Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 2 (8.1.1891)
- Date
- 1891-01-08
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Lecker« Wollfieiu.B er lo»sH«Rensiadt -. Pin««, »rchardt-Ostrowo. Brock-Echokken, I. So h v. Kolmar, sohn-Liffa, Tohn-Wreschen. Flanter-Gollub, Grünk«ld-Sch»erftnz, Haym-Ostrowo, Herzberg-Prombcrg, faroczinSki-Schmiegel, Kvrpel-Samter, LachmannliloSlaw, Lissner-Obersitzko, Nadel- Ostrowo, Nathan - ^Zanowitz, Neufeld-Schrimm, Singermann - S»sten, ^HpiewkowSki-Wyngrowitz. Wolf-Wreschcn. Die Sitzung wurd׳. vom Vorsitzenden ca. I l Uhr H^Porm. mit einer ausführlichen Begrüßungsrede eröffnet, in die Veranlassung zur Gründung des Vereins dar- «legt und einer gegen denselben bereits ausgetretenen, besonders in der ,,prruß. Lehrerzeitung" geführten Polemik ^«wLhnt wurde, in welcher man dem jungen Verein den gemacht Hobe, er sei mit der Tendenz in's Leben sHMkfen worden, dem »Allgcm.preuß Lehrerverbande" Abbruch!:H» thun und einen einseitig konfessionellen Standpunkt einnehmen. Redner wies diesen Borwurf energisch zurück. Inch dieser jüdische Lehrerverein weiche nicht von dem Wahl- »che der preuß. deutschen Lehrerschaft ab: .Lebe im en." und schreibe ihn auf seine Fahne. Mit einem ■fco« der Versammlung begeistert aufgenommenen Hochrufe l«f Er. Majestät den Kaiser, in welchen Alle dreimal einsmtrn, schloß der Redner. Hierauf wurden die im Entwurf vorgelrgten Statuten ^Hmtthen und mit geringen Abänderungen nach der Vorlage »ommen. Der Verein führt den Namen: ״Verein >jüd. Lehrer der Ostprovinzen." Di« Leitung de« ^Vereins, aus drei Vorstandsmitgliedern und zwei Stell- ,jcrtccttnt unter dem genannten Vorsitzenden bestehend, ist drei Jahre gewählt. Die Vereinszwecke sind: 1. Fürsng ^achwissenschaftlicher Fortbildung, 2 Wahrnehmung «sonderen jüdischen Schulintcrrffen, 3. Unterstützung Mitglieder in möglichst vollzähligem — jedoch jedem!stellten — Anschlüsse an den älteren Verein jüdischer Schlesiens und Posens, und endlich 4. die Pflege Persönlichen Verkehrs und der Geselligkeit unter den genossen. Aufnahmeberrchtigt ist jeder jüd Lehrer jäw Lehrerin in den Ostprovinzen, welche staatlich und im Besitz« der bürgerlichen Ehrenrechte sind, »itglirder kann der Vorstand aus der Reihe auch dem!tand nicht angehöriger Personen ernennen, welche «m die jüd. Schule groß« Verdienste erworben haben. ltögeld wird nicht erhoben. Der jährliche Beitrag edentlichen Mitglieder ist auf M. 1,5V festgesetzt. Die '!Versammlung tagt mindestens einmal jährlich zu Zeit und am gleichen Orte mit derjenigen der zial-Lehrerverband«S in der Provinz Posen. E« kam alsdann al» 3. Punkt der Tagesordnung ein d«S Herrn Lehrers Herz berg-Bromoerg zum Bor- Aber das Thema: .Wir verhält sich die Versammlung 15 Sätzen der Ethik de» Judenthums?" *) Eine über die mit Beifall aufgenommenen Ausführungen ^Referenten, sowie auch über den Inhalt und die!mäßig keit dieser vom D. I. G. B. aufgestellten Wrnndsätze" wurde abgelehnt. Roch standen zwei andere Punkte auf der Tageseine Besprechung der Frage: .Was haben wir der Gesetzvorlage über die Volksschule zu erwarten?" ״ ׳Anträge von Mitgliedern" — bei welchen die grade fthr wichtige und dringlich« Berathung über die notdigen Schrille zu einer Bcrbesserung unserer jüd. nSschulverhältnifse vorzunehmen gewesen wäre. Diewurden aber leider von der diesmaligen Berachuug jesetzt. Vom D. I. G. B. war der Versammlung *) Der Ausschuß beC GemetndebundeS veranstaltet setzt eine Ausder 15 Sätze der EthU d«S Judenthum» mit Quellenangabe!stellen a»S der Wbel und de» talnmdilchen Schritten) tu Hand- Format. Da hiermit der in diesem Blatte gerügte Hauptfehler ist, so »nrd da» Büchlein w seiner jetzigen Gestalt wohl »terricht zu Grund« gelegt werde» tonnen. «ine Beihülsc zu de« Reisekosten für die Erschienenen i» Betrage von 5Ü M. gewährt, welche, nachdem einige darauf verzichtet, an die übrigen in Theilbeträgcn von ca. 1 bi» zu 3 M. zur Bertheilung gelangte. Um ca 2 Uhr Nachm, war die ganze Sitzung beendct. Nach Schluß derselbe« vereinigte noch ein gemeinschaftliches Mittagsmahl in Keiler'» Hotel die Bereinsgenossen in gcseüig-zemüthlicher Weise. 