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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 43 (1890) · p. Seite 167

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
43 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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A&mal von drr Dmnftichecke Heniuter. Starr» Schreck« L ^erfaßte alle Umstehend«, «cm «Hute «st Entsetze«. daß der Z': ‘Jftm dort jetzt zn Kohle verbrannt wird. Da tauchte pl-tzlich jene Gestalt wieder aus mitte» iu dem ftaerumsäumten Rahmen de» Hausthsrrs, und zwar diesmal nicht allein, foafeent in dem eia« Ar« mit einem Kinde, da« angeregt durch die lustig« Flamm«, lach«d und johl«d - mit beiden Händchen um sich ausgriff, und unter dem zweiten Ar« ein alte» Gebetbuch, an dem uo tz einige chlimmeude Funken hasteten. Jen« Gestalt war mein Bater. der durch eine unbe« Wachte Stelle, ohne von Jemandem bemertt zu werd«. in das brennende Hau« hiaeinschlüpftr, um sich sein Lind zu rctt«, da» er wunderbarer Weise sanft schlafend i» der Wiege gesund« bat, während die Flamm« bereit« hier und! dort vom Fußbad«, nach der Zimmerdecke emporzuckten. Das alte Gebäbuch «triß der Bater dem Fenerschluude,! als er «it dem Kinde'aus dem Arme den Tisch voroeieilte, I ans dem jene« Gebetbuch .soeb« rou einem Fimerzünglein beleckt zu werden anfing. Das ratsesselte Element^ hatte damals mehr al» die c Hälfte der Häuser in der Stadt verwüstet und iu Asche gv- , wandelt, so daß gar Biele damal« obdachlos geblieb« sind. L Auch der-Bater büßte damals den arüßtm Theil seine« Bermdgen« ein, doch für alle Schäden fand er reich« Trost > mwt Ersatz in seinem Kind«, da« er vo« Tod« «rettet. — Ljn da« alte Gebetbuch, da« durch «iu« und dies«be rrtt«de -Hand und in einem u»d demselben Aug«blick« de» Feuer «trouuen ist, schrieb der Bater «och au demfrlb« Tage - je»« denkwürdigen Worte der heilig« Schrift ei«: .Wen« Du durch'« Feuer griff, nrirff Du nicht verzehrt. Und die Flamme kaun Dir Nichts auhabeu!" DaHüezt über ein Uutervffüftr herbei und ruft eifrig; .Dat jetzt «ich! FvmzSfische Lieder dürft« hier nicht ge» suug« werden*. Trotzdem man unter laute« Lach« de« bieder« Baterlandssreund« auseinaudersrtzte, daß „La Lc»l«d»ua" kein französisches, sondern eia hebräische« Äed sei, war es doch um die feierliche Stimmunz geschehen, und d» Besang wurde nicht weiter fortgesetzt.- «»e «pissde a«4 tze« de»tfchsrtmzSsische» Srtege. Ja Dr. Hottinaer's Werk: »Der deutsch-französische Krieg 1870—71" wird fnlgender Vorfall erzählt, der aber Wörtlich der .Israel Wochenschrift", Jahrg. 1872, S. 398 (.GedenkRütter au« de« Heldenkampft Deutsch« ' Lands «ft Frankreich") entnommen ist"): Israelitischen Soldaten begegnete es rigsnthümlicher Weift einmal^ daß ein hebräische« Lied, da« sie saugen, -für ei« französische« gehalten wurde. Dieser launige Sorfall wird so berichtet: „Es war auf de« Marsch« zwischen Ehaloa« und Pari«. Die Soldaten sauge» vaterländisch« Lieder. Au der Spitze de« Regiment« «arschirte ein« Anzahl israelitischer Soldaten, größten theil« Freiwillige. Sie unterhalten sich n»n der Heuaath.. Wären fit zu Häuft, so wären sie in , der Stzuagoai; dem» es ist Sabbat. Allmählich verstummt cher Gesang der Soldaten; die Mock« des Kirchthurmes einenn der Rähe der Landstraße liegenden Dorfes verkündet dft 10. Morgenstunde. „Jetzt ist in der Heimath", sagte einer der Israeliten, »die Synagoge aus; gewöhnlich schlägt e« gerade 10 Uhr, .-Wen« mau den Schmßaesaag „Ln Lolodeuu" singt". ) Sofort stimmt ein andererden erwähnten hebräische« Schluß- . Gesang an und alle fallen kräftig «in: »Niemand ist »ie unser Gott, Niemand iff »ieunser Herr, Niemand iff wie unser Ksnig» Niemand ist wie unser Helfer?