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Israelitische Wochenschrift · 1891-03-05 · 10 (5.3.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
10 (5.3.1891)
Date
1891-03-05
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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«-Venedig geboren und Professor an der Universität Padua .gewesen. Derselbe ist ein hervorragender Nationalükonomiker und gehvrt der Rechten der Kammer an. -Auch noch ein - anderer Glaubensgenosse Romain-Jacur ist Unterstaatssecretär in dem Ministerium Rudini. Melvano, gleichfalls Jude, soll das Amt als Direktor der volitischen Abtheilung im Ministerium des Auswärtigen erhalten. Die iör. Geiammtbevölkcrung Italiens beträgt 35000 Seelen. Da auf 5a 000 Seelen ein Deputirter und auf 100000 ein Senator kommt, so würde uns kaum e i n Mandat zukommen, mdesscn habe« wir 10 Deputirte und 7 Senatoren. Mo». Die hiesige Rabbinerschule wurde am 1. Januar wieder eröffnet, sie besteht aus zwei Abtheilungen und zählt nur « Hörer. Diese kleine Anzahl.erklärt sich durch den Umstand, daß in Padua unter Betheiligung der Regierung . auch ein rabbinisches Eolleg besteht. Die hiesige israelitische '^Bevölkerung zählt gegen 7000 Seelen; i» Bezug auf den neuen Tempel gehen die Meinungen wegen des zu erwerbenden neuen Platzenoch sehr auseinander. — Freitag, den 23 Januar wurde unter der Zeitung iösFranchettvS im großen Saale .Dante" ein Concert in der t-' alt-hebräischen Musik gegeben. Die ersten Künstler wirkten x' mit, ewurden IS Nummerrn aus der synagogalen Musik?'־ despanischen RituS vorgetragen. Alle hervorragenden - . Fremde und Eingeborene, darunter die Königin Margarethe, ■i . ־ wohnten denrKünstlerfeste bei and spendeten den Mitwirkenden l■• -reichlichen Beifall. ן,' 'Huttuinie*. p ViIckC, 26. Februar. Das konservative Journal £> .Bukarest" schreibt in seiner hentigen Nummer: Herr Demeter!׳Ssinrdza hat in seiner SenatSrede bezüglich der Anwesenheit i-ruekitffcher Schüler in unsere« Schulen sehr rückschrittliche und revoltirend« Ansichten geäußert. Daoffiziöse Organ ml" billigt in seinem Leitartikel die Theorien de- Demeter Sturdza. Diese Uebereinstimmung ist rührend, erlauben unnun gleichwohl, sie zu trüben, indem eine diametral entgegengesetzte These vertreten. Nicht »d|, daß man die jungen J-raeliten aus unseren l^Hffyltluhen Schulen entfernt und unvorjammert, daß :־fk diese Schulen überfüllen, noch weniger dadurch, daß '> Man ihrer Ausbildung Hindernisse in den Weg legt, ^rMerb» wir eine gute Lösung der israelitischen Frage an» bahnen. Ganz im Gegentheil müßten wir un-, unserer ^Musicht nach, darüber freuen» daß sich unsere J-raeUten Miseren Schulen rumänisiren. Ihre Erziehung und An«bildung müffen der Regierung ebenso am Herzen », wie die der übrigen Bewohner de- Land«-. Bor Wissenschaft verschwinden alle Religionsunterschiede, 1b die Devcsr unserer Schule« muh, auf die Gefahr hin, ־ fk Herrn Sturdza und dem .Timpul" nicht gefällt, lateinische Dictum bleibe«: ,8ol laoot omuiba».". — en sehr bcmerkenswerthea Artikel in Augelegenheit der frage enthält übrigens auch der »Resboiul" unter