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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 32 (1890) · p. Seite 126

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
32 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 126 (sequence 4)
Language
German
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Flügel |<ferafeai hak». G» lese» wir i» L«l»»d (Subbath 48) „boß die Fl-lUk einer %ta»t diese», tu schütze»,' d. h. dir Mensche» sch»»«, fie »»d tödte» sie »icht, »eil st« dieselbe groß rieh«», w» chne» »l»B«te zu die»«». Fenier fi»be» »tr, boß a»ch Pfeil« «ll Briefbeförberung«- mlttel besitzt wurden, de»ke» hierbei aber »icht a» solche Signale, wie Jonathan st« I«» Da old gab. Während der Belag«»», Jerusalem« durch dt« Röm« hatte d« Lais« Mtumschafle, t» der Näh« der Mau« ans^stellt; dies« schriebe» die Berichte, »elchs sie «hielte», aas Pfeile »ud schoflen diese von Hr Varn herab, wahrscheinlich t» Et»- vnftäniß mit der römerftmvdltche» Pattei uut« de» Israelis», welche sich i» der de» Unt«g»ag geweihte» Stadt befand. (Schlag folgt.) Allerlei für *e» gsamilie«tisch. Zur fti»»«r»», «» di« edle JMwifi» -Louise. Sott ftarl Wtesenthal.*) «m 19. Juli 1890 find r« 80 Jahr« gewesen, daß die ldle Königin Louise, da« M»st«btld all« Frauen — in’t Srab sank. Soweit di« deutsche Zunge klingt, gedenkt «au der edle« Prenßenköaigi» i» Wort und Schrift. Ich will hi« zwei Heinere Beschichten erzählt», di« für jüdische Kreise befand«« geeignet «scheine», und die meine« Wisse»« »och nie in jüdische» Blättern bekannt gegebru wurden. I. Die Königin war im Jihre 180V einmal in d« Vorstadt Berlin« am Sabbath spaziere» gegangen. Ihre Be« gleiteri», eine Hofdame, machte fie pldtzlich auf eine schöne Bauwgruppe ausm«ksam. Eben wollten die hohe» Damen »eitergeheu. da gewahrte die Königin eine» ärmlich, doch reinlich gekleideten Knabe», der einen mit Brillante» reich besetzte» Ohrring in der $airt hielt und unter einer Höf. licheu Berbeugun, fragte, ot nicht eine d« Dame» diesen Ohrring, de« er vor ungefähr eia« Stunde gesunde», ver« loren habe. Die hvchedle Lönigi» «kannte de» vorgezeigte» Fund al« ihr Sigeuthum, weiche« ihr durch kie von d« etwa« stark wehende» Morgenluft verursachte Bewegung de« Sommerhott« vom Ohre adgelöset worden war. Sie nah» den Ohrriug zu sich und (teil den kleinen Finder deffeldrn, deffen Redlichkeit man allge>nri» b«wu»derte, in ihre uu- «itteldare Näh« komme». Hier «fuhr fie nun au« dem Munde de« Knaben, daß sein Later ei» Jude und Haudei«- »an» sei, schon zwanzig Jahre in Berlin lebe, sei»« Mutt« ab« erst vor drei Monaten zeftorbe» sei. «Suter, armer Jndenknabel sag' mir, wozu hast D« Luft, oder was willst Du werde»?' sprach liebreich und sanft dir «habe»« Königin. »Ich will »icht« and«« »«de», al« wa« afti» Bat«! ist, ei» Handel«mann: D« bin ich «ich eigeullich schon »tt Leib und Seele, denn ich kenn« die Waarr» i«n Brand au« »ud möchte gern jetzt sch»» »»et»ea guten alte» Later unterstützen.' Solche« sprach d« hübsch«, redlich« Jadenkuabe mit einer Innigkeit «ud Begeiftnuug, die d« gutin Königin und ihrer Lammerdame di« Thräuen d« herzlichste» Rührung in'« Auge lockte. Friedrich« königliche Senöahlin m«kte sich die Wohnung de« Knabe», der später i» ei» groß«» Handlu»g«h«»« kam. Die Königiu ließ th» kleide» »ud beschenkte de« Knabe» Vater reichlich. LI« d« K»ab« z»m Jüngling heran,rwachscn, al» er Ma»a and