Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 41 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/6492351-8723730-5959602--1483-5374204- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ewz«el«bter. «r girit Pflicht», t» jkM Mqrberu, die «nauAshrechkch stud. Ich ho»e diese Pflicht», ich fGPe diese Martrrquale». Ich soll Dich «tfettai, Dich, meuie Seck, «ei» schöuste» Ideal. U»d für »»? S» edel D» bcnfft, so »iedng d»tt der. de« ich »ich fürs-u»z« Leb« ansthließe» soll. Dem Streben ist. ftr die Menschheit za wirk« — da» sei»«, dieselbe z» beschmutze» Dem Streb» ist da» Licht, da» sei»« di« Fiusterinß. D» brmyft »ir di« heilige «lach der Seele mtgcgtn — jener die eisige JMÜe de» Eigeuuutze», — D» wirst »ei» Himmel, je»er — wird meine »Alle sein. Ja, mein« Hölle!! Der Tod hat diese unglückseligen Worte al» Inhalt meine» Leb«» na» einmal' ausgesprochen. Der Tod hat kein Mitleid; er will «ich. jetzt »och nicht in seine Arm« schließe». Selbstmörderin kann ich nicht werden. Ich kann auch Dich nicht zu einem Doppelmoide beweg». Also leb» da» denkbar qualvollste Lebe» Und warum macht «ich «eine Mutter so rasend unglücklich? Nur au» Jagd nach Jiche». Diese wilde Hetzjagd hat chre Gefühle für ihr Kind, für alle», wa» unr gut, edel, groß und schön ist, abgestumpft. In der Jagd »ach Jiche» reißt. «eine Mutier alle» nieder, wa» ihr ru den Weg tritt, stößt dm Dolch in da» Herz chrer gel«t» Tochter. In der Jagd nach Jiche» spielt sie ei» frevlerische» Spiel mit dem ewig» Bater i« Himmel, in der Jagd »ach Jiche» würde sie vor keinem Laster rurückschrecke». um e» mit der falsch» Mack der Lüge zu schmückrn. Wehe »ir. daß ich gegen »eine eigene Mutter so sprech» muß. Die Seele blutet au tausend Wund« — keine dieser Wunden wird je vernarben. Lebe wohl, Alexander! Lebe woU — hörst Du e» — wir müssen — müssen scheiden. Mein Herz bricht bei dies» Worten, —, unaufhaltsa« rieseln meine Thrloen. Du wirst überwind« und ein geachteter, geliebter, reicher Amt werden — ich unterliege und werde ein verachtete», unglückselige» Wes». Ich war nie Deiner würdig, Alexander .... Bergiß an auch — an Deine ewig unglückliche Leonore". Sie weinte bitterlich, wühr«d sie dick Zelle« niederschrieb. Sie hatte mit ihre« Schmerze gerungen. Nun war «» vorbei! Da» junge Müdcheu wuPe selbst nicht, daß nur die glühend« Liebe für Alexander ihr auch di« Kraft zur Entsagung verlieh. Die Spannkraft ihre» Leb»» zerriß bei diesen^ Lamvfe der Entsagung, sie hatte kein« Hoffnung», keine Zukunst mehr. So verstand «S Pesse, die Jugend chrer Tochter in zwei Tag» ihre» schönst» Schmucke», der Lieb«, der Heiterkeit und der Ideal« — für immer zu beraub». Aber das größte Hinderniß stand chr noch gegenüber — Alexander selbst. Wie di« Schachkönigi» in der Hand eine» anerkannten tüchtig« Schachmatador«» auf dem Brette die Figur» der feindliche» Dilettant» Schlag auf Schlag vom Felde wirst, bi» sie nun dem Könige selbst gegenüber eia geniale» Matt in drei Zügm combinirt, so hatte Pesse mit ihrem rasch» diabolisch» Jntrigumspiel alle Hmderniffe ihre» Plane» beseitigt und jetzt wollte sie ihrem Feinde Alexanoer selbst rin glüuseudüß Matt bieten. Die Zusammenkunft beim Dialosiker Rrbb» war von ihr dazu bestimmt. Sie wollte auf ihn riuwickn mit chre« berück»»» Aeußern, mit der Macht ihre» Berstaude» und ihrer Heberredungskunst und w»n er dann noch nicht gütlich »urücktret» würde, wollte sie ihn mit Hülst chre» handfest» Hausdiener» unschädlich «ach», bi» sie die Hochzeit ihrer Tochter durchgeführt Hab» wird. Alexander ging ebenso hoffnungömuthig gerüstet zu diesem Kampfe. Er glaubte die Lieb« im Herz» sn seine stärksle Waffe, aber sein Freund Jakob und noch zwei Kollegen begleiteten ihn der Borsicht halbw «ach dem Haust Pefse's und nahm» außerhalb desselben ein« undeachtet« strategische Stellung ein. Auf eia gegebene» Zeich» Alexander» sollt» sie chm zu Hilfe «Leu. (Schluß ststt.) verantwort! kchrr Ktbattatr. Dr..M. Rahrnrr, Hingdeburg. Druck.: tUtarfei fft* de» -*» iU»n tm Mrstauruuk. Herr Jerobeea», ri» würdi^I »trgli-d jener sauber» Gesellschaft, für »eiche der httli» PerslhummI», mit säuern erhckoede» Gottesbieup »ich« «uberes"als «tue Pchst ist, »elche ei» Siüubche» mit »nzusthencr fich bemüßigt glaubte, er^tgie am jüngste» verslhmrna» tage uuser« liebe» Gatt mt hohe Cf»e, ih« amen 10 Uhr stich t» brr Stzimaog« stin« Aufwart»»» z» mache». Nachdem er rin» kurze Zeit l» Gotteshaus« herumgegafft u»b z» längen» verwette» sch«, bald tzi« Lust verlor«« hatte, «ttstnttt er sich, mbern er »ege» sei»«» »ndächtlge» Rachbar «utzertr: ,F«ß dt« Gaariube uar «Mrnat da» Süuteurrgistrr (MSN abllapfen; ich gehe inzwischen tu» Restmira»t „Max M«rd«sch" et» Brbdche» «tt Schinken zu esst».; bau» tonuse iA unil flfcfQQi — «etban. Zufällig mtnMM» lauge» Tische schon fast all« Plätze besetzt und schieu de» zu» arShirn TheU antttrmmschn« Gäste« Mc Geaeuwart de» jüdische» Schinkrnheldr« hächst »»»tük»««ea. Ms dieser aber «it «mer gaoisfe» Zudrbeglichlrtt sich zmische» bst Säst« dränge» wollte, waren auch sofort einige derb« auasemmsche Fäust« bereit, de« Sohne Israels in» Angepcht » demonstrire», daß Jude und Schwei» schlagende Gegensätze seien. Mit der «apfaugeuru Portio» Schläge das verwünschte Restaurant verlassend, saßt« er de» heroische» Entschluß, wider in« Gotteshaus jurüchnkrhrr», um sich wentosten« für dtese» Tag gegen Lhultche Eventualitäten zu sicher». Ans seine« Platz a»- gelangt, beklagte er sich bet de» Rachbar, über da» große Rtschus, liefst» Opfer er soeben geworden war. „Diese» Auägana hättest Du voraussetz«» können," gab dieser zur Antwort, ^oenn Du nur fünf Minute» länger hier ^weilt hättest. Du würdest da»» gehsrt habe», daß auf „Max «ardusch (nmD rOÖ) unmtttelbar BTm> Wp» folgen," — Ob Jerobearn am nächste» Versöhnung»tage sich »och «in« mal wird klopfe» lasst», oder lieber selbst «SN *Jf\klopfen «trd. bleibt abzuwarten. Einstweilen wünscht demselben aber ante Vesser»» g L. E»h«n-R«s a. Rhein. Aritit einer Iutrtllsreüe. A. : Wie gefüllt Dir den« unser neuer Prediger? B. : Der st»richt so laut, daß ick fürchte. Jo« Kippur u» «eine angenehmste» Schlafstuudra.zu kommen. Ritttzlet A uf-«br» I. Potsch« ^-O-riPß. vo» O. isB. D ran denkt wohl »ich« der Pianist Auch nicht der Geiger und Flötist, Daß jede» „p", da« ihm erscheint. Enthält 'nen alte« Judenfeind, De« wacker einst Hai hei «gegeigt Joseph»«, wie Geschichte zeigt. II. Kelräisch-ßartsißn von 0i« L. Trägt der 2^2 de» Schwanz voran«. Jagt er uns gern znarLand hinan»! HI. K<»r«fch-- Artty«EgriPtz. vo» ▲. X. t» Load«». ■« Trägt der Sünder ISS vor» am Kepf das Zeichen S, Ist von aller Schuld er frei. -»ß-ftm- Uv Kitttzfri »■ 99V, Ar. l. De» Preis,äthset»; mwArr«, »»»tzOr«. II. l. »W«! (frauzös. Saft, Lebensstch.i, (Schmutz), «ckkot». S. Jever. Geber (wird zum Feststrauß gebrauch«). m. anms («ersSh»»»MG^, B ^>. ü. «oljf, Magdeburg. A«r!ag: U«i»err Friese,^^üeipgig.^