Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 43 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ftarm Hirsch. Der Pariser .Figaro" bringt die nachstehenden, dem Archiv de« belgischen Ministerin«- des Aeuhern entnommenen Daten über diesen grüßten Philanthropen der Jetztzeit: Baron Hirsch wurde als Sohn de« baienschen Losbanquier« Joseph von Hirsch fgeb. in Würzburg 24. Sufi 1805) und der Karoline Werthheimer (aeb. zu Frankfurt 18. August 1810) am 9. December 1831 in München geboren. Seinem Vater wurde am 2. April 1869 vom König Ludwig I. von Bayern die Baronie verliehen. Sein Großvater Jacob Hirsch, war bereit« bayerischer Hofbonquier. Rach Ankauf de- Adelssitze« Gereuth ließ er sich, um auf seiner Domäne di« herrschaftliche Gericht-barkeit auSüben zu können, durch einen Patentbrief de- König- Maximilian Joseph am 13. August 1818 adeln. Der neue Edelmann erhielt al« Wappen aus goldenem Grund« ein grüne- Gebirge, auf welchem ein Zehnender von natürlicher Farbe und mit rother Zunge läuft. Baron Moritz Hirsch wohnte ehedem in Brüssel, wo er sich am 28. Juli 1855 mit Fräulein Elaire Bischof-heim, Tochter de« weil, langjährigen belgischen SenatSmitgliede- M. Bischof«» heim, vermählte. Am 11. Juli 1856 wurde ihnen in Brüssel ein Sohn geboren, welcher nach Erreichung der Majorennität die zur Erlangung der belgischen Staatsbürger» schüft erforderliche, im Artikel 9 de- Locke «eil« vorgeschriebene Declaration abgab, und auf Grund der Ent- ' scheidung de- Brüsseler Trivunats erster Instanz die Be» willigung erhielt, seinem Namen de Hirsch da- Prädicat .de Gereuth" beifügen zu dürft«. König Leopold II. verlieh ihm am 26. September 1880 mittelsvPatentbrieft« für sich und seine Nachkommen den Reichsadel mit dem Titel Baron. Er war der erste JSraelit, welcher in den belgischen Adel ausgenommen wurde. Dftftr junge Mann starb in Pari« am 6. April 1886. DaS Vermögen de- Baron Hirsch ist ein beträchtliche-; man sprach von einer Milliarde, allein diese Ziffer ist üoer» trieben. In Wirklichkeit beläuft sich ^dieses Vermögen auf mindestens dreihundert Millionen. Frau von Hirsch, welche nach dem Tod« ihre- Vateretwa zwanzig Millionen geerbt hat, ist im Vergleich zu ihrem Gatten arm. *Mbu Wttti Iß -lue Jüdin l Das ist di« neueste Ueberraschuug, welche nach .Pall Mall Gazette" dft Diva den Bekenneru aller Confessio»«« bereitet hat. Al« Sffentlichc« Zeugniß dafür, daß sie sich zur Angehörigkeit zu einem Stamme bekennt, welcher gerade m der jüngsten Zeit so vielfachen Angriffen ausgeseyt ist, läßt sie tack genannten Blatt zufolge, welchem wir auch bie_ Verantwortlichkeit für die sonderbare Nachricht überooa» frssion, benot nur seit Decennien speziell auf musikalischem und dramatischem Gebiete begegnen, so ist daran eben nur die« Eine erstaunlich, daß die Welt von ihrem wahren GlaubeaSbekenntniß erst heute Kunde erhält, und daß oiegleich in so markanter Weise geschützt, mag seinen Grund wohl darin haben, daß irgend ein hochgestellter.Wissender" ihre» Stolz al« Jüdin verletzt bat." Da« Interessanteste an dieser Mittheilung ist, daß die plötzlich