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Israelitische Wochenschrift · 1891-01-22 · 4 (22.1.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
4 (22.1.1891)
Date
1891-01-22
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Ta־ T? ti:) iy* 1־ »1i tai bk Beschwerde bqirtnbtt sei snb wie« bat Ci ^ftutbeSgmchü» » Präfibentat ait. bau Nichkr eine 8er» w!^rmg zu erlheilen. Es komm« einem Richter nicht zn. K-nerktr der Minister, an dem Entschlüsse jemand««, einen £ :2fantrog zu stellen oder nicht zu stellen. Antik zu üben. fNMaintt, 13. Januar. (Or.-Cor.) Heute war unsere -a ,t Gemeinde eine Leidtragende gewesen. Sie geleitete if״vn langjährigen ersten Vorsteher, Geh. SanitätSrath Dr. H Lohn zur letzten Ruhestätte. Im Trauahause um• fo .iom die Bahre, welche im Arbeitszimmer des?!erstorbenen ai -gestellt war, der Vorstand und die Repräsentanten der G, .urinde, Provinzialschulrath W e n d l a n d, die hervcrragendsten Ar,zte der Stadt, Vertreter der Vereine, denen der Verr,^te angehörte, Dr. Tacha u. der Direktor der Samson» üfrTe in Wolsenbüttel, und viele hervorragende Männer der Slot und Gemeinde. Der Landrabbiner Dr. Gronemann spr h ergreifende AbschiedSworte, an die Dr. Tachau im Namen der Samsonschule Worte des Dankes für die Thätigken de« Verewigten anschloß. Ein großes Leichengefolge, die ganze Gemeinde, begleitete den Verstorbenen vom «rhause nach dem Friedhof. Dort sang der Oberkantor -i Trauergesang, nach welchem der Landrabiiner eine. Verstorbenen treu und wahr schildernde Trauerrede hielt, ist ein Vornehmer, ein Großer heut gefallen in Israel" waren die Tatworte. Darauf sang der Synagogenchor ri Schlußgesang. Unter dem Absingen des Ps. 91 wurde Cr? Sarg nach dem Grabe geleitet. Mit dem Verstorbenen ift «in Zeuge eines bedeutungsvollen Stückes Geschichte Hannovers und seiner jüdischen Gemeinde zu Grab« getragen worden. Sein Andenken wird zum Stgen sein! 15. Januar. Vorgestern Abend ist Dr. Unton Räe im 76. Jahre seines Lebens am Herzschlag verfchirden. Er entstammte einer Kausmannsfamilie. hatte von 1829 — 33 Philosophie studirt und war 1837 Lehrer, 1848 Direktor jüd. der Freischule in Hamburg geworden. Später wurde, vornehmlich in Folge seiner Bestrebungen, bk Schul« in eine Simultanschule umgewandelt, die dann des Namen ,Stiftungsschule von 1815" erhielt. Am politischen Leben Deutschlands, wie an den Ereignissen auf tommunalrm Gebiete der Vaterstadt, nahm Dr. Räe stets den regsten Antheil; namentlich 1848 trat er in den Vordergrund der Bewegung. Eifrig kämpfte er auch im Verein »it Gabriel Ricfser für die Emanzipation der Israeliten. Sr gehörte dem Parlament des Norddeutschen Bundes 1867—1870, und dem Reichstage, 1881—1884, als Mitalkb an (III. Hamburgische Wahlkreis); Mitglied der Bürgerschaft war er zu verschiedenen Zeiten. Von seinen schriftstellerischen Werken ist namentlich die 1847 erschienene .Wanderung eines Zeitgenossen auf dem Gebiete der Ethik" H» nennen. Sein 50 jähriges Lehrer-Jubiläum 1888 wurde D«rch eine größere Feier begangen, die zur Gründung der ,Mnton-RLe-Stiftung" führte. .Mi» Tr. R«e", schreibt der »Hamburger Eorresp." »ist eine der bekanntesten und geachtetsten Persönlichketleu unserer Baierstadt au» de« ösirntlichen Leben geschieden, dem er Jahrzehnte hindurch angehört hat, Anhänger und Gegner seiner politischen Üeberzeugungen stimmen Iber«in in der unbedingten Hochachtung vor dem lautrren Eharakter Mtfte Manne«, der siet» nur da« Beste de» Reiche« und seiner Baterput gewollt hat. Rse ist dem, wa« er als sein« leiteiiden Grundsätze erkannt und sestgehalien ha«, unverbrüchlich treu g> blieben; er gehörte zn der immer geringer werdenden Zahl Derer, welch« noch an Jdeale alanb n. Zu diesen Jdeale» gehörte seine Ueberzeugung von den Horischritteu der bürgerlichen Gesellschaft auf der Grundlage religiöser und Politischer Toleranz und liberaler Anschauungen. Diesen Fortschrill hat er allezeit mir den reichen Gabe» seine» Geiste« mit seiner Beredsamkeit und seinem mannhaften Eintreten zu fördern gesucht." Sein« Beerdigung fand am 16. unter lebhafter Theil» Rahme der Bevölkerung auf dem OhlSdorfer Friedhofe statt. Br. ßu» Vsetnßeüe», 15. Januar. (Or.