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Israelitische Wochenschrift · 1891-01-15 · 3 (15.1.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
3 (15.1.1891)
Date
1891-01-15
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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... }«et, nach welcher die Organe der Regierung oha« weitere»;jchen ReligionSun,erricht einführen, f-SS ein Lehrer vorist. ,e Aust'icht über den christlichen Religionsunterricht führt der ■׳ •n, und zwar nicht nur innerhalb de» Schulbezirk», sondern inner- 'v.ti Sprengel». Wir erachten er als ein Gebot der Billigkeit -- ׳gleich der Zweckmäßigkeit, daß in gleicher Weise der jüdisch« .,:׳!״»unterricht in der Regel der Beaufsichtigung eine» GemeindenerS resp. eines der jüdischen Religionslehre kundigen Schul- -jüdischen Bekenntnisses untersteht. Run wohnen aber Kinder " •n Bekenntnisses vielfach in Orten, in denen keine größere -׳ Gemeinde resp. kein Rabbiner vorhanden ist; es fehlt sonach rt “ lernen, welche die genügende religiöse und pädagogische Bildung ■ ... n. um diese Aussicht auSüben zu können. Deshalb bitten wir, diesen Zweck Bezirke gebildet werden, in denen ein Gemeinde- ' ■vc oder in Ermangelung eines solchen ein der jüdischen Religion»- ׳ ki^idiger Schulmann jüdischen Bekenntnisses die Aust'icht führt. »1« jüdischen Gemeinden sind ebenso wie die Bevölkerung im -n-inen betreffs des WerlheS confesstoneller Schulen getheilter An- - einige betonen die Wichtigkeit, daß frühzeitig die jüdischen Kinder ־׳"ל innigen Berkehr mit den christlichen gewöhnt werden, und!«״ xn Religionsunterricht für ausreichend, um die religiösen ,״,^ugungen in die lSemüther der Kinder zu Pflanzen; andere «--:»drrum wünschen confejsionelle Schulen. Tiefe Berschiedenheit der ten läßt sich nicht ansgleichen. Wird nun im Gesetzc constatirt, ß.^ie Regierung nur auf Antrag der Re ligi onSgesel lschast "r .׳י Minderheit eine confessionelle Schule errichten darf, so können ׳ -»er die Gegner noch die Freund« der consefsionellen Schule unter u •:n irgend wie beeinträchtigt fühlen. stflanz gchorsamsr folgen die Unterschriften der preußischen Rabbiner, die an!1 -rathungen d«S Central-Ausschuss«» Theil genommen.) Diese Petition ist in diesen Tagen an sämmtliche . ^״iner und Gemeindevorständc in Preußen mit dem Er- ׳־*■־. sich ihr anzuschließen, zugesandt worden Ihre ch'igkeit und Dringlichkeit ist in voriger Nummer erlich dargelegt worden, sie geht auch aus obiger Be- . r1׳ ' ״ng zur Genüge hervor. Stehen wir alle einmüthig - i irn, so wird der Ersolg nicht ausbleiben.*) Der deutsche Rabbinerverbanv. 1. Die Sitzungen des Centralausschusses des deutschen Serverbandes, die am Schluß des vergangenen Jahres ■j rlht stattgefunden haben, können schon jetzt einen <(.- יי ")en und beachtenswerthen Erfolg aufweisen. s ist schon lange her, seitdem die Rabbiner von rechts uso links, seitdem Konservative und Liberale für irgend einen Hwrek sich vereinigt haben; selbst bei scheinbar Harmlosen -sachen wurden religiöse Differenzpunktc gewaltsam heevcrgesmht; der Streit, den vor nunmehr dreißig Jahren Hirsch mit Frankel begonnen, batte böse Früchte «trage«. Und Einigkeit thut uns vor Allem noch; man wnn über irgend einen alten Brauch skeptisch und ketzerisch denke;: und doch bereit sein, sein Herzblut hinzugeben. Wenn eS die Ehre unseres Glaubens fordert. Darum traten Wir für einen Verband aller Rabbiner Deutschlands ein, mch! etwa, damit die Liberalen die konservative Partei vcr- «Balligen, wir wissen garnicht einmal, ob nicht am Ende fe Konservativen die Majorität bilden, sondern damit sich All r. denen das Judenthum der große Inhalt ihres ganzen Äfettö ist, sich gegenseitig kennen lernen, sich aussprechen «U» sich achten lernen. Es S«bt so viele Angelegenheiten, die uns Allen gemeinsam ft» aab die wir in gemeinschaftlicher Berathung erledigen *) Wie wir erfahren, habe« auch di« HL. Rabbiner Dr. Israel Hilc:theiwer und Dr. Salwm» Lohn m Berlin die Petition Diese