Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 4 (22.1.1891)
- Date
- 1891-01-22
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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■tcifc Rattinrr tschen Rabbiner» IRKI ‘Ämi .'flau! jüdilchen (toftn:״ ־־SU «01 SU wir nfa|n«, ha> ki Steuer in Oppeln seinen Betritt zu« den erNSrt. «»«Opevurg SU über London gemeldet »ird, ist da» Jnkraft- Urten der neuen russischen Gesetze gegen ote Inden aus Befehl de» nren stlr drei Jahre verschoben Der Finanz-Minister ha» dlese «ergung t« Jntereff« der russischen Finanzen veranlaßt, «eil sonst die ilchen Bankhäuser Europa'» vor den Kopf gestoßen worden wären, ffeutlich bedeutet die deeijahr« Frist eine dauernd, Verschiebung »ollen durch die letztere Annahme rin Einlullen ln Sicherheit nicht stmwecken, denn der russischen systemlosen Regierung ist zuzutrauen, haß, wenn ste ihre vrojektirte neue Anleihe zu Stand« »«bracht hat :und der Finanzminister Wyschnegradski über genügende Mittel ver- Ä um für längere Zeit nicht in allzu groß« Verlegenheit zu ge- , dU Judenhetzerei wieder auf» Reue beginnt ) MaGtzednr, DU Nachricht von der Zurückweisung der englischen!tltiou gegen die Judenhetz« an den Zaren ist nach einer Londoner »eldung unrichtig Der Sekretär der Guidhall-Bersammlung erklärte, -.tza» Londoner Lomitee beabsichtigte, die Petition dem Zaren durch ntttelung einiger in P«trr»burg lebendrr einflußreich« Engländer überreichen, diese aber lehnten da» Ansinnen ab. Da» ikomitee egt jetzt, auf welchem anderen Weg« dem Zaren die Petition rbreitet werden könnte; an die Vittschrlsten-Eommission hat sich "das Lomile« bisher noch nicht gewandt. B-rlin. IS. Januar. (Lr.-Eor.) Gestern Abend hielt Herr (Dr. Hirsch Htlde»h«imer im russisch-jüdisch-wiffeiischaftlichen Verein »r zahlreich versammelten Publikum «inen recht interessanten Bonrag, «lcher sich »eine Wanderung durch PalästinabetitelU. D«n»ia» 12 Januar Am Sonnabend beging der HUsige »verein sein 20jährige» Bestehen durch Gesang und Festrede. 'HUlt Herr Rabbiner Dr. Werner, der dU Thätigkeit und , der Bildungsvereine besprach, welch« jetzt notwendiger seien al» aber leider vielsach mit erschlaffende« JnUreff« zu kämpfen hätten, mahnte dringend, da» Beispiel unsere» jungen thatkräftigen iiHnifer» zu vesolgen und dem Pulsschlag« de« Volksleben» zu lauschen. Das««. Die Aiederanslellung polnischer Arbeiter in der Provinz » (s. vor. Nr.) wird durch di« schweren Bedingungen, «elch« daran gepst sind, sehr gehindert. E» dürfen nur Personen ohne Familienin Arbeit genommen werden; di« Arbeiter müssen sofott nach ung der Arbeit die preußische Land« verlassen. »arbarO. Der BSckel'sche ,Reichsheroldspricht in seiner «n Nummer von der .bodenlosen Eharakterlosigkeit dieser stäcker- «utsch- und christlich-sozial angehauchten, sich auch antisemitisch «den konservativen- Presse. — Die Wahl des antisemitischen hessischen Landtagsabgeordneren sshler ist für ungültig erklän worden. GÜttinge». Für die hiesige vacant« Rabbinerstelle ist Herr »iner Dr. G. Deutsch in Brüz berufen worden. Stattaart, 18. Januar Die neuaegründete antisemitische artet schein», nachdem sie ihre Flagge in Stuttgart offen entfaltet Ihr« Agitation nun auch auf da» flache Land treffen zu »ollen, als Hauptagitator hervorgetretene jugendliche Schriftsteller Welcker, bei den Berliner Antisemiten in die Lehre gegangen, hielt Sonntag zwei Versammlungen in Münchingen und Kornweftt« ersteren Ort aus dem Rathhause dortselbst ab. Weiter« nlungen auf dem Lande sollen solgen. b. Mn» veegaru. 