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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 31 (1890) · p. Seite 120

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
31 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 120 (sequence 2)
Language
German
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Sana spielt?- O gewiß Mcht. Unk tan W|«n |k kn junge» Mau» tnaarr z» beobacht«. freilich «sr, m» ih» bet jede» wert«, jeder Geberb« mit Jiullel pi vergleich«, natürlich zum Richtheil de« Fremde». Gt« aor fest rat* schliffe», diese« Mann dicht zu heirath«. G » O Da» besprach«» di« Beide»- die t» der Wiuterkälte am Hofpförtchen stand««, während die Gchatte« der Rächt sich mnuer tiefer über die Erd« senkte». U»d sie gedachte» aach, wie der Zufall — »der war es die Borsehnng, di« über de» Liebende» schwebt? — fie dam vfter zusammengeführt, und wie da» Sam«ko«, da» bet jener erste» vrg«»»»»» i» ihre Seele« gefalle» war, aufdlühtr zur starke« Pflanz«, dt« alle» Stürme» trotze» wallte. Jänkel sagte ihr wieder, wa» sie -u hdren »iewal« müde wurde: wie er nie z» Haffe» gewagt, daß sich ihr Her» ihm zuntge» würde. Und Esther erzähtte ihm vielleicht -um fünfzigsten Male, wie fie di» Vater nergisch erklärt hatte, daß sie de» Herr» Rotsteiner «ich», heirath«. »olle, weil fie ty» nicht liebe. .Liebe?" hall« da der Later lach«»d gesagt. .Du wirst ih» schon liebe», wen» Ihr erst verhettalhet seid i- Wa» wußte der alt« Vetter va« dem Gefühl, deffe» .Eluthe» find «ie F«ver»g1ath«u, u»d da» stark ist wie »er Lad?" — T« standen sie mit leuchte»»«» Auge» und breuneude» Langen und tauschte» Erinueruugea au». Da schall plltzlich eine schrille Frauenstimme durch da» Hau»: »Esther, — wo steckst du?' Si« schrate» zusemweu — über der Halde» Bergaage,« heit hatten fie die bittre Gegenwart »ergeffea. Bergeffea di« schrecklichen Auftritte, di« sich täglich im vetter'sche» Hause »iederholt hatte», nachdem Esther de» Entschluß kund ^tha», keine» Andern al» den Schuster gaukel heirath«» z, walle». Bergeffe» die schwer.-», nutzlosen Kämpfe der letzte» Tage, ihre heiße» Thränen, seine verzweifln»,. Ru» kam der ganz« Schmerz dieser Stnnd« ihne» erst zum vewußtsei». Da klang nach einmal der ungeduldige «uf »ach Esther durch da» Han»-ti war Zeit zum Scheiden da schlang der Mau» seine» Arm fest um da» Mädchen und brückt« seine Lippe, auf die ihren — der erst« Kuß und der letzte. .Lebe wähl," sagte er leise und schritt rasch auf die Sttaß« hin«»»; fie aber wandte sich uud ging, ahne sich «mzusrhr», in» Hau» zurück. .La bleibst Du tun!" rief die Mutter v,rw»rf»v«ll der Emtteteude» entgegen. .E» ist dach «och s, viel »y thnn ans morgen l" Da» Mädchen antwortete nicht», sondern trat au» de» Lichtfrei» der Lampe heran» in einen Winkel, wo die Thräneu ungrsehm fließen kannttn. Jetzt kam auch der Later herbei. .Wo bist Du gewesen?' .Draußen!' war die kurz« Antwort. .Mit dem Jmüel?' -Ja." .Also hat die Geschichte immer »och kein Ende 1* schalt der Later. .Findet er »ach immer Gelegenheit, Dich zu treffe», obgleich ich ih» da» H«m» verbaten?' .E» ist zu Ende,' sagte di« Tochter mit bebender Stimme. »Wir habe» nur Abschied van einander gruammoy — er geht fort an» der Stadt.' .Mir auch recht!' rief der Later. .Wir werde» »ach «ine» finde», der u»» die Schuhe machtl Hahaba l Hat fich so ein Hungerleider von Schuster eingebildet, ich ««de mein schüur» Geld an ih» wegwersen?" .Jankel ist kein H«ngerl«ider I" rief «scher hervortretend m festem To». .Er versteht sei» Handwerk nnd wird überall sei» AnlKmme» finde». Und weg«, de» Geld«». Later, — nicht »c«ca de» Selbe» hat er «ich zum «eibe beehrt, wie der Andre, der »m »ich h«ch«lt. wie «» einr Laare—' -Schweig' st» l» rief der Vater zmnch. .