Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 34 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 4)
- Language
- German
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I» nrimMtf« «mgefetzt von «kaff Waldauer. Vorhaltes Licht, bei dessen ersten Strahle» Die jung« Seel« Lebensrdem sog' Finsternrss, die für di« Qualen Diese» Dasein» mich erzog: Mein Nebel, mein Nebel fluchet eurem Sein. Warum doch, warum, ach', sog' ich Ldem ein? Die dunklen Rächte kennend ohn' Ermessen, Dazu der Tage unerschöpste Zahl, Barum hülltest in Bemessen. Ohm, nicht diesen Dag »er Qual? Todesgrauu, ja Todeögruun über ihm fürwahr Und «Gewölk, tief GewAt lag're immerdar. De» Tage« Leuchten weiche düst'rem Schweige« Und undurchdringlich schuiärz« sich die Rächt. Sonne fehl' Im Sonnennigen, Mond fehl' in der Monde Pracht! Rächt, versink', ungezählt ui der Zeiten Drang, Kann hinab, dich hinab Leviathan schlang! Sie harre augenlo» der frühen Sterne, ES weiche ihr die Sonne au» der Bahn, Morgenroth, «« bleibe ferne Bon de» Himmel» lichtem Plan. Nicht verschloss nicht entzoz, oeh, sie meine» Dasein» Schoss Ruht vergrub, nicht verbarg tief sie mein unselig Lo». Nicht» wünschend läg' ich dann im Grab und schliefe Bei Königen, die hoch die Quadern bau'u, Läss' bei rTÜrften in der Diese, Bo kein Goldpalast zu schaun. fcfftUo», kummerirei, rasten Gross und Klein, Herr und Knecht, Sklav und Fürst, dort von Erdenpeia. Barum da» Licht gespendet Lebensmüden, Bekümmerten de« Dasein» schwere Last? Sehnlich harren sic auf Frieden, Ruf de» Tode» «w'ge Rast. Lch und mir, ach und mir. dessen Psad verirrt. Komm, o Tod, sel'ger Tod. der da« Leid entwirrt! C könntest wägen Du de» Grame» Schwere, Di« Bunde» zählen, die ich trage kaum: :sahllo», wie der Sand der Meere Durch der Belten »Veiten Raum. Ties durchbohn, ach durchbohn mich der GotteSAeil, Schrecknis hier, Schrecknis da sind mein eioig Theil. Gleich» nicht dem Dienst de» Löhner» meine Mühe, Der nach dem kühlen Abendschatte» lechzt? Fand miib stöhnend nicht di« Frühe, Rach» nicht, die ich schiver durchüchzt? ' Meinen Leib, nieinen Arm deckt Oicivürm und Staub. Bär' ich doch, o ivär' ich doch, der Berivesung Raub. Hauch ist die» Leben: Bie die eil'gen Lüste, OkOoir . schnell, noch schneller sind entflohn. So ent neigt Sem Grund der Griiste Nimmermehr der Erd« Sohn. Nimmermehr, ja nimmermeher lehre» er in» Thal, Bo zur Sonn', aus zur Sonn' sich sein A»ge stahl.**/ Einmal nur leb' ich in der Sonne Feuer: Druin will ich auch nicht ivehren meinem Schmerz. Bin ich dcun ein Ungeheuer? Nicht ein Mensch, von Blut und Herz? Gleich der Flut, SturmeSflu», hegest Du mich ein, Moder deckt, Siechthum saht ringsum mein Gebein. » Der Schmerz verbüstrr, mir de« Lichte« Strahl«. Die Nach«,'— auch-fl« aiebt nicht de« Friede« Rau«. .Eifernd mit de« Tage« Qualen, Ach, erschüttert »ich ihr Drau». Stürd' ich doch, find' ich, ach, endend ineinen Harm, Süssen Tod, ja de» Dad durch de« atgnen Ar«. Und doch verwars ich'«. Leuchten dies« Stern« Nur einmal ja bei meinem Erden sein. Halt' auch Du da« Siechthum ferne, Dies« glüh'nd«, heisse Pein. Denn «in Dunst, nur ei» Dunst, fährt der Mensch dahin. Barum lenkst, warum stellst Du auf ihn den