11 Januar ,Or.-Eor 1 Wie in diesem bereit» berichtet, tritt die große Baron Hirsch'sche Stiftung mit nigung der österreichischen Regierung ln'» Leben. Da» Stiftung»- wird von einem Euratorium von IS Mitgliedern verwaltet , vierzehn sind Israeliten (12 in Wien w»hnhast), vier Miternennr die Staatsverwaltung. Der Stifter selbst gehört mit k'Tnratorium, für welches derselb« bereits geeignete Persönlichkeiten t gemacht hat Wie sehr di« Opposition seitens der jüdischen Be- Galizien'» und der Bukowina gegen Bolksschulbtldung und Inlturzwecke befürchtet wird, läßt sich aus dem Umstand« . daß die Eventualität einer Umwandlung dieser Stiftung in kHmnanltäre zur Unterstützung von Ackerbau und Handwerk : den Israeliten in Oesterreich vorgesehen ist. «»Ftnft. Der Senat hat noch in seiner letzten Sitzung de» 1880 die JndigenatSbewerbung de» um dU rumänische Sprachast hochverdienten Bukarest«! Universitätsproseffor» Scheineanu gegen nur zwei Stimmen blo» de«halb zurückgewief-n, weil hMweroer ein Jude ist! E» ist doch widersinnig, einem Manne die Verleihung einer Univerfitätsprosessur einen welentlichen sluß auf dU Heranbildung der nationalen Jugend zu über'ragen * doch nicht zu gestatte», Bürger diese- Staate« zu werben, jem Vorgänge kann man schlUßen, wie e» mit den zum Theile länger al» zehn Jahre in den Burrauz de» Parlament« lagernde» "mngtn von Juden um ErtheUung de« Jndiaenat» gehalten wird — sie werde» sammt und sonder» al» mu den Interessen rnmLntschen Nationalität unveretnbar abgelehnt «erden! L»»s (Or^Eor) DU hiesig« ilrnelit. Lultusgemrind« hat zu ihre» Prüfe« Israel P ozuan»kl, welch« an« eigenen Mitteln SH|ISr»>l RIN* M■»!! Wemmw» TStFlUL M .8«ldatia» zu ^ren thätioe Zweck« gestwndet. Bei diese« lichkett verbunden war, hinterlegte Herr h tinanLewchel HUrUlbst «baue» ließ Me« Bewag »«» J»ra«l Poznan»«- für wotzllkte, welcher mit einer Peterhinterlegte Herr Poznanski ebensoviel »7500 RbiJ. damit ein Institut zur Erztehung jüdischer HandwerUr gleich geschaffen «erde» känne. Veteräbneg. Der .Dime«- «ird per Draht gemeldet: .Mo» hat mir «ttgetheilt, daß der russische Jnstizministrr Manassrin in einem vertraulichen Eirrukair den Richtern und kaiserlichen Sinnt» anwälUn anbefohlen hat, in Zukunft keine Juden «ehr «l» Rechstanwälte einschreiben zu kaffen Jüdische Rechtsanwälte, welchr schon in Prter»burg, Moskau und anderen größeren Städten praktizirrn, sollen demnächst einen Ausweilung»b«sehl «halten. I» eine« mir von einem Mo»kaner Anwalt gezeigten Briefe heißt e», daß »er lichen Einfluß aus die Rechtspflege übe. SPantzalay (Burma,. Zum ersUn Mal« wurde am verflossenen Sukkothseste eine Laubhütte in unserem OrU errichtet. Auch mehee« nichtjüdisch« Bewohnei der Stadt nahmen dieselbe in Augenschein. Unter der Regierung Dheebaw's durste kein Jude dauernd in unsere« Orte sich aushalten. Heute haben wir eine Synagoge, in welcher «» jedem Sabbalh Gebete sür unsere Herrscherin, der Königin Victoria, zum Himmel emporsteigen. (I. Ehr.) dhiean» Man will gelegentlich der nächsten Ausstellung der Königin .Jsabella der Katholischenein Denkmal errichten Al» Gegenstück