3P0fe«, 1. Januar. Die Jahresfeier d:r hiesigen .Israelitischen Kranken - Berpflegungs- und Beerdigung»« Gesellschaft wurde am Montag in üblicher Weise feierltch begangen. Die Morgeii- und Abend-Andacht verbunden mit Gedächtnißseier für die Heimgegangenen Brüder und Legataren der Gesellschaft fand in der Gemeinde-Synagoge statt Am Abend versammelten sich zur Festfeier etwa 10» beitragende und 40 thätige Verciusbrüder, der Gemeinde- Rabbiner Herr Dr Feilchenfeld, ihm zur Seite die B«rsteher und AussichtSräthe des Vereins, Vertreter der Gemeinde ic.; auch 3 Ehrenfraueu, die sich'« zur Aufgabe gemacht, armen Kranken, weiblichen Geschlechts, hülsreiche Hand zu reichen, nahmen an der Festtafel theil. DaS erste Gla» weihte der Vorsitzende des Aufsichtsraths. Herr Rechts« anwalt Salz, unserem jungen Kaiser. Jubelnd stimmte die Versammlung in das dreifache Hoch ein und ,ang unter Musikbegleitung das .Heil Dir im Siegerkranz". Es folgte demnächst der Bericht des Vorsitzenden Herrn Dr. Rahmer über Zwecke und Ziele des Vereins und über sein Wirken im verflossenen Jahre. Der Verein zählt in der Stadt Posen 1032 beitragende und 48 thättge Mitglieder, die während des verflossenen Jahres 2328 Tag» und Nachtwachen bei Kranken abgehalten. Jedes thätige Mitglied macht es sich zur Pflicht, einem erkrankten Bruder, ob arm ob reich, hülfreiche Hand zu leihen. Wird er vom Vorsteher zum Besuch eines liftankrn aufgefordert, so verläßt er sofort seine GeschästSthätigkeit, um bei dem Erkrankten eine Tag» oder Nachtwache abzuhaltrn. Tritt der Tod ein, so sind cs wiederum nicht bezahlte Leichen-Wäscher und -Wäscherinnen, sondern mit freudigem Pflichteifer übernimmt eine Anzahl Vereinsmitglieder den vom Vorstand erthrilten Auftrag, die Leiche zu waschen, zu kleiden und im Grabe zu betten. Das — so führt der Vorsitzende aus — sinv die großen uud heiligen Pflichten deS dienenden Bruders; mit Kränzen und Palmen sucht er sich seiner Pflicht nicht zu entledige«. Der Verein hat eine Anzahl von gut vorgebildtten Kranken« Pflegern und -Pflegerinnen und es wird alles aufgeboten, um die Notd hiesiger und durchreisender armer Kranken und armer Wöchnerinnen zu lindern. Rühmlich wird «» vom Vorsitzenden erwähnt, wie der Vereinsarzt Dr. Fried« l Ln der in uneigennütziger Weise unverdrossen im Dienste seiner Mitmenschen thättg ist; auch Herrn Dr. Caro, der Herrn Dr. Friedländer hierin assistirt, wird Dank gezollt. Die Einnahmen im verflossenen Jahre an Beiträgen, Spende«, Zinsen betragen 19,400 M., die Ausgaben 19,300 M., e» hat die Influenza diesen gegen frühere Jahre erheblich ge» steigerten Aufwand veranlaßt. Der Vorsitzende bittet die Anwesenden um höhere Selbsteinschätzung, damst in immer segensreicherer Weise der Verein wirken könne, und es wird hoffenllich nur dieses Mahnrufes bedürft», um schon im nächsten Jahre von noch reicheren Erfolgen berichten zu können. Mit dem Bau eines Krankenhauses, für welche» Herr Rentier Rohr-Breslau 300,000 M. und andere hiesige Wohlthäter namhafte Beiträge gespendet, wird schon im nächsten Jahre begonnen werden. An diesen ausführlichen Bericht schloß sich die Festrede de» Herrn Gemeinde-Rabbiner- Dr. Feilchenfeld; nächstdem folgten Toaste der Herren Ad. Kanlorowicz, Borchert, Ephraim und Werner, hebräisch« Gesänge, vorgetragen vom Kantor, und Gebet« für das Seelenheil der heimgegangeneu Anvrrmaudten der beim Festmahl Anwesenden, wobei wiederum reichlich Spenden floflen. DaS üblich« Schluß- Tischgebet hielt der wegen seiner Verdienste um den Verein alljnttg verehrte Vorsteher Herr Levy Jacob und wiederum