Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 31 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Asdisck«« LTUlkll-F/-// ^eMtKf<(clai aoa Br, M. Uahmrr t» MagdebarG. ***** z«Kckrtz<t1r»ß l Kelttzn»- flr die i-nelttis-t js«ilie. ^. Achattl I» letz»«» A,»nMK de» njjVBi M L. Errählung au» dem jüdische» Leb«» von Bertha Ginsbera. — Cfiue* au» der Vergaageuheit. Frei »ach Lraaftda voa Lmiu-Tilfl». — »llerlet f»r de» Familie« tisch. — Bl«hsel»us,a»»a »ud BRt^el- (Haftet«»trr Rachftruck IM dtefe» Blatte ist u»ters»»t.) S« letzte» 9fat§c«Mi4. Grzühlftug au» de» jüdische» L»be» vo» Bertha »iasber». Ij ■ » <R»ch»Nl« KiMhl) (Sorise-Uftg.) Damals fia» t» ur. Da« heißt, Esther kannte fich spät« keifte Aechräschast geben, », di« Geschichte ihrer Lieb« rtgentlich de»««; aber immer, wr»n sie darüber «achdachte, ka» ihr jener S»»««iag t« de» St»«, al» Iaukel t« der schaülea Küche z» ihre» Füße» k»teele «nd ihr da« Wesen der Lied« ga «rklärra sachte, vo« de« fie damal« beide »och «icht» «erstände». Sch« liintzft lief Esther tu de« Schuh«. die der Jaftkrl »Macht, leichtfüßig durch die saabere« Stübchen, dt« dionPf«» d«»klell Läden, über da« holpri»e Pflaster de« Städtchens, — «nd st« dachte kaum «ehr a« de», der st« «erftrligt hatte. Mit taasead Lledesgrdarkru hatte er die Ahle »arch da« fei«« Leder »e»o»r«; bei jede« Hammer- Maß, sde» er gt»«a dt« schmal« Sohle führt«, hatte er dt« Emst stad«»» gehabt, al« drid-ge der klein« spitz« Halznagrl in hei» et»ae» Her». Ach, für sei» einsame» Lebe« »ar da« Gespräch »ltt d«m hold«« Mädchen ei» Erei»«tß; «nd michcead er aaf dem Schastrrschemel saß »ad schmeiaead Rrdett verrichtet«, mard« er «icht müde, fich jede« Wart Unterhaltung MÜckzaruf«. Set« lebhafte Phantast« htapi, mm» er »ach hätte s ape» Vnar», aad ma« fie »tilrtcht daraaf geaatmvrttt hätte, — bi» t» seiner Et», dtldaa» seine Dicht»«, »ar Wahrhett mard«. Sa verlar da« üqe Gespräch bald sein« »rsprünglich« Gestalt »ad »ach« 1a setaen Gedaakea |i einer »roßen dramatischen See« an, an die die Phantast« de« jaagea stckmams »ach aadrr reiht«. Oftmal« im Lranme sah er mie fi« fich üb» ihn de»»tt »ad seine Stirn »der g« sei« küßt«. Ader tveaa er «rmachte, da« Her» »ach «all »er »tträamtea-Waaae, dm» »errtß da« «Schiern« La,«Sich» aadarmhvchi, dte Halde Lütqchang. Dean seafztt tief aaf »ab sa»t« sich, daß er, der arm« Haadmerkrr, daran deakra kdeme, di« schltae Esther »am »a pepehreN- Sie mar »mar anch leine« reichen t« Kind, aat eine« kleine» triam* Lachter, der a Pfeani» am Pfeani» gasammraaespott hatte; aber aü mar dach ei» hiannelmetter UaMrschmh »mischen ihnen ßeldea» uätz gemiß, aste sattm Halden Lriia me marea «den Lriiame. «»dachte stcherltch atcht mehr aa ihn; aad a idr t> eimaal mneü Gelnrüch in den Sinn kam. la vm ^a m aa» ^^aaa ^^maaaaa «aa«, MM st« mahl nnr de« Lränmer«, der v«> Liede ttäamte, read st« »aa» »ar Mm dieselbe aasgakaaiara vermachte. mar nach graitß schaa »«ladt. Ad« s« »fr sich