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Israelitische Wochenschrift · 1891-01-02 · 1 (2.1.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
1 (2.1.1891)
Date
1891-01-02
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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.____ WR* wmiTtet ]tmlabHM der Mderßükigea Vorstände ,iq-efolgt. Der eigentlich« Festakt begann um 7 Uhr Abend- ' und wurde durch Gesang der Waisenkinder eingeleitet. Dem .folgte eine der,Bedeutung de- Tage» entsprechende Deklamation k «iue» Knaben und da- Anzüaden der rituellen Festlichter unter dem Besang der Festhymne. Darauf dankte der Leiter Fbc* israelitischen Waisenhauses, Herr Peritz» der die -ganze Feier angeregt und im Verein mit der Hausmutter, .Hrl. H. Neumann, so sorgsam vorbercitet hatte, alle» An- »Wesenden für ihr güttges Bemühen zur Erheiterung der 'Kleinen und wies mit kurzen Worten auf die Bedeutung!!.der Feier hin, wie sie sich besonders aus dem persönlichen Begegnen der Kinder mir ihren Wohlthätern und Freunden -sür dir ersteren ergebe. Allseitiger Beifall lohnt: den Redner ־ sür seine klaren und herzlichen Ausführungen. Mit einem :weiteren Besänge, einer Komposition de» d׳n gesanglichen Tbeil der Feier freundlichst leitenden Herrn Kantor Ed. ^'Birnbaum, schloß der erhebende Festakt. Jedes Kind eilte un zu seinen Geschenken, die durch die wcrkthätige Liebe;-ahlreicher Gönner der Waisenkinder reichlich ausgefallen;Waren. Unter den Baben fanden eine besondere Beachtung Aie für eine größere Anzahl von Knaben bestimmte Einrichtung zu Pavparbeiten, welche, wie wir hören, den Grund- .-Hwk bilden sollen zu der für die Zöglinge beider Anstalten ^.i» Aussicht genommenen besonderen Handarbeitsschule, *>4B0n Ernst zum Spiel bildete eine kleine Theateraufführung »Won Knaben und Mädchen des israelitischen Waisenhauses liebergang. Die offenbar mit Verständniß und Geschick -»»»Bgefahrte Darstellung der kleinen Schauspieler fand all» ־' g den lebhaftesten Beifall. Wegen der vorgerückten nde verließen die meisten jetzt die gastliche Stätte und 40 war auch der lauten Fröhlichkeit der Kinder bei den .'juxb folgenden mannigfachen Belustigungen Zeit und Play -Dkschaffen. Aus Htzersitzteste». (Or.-Corr.) Für die Kinder muß n Alle» haben, ja Alle« — und doch immer nicht genug, dachte ich, als mir der 1. Jahresbericht über die Israel, »derheilstätte im Soolbade Künigsdorf-Jastrzemb, Verltuna zu Bleiwitz, pro 1690 zu Besicht kam. Vor fast hreSfrist ist diese Kinder Heilstätte in einem mit prächtigem dpark umgebenen und mit herrlicher Luft versehenen Hoolbad« errichtet worden, um .kränkliche, in der Entwicklung 'urückgebliebene, zumal skrophulöse Kinder durch mehrwöchentlichen geeigneten Kurgebrauch im Laufe be» 60mm«» neu zu stärken und wieder herzustellen." (Die nschrift" hat zur Zeit das von einem Eomitö zur ng einer Heilstätte an die Bemeinden Schlesien» und gerichtete Rundschreiben, worin auf den Zweck der »statt hingewiesen wird,, veröffentlicht.) Die Segnungen der Anstatt sollen jedoch keineswegs bloS kranken Kindern u» deu beiden Provinzen zu Gute kommen, sondern sie will» Gott, künftig, wenn erst ein« große Zahl von >eiuden, WohlthätigkeitSanstaltrn und Privaten anderer nnzen der Kinderheilstätte Unterstützungen gewährt, wie berests von einzelnen Bne-BriS-Logen geschehen ist, ldern au» allen deutsch-israelittschen Gemeinden in _ , Weise und unter denselben Bedingungen offen stehen", .HtzmUch, unbemittelte Kinder ganz unentgeltlich, worunter ttelte gegen eine Leine Gegenleistung, bemittelte gegen ung bä Selbstkosten aufzunehmen. Die ärztlich« Leitung in au»g«zeichnete« Händen, sie ist dem Herrn Dr. med. Karfunkel anvertraut. Derselbe berichtet über die erzielte« Kgüastiaen Heilerfolge bei sämmtlichen 28 Kindern. Der jttlsfeu beruht weist au Einnahmen aus M. 2271,20; 4• habe« folgend« Gemeiaden bez. mtt ihre« WohlthättgkeitS- ^vrstaltrn Beiträge von 0—100 Mark bewilligt: Beuthen, Ere»lan, Brira, Bromberg, Tolel, Bleiwitz, Bloga«, Begoliu, Broh-Strelitz, Hirschberg, Mattowitz, Kempen in Posten, Kieferstädtel, Kosten, ^re»,b»rg, Landesh»t i.Gchl, Leobschütz, Liegnitz. •■',־' ל ־׳ ,- . I.. V . *■ . fa, Loskal?, Mün steWMg Mh»l öwjd, NarnS» I au. Reiße, Nicolai. Ober-Bkogau, Oppeln,Ostrowo, PeiSkretischam,Posen. Ratibor,Rosenberg. Rybnik, Schmirgel, Sohrau, Tarnowitz und Zabrze O.