EimnKthigkett ist et« gnte» Oma«. (*».) könne», ob wir nun stets «in Käppchen auf unserem Schädel tragen, oder ob wir unser Haar so frei zeigen, daß de« Andern die Haare zu Berge stehen. Gesetzt. eS käme eine Petition an das Abgeordnetenhaus, aber di« ist nur vo« den Liberalen unterschrieben, dann folgt eine andere, ungefähr ähnlichen Inhaltes, die ist von den Orthodoxen unterschrieben, diese Spaltung macht uns noch schwächer, al» wir ohnedies schon sind; und noch wichtiger ist es für uns selbst, daß wir wissen, Liberale und Konservative sind nicht zwei Sekten, deren Wege auseinandergehcn, sondern zwei Parteien, die zu einem Ziele streben. Darum ist es höchst erfreulich, daß die Petition wegen des Bolksschulgrsetzes, dir der Rabbiner» verband entworfen hat, auch denBeifall unddie Zustimmung der konservativen Führer ge» funden hat, daß einmal die jüdischen Theologen Berlin's von Maybaum bis Hildesheimer zusammen marschiren. Dafür verdienen die konservativen Herrn unfern Dank. Irgend ein orthodoxer Streithahn, der sein Ohr der Mahnung der Zeit verschließt, hätte schon «ine Ausrede erdüstelt, um sich loszusagen. Wir freuen uns, daß bei unseren Konser» vativen jene milde duldsame Gesinnung sich zu zeigen beginnt, die wir bei den meisten Talmudgrößen alten Schlages zu verehren Veranlassung haben. Wenn der deutsche Rabbinerverband seine Sitzungen hält, so sollen tvir die Erörterung religiöser Fragen mcht ausschließen, mag doch jeder von seinem Standpunkt den Gegenstand beleuchten, wohl aber sollen wir uns vorsehen, in religiösen Dingen Beschlüsse zu fassen. Die Ansichten sollen geklärt, aber nicht majorisirt werden. Oft verletzt die Brutalität der Form den Gegner noch mehr, als der sach» liche Widerspruch. (Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir der Liebenswürdigkeit unseres Bambcrgec ein wesrnt» liches Verdienst an der Erzielung dieser Einigkeit zuschreiben, die fteilich in erster Reihe durch, den Inhalt der Petition bedingt war.) Diese Schulftagen sind in Fluß gebracht worden, durch eine Abhandlung des Seminardirtrtors Kroner, der entsprechend einem von uns jüngst in diesen Blättern geäußerten Wunsche ein druckreifes Referat nach Berlin mitgrnomme» hatte; dies bringt uns darauf eine kleine Unterlassungs» sünde des geschästsührcnden Vorstandes hier zu erwähnen. Berlin hat e׳ne Fülle gebildeter, jüdischer Theologen, die ge» rade so, wie Seminardircctor Kroner, kein rabbinischeS Amt bekleiden. Sind diese Herren nun als Gäste zu den Sitz» ungrn geladen worden? Diese Männer besitzen eine Menge pädagogischer, politischer, gesellschaftlicher Erfahrung«, Kroner ist z. Z.nicht Rabbiner, ist nur — Seminardirector; dennoch war er ein sehr nützlicher und wirksamer Genosse; warum hat der geschäftsführende Vorstand nicht vor Alle« diejenigen gerufen, die so nahe waren und von denen man doch nicht glauben kann, daß sie ihre Mithilfe versagm werden, wenn die Rabbiner sie darum bitten! Die formale Seite, ob die Gäste bei den Abstimmungen sich betheilig« sollen, hätte sich leicht erledigen lassen, zumal nach der neuesten Natur dieser Verhandlungen die Abstimmung« das Allernebensächlichste sind. Diesen Segen, diese Füll« von Anregungen kann nur Berlin bieten. Wir wollm die Unterlassung der Einladung an die Schulmänner, Redacwnre u. s. w., welche jüdisch« Bildung haben, dem betr. Vorstand nicht als ein Kapitalverbrechen anrechnen, wir möchten es im Gegentheil bei diesem Anlaß hervorheben, daß der Ausschuß eine Masse von Arbeit bewältigt, von dem das Gros der Mitglieder nicht viel erfährt, und die dennoch sehr nützlich ist. Aber die Versammlung wäre noch imposanter, noch anregender und vielseitiger geworden, wenn so viele Berliner Gelehrte, die nicht die Kanzel besteigen, aber ein« jüdisch« Seist und ein jüdische» He» haben, mitzugegm gewesen wären und ihr« Eens zugegeben hätten. Die Petition stellt keme übertrieben«' die Frag» freilich, ob es konfessionell« Schul« '

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