zu dUser seltsamen Idee wollen eine Anzahl Mitbürger ein Lessingdenkmal stiften, aus besten Sockel die Beschützer der JudenwU John Bright au» England, Daniel O'Lonnel (Irland) und Gregoir« (Frankreich) u. A. abgebildet werden. «1« dem U. ©. B. B. Ne»-B»rk. <H ist jetzt die Zeit — schreibt der ״Habr. Standard1‘ — in welcher unsere Ordensloaen ihre Dtlegirtrn für die Großlogen wählen. Werden au« dUsen Wahlen thatkrästiae Männer hervorgehen? Wird die Großloge bei der nächsten Sitzung sich von der Anklage der Lonstituttons-Großloge, 8000 Dollarunnütz veranänabt zu haben, rein waschen? Wird der Orden dl« Unregelmäßigkeit«» hnseitige», welch« in ihm herrschen und ihn zu Grunde richten? E» ist «in« offenkundiae und sür dir Arbeitrr im Ordenswesen allgemein dekannte Thatsache, daß unter den obwaltenden Verhältnissen die Endowement - Frage*) nicht am Platz« ist. Der Tilgungsfond wächst nicht und dU Milgliederzahl ist stark im Abnehmen begriffen. Der Beitrag der Mitglieder ist so hoch, wU er nur eben sein kann. Innerhalb eine» Jahre» oder doch in zwei Jahren wird und muß es zur Frage kommen, ob der Beitrag noch erhöht oder di« UnterstüfMNg herabgesetzt werden soll. In welchem Sinne diese Frage auch ihre Lösung finden mag, sie wird eine Abnahme der MitgliederzaP Folge haben und jungen Leuten ein neue» Hinderntß in den Weg legen, dem Orden heitreren zu können. Warum sollte unter solcher Boraussicht unser« Aroßlog« nicht versuchen, Geld zu sparen, um wenigstens diese» unvermeiollchen Ausgyng noch hinauszuschieben?" dlevelan» (Ohio). Der 22. Jahresbericht des von den Distrikten Nr. 2, 6 und 7 des Orden» B'ne B'rith gegründeten Waisenhauses ..- -־ ‘ ‘ “ ־ ' '§ de» Berichtsjahres kamen 81 hinzu, wogegen 70 entlassen wurde», so daß dU Anzahl der Kinder am 1. Juli 1890 sich aus 378 und zwar 172 Mädchen und 207 Knaben bezifferte. Bon diesen waren 888 innerhalb und!4L außerhalb der 8 genannten Distrikte geboren, von letzteren 81 in Oesterreich, 14 in Deutschland, SS in Rußland und äS in verschiedenen Ländern Europa'«, Amerika'» und Australien'». An Ganzwaisen zählte die Anstalt 45, an Halbwaisen SIS und an Kindern, deren Eltern noch lebten, 18 Pfleglinge. Bon den Eltern diele! letzteren lebten 6 Paare in getrennter Ehe und von den andern,!! Paare» he» fand sich je ein Glied in einer Irrenanstalt. Der Gesundhettszustand war nach dem Bericht« ein vortrefflicher, so daß kein Todesfall zu verzeichnen war. Auch die materiell« Lage der Anstalt erwle» sich als eine sehr günstige, da einer Einnahnw vo» 75,387 Dollar» ein« Ausgabe von 51,888 gegenübersteht. DU Mer» waltung soll eine Acnderung dahin erfahren, daß anstatt SO Direktoren nunmehr 50 die Geschäfte besorgen sollen: auch soll «in entsprechende» Gebäude zur Erthe'.luna de» Handarbeitsunterricht» an Knabe» er» richtet werden, um diese sür einen nach dem Austritte zu wählenden Beruf genügend vorzubereiten. Dem Zeichenunterricht für Knabe» wurde im abaelausenen Jahre ein« besondere Aufmerksamkeit zugewendet und sür die Ausbildung der Mädchen im Nähen,' Koch» und allen häu»lichen Arbeiten besonder» Sorge getragen. Zu diese« Zwecke mußu dU Zahl der Klaffe«, deren bisher 8 bestanden, um ein« ver-, mehrt «erden. Möge Gotte« Segen auch ferner über dieser Anstalt «alten! *) D. t. dU Frage der Unterstützung der Mitglieder-Wittwen und Waise».