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Israelitische Wochenschrift · 1891-02-26 · 9 (26.2.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
9 (26.2.1891)
Date
1891-02-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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1 Dr. E. bei »eiche» die Pemetnö« rt»eu silbern« Pokal /“*זי• Er toasttrtr auf de» konfessionelle» Frieden. ES sprach« ״ Schultheiß Theodor Vrog von Aushause», Lehrer Marx, welcher . “ Jugend-Episode des Dr E. rriuneri«, da derselbe in» Lehrerimar in Efflinaen eintret»,1 wollte — nach wenig« Tag« aber Anstalt d« Rucken kehrte. Fabr. L Weil ließ di« giattin und ,^׳ >e LebentgrfLhrtin des Herr Dr. E. leben. — Zum Schluff« dankte - .,«uhauS-Direkior L. Stern aus Eßlingen als Schwiegersohn im "'aai« der Familie für die so zahlreich« Betheiligung beim Feste und -rhebende Theilnahme, ein Hoch aus d« ganzen Bezirk ausbring«d. -> schloß das herrliche Fest, bei dem der Unterschied der Tonsrssion« 7-Kunden zu sein scbi«, in schönster und vollster Harmonie. jOtßerttidf’Ungarti. An» Ilngaru. 20. Februar (Or.-Cor). Die ungarisch- ^litische Landeskanzlei, das vertretende Organ der fort- -- ittlichen Gemeinden Ungarns, hat sich durch einen un- -'achten Schritt ein nicht sehr ehrendes Refus von jäte der Orthodoxen zugrzogen. Sie hat nämlich an den c :hodoxen Rabbiner Schreiber in Preflburg, den sie -m muchtgebietenden Papst der orthodoxen Judrnheit igarns proclamirte, einen höchst devoten Brief gerichtet, Inhaltes: er möge seine Hand dazu bieten, daß die 7 den Parteien in den wichtigen Fragen, die jetzt zu er-?digen sind, wie die Sonntagsruhe, die Gleichstellung rjüdischen Konfession :c., gegenüber der Regierung vereint ergingen und daß er mit seinem Einfluß und seiner "lacht überhaupt an der Wiedervereinigung der Juden mit- Der Brief sieht einem Gange nach Canossa nicht »nähulich und beruft sich auf dos Ansehen, welches der!ater und Großvater des genannten Rabbiners genoß und «reint, daß auch er nur der Sache das Wort zu reden hätte. . :d seine Glaubensbrüder würden sicher dazu ja sagen, ,'abbincr Schreiber berief, nicht gerade behufs Erledigung -ses Brieses, eine orthodoxe Rabbine״-Confrrenz nach «Lapest, und als auch die Epistel der Landeskanzlei aus ie Tagesordnung kam, weigerte sich die Majorität der ver- ' -nmelten Rabbiner, diesen Brief in Verhandlung zu ziehen, sie sagten, Rabbiner Schreiber sei nicht das Organ d-7 orthodoxen Judenheit in Ungarn, er sei nicht die alleinige Person, zu der ihre Partei aufschaue, die Landes- ^-!zlei habe sich nicht an die richtige Adresse gewrndet; sie brtiachten den Brief als einen Privatbrief, den er privatim l-cantworten könne, die Conferenz habe damit nichtzu rhun. Diese Ansicht ist auch zum Beschlüsse erhoben worden, und haben sowohl die Landeskanzlei als Rabbiner׳ Schreiber eine Schlappe erlitten. Doch es kam für die Landeskanzlei noch ärger. Rabbiner Schreiber hat dieser Tage den famosen Brief mit ciner noch faniosern Antwort erledigt. ES ist eine große ltz-istel voll Schroffheit und Fanatismus, mehr Phrasen — et ist hebräisch geschrieben — als Gedanken enthaltend, weshalb es überflüssig wäre, ihn hier in Ausdehnung wiederz! geben. Er lehnt darin jede Verbindung und jedes ver« einte Vorgehen mit der Fortschrittspartei ab; die Trennung, sagt er, sei besser als die Vereinigung, Kenn die Congrrß- oder Fortschrittsgemeinden reißen nur die Religion nieder, sind GotteSläugner und Religionsstörer, /halb soll Alles lieber so bleiben, wie eS jetzt ist; die ״thodoxen können mit den Fortschrittsgemeinden nicht zusammentreten, können nimmer Eins werden und haben auch mchts mit einander gemein. — Das ist die jüngste Sprache »r rechtgläubigen Frömmigkeit in Ungarn, die ich voriuffg ohne jede Reflexion laffe. Es sei hier nur constatirt, ->ß, da bei dem Fanatismus der Orthodoxen, di« ablehnend« .invort vorauSzusehen war, über den fußfälligen Schritt : 7 Landeskanzlei, den sie,, ohne sich vorher mit den taudensbrüderlichen Gemeinden darüber zu verständigen, “Utrrnahm, groß: Entrüstung herrscht. Eine solche Ver- -retung von Seilen ׳ der Landeskanzlei hätten sich die Fortchrittsjuden gern verbeten. Graz, 21. Februar. Der an die Gerichtshöfe uud ÄczirkSgericht« im Sprengel des Grazer Oberlandes« erichies ergangene Präsidial-Erlaß lautet: r «ntif« A 1.