der ' ine« Direetor-, Herrn Papamihalopol. Der Tenor ett geht dahin, daß die Juden nicht schlechter als Rumänen sei«, nur daß sie ihn« geistig überlegen, 15 ד־ und arbeitsamer sind. K»r«ijch1< «mefb P«chrichte«. □ Daettu» 1. März. (Ot -clor.) Mein Bericht über die iGtenburger Stnbe»»e»»ers,««lu»g ist bäht» z» berichtige», »ah loste» »»rbe, bi« Petition a» de» Mtntster betreffs Ausschluffeä scher Juden »»« Studiu« au technischen Hochschule» doch . den. Kvoa 160 Stnbente» hatten vorher protepirenb den Saal ffe». An Deutscher Jude Herr *toi. Schiss, der für seine Brüter das Wort ergriff, hat mehrere Forderungen aunehmen Baeti«, SS. Februar. (Or.-Lor.) Gestern fand hier ein« leier stau, die in diese» geschätzte» Blütter« wohl «rmühnt zu verdteu«: Di« Beardtguna de« Kaufmann» Isidor Hirsch, r. jg. eincf (ulfMtjiWHI ftgatk^tz hatte M m über»»« Mhwrich» reanenmrsamMmtg ‘^L4׳ ־ ,* in Welgensee «tngefunde»; da» Haupttantiugen« stellten die Gemeinde Vne Brich, der aleichuamige Orden, der Fröbeiverei» und politische Bereiue. Herr Rabbiner Dr. PH. Kroner hob in ergreifender Bede die rührende Selbstlosigkeit, mit welcher sich der 8erfttrt« de» jüdische» und den allgemein menschlichen Jnierrffen gewidmet, hervor, sein Wirken in der Gemeind« B'ue Brich, zn deren wackersten Nettreter» und Schulkommissare» er zählte, sowie seine Bürgettugenden. Er hat« die l)rim und iammiw, die lichten und schlichten Musterbilder der Gottes- und der Menschenliebe In seiner treuen Brust getragen, bar»« «erd« sein Andenken allezeit zum Gegen sein. ykatiboe, 28 Februar. Der am 20. hier zu Grabe getragene Rentier Giegmund Schlesinger hat sei» am Ring gelegenes Grundstück, das einen Wetth von 120,000 Mt. hat, der Stadt Raltbor testamenlattsch mir der Verfügung hinterlaffen, daß die Zinse» jähttich an arme über KO Jahre alte Personen ohne Unterschied des Glauben» ganz nach de« Ermessen de» Magistrat» vettheilt werden. S-ttjnge». Die .Allg. Ztg. de« Judenth." bringt die Mit- «Heilung, daß Herr Rabbiner Deutsch-Brüx di« Berufung nach Göttingen adgelehnt Hab«. Die» ist nicht richtig. Derselbe HÄ viel» mehr seine Entscheidung sich dis Mitte März Vorbehalte». Lp. Samt«»» 3. Februar. In der heute unter Vorsitz des Regierung»- uub Schulrathes Skladny aus Posen an der hiestaen Landwitthschaftsschule ftattgefundenea Abitnrieutenprüsung ist von alle» zehn PrüfnngSkandidaien der einzige Jude unter ihnen, Joseph Sali, allein *wegen vorzüglichen schriftlichen Arbeiten von der mündliche» Prüfung befreit worden MeeH, Kreis Arnswald«. cOr.-Lor.) Im Alter von 90 Jahr,» verstarb vorgestern der hierotts über 30 Jahn amtinnde Kantor und Lehrer Herr Salomo» Herz. Der verblichene war ausgerüstet mit Wiffen und Geist, so wohl aus talmudischem wie profanem Gebiete, er hatte in jüngen» Jahren in de« Gemeinden Ostrowo, Krotoschim, Graudeuz, amtin. Herr Rabb. Dr. Bogelstein au» Stettin hielt ihm eine würdige Grabnde Wie». Das Staaiobudget für 1891 enthält auch einen Posten zur Subvention eines Rabbiner-Seminar». Basel. Der wegen seiner Freigebigkeit allgemein berühmte Herr Osiris hat von dieser lugend auch außerhalb Frankreichs «in glänzendes Beispiel gegeben. Nachdem er früh« »er Jahannab'Tr« In ihrer Gebuttsstadi ein« Statu« hat errichten laffen, hat er »enerbtngdem Kmdtralh von Tausanne dt« Summ« von 100,000 Frcs. zur Errichtung einer Wilhelm Teil-Statue offetttt. wMk. Di« hier seit dem Kriege 1870 neuentstaudeu« jüdische Gemetnde, der Sitz e.ne» Oderrabbtner« und eines Lousistoriums, baut eine neue Synagoge Du Baukosten betrage» 100,000 Kre». Die Stadt gab einen Bauplan unentgeltlich, der Generalrath de» Nordens (Bord) et» Subsid von 3000 Frcs Wnstzeno. Da» Lenlral-Eomitre der .Alliance Israelit«" hm Herr» Pariente, Direktor »er hiesigen Allianceschule beauftragt, t» der Bähe Yournabat« «tue Aar« auzmaufru und die Leitung derselbe» in die Hände von zwei junge» Männern zu legen, welche die Acker» baulchuie in Jaffa adsoivltt haben Herr Pariente hat deuselbe» fünf Knaben seiner Schuir zur Erlernung des Ackerbau»» anvertrant. Diese haben Kost und Wohnung aus der Kar«. Di« Eröffnung dieser klein«» Ackerbauschul« durch Herrn P. fand t« Januar in Geoenwatt des Oberrabdiner», Herr» Palatschs, und anderer RatabiliUUe» der Ge meinde statt. Bel»»»». Seine Lxcellenz Aziz Pascha, Gouverneur vo« Beprut hat sein Wohlwollen für di« hiesigen Alliance»Schule, urue». ding» dadurch zn erkennen gegeben, daß er Herr» Fezzl Wendi, Müglieder des hohe» Rach» für de» öffentlichen Unterricht und Dirrh» tor der höben! Schule veranlaßt e», an der Knabenschule der Alliaaee de» Uuterttchl in der türkischen Sprache zn übernehmen. Dies« Schute hatte sich auch der Ehre eine» Besuche» de» hochwürdige» Herrn Gerasimus, Patriarch derHochotthodoxen zu Antiachia, zu erfreue». Es war dieses das zweite Mal, daß dieser hohe Würdenträger »er griechische» Kirche die Schule besucht« und dadurch .de» schönste» Be» weis für sein« echt tolerante Gesinnung gab. Mich«»»- (Virginia) Am Sabbath, den 31. Januar, wührenb Herr Rabbiner Dr Abraham Harris in der Synagoge ,Bech »b-wahüber den lext: »Einen feste» Geist erneuern in mir" predigte, wurde er Plötzlich von einem Herzschlag« gerühtt uud verschied t» V«t»ri« der Andächtig«». Unter dem zahlreichen Leichengesvlge sah mau auch viel« christliche Geistliche, welche später auf »er Kauzel dies«- erstlsütterude» Eretguiffe« theiluehmend Erwähnung tbaten. Der Berstorbeue wurde 1836 in Edtuimrg geboreu uud erhielt seine Ausbildung in London. I« Alter vo» 28 Jahren draad er sich »ach Jamaica, von wo er nach einigen Jahren »ach Europa zurückkehtte, u» eise« Rufe al» Prediger an der jüdische» Gemeinde in Lharlesftvw» zu folgen. Später lebte er in Berlin, wo er am Kaiserliche» Hast! Unterricht im Englische» ettheilte. Der hochselige Katser Friedrich III. gehörte zu seinen Schülern. Rach dr» amerikanischen Krieg« kehrte er naä Süd-Amerika zurück uud wurde Rabbiner in Savanua h Siebe» Iah« später solgte er einem Rufe al» Proseffor am Hebrew Union Lollege in Ltneinnatt und wirkte seit 1878 als Rabbiner uud Prediger a» der vorgenannten Gemeiude »uscrer Stabt. Der Berstorb«»« war et» Man» von tiefer Gelebrsamkett u« et» scharfer Polrmimr.

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