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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 33 (1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
33 (1890)
Date
1890-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nur an der Küste »eit umstlumter Rund« Scheucht tntursg« Eil' hiaweg di« Grabe«ruh'. Wer löst di« Anker dort vom tiefen Grunde? Wer lenkt den Kiel dem dunklen Meere zu? Kein Weiberklagen hallt da« Echo wieder, Doch, soset laut der Brandung wilde Flut. Sie zieht dahin, di« Schaar der ZtonÄrüder, Und tauschet Menschenzorn mit Sturmeöwitth. Wohin dt« Steuer lenkt ihr, Todentfloh'ne? Wo Mt ihr hin den «eereömüden Fuß? Wird Rom, wird Nordland nicht mit bittrem Hohne Erwidern euch den landröfrrmden Gruß? Denn merk' ev wohl: Di« Zeit der Treue endet. .. Nicht mach beim Lpfer Aug'und Mund beschwor. Nicht» harrt und bleibt, da sich da» Heil gewendet, Zu« Spiel euch grausam da« Geschick erkor. Wollt ihr gen Tarjchisch ziehen, best Gemeine Vergessen hat der Liebe hetl'ge« Pfand? Wollt ihr zum Süd', zu heiße« Sonnenscheine Da« Steuer wenden -in da« Fadelland? Vergessen 1&, sind Hiram« stolze Schiffe, Mit denen einst sich Salomo verband. Nicht locken mehr di« sturmumwehten Niste, Wo Treu' von Treu«, Land sich rlß von Land. Wie? Oder find» di« neuen Pharaonen, Zu denen ihr die Heimat suchend strebt, Wo au« der Bläue fich de« Makedanen Zwiefacher Hafen majestätisch hebt?» L». dort hinüber woget unser Haff». Mit froher Ahnung füllt sich unser Herz: De« Friedlichen find Thor und Häfen offen. Dort halt« Rast »er-heimatlos« Schmerz." Harmonisch fnrcht der Kiel dt« krausen Wellen, Am Himmel kreist der frommen Vögel Zug. Lind houcht der Vst und läßt di« Segel schwellen, Gehörs am teilt di« Woge sich am Bug. Am Steuer späht Hmkan zu touseud Malen, Wann hoch da« Fahrzeug schwebet auf der Bucht. ' Feen schimmert'« wie von hohen Leuchtturm« Strahlen: HrU, Pharu«, Heil, W And« dieser Finch«! Bestimm««-.. Eine Prager Ghetto-Geschichte von Mathia» Kisch. 1] - [(«««»tu« sntataO- Dranße» a»f der Straß« ist «» kalt, groß« Schareflocken flatlrra gleich Laafrade« von Schmetterlingen an »ei«« Feister verüder; im Ofen prasselt «in behagliche» Feuer. Ich fitze t» haldduallea Zimmer »ad denke an die gelden« Jugendzeit Dies« Erinnerung »ie schön ist pe. Gleich einer F»tamorgan« »riß sie «tr die herrlichsten Bilder oorzuzautkrn; da steige«, die Gestalte» lävgst verstorbener Personen an «tr voriidrr. Bein, Rein! werdet nicht feucht, ihr Logen und da $•«) zittere nicht, indem ihr euch bemüht, di« freundliche» Ächtgestalten, au« meinen Kindertagen, di« Züge der Mutter, aitmt» Großvaters, ans de« Grade heranf zu beschwöre». Wie Sonnenlicht spielt es um mich; da gemahnt es ajch als fitze ich, wie einst, »eben «einem Großvater, vor mir dir Bwel, und er erzöhU mir wieder in schlichten, zu» Herzen »ringende« Watten aus dem Leben der Patriarch«, bann von de» Wunder», „tic Gott, gelobt sei er, den Rinder» Israel» gezeigt- Wie schön wußte dieser ehrfnrchtgrbietende Greis das Alles zu beschreiben, in jede» Satz« Seit zu preisen. Damals fielen, diese Wagt« wie Thmttropfe» in da« jagendlich«, fromme Herz. Später, als ich älter und von de» modernen Wissenschaften ttwas gestreift . wurde, wagte ich «anchmal bet solchen Gesprächen eine Zweifel bekundend« Frage» da kam der gute Ille in* Feuer mb suchte mit Luwenknng oller Eleganz mich z» überzeuge», »daß bei Sott »ich'H «nmögltch sei- und daß hafte noch immer Wunder geschehen, aber di« Welt sei nicht «ehr gotte»fülchtlg genug, um dieses zu fühle», und die Mensche» suchen in Alle« noch s* Wunderbare» stets n»r Natürlich«» zu finde», «der de« Alles sei nicht ttchttg, er selbst tan» Ereignisse an» seine« und dem Lebe» seiner Elter», die absolute Wunder find und nur beweise», baß jedes Wort, das in unserer heiligen Thora geschrieben steht und »aS unsere Weise» gesegneten Andackeus gesagt haben,, auf Wahrheit beruht und Biele«, auch heutzutage, noch fich wiederhole. Ein« Berwaudte wurde zu jener Zeit uach Loastantinopel verheirathtt. Daß dies Ereignis in der Gaffe lebhaft besprochen »nrbe, läßt fich »ohl druke»; auch mei» seliger Großvater wallte'daran» die üblich« Moral ziehe» und sagte: »Da stehst D», wie unser« Weisen in Allem Recht halten! I« Midrasch httßt es: daß der liebt Gott zwei Wesen bet der Gebnn gleich bestimme, welche sich einst heirathe« müssen; da giedt e» keine Entfernung, die z» wett» kein Meer, das z« groß, und keine» Berg, der zu hoch wäre, n« die Berbtudnng dieser beidcu etuauder bestimmten Mrnlche» zu verhmberu.- Alt« »eitere Bekräftigung dieses Ausspruches erzählte er «tr, mk sei» Schwiegervater zu einer Gattin gelangt »uv

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