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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 34 (1890) · p. Seite 133

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
34 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 133 (sequence 3)
Language
German
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stchbefonder« al»Schreibstoff eigwete». Watt« inßuud Nomernuzsuschalra. Sürdiß-, Zwiebel- «ich Salatv lütt er, sogar Tbierhtrner und die Haut de« menschlichen Körper« (Briefe wnrdeo zuweilen in di« linde der Sklave» kätowirt) kamen zur Verwendung, uige Schriftsteller behaupten auch, daß bei de» Hebräern , ursprünglich Leder zum Schreiben gebraucht wnrd«; daa«eu sprechen wieder andere zu Gunsten der Leiuwand, obschon der Talmud diesen lösten Stoff al« Schrribstoff nicht .kennt. Einige Zeit nach Alexander de« Großen wurde der «Optische PapyruS in Palästina allgemein gebräuchlich; ' jchmsall« war Vieser aber auch schon früher dasäbst bekannt. ■' Die GrsetzeSrollrn wurde« zu Maimonide» Zeit auf Led e r und nicht auf Pergament geschrieben, welch«« letztere später nur allein zu diesem Zweck« verwendet wurde. Daß die Thora 'nicht aus Pflanzenstoffeu geschrieben werden durfte, war rin« allgemein reeipirte gesetzlich« Bestimmung. Die Sama» ritaner gingen sogar so weit, daß sie verlangten, daß da« Thier, deffrn Haut zu einem so heiligen Zweck« benutzt werden sollte, koscher geschlachtet worden sein mußte. Aehnlichr« galt auch bei Scheidebrieft«; jedoch wurde auch einScheidebnef aus Papier poat factum al« gültig erklärt, obschon e« nicht erlaubt war, von Hause au« Papier Demselben zu benutzen, da diese» leichr zerreißt oder bedigr werden kann. Der Gebrauch de« Papier» zu eidebriefen war früher auch nur im Orient gestattet. Nach Einigen darf da« Buch Esther von einer Papierrolle abaelrsen werden; Andere widersprechen diesem nicht nur entschieden, sondern verbieten sogar Haphtarah au« einem auch da» Borlesen der von Papier; daher findet man in de» Bibliotheken auch so viele Pergamentrollen, welche nur die Haphtarah^« enthalten. Da« hebräische Wort für. Brief" mJM ist unbekannten Ursprünge», o' Wurzel ablriten den »für Lohn Nennungen für sich von ftlvft. schn man daffrlbe wa> nun, welche „miethen" von «ner vibtuüt und aus mietheft« Boten" hmweist.*) Andere Beirief, al« »Buch", .Rolle" u. dgl. erklären um Schreiben gebraucht« man ursprünglich chwarz« Dinte, ^ft entweder in eine« festen Zustande /(bei dy, Jpdiern) oder in der Lonststenz dv» Leim« bereitet und vor dt«.^Mäuch« mlt Wüster flüssig gemacht wurde, der heatigeu Feder« bediente «an sich zu vveschiedeul entweder de» eisernen Griffel», de» Rohr», adel oder der Federspule, welch letztere jedoch erst nach längere« Widerstreben zugelastm wurde. Kehren wir nach dieser Abschweifung jetzt zu unserm eigentlichen Thema zurück und fügen noch einige zusätzlich« Bemerkungen bei über die Borgänge, welche unserm Briesbefürderungswesen (B. Mezic ck-» OWD 'Com 0"fl3), was auf dies« Anordunng de» NIIDUI WvKBtn pUITvClfCS |OU- Bei den sneuMÜudigea Juden verursachten und verursacht auch noch heute der Sabbach manche Schwierigkeit i« Briesverkehr. Boa R. Jos« Hacohen wird i« Talmud (Sabbach 18») erwähnt, daß er wegen ftiuer strengen Beobachtung der diesbezügliche« Gesetzesbestimmungen nie zugab, daß ein Brief von ihm einem Nichtjuden übergebe» wurde und zwar au« Besorgniß, daß dieser ihn am Sabbach tragen würde, wa« gegen die strenge« Bestimmungen de« Gesetze» verstoßen könnte. Daß kn unserer Zeit den Christen die Brieft der Juden anvertraut werden, »st selbstverständlich und sogar au Orten, wo diese» nicht für alle Fäll« gestattet ist, bedienen sie sich doch der Ehristen, wenn der Brief unangenchm« Mitcheilungen enthält. Bieüeicht hat au« diesem Grund« R. Jakob Tam gestattet, daß mau Scheidebrieft. durch di« Post befördern