ihrem Cultu« -sich wieder zmvendende Jüdin da« Modlll ihre« Gotteshaus«« der deutschen Reich«hauptstadt entnommen hat, denn »die Synagoge der Patti" wird nach dem Muster der Berliner Reuen Synagoge erbaut werden. »Gotte« S«h» »or de» Poltzeirtchftr. Dem XIX. 8iiole wird au« St. Petersburg berichtet: I« Kiew hat sich dieser Tage ein merkwürdig-r lüerantwortUcher Redakteur: Dr. SR. -lahmer, ikngdehurg. Druck: D. Borfall ereiguet, «an hat dort den Herrn Jesu» Ehristu». «t ftch« Monaten Äefängniß verurthellt. Bor einiger Zeit tauchte nämlich in der Umgegend von Kiew rin Mann auf, der nrdi et orbi verkündete, er sei Jesu« Christa«. Gotte« Sohn, der auf dft Welt gekommen sei, dft Menschheft zu erlösen. »Unter den Bauern war sein Erfolg ein ungeheurer, und zahllose Gläubige strümftn herzu, um seine „Wunder" zu bestaunen, di« darin bestanden, daß er Messer verschluckte und au« den Rasen armer Muschjk« Kopekenstücke regnen ließ Trotz seiner übernatürlich, n Kräfte war er jedoch nicht im Stande, sich einen ordnung-mäßigen Paß zu besorgen und dieser Mangel wurde sein Berber««. Ein ungläubiger Thema« von Polizist arreürft ihn, er kam vor den Polizeirichter und wurde trotz seiner Versicherung, er sei Gotte« Sohn, zu 6 Monaten Gefängniß verurthellt. well, wft der Richter ausführft. »im heilige« Rußland nicht einmal Gottvattr selber da« Recht habe, ftei herumzugehen ohne einen orduung-mäßig vom Gouvernement au«gestälten Paß.' _‘ ' T! — Folgend« charakteristische Anekdoft vom König. Friedrich Wilhelm IV. erzähltder „Bär" in. seiner jüngsten Rümmer: Al« Frftdnch Wilhelm IV. im Jahre 1840 auf ftiner Reise nach Königsberg i. Pr. durch Land«- berg a. W. kam, dessen erster Gasthau-besitzer jüdischen Glaubenwar, äußerte «in Mitglied de« Magistrat« dem. Monarchen gegenüber, daß man Anordnungen getroffen. habe, Sr. Majestät ein« ander« Wohnung einzuräumen;, aber der König entgegnet«: .Es ist mem Wille, da zu. wohnen, wo auch mein ftliger Vater gewohnt hat. Ich. denft zwar nicht daran, tat jüdischen Gasthof-besitzer zum Christen zu machen, fürchft aber auch nicht, von ihm zum Juden gemacht zu werden!" ■I I. Kikl-raPtzischtS ALt-set. Bo* 0. I» B. Den Crt, der an den «lt'sten Krieg Erinnert, schreib« deutsch «an nieder, Dedglrichen wo de* gröhten Sieg Erfochten Deutsche, treu und bieder. Ser beide -tarnen wird vergleiche». Der findet fast dieselbe» Zeichen; Kur in de« zweiten «an erblickt De» Grundstrich näher angerückt; Doch aufierdem wird diest beiden Sein Mensch auf Erden unterscheide«. BcktO. in L Mit » hat e« Mensch und Thier, Mit 'Z zeigt'« nur Männer Dft; »tt 1l?l ein heUig Buch. Mit 11 erwirb c«, — da» ist klug; Mit ’S ist'« düster, eng und kalt, Mit TP am Reujahr e» erschallt. drr USttzfel in »sr. Pr. L (3k dessen Zeile 4 .Kartestatt Kette, zu lese»), (Geburtsort Moltke'«), DTIIt (Brüder, verwandte.) n*. (Latz, und lonjetchen); nn_ (V^ugschaar, Iäthacket» '!$ («öah)). Kf) Z>m«er. (Eze«M 40,7.) b. K *. TI «nfan, und End« de» «lphabet», NZ Buchstabe, tCI («halb: komme!) Kfjfyt (chald: Kran.) S. »olfs, drngdeb»». vertag Dobert sjrt«fr, Letschtg?