Vater selbst wurde, da dachte er »och an die edle Wechlthäteri» mit nnauölöschlich« Ehrfurcht. Noch in ihrm späteste» Jahre», so «zähle« preußisch« Historik« — habe die Köugm Louise »tt »tele« Wohlwollen au de» reich ^wordenen Jiroelite» gedacht. Dir *) Im Prager .QkmtixMlati“. , 1810 «schieur»« Ehrouik der Kö»ig1» Louise erzählt a»ch dtese« Seschichtche» und schließt mit de» Verft, Bei redlich und vergreif Dich »icht An fremde« QhtU. ASr'»: Jude — Jude! — «H5 und mit fröhlichem Gesicht, Was Du gefunden, schnell zurück; Dann lohnt Dst^rrinet Erdenglück. Die Köuigia war einst te» Herbst« de« Iah« 180 9 t» Berit» spaziere» ge gange, n»d zwar tu Gemeinschaft »rit «i»« sehr.stolze» Hosdaiae, d««a Nachkomme» hrute »och eben s» stolz ta Preuße» fich breit machen. E« war ckurz vor den. jüdische» Lcmbhütteasesttage». Die Köuigia wollte sich «tt Lbstcht in'« Inden»irrtet begeben. Siu solche« gab e« dazuj mal gr»iff«»t«ßr» i» Berlin uoch. Rtt Lburtgu», folgte ihr die Hofdame dahin. Ll« nun di« hochedle Königin mitte« im G«ä»sch« de« Judeuviertel« war, da lachte fie herzltch üb« da« Treibe»! Plötzlich gewahrte sie et»e be- . jahrte Judenftau, d« e« sehr sau« wurde, de» schw« de»! packte» Korb avfzuuehmen. Da sprang di« edle Köuigi» herbei «ad half ihr de» Korb ausheb«». „Majestät! Pfui! Um Gotteüwille»! Köuigi»!* rief die Hofdame, „wie mögen Sie fich mit de« alte» Judenweide so gemriu machen!' Die edeldevkeud« Königin blickt« die eitle Hofdame mit zürnenden Luge» au: „Schweige» Sie! Menscheultebe, die ein Jeder übe» soll, kau» nie in'« Beweine hinabfinken. In diese« schmutzige Kevin verliert fich nur der eingebildete Stolz ein« — Hofdame!' Da« war eine »utwort. «et» freundlich« Leser. Die schon er» wähnte, 1810 «schieneue Chronik veschließt diese Episode mit dem treffliche» v««chru: Zu Ihr drang jeder Klage leiser Hauch, sie fühlte jeden Schmerz, Selbst für ein Judenweib empfand sie auch! L, welch' königlich Herz! — Nester die UerttzeU«», ster Meii»i»»e» aus der ganzen Erd« emhält das bekannte Daniel'sche Lehrbuch der Brograpme in seiner neuesten Ausgabe folgende Angaben: Da» Ehrfltenthn« hat 4dl Millionen Anhänger, speziell die römische Kirche - 227, die griechisch« 87, die evangelisch« und die anglik-nifch« Kirche 129 Millionen. Juden giebt es 8 Millionen, Muhamedaner 171. .Heiden' zählt man etwa 889 Millionen, darunter Brahmanen ISS, Buddhisten«« Millionen._ <*3>j I. De»tsches SitSetträthsek. - Bo» A. K. i« London. Mit den zwei erste» wir benennen Lin Thiergefchlecht, wie Jeder weiß. Di« nächsten zwei wirst auch du kennen; Man mißt damit, bestimmt den Preis. Berichied'ne Ding« wir benennen Mit unserm dritten Silbenpoar; Und eins wird Jeder leicht erkennen. Am Himmel steht man es ganz klar. Und soll da» Ganze ich dir nennen? Lin Rabbi iff«, so stand er da; Wirst auch den andern Ramen kenne», Er lehrte «inst in Padua. ll- Aeßräischer Krypt-sra««. Bon einem Gymnasiasten. Unserer drei Ahnen Ramen, Wie hebräisch sie geschrieben — Je «in Buchstab' «erd' entnommen. Run vereinr die drei Lettern, So erscheint dir rin Geblld, Welche» Heilung wirket mild. Denk' au Gilead« «esildl ASßSstmg strr Kittysrt i» »sr. K*» I.»«-»««. »«et«. _ _, n. 7TÖ (Geuoffe). yno (llebelthäter), TT[ (Freund). 5*3 (böse). MiaaiwoiHW» MiMciur: %u «l. Matzmer. »rock: von D. L. «olsGt^zoevar-. Bert,, von Rode« Fries». Leipzig. J

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