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Israelitische Wochenschrift · 1891-01-08 · 2 (8.1.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
2 (8.1.1891)
Date
1891-01-08
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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fl offen bei dieser Gelegenheit zahlreiche Spende». Rach eine« Stündchen gemüchlichen Beisammensein» trennten sich dr« Brüder mit dem Wunsche: auf fröhliches Zusammenkommen zum nächsten Jahresfeste. (P. Z.) Zn» Kßeinßeffen, 4. Januar. Die jährliche Sitzung de» Vorstandes der ,Achawa" fand am vergangenen 28. Dezember in Frankfurt a. M. statt. Der Vorsitzende, Herr Adolf Tebläe widmete dem kürzlich dahin geschiedenen Herrn I. Klingen st ein warme, tiefempfundene Worte der Anerkennung. War er ja der Gründer und seit dem Bestehen Vorstandsmitglicd dieses fegen bringenden Vereins. Und wie hat er seines Amtes gewaltet! Unermüdlich und rastlos suchte er stets die Weiterentwicklung und materielle Erstarkung dieses seines Lieblingskindes zu fördern. Sein Name wird darum in der Achawa unvergessen und gesegnet sein. Die Zahl der aktiven Mitglieder des Vereins beträgt 32 l, die der Ehrenmitglieder 830. An Geschenken sind für da» vergangene Jahr 927 t Mk. zu verzeichnen, wovon den größten Theil - wie immer — das in Wohlthuen nie ermüdende Frankfurt spendete; an Zinsen waren 6882 M. eingegangen — Es kamen 11160 M. zu 80 Quoten an 61 Pensionäre zur Vertheilung; manche davon erhielten, je nach dem Familienstand, 280, 350 und 385 M. Das Vcrmögen dürfte sich auf ca. 175 000 M. belaufen und wird der Rechenschaftsbericht Näheres feststellen. — Sollte man da nicht meinen, daß alle israel. Lehrer Deutschlands gern die Gelegenheit ergreifen müßten, um für den geringen jährlichen Beitrag von 6 Mk. sich die Wohlthaten, die ihnen hier geboten werden, zu sichern? Und doch ist dem nicht so, so oft auch die Mahnung an sie erging. Es sei darum die Mahnung abermals den Zurückgebliebenen zugerufen, sie muß — zu ihrem Wohle — immer wiederholt werde». — Insbesondere aber seien hiermit die Mitglieder, sowie alle, namentlich in großen Städten, einflußreiche Personen freundlich und dringendst ersucht, der Achawa Ehrenmitglieder und Spender zuzuführen, denn nur dadurch wird es möglich, den Anforderungen, die mit jedem Jahre sich mehren, den Wünschen des Vorstandes und den Pensionären gemäß, zu genügen. Möchten doch auch hier die großen jüdischen Ge -neinoen Deutschlands sich Frankfurt zum Vorbild dienen iaffen, das im vorigen Rechenschaftsbericht 400 Ehrenmitalieder ausweist. Hauptsächlich aber müßte man endlich die kleinen derartigen Vereine in den verschiedensten Staaten und Provinzen unseres Vaterlandes auf lösen und eine Bereinigung «tt »er Achawa zu bewerkstelligen suchen. Die Mitglieder der erstgenannten bringen doch wohl größere Opfer für dieselben, ohne auch nur im Entferntesten das zu erreichen, was ihnen durch die Achawa geboten wird — Nur dann würde Großes geleistet werden können. Die Achawa bilde den Mittelpunkt, um den Ihr deutsch-israelitischen Lehrer Esch schaaren wollet; nur in der Vereinigung findet Ihr Euer Heil! Beherzigt das Wort unseres Altmeisters Diesterweg: ,Immer strebe zum Ganzen!" L Ll Artedeterg N M., 1 Januar. (Or.-Cor.) Heute vor 25 Jahren trat unser Herr Gossels sein Amt als Vorbeter und Prediger Hieselbst an. Trotzdem eS wohlbekannt ist, wie derselbe allen Ovationen, welche ihin galten, abhold ist, hat es sich die Gemeinde doch nicht nehmen lassen, den heutigen Tag in würdiger Weise zu feiern. Wenn es noch eines äußeren Zeichens bedurft hätte, darzuthun, wie sich Beide, Beamter und Gemeinde, eins fühlen in ihrer Zusammengehörigkeit, die heutige Feier hätte es voll und ^anz bewiesen. Um 11 Uhr begaben sich Vorsteher und Reprüsentanten und mit ihnen Damen und Herren der nähern Bekanntschaft in die Wohnung des JubllarS. Nachdem