-Eor.) Am S. Januar hatten die Abgeordneten des ,Vereinder iSr. Alchrer im Großherzogthum Hessen" die Ehre, von dem »rn Geheimen Oderschulrath Greim in Darmstadt in Audienz empfangen zu werden, um eine Petitton zu überreichen, in wslcher gu. Berri» um geschDhe deiSr. ReligionSschulwesens vorstellig würbe. Herr Geh. Oberschnlrach Greim empfing die Deputation höchst liebe«»» würdig «nd äußerte, er selbst, sowk bk Regierung stände» der Sache höchst sympathisch gegenüber. Er erkannte die geschilderten mangelhaften Zustände au und versprach eine baldige Ordnung des Material» seiten« der Regierung. Wenn diese- Versprechen erfüllt wird — und wir zweifem nicht im Geringsten an der Erfüllung desselben — so darf der junge Verein mit dem Erfolge seiner Wirksamkeit währendder kurzen Zeit seine- Bestehen» recht zuflieden sein. Br» sonderer Dank gebührt den Mitgliedern der Deputation de» Herren Salseid»Mainz, Marx-Al-Heim und Wert» he im er-Heldenbergen, welche dk Sache dem Herrn Geh. Oberschulrath mit warmempfundenen Worten ans Herz, legten. Herrn Dr. Lalfeld, von dem ja auch dir Initiative zu deit bekannten Erlassen des hessische,, Consistorium» und Sr. Königlichen Hoheit, der GroßherzogS ausging, hat sich, ein großes Verdienst um unsere Sache erworben, ihm sei deshalb an dieser Stelle öffentlich unser Dank dargebracht. Aeiklronn, 17. Januar. Allgemeine Theilnahme findet ־ die Annde von dem geskrn Abend halb 8 Uhr erfolgten Tode des Herrn Rabbiner» Dr. Moses Engelbert. Dk hiesige israelitische Gemeinde verliert an ihm einen begabte«, hochgeachteten Prediger und Religionslehrer, der auch in den weiteren Kreisen der Eiilwohnerschaft wegen seiner Herzen»» güte und seines ausgezeichneten Eharakter», verbunden mit liebenswürdigen Umgangssormen, allgemein geschätzt und verehrt würde. Der Verstorbene erreichte ein Alter von 60 Jahren; er lvar geboren in Gutenberg bei Kassel, wurde nach beendetem Studium Rabbiner in Kolberg, dann in Waren (Mecklenb.-Schw.), hierauf in Lehrensteinfels und zuletzt, 1863, nach Selbitändigmachung der isr. Kirchengemeindtp. hier in Heilbronn. Schon seit mehreren Jahren leidend,. mußte er noch den Schmerz erfahren, daß ein hoffnungsvoller Sohn und eine verheirathetete Tochter vor ihm au» den. Leben schieden. Die» trug mit dazu bei, daß sich sein körperliches Leiden verschlimmerte, bis endlich gestern die Auf» lvsung rintrat. — Die Beerdigung findet Montag, den 19., Vormittag 10 Uhr statt; für Nachmittag 3 Uhr ist ein feierlicher TraueraotteSdienst in der Synagoge anberaumt. Sein Andenken hier und in weiteren Kreisen wird ein ge» segnete» bleiben. (Bericht über die Traurrfeier in nächster SRr.y England. Fond«». Herr Haim Guedallah richtet folgendeA« Schreiben an die Redaktion der .Archive»": .Tie gaben in ihrer letzten Rümmer einige, dem .Mainzers Israelit" enmommene, di« Juden in spanten «treffend« Roilzea, ,, welche der Berichtigung bedürfen. Erlauben Sie mir deshalb dt« durch: diese« mir fremde Blatt entstellte Wahrheit richtig zu stellen. Ich selbst war e» allein, der im Jahre 1868 zur Rückkehr der Juden nach. ל Spanien, mit Hülse mir jetzt verstorbener Freunde, der Generäle Prim . und Serrano. mitgewirkt Diese« kostete mich ungefähr die Kleinigkeit . von 25,000 Fr.; für diese« Hülf«werk Hab« ich nicht einmal von irgend einer jüdischen üörperfchast die geringste Danksagung erhalten- 1880 ): und 1882 erlangte ich unserer Sache günstige Zusage seiten« de« erste» ' Minister- Spanien» Eanova« de Eaftillo u. A, Zusagen, welche 1887 ~ erneuert wurden. 1886 bildete sich «in spanische« EinwanderunßSP i komitee, dem folgende angehönen: Ehrenpräsident Guedallah in London, . Präsident Don Lopez Lapuya, Bicepräsident Don Jul» Jona», . Schatzmeister D. F. Perdiguero. — Herr Isidor Löb hat in seiner׳ Denkschrift über die spanischen Juden 1887 die Ramen Mose« Mouke» fiore, dir Board os Depuite» dem llomite« htnzugesügt, was nicht richtig ist, denn weder jene noch die englische und französische LlllatM ' habe» mit der Sache etwa« zu thun. — Wenn die Israeliten in Madrw sich zuweilen an den Sonnabenden und an den Festtagen vereinige»,, um Gottesdienst in einem Zimmer abzuhalten und sie verlange« DM . mir ein Sepber, so werde ich e« ihnen gern geben, ebenso ein schosar. . Welch sonderbar« Erfindung aber, zu behaupten, daß er ihnen verboten), sei, Schosar zu blasen? Wer kann denn verbieten, auf ein««.' ־ musikalische« Instrument« dreimal de« Jahre« zu spiele«? E« ist in dieser Beziehung in Spanien und tn Portuaal eine ebmso große Duly». samkeit wir in England und Frankreich; wie «eit «erde» denn unfein Glaube »«genossen sich irre führe» lassen und diejenigen, »Acht für arbeiten, verkennen?"

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