״ /;1 ist eine notorische' mitische Sgitatios anch i» Sssrrnar! de» «nudf Obergerichtrs betrieben wird and daß sie in den letzten )»er Jahren an Ausbreitung und Intensität auffallend zuge-, nommen hat. Wir haben bereit» erfahre«, daß Biel« an» - dieser unduldsamen Schaar sich nicht scheuen, die feind»- seligen Gesinnungen, welche sie gegen die Juden i hegen», offen zur Schau zu tragen, und daß sie diese Gegnerschaft mit dem Strebeu nach Absonderung bei den bevorstehenden Wahlm in den ReichSrath als Empfehlung zu verwerthen suchen. Wer dieser Bewegung seit deren Beginn mit Aufmerksamkeit gefolgt ist,' wird die Ueberzeugung gewonnen haben, daß dem Antisemitismus nicht religiöse Gefühls sondern meisten» d»e Eingebungen der Selbstsucht die- Anhänger zuführen, da er in dem Haffe gegen da« Kapital wurzelt und fort und fort durch die Eifersucht uud de»7 Neid gegen diejenigen, welche vermöge ihrer hervorragende» Intelligenz und ihres andauernden Fleißes in der Geschäftswelt eine dominirend« Stellung einehmen, genährt und gepflegt wird. Der Antisemitismus ist daher ei» politisch-sozialer Uebelstand, weil er geeignet i>t, den inneren.Frieden zu stören, die persönlich« Sicherheit zu bedrohen und hirmit die Grundlagen der rechtlichen Ordnung im Staate zu erschüttern. So gewiß der Richterstand niemals die Verwaltung zur Förderung politischnationaler oder socialer Zwecke dienstbar gemacht werden soll, ebenso gewiß wird er durch seinen Beruf, dem Rechte die allgemeine Anerkennung und Geltung zu verschaffen, verpflichtet, jedem Staatsbürger ohne Unterschied der Race und der Religion, insbesondere in Perioden ־■■} innerer Wirrungen, den ihm gebührenden Rechtsschutz zu gewähren und als sicherer Hoffnuugsanker den Bedrohten ־'• Vertrauen emzuflößen. Diese mit dem richterlichen Amt^ J verbundene Pflicht verbietet den richterlichen Organen^ ä sich der antisemitischen Bewegung offrnkund^-A anzuschließen, oder die Bedeutung solcher Ausschreitungen,. welche den Thatbestand straibarrr Handlungen liefern und . den Gerichten zum Zwecke der gerichtlichen Verfolgung an- 7gezeigt werden, deshalb zu unterschätzen, weil sie antise-- .1 mitischen Motiven entspringen. Gerade diese ttaurige Er» - rungenschaft der Neuzeit soll die Gerichte anjporneu, der» gleichen Ausschreitungen durch die beschleunigte uud strenge, aber gerechte und parteilose Anwendung der bezüglichen strafgerichtlichen Normen zu sühnen und hiemit der Be» völkerung die Genugthuung zu geben, welch« ihr die rück» sichtslose Wahrung der Gerechtigkeit nicht nur in der Gegenwart gewährt, sondern die sie auch von der Sorga der Nachahmung solch sttaslv» gebliebener Beispiele für di« '^ Zukunft befreit. Die obwaltenden Zeltverhältniffe geben mir '' den gegründeten Anlaß, den Gerichten diese Pflichten in V Erinnerung zu bringen.- Ritter v. Wafer, OberlandeSgerichtspräsideut." Atttmamea. f־ Der sind 64 Senatoren. Sturdza entwickelt seine Jnterpel m der Frage der Einwanderung der russischen Juden «eist darauf hin, daß die Zahl der Juden die bedenkli Höhe von 218.000 erreicht hat, wovon auf da» eigentli Rumänien 42,000 kommen, während die Molda« 176/ Juden bat. Dabei ist zu beklagen, daß die Verbreit keine gleichmäßige sei, sondern daß einige Bezirke der^ Moldau ganz besonders überfluthet sind. BeispielSweffe15 beläuft sich di« Zahl der Juden in den Distrikten Jaffy, > Botoschoni und Dorohoi allein aus 104.000. Diese An» . * Häufungen bilden ein« wirtliche Gefahr für da» Land» / Redner spricht sodann von dem häßlichen Einbruch den vier -/ einwandernden Juden durch ihr Aeußerr», durch ihre eigen- •! thümliche, schmutzige Kleidung, sowie durch ihre sonderbare« 2 religiös«» Sttten auf die Bevölkerung machen. Wir M angrklagt, ruft Sturdza aus, unduldsam z» sein, die

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