verlas “ den Cassabericht, der für 1889 ein Deficit von 600 — füt /S 1890 ein solcher von 300 Fr. aufwies. Der Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen der Gesellschaft trug ein. protestantischer Geistlicher Herr Bernes vor, der m begeisternder Weise über die Erhabenheit der biblischen Wahrheiten und über die jüdische Wissenschaft sprach und das׳^ allbekannte Factum bedauerte, daß <s noch immer christliche.׳^ Gelehrte gebe, die darüber in völliger Unwissenheit und sich doch über das Judenthum competentr Urt heile:) anmahen. Der Pfarrer sprach so schön, daß einer dee.'^ Anwesenden scherzhaft die Bemerkung machte, Herr möge sich in Acht nehmen, daß er nicht zum Obcrrabbiner' von Paris gewählt wird. Den wissenschaftlichen Bortrag hielt Herr Wahl über.^ ,die Israeliten im Allgemeinen und da- Naturalisation«»? decret vom 24. Oktober 1870." Au« der Darstrür " Wahl's geht hervor, daß bereits auf Antrag Crümieux dem Jusrizminister Ollivier die Angelegenheit verhaudttt j wurde und daß die arabische Insurrektion 1871 die) Naturalisation der Israeliten zur Nothwendigkeit genau Al« Minister decretirte Eremieux die Gleichstellnna Israeliten in Algier und sprach die gegründete Hoffnu aus, daß sttne arabischen Brüder sich dem modernen Eult» leben anschließen und sich als würdige Franzosen bewttsi würden. Das Wort Eremieux' ist erfüllt, denn berttts find wir in allen Zweigen de« öffentlichen Leben«, in Milftä und Eivilämtern, algerische Juden. Eremieux' unsterblick Verdienst aber ist und bleibt, ttn 21 לעסוV V7N gewesen sein. Ehre und Ruhm sttnem Andenken. Der oberste Rath der Eolonien hat ein Gesetzentwurf auf Vorschlag der Regierung genehmigt, in Bezug auf die Eulte in den Eolonien im Ärmel 14 g' bestimmt: Di« Riederlaffunaen habe» «1s ihre« ««Meten Me Freiheit Lutte« und all« rrliAösen Gebräuche zu reipecttren, und ihnen i Unterstützungen zu gewähre», sofern dies«!»«» nicht der Hnmanlti zuwtder sind. JfMti». Nach einem an die Redaktion de« ,11» i«raelite" durch Adolph Frank gerichteten Brief wird Liga zur Bekämpfung des Aotisemitismn« Vorlesungen r anstaltrn, die erste wird der Präsident Herr Frank selber^ halten. . SMita. Hl««. Ueber den neuen italienische» Minister, unse Slaubensgenoffen Luzzati, erfahre iq, daß derselbe 1k *) «tr finde» hier di« Bestiittpina unserer «»sicht, daß nur'! vroei» m> christlich«, MUgttedern Ärksinn sein

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.