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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 52 (1890) · p. Seite 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
52 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 202 (sequence 2)
Language
German
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Bor j'/idjer QNfttjt, bk *»* wu* *»o*or, Tic i_ ) r e. bie'im Ungemach der Wüste Ein 33* ni« gab dem oft verzagten Balte.? : i.<.4re, die unS ward auf Horeb'- HS heu. 2'-? Sommer« Fest, mit -ihm da» Fest der Lehre. Wir feiern rS in unseuu Wochen feste. (Der Vorhang Ml.) (Hinter drr Scene entsprechender lhefang.) De- Sommers Pracht, auch sie ist bald entschwunden» Und seltner-wird der Sonne warmer Strahl; Doch herrlich ist'-, den Segen aiizufchauen, Den Mutter Erde ihren Kindern spendet. Eah't Ihr nicht gern den fruchtbclad'nen Wagen Sich langsam fortbewcgend Furchen zieh», Ring-Her umgeben von der Zahl der Schnitter. Umjubelt von drr Dirnen hciterm Sang? l-nd wo im Süden glühender die Sonne, Wo purpurn an dem Weinstock reift die Beere, Da sammelt frrudig Trauben rin drr Winzer, Verheißt Erquickung doch der Rebe Blut. Und' Herbstes Freuden soll mein Bild Euch zeigen. (Ter Vorhang geht auf.) III.') Zu Ende sind der Ernte schwere Mühen, Und ringrheimst der Segen von den Fluren, Da lohnt ein Fest die arbeitsvollen Tage. De« Erntekranz, den rasche Hände wauden, Folgt eine bunte Schaar im Festgrwande, 3m Mahl und munterm Tanze ziehen sie. — . Berscht Euch nun nach jenem fernen Lande, -Wo an des Erntefesteschönen Tagen Wnan zum Tempel unsre Bäter zogen, Im Dankgebet entquoll da ihren Lippen, 2» ihren Händen trugen sie die Zeichen, Die Ihr bei jenem Beter dort erblicket. Der Apfel ist«, des Paradieses Frucht, Ne. Palme auch, die hoch zum Himmel strebt, Ast weide, die am Bach befcbciNcn sprießt, “«r Liebe heiliges Symbol, die Myrthe, « Hoch und Niedrig, Reich und Arm umschließt. (Der Vorhang Mt.) (Hinter der Scene ein Erntelied.) De- Herbstefroher Zeit der Winter folgt Mit eisigem Hauch und Stürme sind die Boten. 3» Fesseln hat er bald Natur geschlagen, Erstarrt durch ihn wird jeder Leben-ödem. U»d doch wie schön auch in dem weißen Kleid«, Wie schön die Erd' in ihrer Einsamkeit. Wie herrlich aus der Bäume wirren Zweigen Glänzt der Krystall im flücht'gen Sonnenstrahl. , Und um den Herd, da sammeln sich die Freunde, u' Der Winter wieder sie zusammenführt; - Im Winter mehr noch thauen auf die Herzen, Und fester knüpft er treuer Lieb« Band, So dürft Ihr frohen Sinns auch ihn begrüßen, Die Welt ist schön, auch in des Winters Kleid. (Ter Vorhang geht auf.) IV) Sc!-aut her, wie Schutz sie vor der Kälte suchen, Tie angelockt des Eises glatte Bahn, Ter kalte Hauch färbt höher wohl die Wangen, Dach raubt die Freude nicht dcs Nordes Weh'n.— Und seht Ihr dort der Lichter acht entzündet, / Auf die der Greis mit froher Miene blicn? :*• Des Feste» Schluß, daS wir im Winter feiern, Bedeutet jener Lichter Heller Glanz. •) Auch Bild IQ uub VI find der Beschreibung «mzupajse». Einst war auch Ader tafW Vwll'fetluRllien -f. Ein Winter, und ein harter Winter war's Da standen auf der Makkabäer Schaaren, Und.jene eisigen Bande sind geschmolzen An der Begeist'rung angefachten Gluten. (Der Borh«»g sällt^ Wenn doch Euch heute an de- Jahres Wende Beglücken nicht die Gaben der Natur, Wenn Ihr entbehrt der Sonne warme Strahlen, Wenn öd' und traurig Euch die Welt erscheint. Dann laßt die Hoffnung Eurer Brust nicht rauben. Dann blickt getrost nur in di« künft'ge Zeit. Als einst der erste Mensch aus dieser Erve Stetmehr und mehr den Tag sich kürzen sah, Beschlich ihn Furcht, daß finstre Nacht es werde. Der neuen Schöpfung Ende glaubt', er nah, Doch als er wieder sah den Tag sich längen; Zum Himmel drang fein Lied in Jubelklängen! Wie ihm den ersten Strahl der Hoffnung brachte De« tiefen Winterstetig wachsend Licht, So dürfet Ihr auch wieder freudig hcffen, Wenn auf das neugeborne Jahr Ihr schaut, Weht eisig euch de- Winter- Odem nach; Di« Blumen, die er an die Fenster zaubert, Auf Blumen deuten sie im Erdenschooß, Die schützend noch sein weißer Mantel deckt. Bald werden sie de- Eise- Rinde brechen, Bang wagen sich die weißen Glöckchen vor. Und ist nicht schöner fast al« die Erfüllung Das erste Hoffen, daS im Heizen keimt? Nicht muthloS dürft vom alten Jahr Ihr scheiden, Ob manchem Wunsch Erfüllung eversagt. Und hoffnungsvoll schlag' Euer Herz entgegen Dem neuen Jahr al« Spender neuen Glück«! — (Der Vorhang geht auf.) Ein di« Hoffnung darstellende« Bild, und hinter der St. tvährend de« Sprechen« der folgenden acht Vers«, feierliche Mustt nach de« Schlug. Wenn hofft da- Kind, dem rosig düntt die Welt. Wenn Maid und Jüngling hofft, von Lieb' erfüllt, Wenn hofft der Mann für all der Seinen Glück, Und wenn dem Grei» der Hoffnung Anker bleibt, — Er, dessen Aug' beim Erdenschlummer offen, Erfüllung mag gewähren Er dem Hoffe»! (Der Vorhang fällt.) KK«stUrliebe. «ine Erzähl»»- »»« de» i-dtfche» Leve». Frei nach dem Russische« von Sophie vordon. II. Die Eisenbahn jagte Moischele über unabsehbare, Felder dahin. Der Vollmond leuchtete hell vom wolkenlo Himmel. Dicke Rauchwolken lösten sich in der kalten Herl tust in Ringe und Schnörkeln ans. Im Waggon war schwül. Durch den dunklen Laternenvorhang dra« gelbe Stearinlicht. Auf den Polstern schliefen die Pafstlg, den Kopf in die mitgebrachten Reisekissrn geborgen. Päckchen und Reistsäcke hüpften leicht in den oben a» brachten Netzen. Der Eine seufzte schwer auf, der ~ sprach au» dem Schlafe unverständlich«, unzusammenhäng Sätze, drr Dritte brummte, daß er nicht gut liegen " W. schlummerte in einem Sophawinkrl in der Rähr^ Fenster«. Rur Moischele konnte nicht einschlasa^ dachte an die eben verlasstuen Lieblingsplätz«, er seine Nächsten und ängstigte sich vor der »nbekannß fünft 3bn beschäftigte« dst Fragen, was für richt er bekommen^»«

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