«^-Mlt- Dtr et», in solche» La« »an Deine» vräntigam z» red«»?' .Mtt, vrütttiga»? Rach ist er>« ntcht l' .Aber «orge» wirb er'» werden!' Jetzt mischte fich die MMter beschwtchligmd Ui Gespräch. .Geh' htaauf in Deiae Lämmer,' sagtt fie z« Esther, .Du mißt »rdeutlich «mschlafr», damit D» »arge» frisch und freundlich dift l' Esther ging, und di« Mutter sagt« hinter «ihr drei«: JH ist gut, daß der Ja»kel fart ist, so wirb fie ih« schnell vergeffm.' «oetsetzn», focht-- Stt--«« av» der ver-aAgevtzeU. stret na» de» 'Rassische, M & Lewaad» ata ». llevia-LUfit. HL M»t«e de« Mann« de» -chnlpsNchlgeletze». 41 —— tN»a>nw «nnw».) («chluh.) A» jede» Mittwoch rrtheilt« Rrb Matr> setmr Ara« Audienz, die ih» unr «« diese« Tage zu sehen pflegte. De», «1 alle» übrige» Tagen gin, er «ach Lheder-Schlnß i» da» velh chamibrafch, ,»» », er erst «ach Mtttenmcht, da sei« Fra» schau schlich zurückzukehrrv, und wohin er mit dem Hahaemmf sich zu begeben pflegte, währ«» sein Fra« «ach schlief. Um uun di« unvermeidliche« Ltrthschastgemgelegenheite» zu erledige», war fie aendthigt, »ach dem «Heber z» kämme», wa» fie gewöhnlich Mittwoch» thch wo der Sabbath nicht schon .hinter alle« verg«»,' sauder» schau .vor der Thüre' war. Der vorttag' begann gewöhnlich dauüt, daß die Fra» einige Zeit schwieg «ud ihr Mau» zuhörte, »ad daß da«» der Manu schwiqp »ährend sei«Fra« zuhörte. Schließltch wmd« ihr aber diese Art de» Bartrag«« lästig, fie begamr daher lant zu gilhae» und erging fich i» die Jnttrjektiauen r .Och, ach, vchl" Reb Matr horchte auf und sammelte fich, »» geduldig auznhören, wa» diese» bedeutungsvollen Interjektion«» folge» werde. .Da» Holz ist alle; e» ist krin Spihuche» »ehr da,' meldete die Fra». * Reb Mair griff hastig »ach seiner Labakgdofe »ud «et« sie mit fieberhafter Geschwindigkeit, al» wäre dort ganzer Lage» der vorzüglichste» Holzscheite varräthig, die er sogleich sedwr Fra» z» Füße« lege» wolle. »Die Semrindediner,' fuhr die Fra» t» ihrem vortrage sott, .pfändete» et« Kiffe» «ud eine« Leuchter für rüHändige Steuer» «nd sagt«, daß fie t» der nächste» Woche alltäglich «t»e .Exeknti»,' z, ««» schicke» würde».' Reb Matr »ah» eine Priese. .Unser« Ziege ist «knüllt»' lautete der Rapport Weiler, .ich fürchte, sie wird ei»gehe». va» ist z» thu»?' Reb Mair znckle die Achsel», al» wollte er sage«: ^)ch habe Beter inärknude nicht stndirt.' »Der Oft», fällt a«»«i»a»der, man wird kaum «ehr darin betie« könne».' Re» Mair stieß einen tiefe» Senfzer hervor, al» wollt« er sage»: »wie schade, daß ich nichtOfnfttzer bi,l' w» wieder»» Schweige» a»f der eine« »ud Znhöre» auf der ander« Seite. .Rn», wie ist efi' unterbrach da»» die Fra» da» »weist immäge Schweig« »Wirst D» mir ans Schabbeß etwa» . g^e»?" Reb Mair verft»kt« die Rechte i» die Seitaüasche, halte eintgeWünze» hervor »nd händigt« fie seiner Fra» et». - ' .Ist die» Alle»?' fr», diese. Ader «»statt einer Anävort bedeutet» Rrb Mair »w», die Bücher vorznsehme». Dir» sollte besage», daß er »icht , > gnwtgt fei, »och weiter p» — spreche». »Ochd ochd »chl' rief db> Kss» «a»; Ur Gar z» Ende. & . ■

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