dürft, obschoa unsere« Wiste«» der Streit über dir Gesetzmäßigkeit diese« Verfahren» noch unentschieden ist. Reben den Packetträgern, deren man sich auch zum Befördern von Brieftn bediente, gab e» in einigen jüdischen Gemeinden noch eine Klaff« Männer, welche sich einem besonder« Zweige diese» Beruft« widmeten. Sie hatten die Aufgabe, verlorene Söhne ausfindig zu machen und de»« selben von chrrn besorgten Elter« Nachrichten zu überbringea. Spätere jüdische Autoritäten erklärten e» mit Rücksicht auf den Kummer, welchen das Schweigen der abwesenden Geliebten den Angehörigen daheim verursachte, al» eine im ü. Gebot enthalftne Pflicht, mit den Zurückgelasftnen einen Briefwechsel zu unterhalten. Diese wandernden Briefträger überbrachten auch dft Scheidebrieft den Frauen, welche sich sonst in der mißlichen Lage befunden haben würden, nicht zu wissen, ob sie noch verheirathtet oder ledig seien. Zn den regelmäßigsten und pünktlichsten der jüdischen Briefträger dürsten wohl die Präsentanten von .Bettelbriefen" zu zählen sein; von diesen brauchte man nicht zu besorgen, daß sie sich ihre» Aufträge» nicht auf» Schleunigst« leigen würden.*) ent« mu^v der Allerlei fit de« Aa«ilte»ttsch. nserm heutigen vorau«gingeu. Im Talmud lezia 83, b) leftn wir: .Wer den Brief ftfta kann, u»ch beste» Ueberbringer sein." In der Regel würde lieber sehen, daß der Briefträger die zu befördernd« Corrrspvndenz nicht würde leftn können. Di« Kenntaiß de» Lesen«, scheint daher manchen Uebelstaud im Gefolge 'gehabt zu haben, besonder« wenn man einem Unbekannten Zeinen ©rief zur Beförderung übergab. Um diese» Hinderniß . im Interesse be» j öffentlichen und sichern Berkrhr» zu be» * fettigen, erließ Rabvenu Gersch o m sein bekannte» Gesetz, »ach welchem Jeder, der den Inhalt «ine» ihm zur Beförderung anverpmuteu Briefe» veruntreute und in seine» eigenen Jutereffe au»beut«te, mü dem Banne bestraft werde« sollte. In einigen Gegenden setzen noch heute die Jude» aus da» Couvert de« Briefe» die Abbreviatur iTTTn ' *) Sollte nicht Me Ableitung von “UM „famauln" viel naher liegen und {VOM al» eine »Sammlung von Gedanken, die der Schreibende «itzntheilen beabsichtigt" definier «erden können I De« Worte rnJK verwandt und derselben Wurzel entstammend, ist da« W»N ff^M, mit «eiche» di« alten Grammatiker et» Lexikon (Wörtersammlung, benannte». (0.) — (Nach Fürst hebr. »chald. Wörterbuch stamm» da» Wort von de« pers. ongnr», tu -Km “UM fti) .rollen" also — rmo «d.) ^«Hitteurt fUt. Der Pfarrer hat tu seinem Garten eiue alte Frau bei« Stehlen erwischt. .Had' ich Sie schon wieder ertappt! Schäme» Sie stch und glmtbe» Sie ja nicht, daß man vam Stehle» reich wirdl" .Recht haben Sir, Herr Pfarrer, reich »erde» mer dava« grab' nicht, aber a bist helsia tut'«:" « Ein andere» Mal lammt ihm dft alft Frau mit der Krage: .Herr Pfarrer, ist'« »ach recht, eine» Jade» zu betrügen?" .Mach' Sft stch doch keine «»»dthige» Sarge». Recht wär'» freilich nicht, aber r» kämmt ja nicht var!" Kur Htadesasta». »Warum reift» sa viele jüdische Müttee mit ihre« Töchter« tu« Bad zur Brunnenkur?" Da» stammt ut« der Patriaxcheuzrit her; Rebekka fand auch dir erste Gelegenheit znr Heirath am Brunne«, Ratzel fand ihre» Jakab am Brunnen, auch Mas« machte seine erste lschaft mit Bekannls mit Ztppara am Brunnen. *) Dieser Hinweis auf Empfehlungsbriefe erinnert Handlungsweise eiue» »och nicht sehr lange verstorbenen welche von dessen übertriebener Redlichkeit und hastigkett Zmqnttz gftbt. Dt« PMt ist et» staatlich Wenn daher der süige Rabbiner vamberger in Wllrzdura Jemandem eine Approbation ober et» Empfehlung«!chrrtben persönlich behönbtgte, so unterließ er es nie, eine Briefmarke zu entwert he», um auch nicht zum Schein den Staat zu betrügen. (O.) un« an Mt Rabbiner», tchkett uub Gewtksenist ein staatliches Inst

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