guikvl alle« »«»«halte, » LmmM es nicht hinMnh daß « lnüiich an sie hachle. »Heß. «hat« Gsth« nichM vaa hem lsttarm«, dea st» HstnEfivD« Seele, tzeraafhefchmarea heile Gm hatte;-p dealen. M «ad* SRtrgea sollte er kommen. E« war über die Geldfrage »ach viel hi« nnd h« »rschrtebrn worden; der Freier hatte dnrch» ans 700 Gulden Hetrathsgat habe« «ollen, bis ihm Val« Vetter i« einem Briefe kurz und büadt» erklärte, dast « nicht mehr als 600 gebe. .Nicht wehr, aber wenig«,'' hatte er tei fich gedacht, als er mit pfiffiger Miene dies Schreibe« abfaßte. .700 verlangt er, 600 verspreche ich,' «ad zuleht wrrd' ich ihm 600 »eben. Laßt sie nur erst verlodt sein — bann kann er nicht «ehr zurück l" Esther, bi« all' diese Briefe «nd Anttoortea las — dev» das Zartgefühl verbat Herrn Bett« nicht, fl« ihr zu zeige» — begann endlich fich fterletzt z, fühle« dnrch diesen häßlich«» Schach«, der ihr früher doch s» ganz selbstverständlich erschienen mar. Die Warte Iemkels miekten, oha« daß st« es mußte, in ihrer Seel« Nach. Ader fie fand doch schnell ihr Gletehgemtcht wieder. Sie sagt« fich, als prattisches «ab verfiübtges Mädchen, daß die Geldfrage ein« der »tchttgftea Frage» des Sebeus sei, «nd dast der Bewerber »« ihr« Hand nnr als gemifsenhaf'er Man» handle, wenn « vor allen Dingen üb« die praktisch« Sette der Kugele,euhett ins . Reim zu komme» suchte, bevar er fich de« Gefühl überließ. Mtt all de« Gefühl kan» man keine Ara« ernähre», wenn «an nicht genügen« Geld dazn hat. Das Alles sagt« fich Esther and sah nn» «i» freudiger Spannung de« Bräuttgam ent»«»««. Und « kam. Er mar bland and blauäugig, «nd alle Mitglied« des Hanse» Beiter fttmmtta darin überein, baß « ei» sehr schbver «ab feiner Mauu sei. Nur Esther mallM .er nicht gefalle«. Sie hatte mancherlei an ihm auszusetzea. Seim Aagea fand sie zu hell «ud zu klein, sie oerglich st« aüt ettmm Paar Anderen, ^oßea, dauklea, hie sie erst kürzlich »«setz», fie maßte atcht recht, m»k Und sei» Haapt m« ihr zu stark rsthttch gefärbt, mar»« m«r es nicht schumrz, mte eia aaderes, bas fl« kaaatt? Und Za, für Za» füg« fich ia ihre» Geiste ,» eine« Bilde, bis eadltch »« »aage Jaulet leibhafü» »ou ihr stand. Ua» aaa maßte sie es «ms «iaaml, es mürbe ihr dach nt« ela Aad«« s» gefasten mie er. VM klag er »ar nad »t« hübsch « za redea »erstaad, mähreab der Maaa da aebea ihr am Lisch« st« dnrch srta aaablüsstges prahlerisches Geschmütz laagmettte k GM saß schmetgsam «edea ihm beim MtttagchmahM mit threa rigara Gedaakea beschäftigt. Ab« als eia mtßbetltgrader Bück h« Matt« str traf, brach fie ihr Schweigen aad überrascht, den Gast darch bM Frag«, ob « Nainaae lese? -SMa, Früaleta OMer," saGe « lachend. ,daza habe ich kettm Zett.» Ab« Adams, mean ha» Geschäft geschlaffea ist? .Dm» spMke ich eine kleine Purtte Karten aüt einem gatea Arraad«. aar am eia pmr Kren»«, ab« meaa mir WwiyaHtf« |ü tzg»e das anch ans „•feit*" er, bachm fie. »Kr verfügt üd« mUL ■Ne « tünjcht fichl^ t JO* »M M-aM