Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 32 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 3)
- Language
- German
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«** der Briffverketzr. I Da« fobiHhai kr Gtnftthrsag Wt Pesnykst t» lanb hat M fta4knkn fikt bot Zastaud kr BriefkftrkrasflMittri früherer Zette», ehe dttse «efer» aach «tageführt war, wieder wachgernf». Der Umstand, kt »»ch »er nngrführ ei»e» halb» Jahrhnakrt ke zerstrmtm Gliekr einer Familie tu »»»che» Fülle» wirklich tet für «tarakr wäre», ttmde »ni dt« vedentnogalostgkrit der verkehr«»tttel t» »»ch »ehr »tleg»» Zeit« leicht »och »«ehr überttetbeu kaffe». Fest steh», daß i» alte» Judüa das Bedürfniß nicht so greß war^ wie t» «serer madem» Well. Di« Rath aber »acht erfiakrtsch und da die Jnkn des Alterthnm« feite» da« Bedürfniß fühlten» »it ihre» Brüder» t» eigen» Laude »der i» der Fremde «ine» briefliche» Berkehr zu unter, halte», f» war die natürlich« Fol,e hier»»», kh «uh di« Berkehramittel mir etae» «rkemparür» Agrarier hatte». Es dürfte daher di, Leser i»tereffire», »»am wir de» versuch >»«««», einige püchti,« ftaiii» über diese» wichtige» Gegeuftand in Folgende« zllsammmzuftkllkn.*) ' Der Weg »ach Judäa geht über Rom. Walle» wir aoa wisse», »d die And» etwa« m» eine« regelmäßig« Post verkehr kaust», f» »üffe» wir erst «mlersuche», ab die; IM »Mi et» salche« Institut besa-eu. Nach Gtbbaa« 9m* -ade« »ar diese« der Kall. .Wo die Römer sich »lederließen« 'r['- «tttfUakn auch »arzügltch« Berkehrestraßm und der Barihetl. (” die erste» Berichte zn erhalte» »vd ihre Anstrilge schnell de« fürder» |» könnm, »er«laßt« die Kaiser, tu ihre» weit an«« gedehulm Staate» etne» regelmtßtge» Postverkehr za uuter» halte». >«tf eine Entfernung von »ur b bi« 6 Meile» »»rku überall Post Häuser erricht«, von denen jede« 4V Pferde «aterhielt >md mit Hilfe dieser Relat« konnte araa ganz kq»e» täglich 100 MeUea »eit a»f de» rSatischeu Post» streßen reise». Die B«»»tz»«g der Posten war denjenigen Gestattet, welch« die kaiserliche Erlanlmiß dazu eingeholt hatte» «nd »bfchou dieselbe» ursprünglich »ur de» tffc«tlicheu Berkehr die»«» sollte», »nrk deren Benutzung auch dm Privattzerskm -gestattet.' Diese «michtnn, »imte jekch k«al« hanptsüchtnh »ur für k» ofstztelleu Berkehr: denn wir wiffett auch au« anderea QneUm, daß die mämer kein« bffmlUchm Pvstm t» Ginne ihrer hmtigm Bekntnng hatte», sonbem sich z»r Befördern»g ven Prtaatdriefm. des»»lerer Bäte» (khktori») ktieat». . Dteselk Bewandttitß hatte e« auch hei k» Jnkn zur Zeit de« Talmud, (i gab dawal« besonder« Briefdoteu, wetch« die Schriftstücke in etaer dazu bestimmte» Tasche über«' brachtm »ad j» ««chm Stttleo Palästina'« gab e« rttw Art regelwüßige» Postdimfte«, wogegm andere ein solche« Institut »icht besaßen. M« kann »n» nicht «»eh»«, kß diese Einrichtung« ««schließlich osstztril» Zweck« dtmtm, dm» di» Mtschnah <Sabkth X 4) spricht »ffmkr »ra jüdische» Brief» trüger», welche zn jener Zett tarn zur Besorgung ven Staatücarrrsponknzeu oerwmkt »arku sei» dürften. Der ^hebräisch« Name für et»e s»lche Post war "«N n, »nd diese ~j*k*f«Il« rin« dauernk und regelmüßig tmterhalten« Li». richtnng Aas einer «emrrknng de« R. Jegk («»sch h«fch«»ah JX 6): .gleich etwa» Beieftrüger, wricher überall hinzttht »»d die waare t» der ganze» Provinz rnndbringt," / könnt» «an schließ«»!, kß die kmaügm Ink» sch« eine . Paketp»st hatt«; wir Hab« jedoch keine «stimmt« Nach« »icht» darüber, welch, Mhere Be»«dt»iß t* »it diese» Paste» hatte. Det Bnicht Gibban'« über da« rüntisch« P»stwesm erinnert »»« « ei« «der« jüdisch« Institut««, wetche wahrscheinlich »it diese« THTT 'S in Berdindnng stand. Der dimstthwmk Wächter de« Bocke«, welcher am Bersöhnnugötag« in die wüste entsmk» w»rk, durfte nöthtaenfall« — wag« er aber »ach der Tradition nie ^Beraulasptug