-S. Beitritt-erklärungen, die wir der Anstalt in recht großer Anzahl aus allen Gemeinden Deutschlands wünsche«, sowie Beiträge sind an Herrn Bankdirektor Jacob Fraenkl in Gleiwitz zu richten. Mn* Kßiiringe». (Or.-Eor.) Wie den Lesern d. gesch. Zeitschrift sowohl durch ״Nachruf" als durch Eorrespondenze« bekannt geworden, ist der Begründer der.Achawa" von «ns geschieden; aber sein Werk lebt fort. Wer da weiß, was e» heißt in Krankheit oder Alter vom Staate oder Gemeinde ohne Unterstützung zu fein, der wird voll und ganz mit mir die Segnungen eines gesicherten Hilfsvereins anerkennen. Über auch die, »velche eine staatliche Pensionsl'ercchtigung besitze», können der Woblthat eine» Zuschusses in Nothsällen seiten» eines PiivatvercinS nicht verkennen. Wie groß sind aber erst die Segnungen für Wittwen und Waisen! Groß ist die Zahl der jüd. Lehrer in Deutschland — insbesondere der J ReligionSlehrcr — welche der staatlichen Fürsorge durch; Pensionsberechtigung entbehren. Die Achaiva ist in ihr«!! Grundlagen durch unermüdliches Ringen ihre» Begründer»! sicher gestellt. ES muß deshalb verwundern, daß dem ge» I nannten Berein sich nicht mehr Mitglieder anschließen. Der Beitritt und die Zugehörigkeit allein genügt nicht, uw den hierein auf seiner Höhe zu halten, sondern unablässiges Wirke» für denselben durch Gewinnung von Ehrenmitgliedern, Sammlungen rc. Dies ist Pflicht eine» jeden Mitgliedes und wenn er auch in dem kleinsten Kreise wirkt. Lesen wir allwöchentlich, daß für die verschiedensten Zwecke Sammlungen veranstaltet werden und all' diese Sammlungen gehen meisten» von Lehrern aus, warum werden so wenig Anregungen für die Achawa gegeben?! Wir können de» Begründer und .Vater der Achawa" nicht bester ehre« als durch Förderung seines so segensreichen Werke». Röchle« doch viele .Klingenstein' der Achaiva noch entstehen, da» ist wohl mit mir der Wunsch aller Mitglieder und Förderer derselben. W. in B. Frankreich. ßknrls. Im Monat Oktober entsandte Herr Baron Hirsch drei Vertrauensmänner nach der argentinisch« Republik, mit dem Aufträge, sich dort und in den umUegeBSt» Ländern nach guten Terrains umzusehen, wo selbst sich succesive iSrael. Auswanderer au» Rußland niederlassm könnten, hauptsächlich Ackerbauer oder Handwerker. Dir Mission soll sich gründlich über das Land informiren und die Mittel ausfindig machen, um die Absichten de» grsy»/ müthigen Philanthropen zu verwirklichen. Man vermuiaet, daß dieses Studium zwischen 6 und 12 Monaten dauern^ wird. Wenn eS di« erwarteten Resultate giebt, beabftMW- Herr Baron Hirsch damit zu beginnen, daß er einer kleinen Anzahl von Familien gestattet, sich auf Länkseß« niederzulassen, die er ihnen leihweise überläßt; er ist «M» schlossen, diese coloniale Bevölkerung nur allmählich anwaAstft zu lasten in kleinen Abtheilungen, damit ein stder die Erfahrungen der früheren Abtheilungen lerne, 5» ist leicht zu ersehen, daß noch viel Zeit dazu gehört, ehe ms« nur daran denken könne, da» Werk des Herrn Baron Hirsch zu organistren, wenn die» überhaupt in der Möglichkeit liegt. Bis jetzt ist eS nur ein Projekt. (All. J-r.) England. 4»»»,«. Herr Rabbiner Dr. B a st e •; richtet« folgende- Schreiben an dst Redaktion der ״Time»": .Al» Opfer der liberalen Staatsverwaltung vratiayaG kann ich jetzt wiederholt bezeugen, «atz derselbe immer da» gewesen iß. wa» zu sein er jetzt Ssfentltch etnaesteb«, «in granser Feind und Ser» solaer der Jude», der wahrend der letzten 1» Jahr» scho» 88«* Gefühlen seine» Judenhasse«, den er jetzt öffentlich jelgt, AuSdrnck >e» geben hat. I» einer Publikation, welche ich augenblicklich unter Händen Hab«, »erd« ich von »er unbarmherzigen Vrrfolgun-Ssucht, der rafstmrte»

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