Sinn? Nicht schaut dein Auge »veg von meiner Schande, »Bevor ich nicht verschlucke «ein Gespei. Ein« Last bin ich der Lande, Gieb doch meine Seel« frei. Dann bedeckt, lies bedeckt mich di« GrabeSrast, Ferne bleibt, fern enteilt mir d«S Leben« Hast. Kurz sind und schiver de« Beibgebornen Tage. Sinkt wie ei» Halm er, »oie ein Schatten nicht? Heber ihn hebst Du die Baage, Hältst Dein einige» Gericht. Doch wer mag, wer vermag, vor Dir zu besteh'»? Gut und töf, falsch und fromm, »ver vermag'« zu sehu? De» Menschen Leben steht In Deinem Buche; Nicht einen Dag lässt Du ihn unbewacht. Wahnsinn, dass zu stiel?» er suche Dem Gesetz, da« Du gemacht. Lass ihn doch, o lass ihn doch nur ein wenig frei. Dass ihm Ruh', süsse Ruh' von dem Lohnwerk sei. Hofft doch der »gaum, »venn keine Blätter bleiben! Di« Wurzel altert wohl, auch Stamm und Ast.- Doch sieht neu den Schoss man »reiben, Frich ergrünend im Morast. Erdensohn. Erdensohn, Du kehrst nimmermehr. Sagt mir an, » sage» an. wohin ziehet er? versiegt da« Baffer je den MeerrSwellen? Der Mensch erwacht nicht, bi« da« All zerbricht. Berg' mich drum in tiefste» Zellen, Bi« sich wendet Dein Gericht, Tief im Grund, tief im Grund, dt« Du denirst mein!' Bird vom Tod, wird vom Dod auch Erwachen fein? ' Ü J ■ A < 1 .3 3 i AittHrl-Anfsich»«. I. Aerrtschr» iumotupm ««ft I»r»P<>ft1i«»sr«tßseL- Bon A. K. in London. Bei Adram eine Stadt erscheint, Di« finden auch in Frankreich wir; Wird eine Burg damit vereint. Zeigt'» eine Stadt In Deutschland dir. II. KckSrätsch« SMorLtysek. Bon A. K. in London. Di« erst« siebt al« zwei man an; Di« zweit« deutet itersach man; Die dritte einen Dheil aiebt an. Da« Ganze einem Bogel gleicht, Bi« jüngste Sidra ihn un» zeigt; Dort such' ihn unter Seinesgleichen, Er kann und wird dir iricht entweichen. *> Die herrlichen Parallelismen de« Hioblirdes, von welchem hier eiuzelne Teile, vornehmlich au« dem 3. und K. Kapiel, wiedergegeben sind, cnssprechen der modernen Empfindung »veniger, als dem Gefühl einer phaniafievollea, an HUderreicher und gleichnisartiger Dichtung sich freuenden Borzeit. Doch darf in einer Uebertiagung die Klangfülle, in welcher die Klag« dahin rollt, nicht verloren gehen. BieUcicht wird die« einigermatzen dadurch erreicht, dass die ParalleliSmeu durch Bersreihen ersetzt werden, die in den folgenden sieltehn Strophen teilweise jambisch, teilweise trochäisch sind und zugleich einfachen und verfihränkten BerSschlutz haben. **) Tic Anschauung von dem End« d«S ganzen Dasein« mit dem Tode kehrt in dem <S«dich» urehrere Mal »vieder, ist aber nicht al« die zweifellose Meinung Hiob» anzusehen, da dieser de« Jenseit« um so mehr bedars. alt er eine Vergeltung für feine irdischen Leiben erwartet. Allerdings »vird ihm dieser Lohn bekanntlich schon in diese« Leben zu Dhe>i. III. Keöräifches «Fsg»-ripß. Bon 6. in L. Ein alter treuer Freund Alljährlich u»« erscheint. Und in» «ewtffen fori*», Uns mahnend an'die »sticht; «enn plötzlich er den Kopf verliert. Das Hühnervolk in ihm logtrt. Aafidstma de» Wlthjdl i» »«». Ar. I. verschieden (nach Schleiermacher), nvrtfp reich, tfn »r«; (v,l. S«r. Sal. Beirntworiluder «edmteur: De. M. «ahmer. Druck: WS.B. «olls. *c«Mtar«. «**«9 —« K»de» «tUfi -IT..