f«d — -« diese» Fasttage Speis« z» sich «ach de« »JewiH ghronlcl«' deutsch »o» L Cohen. L, »ihm». Z» diese» Zwecke War« k» weg »tlang Hütte» «ftzWtcheet, i» welch« Männer «» Iknhr>nga«ittrk» ftattvnftl Ware». Welch« kn Anftrag hatt» de« Satt» «t* gegenrngeh«. und ch« eine Strecke Wege«'da« Geleite »» gebe». Drß aber diese« Pastwesen noch nicht sehr »twickrit sei» lenaie, geht kler au« k» Mitteln hervor, kr» «a» sich zur Verkündigung de« Nenwonde» kdiente. Diese offizielle Verkündigung machte natürlich et»» v»llftä»digm Lammnnieatiangapparat notbwmdig. Zuerst wnrkn, nach kr Traditi»», ans k» Spih« kr Qcrgc Fmrr «»gezündet, aber die Samarttaner zündet» ähnlich« Stgnalfener zur Unrechte» Zeit an. «« d'e Juden irr« zu führen. Hierag« entstaud da»» da« Bedürfniß, die Nachricht durch Bot« zu verbreiten. Die Bergfener »»rbcn a»f folgend« weise hergerichtet : Lauge Stang» van Lrdrmhol», Stämme mW Zweige va» Orlbanm amrka «it grakn Seilen »kr Flach« umwickelt; dies« wurden daun wie Fackeln augezündet »nd Männer auf kn Bergen schwangen die Fackel» hi» «ad her, auf« und adwäri« dt» da« nämliche Signal von de» nächst» B«che erschien »nd so ging e« fort di« a» die äußerste Grenz« k< jüdischen Landes, wen« mau später statt dieser Signalfeuer Bolen verwenkte. so trugen diese wahrscheinlich keine Briefe. Sie üderkachtm »irimehr »Südlich« Nachricht», welche fl« »*» den Thterm, ans kn» sie ritt», »ad ohne von dmselk» hemuterzssteig«, laut anörttf». Diese Nachrichten muk» nicht jeden Monat, sank» nur sech« Mal i» Jahre veröffentlicht. Sin eigmthümtiche« Licht auf die Bertehr«mltttl jener Zett wirft dtt gesetzttche vepinunnng, kß «an kr Auösage eine« Jeden, kr etter solche in Bezug auf k«.Erschet»» de« Nenmoud« gemacht, Glauben schenk« müsse, daß z. B. da« Wort eiaes durch« reismden Kmrfmann, welch« sagt« .ich hak dm Nmmond verkünde» gehört" ohne Anstand ,l« glaubwürdig aog— nowmt* wmk. H«»' zu Tag« find geschäftige Männer manchmal Berlegrntzrittu, durch die Post verursacht, »»«gesetzt, diese find jedoch nicht deraritg, kß man »egm ihrer zu zweitägig» Fastm genöi higl werk« könnte. Ber einer solch» S«la«ttät wird jedoch im jrmsalemischeu Talmud berichtet und soll fie fo einer gewiss» Grieganhrit dadurch entstand» sei», daß dtt k'vun nicht zeitig genug ankameu. k» Neamand zu verkünden. Skb» der Berkündignng de« Nenmonde« »üff» auch »och ander« amtttch« Mttthetluug» regelmäßig befördert worb» sein. Schetdedriefe z. B. machte» besankre Bai» nochwmdig und dtt ganz» Frage von kr legal« Stellung k« Bat» steht i» ttwigftm Zasammmhange mtt der' kr Wirkung de« Briefe«. E« scheint di» dtteff» dtt Fnnritt« besonderer zn diesem Zwecke bestellter Bot» gewes» zn sei», welche gmau gmomm» dnrchan« tttm Brttsträger war». Jus B«rd«igeh» dürftt auch »och zweier anderer Briefkfördernsg««Ütel Arwähmmg gescheh», wrich« kr Midrasch »führt. Wtt las» «ämltch, wir Josim «it IS 000 Kriege» durch Zeukrkraft in et» stedenfache eisern« Barriere eingeschlaffm war. Sr wendett sich schriftlich an dm Fürst» de« Stawme« «nde», kmtt dieser dm Ptncha« anffarkre, mtt k» Trampet» zn ihm z» ritt«, gasna knd k« Schreib» an dtt Flügl einer Lande, wrich« kffelk z» dm Jararitt» trug, dtt alsdann eiligst mit Ptncha« »nd dm Trowpetm herbettiltm »nd nachdem fie d» Feind in dtt Finch» getrttb« hatten, Jesna'« Rettung kwttttm. Lin ähnlicher Gedanke mag aus etaer Stelle in Ktmchi'« Cammentar zur Genest« zu Gennk lttges. Noah schicktt kkanntttch rin» Raben an«; dieser brachte ihm aber nicht dtt «rwartett Rechricht; darauf schickt er dtt Lande auch wriche ven kr Ratnr «it der Fähtgtttt »«gestattet ist. Racheicht» zu überdring»- »r» fie kaselbm weg et» »kr zwei Mal znvückgrleg» hat. So kdttn» sich denn anch dtt Fürst» dieser Bügel za» Zweck« kr Satsenbang ans wette Streck», nachd», sie ihn« dtt Briefe an dtt