Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 33 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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U«k M* ErMnw, ist es. tk iTlWi, uf« fltcafc mr «ctam MrftKMaoi GrW»äi«-gn höre» aenRda«. Ich theile fie du geehrte» Lesern mit, und sollte fie «in wut, Sur,»eile verursach«. Mer |« »«che» fruuu Gemülhe Ms werde», was fie eigentlich eiust wir sei, sollte, s« gilt der «uh» Deinem Audenku uud es gleiche dftse Erzählung eine» Jahrzeitlichtlri», Ms ich pietätsvoll Dir «nzüud«, «uvrrgeßlicher Lehrer «einer Jugend! In der .Goldenen Gaffe* der Prager Judenstadt, diese» schmutzige« Gäßche», », Haus au Haus, LaMu « Laden uud Sramllelle « Lramstell« Veden, kein Plätzchen »de», nuten uud taf der Erd« sich befiadet, au de» nicht die »erschiedeusttR Grbrauchsartilel feilgeb»tea »erden, deffea Ledeu und Treibe« de« eines Bienenstockes zu vergleichen ist» herrschte au eine» Marge» des Wauuemonates, zu «»de de« varigrn Jahrhunderts, nach di« tiefste Stille, di« nur MR de« raschen Schritte« eine« zum Krühgottesdienst Eilende» unterbrochen »urd«. Alles gab sich nach der tiefste» «uhe hin. Die eben ausgehend« Saune »arf schüchtern die erste» Strahlen t» dt« reinlich« Stube eines einstöckige», halb baufällige» Hauses dieser Gaffe. Dart herrscht« aber bereits di« hächst« Thätigkett. Frau «i»ke. die Gattin des Mater Kalkele«, »ar beschäftigt, di« aus de» großen Tische, in bester Eintracht lagernd« Wäsche, Sleider, Suchen uud Stiefel dnrchznsehe« uud zu ordne». Die Arbeit schiru ihr recht schwer zu »erde»; bei jede« Stücke, welches ste besichtigte, e»1r«g sich «tu Seufzer ihrer Brust und ran»te» Thräuea die Wugeu herab. Bei« Fenster, t» große» Lehustuhle sah eine Greift», die Mutter «ed Maiers, «tue Brille auf der Rase» »ar sich ei» großes Gebetbuch, murmelte st« halblaut das Morgengebet; d«n küßte sie das Buch drei mal, schlug es zu, «ah« di« Brille ab «ld beobachtete stillschweigend Ms Thun ihrer Schwiegertachter. .Hast Du «ch nichts vergrffe«, Riwke «ei» Sind?" sagte ste nach einer Weile. .Nein, Schwiegerleb«» — aber heut hält' Mater nicht »Äffe» tu Schul' gehen, uuser Hergott hätte es ihm verziehen, wem» er Mheim gebetet hätte." .Sind, grab' heut'! muß er nicht zum Allmächtige», ge» priese» sei er, hatte bete«, daß er Rufern» Schimmclebeu di« hundert Jahr Glück und Segen bescheert auf seine» Weg, Mß er ihm Lraft und Stärke giebt, Mß er di« Strapaze» erträgt?" «iwke gab keine Antwort, »ah» die Schürz« »ar die Augen und schluchzte laut. Jetzt härtt «an Schritte auf der Holztreppe, die Thüre wurde rasch geöffnet uud herein trat Sieb Maier Falkeles mit seine» Sohne Simon. Letzterer war ei» graßer kräftiger Bursch« van beiläufig zwanzig Jahre», au« deffeu Augen «utschloffeuhett leuchtete. Jedoch »ar an seine« Gefichtsausdrucke eine gewisse Traurigkeit nicht zu verkeuncn, die »och gesteigert wmde, als er Thrüueu in de» Auge» seiner Mutter bemerkte. Auch Sieb Mater schien der Schmerz zu überm«nueu, und als schäme er stch dessen, sprach er mürrisch z» seiner Gattin: .Riwke, wo hast Du Deinen Verstand hingegebe», jetzt zu weinen. Jetzt ist keine Zeit dazu, wir misse« nil spute» — natcn werde» gleich die Säte» anfgemach: — uud Du weißt doch — es darf uns Niemand fongehe» sehen. Abele Träger wird auch gleich da sein; also geschwind, hrlf die Sachen rinpacken." Nach diese» WoNe» »ahm er ei» Näuzleiu aus de« Safte»; in dieses wurde die Wäsche, Schabbeskleider, Man der Tallesbeutrl, di« Suche« nnd