der 1. Vorsteher in einer Ansprache di« allseitig anerkannten Verdienste des Jubilars hervorgrhoben, und auf die symbolische Bedeutung der ihm dargebrachten Ehrengaben hingewieftn hatte; antwortete der, von seiner Fannlie umgebene Jubilar in herzliche«, tiefbewegten Worten, in der ihm eigenen,' scheidenen Weis«, nur da« Eine gelten lassend, daß er stets bemüht habe, immer seine Schuldigkeit zu chuu. Eil malige Schüler und Schülerinnen von Näh und Fern ih Photographien eingesandt hatten, wurde die Feier dem Jub eine vollkommene. Möge der bescheidene, gottesfürchtigtz Mann, welcher jeder Zeit an Freud und Leid seiner Gemeindemitglieder innig Theil genommen, uns noch lange dttreuer Freund und Seelsorger erhallen bleiben. Nie«, 3. Januar. Die vstteichische Regierung ertheil heute die Genehmigung der Stiftung de« Baron Hirs^ zur Verbreitung de- Bolksschulunterrichts, de« Handwerke«^ und Ackerbaues in der jüdischen Bevölkerung in Galiziens und der Bukowina. (Das Kapital der Stiftung beträgt bekanntlich 12 Millionen Francs. ' fS)t«n. (Cr.4S0r.) Di« Herren W. und D. von 8»t«a* haben 200,000 f). für die Errichtung eine- R abbinersem in/>r- ( widmet. TaSseide wird nun sofort in Angriff genommen und an . Stelle de« ehemaligen Mädchenwaisenhause» errichtet. Zum Präsidenten. de« Gemeindevorstandes wurde Herr W. v. Glitt mann, zum Vice»-.- Präses Herr Gustav Simon gewählt. j 30. Dccember. (Or.-Cor.) Gelegentlich btt?: Anivesknlwit Seine Majestät aus Anlaß der Eröffnung stabilen Brücke sind auch Deputationen der hiesigen isr Gemeinden empfangen worden. Herr Rabbiner Dr. Juli! David führte die Deputation der Religionsgcmeinde hielt an «seine Majestät folgende Ansprache: ״Eure Ht. und 1t. apostolische Majestät! Allergnädigster Herr und König! In ticsster Ehrfurcht und mit dankbaren Gefühlen erscheine» als Vertreter der ׳Srael. Veligionsgemeinde vor Eurer Majestät z» huldigenden Begrüßung. ES gehört zu den begli'utendsten und glchM reichsten Thaten Eurer Majestät, daß die J-raeliten Ungarns^ gleichberechtigt und gemeinsam mit den übrigen Staat»büü>GM zum (Gedeihen und Aufblühen degeliebten Vaterlandes mitbeiti Freud uud Leid mit demselben!heilen dürfen. Di« Bekenner, jüdischen Glauben» werden sich aber auch stet» der Huld und Eurer Majestät würdig enveisen Der himmlisch« Allvater möge Majestät, den treuesten Vater de» Vaterland«», reichlich segne« lange in ungetrübter Freud« erhalten " Hierauf bat Herr Dr. David, Seine Majestät gestatten, daß er bedeckten Hauptes die vorgeschrie Benediction spreche, was der König huldvoll erlaubte. Seine Majestät erwiderte aus diese Ansprache Folgend ,Ich nehme die Versicherung Ihrer Treue und Ergeb __ mit Befriedigung entgegen. Die stetbewährte Loyalitt der Preßburger Israeliten ist mir wohlbekan« und Sie können daher auch in Zukunft auf Meinen Schis und Meine unwandelbare Gnade rechnen". Hierauf wandte sich Seine Majestät an Herr» D David mit der Frage, ob seine Religiousgcnossensckaft d besondere Gemeinde auch ihre eigene Synagoge habe, der Rabbiner bejahte mit dem Hinzufügen, daß sie jetzt. Begriffe sind, «men neuen Tempel zu bauen, da die "י Synagoge zu klein sei. ,Zu klein also,"- erwiderte Majestät, angenehm hiervon berührt. Dann sprach er nochfj einigen Herren der Deputation und entließ dieselbe hier« huldvollst. sr»-la«d. Jj Kkisatettzßrad. Das .Clerical Journal of Lhers-W^ veröffentlicht folgenden von uoserm Herrn Kronrabbiner den Erzbischof Ricanor gerichteten Brief: .Am Samstag Morgen während de» Gottesdienst allen Synagogen Lltsabecharad« Bittgebete um Mt Euer Eminenz statt. Di« Herzen der Jud« Elisas denen aller gotteSfürchtigen Mensche» — P>G »«Aer Ihrer so viel Erleuchtung und Weirhttt tuXMtnka Worte, welche ln dieser btJftu Zeit die «uhch« verkünden und , di« Grundlosigteit der gegen uns echooeoe» Beschuldigung««

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