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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 41 (1890) · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
41 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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-fteakm GMwl uidr Iehuda, Falevi t» ~>i -Ul« Jda am Sabbach-Morgen f Ittl! baüMpt Uebererwacht, lächelte raum wurde später zur Wirtlichleit. Die 3*0 «*ch gliche»/-) 0n teilte Bett. *J (gottfefiwj.) Traurig entfernte» sich die Geschwister, während Frau Hesse «nergmh an die WqrrLumung aller Hindernisse schritt, die chrrm Streben »ach Jiche» entaegentratrn. Sie »ahm Hat und Mantel und eilte »n ihrem vertranten, dem Dialosiker Redde«. Wäre sie ein« Stunde früher gekommen, sie würde denjenigen, welche» sie jetzt als ihren bittersten Feind betrachtete —Alexander — beim Rebben angetroffen habe». Der Rebbe empfing sie mit der gebührenden Zuvorkommenheit und der tiefsten Ergebenheit, welch« er der Be» arÜndenn sei»»» Glücke« schuldete. Peffe war noch immer nchr erregt und bei der gleichen Aufregung de» Dialostter Rebbe» am hentigen Tage sei«« die Schönheit Peffe'» den Triumph, daß der Rebbe an allen Gliedern zitterte, ihre Hand kam» lo-laffe» wollte und solche z» streicheln begann. Er wollte spreche» »nd konnte keine Worte finden» Fra» Peffe merkt« «» wohl, aber einem solchen Heilige» wie de» Dialostter Rebbe« war ja alle» erlaubt, und al» sein Haupt auf ihrem Schooß lehnte, frug sie mit gutmüchigrm Lächeln: .Wa» ist Euch denn, lieber Rebbe?' — Der Rebbe machte wieder Anstrengungen zu sprechen, aber sein« Lippen bewegten sich in bebender Hast und wie, in Verzückung küßte er Peffe leidenschaftlich Arm und Hände — betete und citirte einige hebräisch« Sähe au« Salomoni» »Lied der Lieder" dann wie von überirdischer Eingebung rief er: „Die Engel Rafael und Michael fliege» tmit goldenen Fittigrn und sie rufen mit Jubelgesang: Peffe! '-Peffel — Du tugendhafte», schöne» Weib, rette Deine Tochter, da» unglückliche Kind, den Engel, da» nur glücklich werden kanu durch einen — «inen kräftigen, blonden, lockige», stolze» Mann mit feurigen Blicken und dieser heißt: Alexander!" * Peffe sprang empor wie von einer Rätter gestochen Sprachlos starrte sie auf den leidenschaftlich erregten, in Verzückung daliegenden Grei». Im ersten Augeitblicke wirbelte e» ihr im Gehirne. Sie hatte de« Aberglauben immer nur geheuchelt, die chassidischen Gaukelspiele im Innern belacht »nd nur ihr« Jich«-B«strebungen hatten sie zu einer Komödiantin in dieseirÄaukelspielen gemacht. Jetzt glaubte sie wirklich, ein Dämon sei in den Dialosiker Rebben gefahren. Aber bald faßte sie sich. Der Dialosiker Rebbe 'war bisher nur ihr Werkzeug gewesen. Kein Zweifel, jetzt ward« er das Werkzeug seiner Tochter, oder da» Werkzeug Alexander». „Ihr habt e» in so kurzer Zeit sehr weit gebracht", ■. bemtznte sie bitten „Wieviel Geld habt ihr von diesem; blondlockigen, stolzen Mann mit den feurigen Blicken bekommen?' frug sie, jede» Wort scharf betonend. Der Rebbe wollte leugnen, aber Peffe bemerkte seine große Verwirrung und befahl ihm kurz: - „Ihr werdet morgen zu diesem Alexander schicken und; ~ ihn aus dieselbe Stunde 9 Uhr Abend» zu Euch bestellen. Habt Ihr mich eerstaudrn?" Ich werde so chn», wie Ihr mir sagt" — war die iche Antwort de» Rebben. Peffe warf ihm einen verächtliche» Blick zu und ver- .ließ da» Hau». Am ander» Tage war der Freund Alexander» bei dem Sohne von Red Wotele mit der Aufforderung, entweder von dm Parchie mit Lorcheu zurüchutreten oder ein Duell -anznuehmell. Der kecke Laib aber lichnte Beide» ab. Rar -at§ Eigensinn und weiter au» den Echtlderungenentnahm, daß ^dieihm tzngksprvcheneBraut besonder« schön sei und sehr viS Seld^habe, jchoch «harsch«» Gesüßt für sie, rniztr^*^^ dieselbe zu «lange». Ei» schlage«« Bewri» feine» sin« war die Antwort, die er auf den Dnellantrag gab:' „Ich «ehme die H«on»f»rd«rung an", rief er lachend .ab« ans Sorte«. — Wir «olle» Beide 10 Sartenparthie» spiele» Wer » gewinnt, soll Lorchen haben". Der Freund AlexqnderS antworte« ihm darauf: „Ich Ät» nicht mchr für würdig, daß «in Student mtt Ihne»!" — und verüeß ihn. Alexander litt an diese« Tage unendlich. Sein« vielen versuche, sich Lorchen z« näher«, waren au der Wachsamkeit ihr« Mutt« gescheUert. Er konnte seinem Herze«, welche» jetzt alle Qualen d« Liebe ertrug, kein Schweigen gebiete». Mit hinreißend«« Worte« schilderte er in eine« Briefe an Lorchen sein LiebeSleid und mit eine» gewaltigen Sofienanfwande gelangte diese« Briefchen in die Hände Lorchen». Unter fortwährenden Thränea und unter de» heftigste» Gemüthsbew gange» lo» Lorchen, jeden Satz de» Briefe« sich «»prägend, unf ihrem Zimmer. Sie liebte ihn wirklich innig, ab« sie war «in zu junge», schwache» Sind, um die Netze z» zerreißen, welche ihre Mutter rasch nm sie gesponnen hatte. Ans Anstiften Peffe'» mußt« Johanna, bevor ste Abschied nahm, lügnerische Behauptungen ükr Alexander und dessen Bruder, ihrem «igeuen Heißgeliebten, gegenüber Lonüen Vorbringen. In dieser, Behauptungen wurden Alexander und sein Brnd« verschiedener leichtsinniger Liebschaften und niedriger Handlungen angrklagt. Johanna mußte e» mit ihrem blntwundea Herzen sprechen, sonst wurde ihr und ihrem Brnd« mit Sequestration, Serk« »nd Beschimpfung gedroht. Ein «och schrecklichere« Werkzeug, die Liebe Lorchen» zu zerstören, war d« Hau »lehr« Peffe», welcher ganz in ihrem Solde stand. Dieser unverheirarhete Hagestolz verstand es, mittelst falsch« Papiere, mit zusammenaebrachten Geschenken and«er Mädchen und allerhand gleisnerischen Sophitmcn mehr, den Augen Lorchen» «in so schauderhaste» Bild über Alexander zu entwerfen, daß da» unerfabrene Mädchen mituntn in Entsetzen g«ieth Aber Peffe selbst wirkte mit in diesem schändlichen Lomplotte, nicht nnr durch derartige verwerflich« Handlungen, s»nd«n durch ihre Schilderungen über die Vergangenheit d« ganzen Familie Alexander» voll Lug und Trug, durch gewaltsame Drohungen und durch roh« Schläge und Zausen an de» Haare«, welche dem armen Lorchen oft Minuten lang die Besinnung raubte. Mit solchen Mitteln wurde Lorchen gezwungen, ihr« Lieb« zu Alexand« aufzugrben und Laib, welch« ihr im besten Lichte dargestellt wurde, al« Verlobten zu wählen. Sie merkte da» Jntrignenspiel und al» die Mutter Abends zum Dialostk« Rebben ging, schrieb Lorch-n folgenden Brief au Alexand«: „Mein Thcuerst«! Warum bin ich so rasend unglücklich! Meine Lieb« zu Dir brennt mit heiligem Feuer und wird nie erlöschen. Ich sehe Dein schöne« Bild wachend und träumend, ich fühl« um mich die Strahlen Deines Äeiste», ich höre unablässig die Slänge Deiner tirssinnigen Wort«. Meine Mutt« ist hart — sehr hart. Du sagst, mein« Schönheit habe Dich bezaubert. D, ich verwünsche sie, denn sie hat Dich «nd mich unglücklich günacht. Da meinst, d« Reichthum mein« Eltern befriedige ja all« merne Wünsche. O, ich verfluche diesen Reichthnm. — — ich würde lieber al» Bettlerin in q Drin« Nähe fein. Meine Znknast liegt wie ein schwarz« Abgrund vor mir. Er gähnt mir seinen vernichtrnben Rachen entgegen. Mich faßt eine Schwachheit, ein Schwindel und ich stürz« in diesen vernichtende« Abgrund. Ich kann Dir mcht sagen, wttche Mittel meine Elter» und «ns« Hauslehrer gebrauche», um mich von Dir ui trennen. Sie wolle« Dein edle» Bild au» mein« Seele reißen, sie wollen meine LÄe z» Dir mit spitzigen Srallen ans «eine» Herzen zerre». Nie, niemals wird eS ihnen gelinge» und doch untockiege ich. B.ncdamme «ich . nicht, memTheuerster,^

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