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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 27 (1890) · p. Seite 104

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
27 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 104 (sequence 2)
Language
German
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«»sch Itttc ab »et, Sdtr dst schwarzrochgolkne 84» Mc 4 ta, ka, loff, Zug« mtt große» Stdz« tat deren Schaft aber t» Palatsgatte» »ährr4 emer Konzeripans« von ftemde» Knabe» zerbrochen »nrk, di« . aribradfie Fahne» besaßen nt sich über sdn* ,tan> kr«trnf4ne" ärgerte» D» Kummer, de» Ich darüber empfind, glaubte ich «einer Großmutter mütheileo zu dürfe» — aber da k«n ich schön «ml Kaum hatte ich ihr mein Leid geklagt, da staub fie so heftig van ihre« Stuhle anf, daß st« mich bald umgrworfe« hätte; die große» Augen funkelten zornig und in ziemlich reinem hochdeutsch, da» st« immer sprach, wenn fie döse »ar, schrie fie »ich au: „Dir ist Recht geschehen! Auf Deine» Rücken hätte» sie dt« Fahne zerschlagen sollen! St» Enkel van Red «o'.f Lrczka hat kein schwarzrothgoldaie« Ding z, tragen^ das »erd« ttz »nch Deine« Vater sage»! Zn ih» hat Red Wolf nicht »»sonst »och ganz zuletzt gesagt: Oed nur Acht auf da» Jüagel«! Raa erzieht er ihn schwarzrothgold, zum Demokraten I Da» find ja schöne Geschichte» I" Allen »eine» Math zusamme»- raffend, stotterte ich: .Aber Großmama! »tr Jude» habe, doch allen Snmd für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit m» zu begeistern nnd die find nur »ater diese» Banner z,. finden!" Erstaunt blieb di« Großmutter vor »tr stehen, faßte mit eiserne» Griff meine Schütter und sagte da»» t» härteste» r«»: »Ich will Deine adgelanschtr grün« fBri»« heit nicht. Freiheit haben wir hier, wo Gesetz und Ordnung herrsche»; Gleichheit wäre kein Glück, dem Gott hat nicht ohne Grund die Menschen so verschieden geschaffen; Brüderlichkrtt sollte nur zwischen gute» Mensche» herrsche», wie »st hat »au fich aber zu niedrigen u4 schlecht«, Zwecke» verbrüdert!" In diese» Sinne sprach die alle Frau »och zaruig »etter, ohne daß ich damal» recht verstud, ot» fie fagU. Ihr barsche« Wesen that mir so weh, daß ich in L^äne» ausdrach, ■•» fie safart wieder milder stimmte. Sie setzte fich wieder in de» Lehnstuhl, drückt« mich auf di« Fußbank nieder und sagt« sanfter: .Du bist «in Kind und deshalb ist Dir nicht» übel zu nehme»! Wenn Du vernünftig bist und zu schluchze» aufhörst. will ich Dir auch ein« Geschichte erzählen, die Du ja so gen, hörst." Freudig blickte ich empor: „Line wahre Geschichte oder et» Mörcheu!" £1 „Eine wahre Geschichte, die Du vielleicht noch nicht ganz verstehen wirst, aber Deine» Gedächtniß einpräge» sollst »l» eine Mahnung für» ganze Lebe» ,, dankbarer Lrrue gegen König und Vaterland. Also höre: 2. Sapitii. -er Keimatßkofe. .In dem Nein«» dühmi scheu Städtchen Z... lebte im vorig«, Jahrhundert du jüdische» Zwillttqchwar, da« sich zum Berwechsel» ähnlich sah, trotzdem der Lharattrr der beide» Brüder fich durchaus «cht glich. Samuel, der uu» verheirat Hel war «ud als Pächter eüw« «ramttweiugrschäft» fich ei» hübsche« vermöge, erworben hatte, gattal» ei» roher und ullvertrtglicher Mensch, währen» Simon fich stet« sanft nnd schüchtern benutz», nnr für Fra» «d Sind lebte, seine» Bruder aber mied, der bri jedem Znsammattttssen Über Simon« Hand«! «it Gä^e» und Ginftfeder, spöttdte. Wo« die Brüder schließlich vollständig «ttzwrit«, war rin unpassender Scherz Samuels über die de» Frderhändler zu- ^wendete Gunst de» überm» «ildg-fimtteu kathdischen Pfarr- Herrn Pater Gabriel, m» dessen Hühnrrhof Simon dt Geflügel erhandelt«, »ähr«» der «rauntweftdchchcker tu der Hauptstraß« de« Stäbchen» i» d«m stattliche, H«ft wobutr. lebt, Sin», tu de» vo« de, Elte«, ererbt«, Set«, Hänschen, da« versteckt in «tue» Redeugsßch«, lag »4 best» Gärtchen an de» große» Pfarrgarten ackstteß. Justlge dich« Nachbarschaft hatte man km Sttdtcheu sch« 4 Etter» de« Zwistftchspäari» als „Pftrrjuk," verhühm «ch die GlaichechögeunK» halt» fie, wem, sie selbst e« nicht Härten. -U'die^ßallochL" ^»d bpgitchnd Di« jüdische Gemeind« st m»d mit kr christliche» BevRkmu» von L... «f keine» gute» Fuß »dl dir ErwerbsnerhÄtMsse fich nach de» fiebenjährtge» Krieg noch nicht gebessert httte, nnd viel« Einwohner theu« dadurch^ theil« «ch dnrch de, üdermüßige» Brmmtweingrunß Heradgeko»men «4 tief »erschnlkt waren. I» der Schmckwirthschaft Samuel», kt de« viele Bewohner hoch a »gekreidet standen,, kam es htnfig zu Schimpsrede» gegen di« Inden und z» Schlägereien, »obd Samuel» Körperkraft oft den Unrnhesttfttrn recht empfindlich wurde. Gegen der artig« Vorkommnisse blieb«, alle Ermahnungen de« ft, »me» Pater Gabriel erfolglos. Am Lharfteitag k« Jahre« 1782 kam der Bischof der Dtlzeft. zu der L ... ««hört, nach de» Städtchen, und htett in der dortige» Kirche eine Passt» ««predigt, di« ganz ander« klang, als die milde» Reden Gabriel« und dt« »hmhtu (eiebt erregbaren Gemächer - der Bewohner von L... gegen die Inden »och heftiger entflammt«. Am Sonnabend kam e« kreit« in drr Hauptstraße de« Städtchen« zu blutige» Mißhaudluuge» einzelner Inden, um deren Schuch nicht unr der Ortögdstliche» sondern auch der über dt« Wirkung seiner Predigt fichiltch erschreckte hochmürdtgste Bischof sich vergedltch de mühte». Die durch übermäßige» Brauntwetngenuß »och mehr erhitzt«, Leute hörten ans kr!« Abmahunua «ehr. Am ärgste» »üthetr kr Tnmnlt in der Schänke Samuel«, km di« Gäste da« Bier und de, Branutwei» 4« Bezahlung wegtrankeu, dt« SptrftusfSsftr zerschlage» »ud auslöufe» ließe» und di« gefährlich« Flüsfigkett bau» auch »och an» zündeten. Bo» de» entsetzlichen Szenen, die fich t» Hans« seine« Bruder» nnd io der Rühe desidbe» abspteltr», merkte Simon fast gar nicht«. Ihm war am Abend zum Lharsrettag die von ihm heißgeliebt« Fra» gestorben m* nach der damalige» Sitte hatte mau dieselbe noch vor >4ruch de« Sadbalh« zur letzte» Ruhe gebracht. Rn» saß der vereiusamte Man« tu dem nach de» Garte» z» gelegene» Zimmer setue« Häuschen mtt seinem drdjährige» einzigen Dohne Solf und brütete über seine» tiefschmerzlich«» Bert»st. vo« draußen Saug wohl da« Brause» dumpfer Stimme» in da« stille Zimmer» »kr der tiefgebeugte Maua hörte <« kaum, wie er den» auch den rot Heu Flaamenscheiu nicht merkte» der vo» de» dreuuenden Judenhäuser» am Himmel zu sehen war. Sr hatte unr etneu Gedösten, de« Schmerz um den Verlust seiner Gattin Lea. kr liedeoollr, Mutter sei»«« Söhnchen« Wolf. Urplötzlich schreckt« er empor, den» »«rwartet war der katholische Priester Sabrid in'« Zioüwer »«trete» «,b stand oor ihm mit eine« todte«bleichen Gesicht, tieftraurig de» jüdische» Nachbar und sd» Kiud detrmhteud. „Um Gott! Herr Pattr, was wolle» Sie hier?" „Simon, ich weiß, daß Ihr Euer treue« Weib verlöre» H4t nnd denke, Ihr ttagt dies« Prüft»« «tt Gottergebenheit. Macht aber 4 weitere Prüftu^e» g-ftß, Ihr könnt ohne schwere Lebensgefahr nicht länger mü ww Knaben hier vermetlru. Rafft Eure werthnostste» Habfttigkette» rasch zusammen, »ud folgt mir durch Uc Garteuchür in da» Pfarrhaus. Dort seid Ihr zunächst sicher, weuu auch nicht «ff lange. Eilt, zägert nicht, di« Zeit drängt!" „Gott t» Himnwl; wo» ist den» geschehen 7" „Faßt Euch! I» L .. .«ist dne blutige Jndenverfolgung onsgebrochkn. Di« Häuser Anrer Glondiwögnwffen, MM« |mm Mfccttt frflfcliOT MBla Hl ÜI MMtUEM ßMchwiru oder verborgen find, stehe» i» Flamme» Euer Häuschen blieb durch ftl»» oerstocktt Lage und wohl auch durch die Nütze de« «ia»n-»«-a , erschaut 5tbr kRmg 4er nicht bleibe». Euer Bruder. Samwei, der zu dem Opfer» diese» Lage« gehört, hat sei» H4 »4 Gut wüthmd »er» ttzmdigt »4 vor ftftwm Lok viel« sei« Augreifn so gugerichmlh daß M Eurer Aehöckichleit mit Awtvwgsbruder Euch 4» wieder ft, L... fttzo kämet/ Zerreißt Eum- Gewand uich^ Ginmn! Ihr me e« weiter 44» w4 der Am (MdL »umiwww dwldzg Auch^^ft^ eg scheu eiuo um 'M V.'J' vÄf- '^i'is^eisikSx

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