- So hallt denn die-«orgeuläadische Melodie, von zehn - kräftig« Mänarrkehlen gesungen, über die Landstraße, «ad ' hie faustischen Laute verkünden es, daß Niemand unsere« Mit gleicht und daß wir keinen Helftr haben außer ihm. •} ©Wge Grzshlung wird fichälich di« Runde durch di« jüdischen .odaberms ' ' .. uuuhe». i Uri.) : mit Angabe unserer.Wochenschriftal» Quelle? Allerlei fite de» gfa«Me»tisch. Me ätteßen Kchriftßäcke an» Jerusalem. Bor drei Jahren wurden, (wft wir in unserem .Litteraturblatt' zur Zeit berichteten), in Tell-ell-Amarna in Egypten mehrere Thontaftln mit zablreichen Brieftn iu assyrischer Hrrache und Schrift gefunven. Reuerding« hat sich nun, wir der »Köln. Ztg." berichtet wird, herausgestrllt, daß sich unter diesen vielen auS Bordcrasien an die beiden egyptilchen Könige Amenophi« III. u. Amenophi« IV. (etwa 1400 v. Ehr.) --..richteten Brieftu auch mehrere befinden, welche von J.rosalem (Arusalim) au« geschrftbea sind. Da» König'che Museum in Berlin oesitzt allein fünf solcher, sämtlich zerrührend von dem damaligen Machthaber in Jerusalem Abdi-tava. Jntereffant ist »«nächst. waS derftlbe über ftine persönlich« Stellmm sagt. Er bemerktnämlich jtm egvptischen Könige gegenüber ausdrücklich, daß er *-1.91 iu gleiche Linie zu stellen sei mst den unter ägyptischer Oberhoheit stehenden Stadtpräftkten der übrige« «lästinensischea Städte, daß er vielmehr, wenn auch dem Pharao uaterthmr und tributpflichtig, doch eine selbstständigere Stellung als dft andern anuetzme, and fügt daim hing»: »Afthe, was dftfts Gedftt der StM Jerusalem betrifft, ff hat nicht mein Bater und nicht meine Mutter mir es gegeben,-sondern der Ruf eines mächtigen König« hat es mir verlichrn", oder ähnlich in einem andere« Briefe: .Siehe» - nicht mein Battr und nicht meine Mutter haben mich in diese Stelle eingesetzt, sondern der Ruf eines mächtigen Königs hat mich eintreten taffen in mein Vaterhaus." — Daß wir unter diesem mächtigen König nicht etwa oen Pharao, sondern «ine Gottdett zu versfthen haben, legt eme andere Stelle in einem dieser Brieft ziemlich nahe, wo anscheinend ein Orakelspruch dieses „mächtigen Königs" berichftt wird: „So lange noch eia Schiff auf dem Stern fährt — dies der Ruf des mächtigen König« —, so lange 'wird Eroberungen machen Mesopotamien (Nahrima-Raharajim) and Babylonien (Kaschi, eigentlich Koffäerland).- Der Hauptzweck bei diese« Brieftn des Abdi-taba aus Jerusalem «ffteht darin, daß er den König von Egypten wiederholt dringend um militärische Hilft bittet gegen fremde Eroberer, welche Palästina und nameittlich auch oft Landschaft Jerusalem bedrängen. Bezeichnet werden diese fremden Eindringlinge alSEhabiri-Lerste, ein Wort, daß unwillkürlich an den Namen der Hebräer erinnert. — AuS diesen Briefen geht hervor, daß Jerusalem, und zwar bereitunter diesem seinem uns bekanntesten Namen, schon im 15. Jahrhundert v. Ehr. eine hervorragende Stelle unter den Städten Palästina'« einnahm, daß daftlbst unter egypttkcher Oberhoheit Fürsten regierten, dft, wie escheint, ihre Amtsgewalt auf eine besondergöttliche Berufung surückführten, ohne daß Familien» Erbfolge hierbei zu entscheiden gehabt hätte. (Rach dem biblischen Berichte hat die Stadt Jebai erst unter David den Namen „Jerusalem“ erhalten, doch soll sie schon stüher (unter Abraham'« Zeiten) den Namen „Salem" (l.(8enef. 14,18)—nachJosephu» Antiquitate- I, 10, 12: ,*8olyma“ — geführt haben. Nach Bereschit rabba c. 25 soll dft Zusammensetzung mst der Borsilbe H* aus ,uit 1 (Genes. 22,3—14) entstanden fein. Red.)

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