zu« Schluffe eine besteckt« .Stopfleber" eiugepackt. Auch da» wichtigste für die damalige Zeit, die Zeugniffe, »urd«» nicht vergesse», das Schul-, Geburt«-, Wohlverhaltugs- »nd Religiouszruguiß, Man der Auszug ans de» Jade». Familienbuch, M» Simon Me «stmlgs Sah» des Wktkm. ^Wöckes, .demnach fstmiNgG " j sei» d. ( kl Recht zu hetrathe» Hab«. . Als dieses m mO «nd gehörig zugeschnallt war, wnrbe es in einen Sack gestickt. San» war das Alle» vollbracht, als auch bereits der erwartete Löbe» Träger etntrat. .Da hast Du Abel," sagt« Arb Mater, ihm de» Sack gebend, »geh' »orans auf di« „Zidonk* p«o“ bei» Wtrthshans kannst Dn »arten, wir komme» gleich nach. Daß Du aber Niemandem sagst, »»hin »nd für wen D» das trägst, hörst Dn!' .«a. «eb Maier, uf «ich könne» Sie sich verlaffen," erwiderte Abele und entfernte stch. Saum war er fort, stürzte Riwke ans ihre» Sod» zu, umschlang ih» »fit beide» Armen uud sagte laut weinend: .Met» einziges» goldiges Sind, jetzt «nßt Du fort, verläßt Dein« betrübte Mutter. Ach, werde ich Dich ft Wiedersehen?! Was wird ans Dir werden, mein Sohn, Du gehst tu die wilde» Wälder — .Geh, Riwke,' .ermahnte Reb Mater, ,r«d' kein« Dummheiten und tha' Dich nicht versündige», «an soll seine» Mud nicht zu, Bösen aufmach«». Ist denn Ungar» ans der Welt, ist nicht «ein Brudersohn David dort ein reicher Mau» gewatdeu?" Riwke beruhigte stch scheinbar, und umarmte ihre» Sah» mehrmals. Dieser, vor Rührung keiurs Wortes mächtig küßte der Mutter wiederholt die Hand, dau lief er zur Großmutter, stürzte zu ihre« Füße», Ihre ruuzlichen Hände erfassend. fabele, bensch') mich.' Diese konnte nicht spreche», der Schmerz erstickte ihr« Stimme, st« legte beide Hände uf sei« Hupt ud murwelte uverstäudlich« Worte. Nachdem uch st« ihn satt geküßt, sagt« fie leise: .Schimmels setz' Dir Dein« BabUe gnt an, die siehst Du »immer mehr!" .Was redest Du, Babel«? ich komm' ja wieder »ak »erde Dich noch lange, bis hundert Jahr sehn." «adele schüttelte wie zweifelnd de» Sopf. .Geh' «ei« Sind, der Heilige, gelodt sei er, soll Dir seiueu Engel mit, gebe» auf all« Deine Wege, Du sollst Masel haben nnd in Frömmigkeit ei» g roßer Manu werden. Wenn ich Dich, «et» Schimmeleben, nur glücklich weiß, dun mag user Herrgott über «ich gebiete». Ich ud «ei» Jtzchek, t» Gan- Eden') rnht er, »erden du» für Dich beten. Geh' in Gesundheit!' Roch einmal tu «rate Simon seine Mutter, »nd rannte, u» seine» Schmerz g» verberge», die Thüre hinaus^ Reb Maier folgt« ih«. Al« die Beiden di« Stube verlaffe« hatte», fiel Riwke Mr ihrer Schiegermu tut nieder, verbarg das Gesicht i» der«» Schooß ud beide weinte». (Fortsetzung folgt.) Die J«de« ««d der vriefverkehr. (Fortsetzung.) I» der biblisch e» Zeit scheint «u stch des Briefschreibens nicht bebteut zu hoben; die Mittheilnnge» wmde» de» betreffenden Pa riete» mündlich gemacht; dies gcht uch unzweideutig aus »er Geschichte Josephs hervor. Er mag, wie sich von selbst »ersteh», au« wohlerwogene» Gründe» beschloffe» habe», keine verbiudug mit seiner Familie g» «ntrrhatten; wäre aber Ms Briesschreibe» schon in Gebrauch gewesen, so würde» ihn sein« Brüder gewiß gefragt habe», weshalb er seine» Vater nie Mtttheilnng vo» seinem Glücke gemacht halte. Als Saul das Volk Israel aufbirte» wollte, that er dir« nicht auf schriftlichem Weg«, sonder» durch ei» in Stüche ze, legte« Joch Ochse». Der erste iu der Bibel erwähnte Brief ist »er, i» wrichem Sönig David de« Joob aufforderte, Uriah in die vorderst« Reih« der Streiter g» ') Segne. ') Paradies»