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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 46 (1890) · p. Seite 179

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
46 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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'rönne*. Herr Stanley verdient die Ehr«, wetche »t« -nuz« Welt ihm zollt, den» er ist der wahre Held, welcher lebte — nicht ft« rb — für die große Idee, der Eiviliscmon und .der Humanität im Großen und Ganzen dienen zu können, 'von Zanzibar bi» zv seinerRuhme-stätte, »den Mond- Gebirgen" ,st ein weiter Weg, «nd der berühmte Forscher brauchte S Jahre, sein« lange und mühevolle Reise zu beenden. Die Beschwerden, welche er aus seiner ForschuagStour in diesem finstern Erdtheil zu exttaaen hatte, sind nicht zu beschreiben. Rach seine» eigenen Geständniß war •«» im dunkelsten Afrika »ur die güttliche Vorsehung, welche ihn au« deu zahllosen Gefahren errettete, die ihn ,n den weiteutlegen» uneisitivirteu Ländern de« Onkel« Ham -umgaben. Diese selbe göttliche Vorsehung ist es, welch« vor ungefähr 4000 Jahren auch «tu« ganze Raffe von Forschern und Reisenden bewacht und beschützt hit. Unser Stammvater war der erste Forschungsreisen de. Abraham zog »on Ur nach Mesopotamien, durchkreuzt« Asien« Wüsten und Gebirge, bi« er nach Z o a n, der Metropole de« alten Egypten«, gelangte. Gold und Zivilisation lenkten di« Aufmerksam»» unsere« Stamme« auf tat dunklen Eontinent. Der hebräische Rame für Afrika ist Ophir und dieser bedeutet „Goldstaub" oder .glänzender Staub". Afrika war auch di« Heimath der Ävilisation. Der Sudan oder Abessyuien war die Geburt«ftätte der .wiffenschoftlichen Religion', welche vor längst vergangenen Jahren zu einer »gvtütchen Offenbarung" sich umgestaltete. «EHartum ist, wie ich diese« unlängst dem unswrblicheu General G o r d o n bewie«, die Geburtsstitte der »Hieroglyphen- Schriftsteller", da diese in der Ra-Sprache «nd m der heiligen Schrift „Ehartumim" genannt werden. Herr Professor Eber« und der berühmt« Lepsin« .finden di« Spur» der alten Religio« der Egypter im Sudan »der Tusch, welch«« der hebräisch« Namen für l^Reger" ist; Ensch als Ländernamen bedeutet »rauh", (rin rauhe« Volk und rin rauhe« Land.) Al« Mose« vor Pharaoh floh, fand er nach talmudischer Tradition ein« Zufluchtsstätte im Sudan und wurde dort Lude«. Er r> Beherrscher de« regierte daselbst 40 Jahre und sein prophetischer Rivale Bileam, welcher damal« .erster Minister am Hast Pharao'« war, bereitete ihm manch« Widerwärtigkeiten. Mose« heirathete daselbst ein« Priuzessin de« Lande«, welch« nach der Bibel die Ursache de« Zerwürfuisse« mit feinen Geschwistern Aaron und Miriam gewesen ist. Kdaio Salomo stand mit Afrika in Handel«verbindung .und jüdische Seefahrer fegeltru grmeiuschasttich mit de» . Phsustkru da» rvthe Meer entlang, um ihre Schiffe mit .Hem-Wakdstaube Ophir« (Afrika'«) zu befrachte«. Die «eisten jüd. Empörer uud Flüchtlinge fanden eine \ AtfluchtSstätte im dunklen Afrika, hauptsächlich in Egypten. -- Wa« für ein eoltioirte« Volk einst diesen dunklen Erdtheil bewohnte, zeigen uu« die Reife« Alexander« iu Abeffhnren. König Serach (der Glorreiche) überfiel mit eiuem .kindlichen Heere die Stadt Jerusalem. Wie dieser eine .solche Masse Soldat» von Gondar nach Jerusalem führen konnte, bleibt ein Geheimuiß. Abessyuien heißt in der Schrift .Seba" d. h. .sieben" (?) .taut seine Bewohner verehrten die berühmten sieben Sterne, . welche da« Schicksal de« Mensch» bestimmten. .Diese Religiousanschauung ist die Mutier der Astronomie und er» H leuchtet» die Uukrthan» Rebukadasar«, de« Königvon r, Äabhlon. Dieselbe» Sterne erhült» dte glücklichen arabischen , Rächte vor tan Ausgangs de« wachs» den Monde«. Die -berühmte Königin von Seba, welche nach Jerusalem reiste, ' um König Salomo'« Weisheit durch Räthstl auf die Prob« "stellen, beweist ebensall-, wie die Eivilisatwu uud Humanität d» schwarz» Herrsche» Afrika'« wohlwolkndere Befanden, als ..in de« weiß» Lar» Rußland« im lladert. Der Ansp»ch de« Negv« Negista von einZwejg mm demLetüosbaum« KöuigSalm»»'« S sein, steht mit d» talmudtüh». Tradition» i« i»B» nklange. Die heut« dort wohnende» J-raelit» find iratar dem Namen .Falascha'«" bekannt; di« mosaischen Untevthane« de« König» Menelik sind Nachkommen jener J-raeliteu; welche der berühmten Königin in ihre Heimath im dunkl» Afrika folgten. * ' G Eultur und Handel sind die zwei Sterne, welche J«rael« dornigen Bfad auf seiner ewigen Wanderschaft erhellt». Während die Wolken der Barbarei unfern Eontinent bedeckten, war Licht im dunklen Afrika. Afrika heißt im Talmud .der Süden", weil e» südlich von Palästina liegt. Ein Sprichwort im Talmud sagt: „Wer weise werde will, geh« nach dem Süden". Die zum größten Theil in der lüoisch-hellemstischen Schule gebildeten Weisen sind rühmlich bekannt. Der große gnechische Philosoph Phytagora« war ein Schüler der Priester Ra«, und Ehristu«, sagt der Talmud, hotte seine mystischen Lehren au« Egypten. Er ist daher nicht zu verwundern, daß die Talmudlehrer mit den Verhältnissen de« dunklen Erdtheil« so vertraut waren. Hillel der Große (76 «nt«) antwortete auf die Frag« «ine» Spötter«: „Warum haben di« Afrikaner so breite Füße?" — .Weil sie in morastigen Gegend«» wohn» «nd deshalb barfuß gehen müffen." Sein Schüler Jonathan ben Usiel, der erste Bibelübersetzer und Bvlksschriftsteller» berührt in seiner Uebersetzung oft die Gewohnheiten und Sitten de« dunkl» Erdtheil«. Al« einst ein Streit antbrach über deu hebräischen Namen für Phylakteri» cnvvvl leitete der Talmud deffen Ursprung von einer Sprache m Jnnerastika ab, in welcher tOB zwei und no ebenfalls zwei bedeutet. Dies« Bemerkung ist auffallend, da der Talmud deu Bewohnern de« dunklen Erdtheil« von Zanbziar bi» zu den Mondgebirgen da« Zeugniß giebt, daß sie «in hocheultivirte« Volk gewesen seien. Gleichzeitig schildert er die Bewohner von Tuni« und der Berberei al« Thierr in Menschengestalt, welch« noch kein HauSgeräth kennen und nackt gehen, ohne irgend «ine Spur von Eultur zu ver» ratheu. E« verdient ferner tauerkt zu werden, daß nur die Israeliten Palästina'« die Einwanderung in den duukle» Eontinent begünstigt», während die Juden Babylon« ihre Waaderüng durch Persien uud Rußland nahmen, von w» au« dieser Wandergeist die Talmudgelehrten in die dunkelst» Gegenden führt«. Die Ehrenpalmr aber, der höchst« Rub» eine« Reisend» und Forscher«, gebührt jenem großen, oeachteaSwerthrll Manne — dem Stanley de« Talmud — Rabbi Akiba, welcher im ersten Jahchnndert lebte. Er war nicht nur der hervorragendste Reisende, welcher zur Organisirung eine« riesigen Aufstande» gegen die Römers Europa uud Afrika durchzog, sondern auch eiuer der erste» Sprmheukenner seiner Zeit. Im Talmud wurde «inst darüber gestritten, welche Gestalt di« Lherubim hatten. R. Akiba erklärt, daß i« fernen Afrika die Leut« «iu kleine» Kiud .Eherub" ore> »»neu; danach heiße OWD „Kinder". Di« Gesichter derselben gleich« den» der kleineu Kinder. An einer andern Stelle erzählt derselbe eine sehr interessante Anekdote. Ei» mächtiger Negerkönig au« Jnnerastika fragte »sich einst: „Siehe, ich selbst bin schwarz und meine Frau ist schwarz; wie trug e« sich nun zu, daß alle meine Kinder we i ß sind r“ Ich fragte ihn darauf, ob er auch Gemälde in seinem Palastt Kitte. „3a", antwortete seine schwarze Majestät; „mein Schlafzimmer ist mit den Bildnissen weißer Männer geschmückt". Nachdem ich diese« gehört, sagte ich zu ihm: „Jetzt ist da» Rüthsel gelöst". - Au« dieser Erzählung K. Akiba'» sthen wir, daß schon vor 1800 Jahr» die Eivilffatst» im dunkl» Afrika Fuß gefaßt hatte. Ein möblirte« Hau» mit tau Luxus der KÜnsterzeugnifst ausaestattet, da« Ber« laug», mit weis» Räunem zu bt&nttu», sind bk von tan talmudischeu Stanley erbracht« Beweist. Gilde; nackt« Person» ohne segelmäßige Häßlichkeit, ohne irgend»

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